Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Juni 27, 2006

Flexibilisierungsstrategien in der Hotelarbeit: Das Beispiel der Zimmerreinigung.

Im IAT-Report Mai 2006 (PDF) ist in der Einleitung zu lesen (danke für den Tipp an Simon Hengel von der Akademie.de):
"Die Fußball-Weltmeisterschaft unter dem Motto 'Die Welt zu Gast bei Freunden' lockt in diesem Jahr zahlreiche internationale Gäste nach Deutschland. Auch wenn die weit gespannten Er-wartungen manches Hoteliers zuletzt aufgrund zahlreicher Stornierungen durch die offiziellen Vermarkter einen deutlichen Dämpfer erhielten, bietet das Großereignis Anlass genug, die Ent-wicklungen in der ?gastlichen Branche? etwas näher in Augenschein zu nehmen. Wie sich zeigt, verändern sich unter dem starken Wettbewerbsdruck Beschäftigung und Arbeitsprozesse z.T. erheblich. Das gilt in besonderem Maße für eine Tätigkeit, die zweifellos zum Kernbereich der Hotelarbeit zählt, die Reinigung und Herrichtung der Hotelzimmer. Zählte diese Abteilung in der Vergangenheit zu den beschäftigungsintensivsten im ganzen Hotel, so findet man heute in vielen Häusern kaum noch hoteleigene Mitarbeiter/innen, weil Fremdfirmen diese Aufgabe übernommen haben und das Hotel allenfalls noch die Kontrollfunktion in eigener Hand behält. Dabei entsteht das Risiko, dass sich die Qualität der Arbeit für die Beschäftigten verschlechtert."
Im Kern der Studie werden Flexibilisierungsstrategien in der Hotelarbeit am Beispiel der Zimmerreinigung dargestellt. Wenn man vom sozialromantischen Habitus der Autoren absieht, bietet der Beitrag durchaus erste Ideen, wie man die Kosten verringern kann.

Eine kleine Polemik kann ich mir doch nicht verkneifen. In der Studie heißt es:
"Die Arbeitsplätze in den Fremdfirmen, die wir in den Fallstudien angetroffen haben, wurden weit überwiegend von Migrantinnen und Migranten besetzt."
In der Tat gehören das Gastgewerbe wie auch das Reinigungsgewerbe zu den Branchen, in denen am meisten für die Integration von Menschen ausländischer Abstammung bzw. mit schlechten deutschen Sprachkenntnissen in den Arbeitsmarkt getan wird. Doch dieses verdienstvolle Engagement wird leider von den Gewerkschaften, die ja auch Osteuropäern auf Teufelkommraus den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt verwehren möchten, diffamiert. Siehe dazu die Anti-McDonald's-Kampagne der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten.

Ansonsten kann man den Autoren nur raten, sich einmal mit der Fachliteratur zu beschäftigen, wie etwa dem Buch "Housekeeping Management im Hotel". Das steigert die Hochachtung vor der anspruchsvollen Tätigkeit der Zimmerreinigung.