Gastgewerbe Gedankensplitter


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Samstag, Juli 08, 2006

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Gut gemeint, schlecht gemacht.

Randstad hat im Juni 2006 252 Personalentscheider seines "Randstad Expertenpanels Personal" zum "Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz" befragt. 37,7 Prozent der Personalentscheider glauben demnach, daß zukünftig weniger Bewerber aus potentiellen Diskriminierungsgruppen eingestellt werden, um so Probleme mit einer möglichen Diskrimierung auszuschließen.

Die Ergebnisse dieser Befragung können auf der Website des "Handelsblattes" heruntergeladen werden. Siehe: "Firmen verschlafen Gleichbehandlungs-Gesetz" von Katrin Terpitz, in: Handelsblatt vom 7. Juli 2006.

Ob Personalentscheider aus dem Gastgewerbe darunter gewesen sind, weiß ich nicht. Aber die Erfahrungen im Gastgewerbe mit Arbeitnehmern aus "potentiellen Diskriminierungsgruppen" sind zumindest in der Vergangenheit eher gut gewesen. Das Gastgewerbe gehört zu den Branchen, die am meisten tun für die Integration etwa von Ausländern. Dafür müssen wir uns etwa von Anja Weber, Referatsleiterin beim Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und zuständig für McDonald's, anmachen lassen lassen. Siehe dazu: Anja Weber: "Arbeiten bei McDonald?s - McJobs in der Wirklichkeit":
"Zwei weitere Aspekte führt McDonald?s in seine Marketingstrategie ein: McDonald?s sei multikulturell und biete auch ausländischen ArbeitnehmerInnen eine Chance. Die Arbeit bei McDonald's sei für viele ein erster, positiver Einstieg in den Arbeitsmarkt. (8) Was hier für positives Marketing genutzt wird, ist Resultat einer scharf kalkulierten Personalpolitik: Sie spricht bevorzugt - neben SchülerInnen, StudentInnen und Hausfrauen - gesellschaftliche Randgruppen und solche Menschen an, die kaum andere berufliche Alternativen haben. Resultat: Für diese Beschäftigten ist es weitaus schwieriger, ihre Interessen wahrzunehmen, da der Verlust des Jobs die schlichte Existenzbedrohung bedeuten würde.

Verschärft wird dieses Problem bei ausländischen Beschäftigten. Immer wieder wird uns berichtet, daß der Status als 'ausländischer Arbeitnehmer' genutzt werde, um Druck auszuüben und betriebliches Wohlverhalten zu erreichen."
Können sich die NGG und andere Gutmenschen mal entscheiden, ob das Gastgewerbe nun Ausländer einstellen soll oder nicht?