Gastgewerbe Gedankensplitter


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Mittwoch, Juli 19, 2006

Gastronomen rechnen mit Umsatzverlusten nach Rauchverbot.

In dem Artikel "Mehrheit der Gastwirte rechnen bei Rauchverbot mit Umsatzverlusten", in: MVRegio vom 17. Juli 2006, wird auf eine Umfrage von TSN Emnid verwiesen, deren Ergebnisse in der Bild-Zeitung veröffentlicht worden seien. Demnach rechnen im Falle der Einführung eines gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie:
  • 60 Prozent aller deutschen Gastwirte mit Umsatzverlusten
  • 33 Prozent der befragten Gastwirte geben an, dass sie in einem solchen Fall Personal abbauen würden.
  • Nur 60 Prozent der Gastwirte erklären sich dazu bereit, bei einer entsprechenden gesetzlichen Vorschrift Nichtraucher-Bereiche einzurichten. Im Umkehrschluß würden demnach 40% aller Gastronomen sich einer solchen Regelung verweigern.
  • Der Umfrage zufolge hat ein Drittel bereits getrennte Raucher- und Nichtraucher-Bereiche eingerichtet. Dies entspricht den von der DEHOGA veröffentlichen Zahlen. Siehe dazu: "Etappenziel erreicht" vom 28. Februar 2006.
In Bezug auf den Hinweis, in Italien, wo das Rauchverbot in Gaststätten schon gilt, sei es zu "keinen nennenswerten Umsatzausfällen" in den Betrieben gekommen, weiß ich nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Mein Vorschlag, daß die von diesen nicht "nennenswerten" Umsatzrückgängen betroffenen Gastronomen ihre Umsatzausfälle mit ihrer Umsatzsteuerzahllast verrechnen dürfen, steht. Die Steuerausfälle wären dann ja auch nicht "nennenswert".

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Kommentare:
Ich denke eher nicht, dass es zu Umsatzeinbußen kommt. Wenn man bedenkt, dass ein Raucher auch gerne mal vor die Tür gehen kann, und dass dieses Prinzip in vielen anderen Staaten sehr erfolgreich ist... dann ist das nur etwas wie die "deutsche Angst" vor Veränderungen.

Ich gehe lieber in ein Lokal, das nicht um 2 Uhr morgens am Wochenende verraucht ist, anstatt dass ich kaum Luft bekomme, weil die Ventilation/Lüftung nicht hinterher kommt.
 
Es sollte dazugesagt werden das die Studie von Reemtsma in Auftrag gegeben wurde... Dementsprechend waren auch die Fragestellungen ("Rechnen sie mit Rückgängen?", anstatt "Rechnen sie mit Anstiegen?" und "Rechnen sie mit Rückgängen?").

Auch dazu gesagt werden sollte das in Irland, Italien und Co die Gastronomen vor Rauchverbot genau die gleichen Aussagen machten ("Hilfe, Angst - Rauchfreiheit!") und danach sahen das all dies nicht eintraf. In New York "rechneten" die Wirten mit 10.000 Jobverlusten, danach stiegen die Umsätze aber um 8% und viele neue zusätzliche Stellen wurden geschaffen.

In Italien gab es nicht nur keine "nennenswerten Rückgänge" sondern überhaupt keine Rückgänge; im Gegenteil, in Italien gehen seit der Rauchfreiheit mehr Menschen in die Clubs, Bars und Lokale. Die neuste irische Studie berichtet das 11% mehr Gäste seither die Pubs besuchen.

Ob die Wirte dem italienischen Staat von den erhöhten Umsätzen etwas abgegeben haben?

Interessant das die Gastroexperten schon vorher wissen wollen was nach (!) einem Gesetz passiert, anstatt sich einfach mal die Erfahrungen aus dem Ausland anzuschauen. Ansonsten sollten diese einfach mal die Klappe halten wenn sie keine Ahnung von einem Thema haben.
 
zum 2. Punkt:
Der Umkehrschluß das 40% eine Regelung ablehnen ist falsch. Einem Großteil der Gastronomen ist eine Rauchfrei-Regelung nämlich völlig gleichgültig, solange sie für alle gilt.

Und ob nun 10, 50, 70 oder 90% für oder gegen etwas: die Entscheidung zur verbindlichen Rauchfreiheit wird dadurch nicht fälscher. Und wenn wir, immer weil vereinzelt irgendjemand aus purem Opportunismus gegen irgendetwas ist (wie die Rauchbefürworter), was ja bei den vielen Nein-Sagern in unserem Land oft der Fall ist, Fortschritte nicht machen, würden wir schon lange alt aussehen.
 
die 40%, die scheinbar offenen Rechtsbruch begehen würden, fand ich auch sehr erstaunlich. Wusste gar nicht, dass Gastronomen so ein kriminelles Völkchen sind.

Aber was die Polemik mit der Umsatzsteuerverrechnung angeht: Wenn es keine nennenswerten Ausfälle gibt, wieso sollte der Steuerzahler da irgendwas subventionieren, egal in welcher Höhe?
 
Ich stimme da Mike zu, ich für meinen Teil gehe entweder früher, gehe garnicht, oder beschränke mich auf Getränke.

Und wenns auf der Kippe steht, dann fällt die Wahl mal ganz leicht auf zuHause, da man da eben keine Stinkklamotten bekommt. Und das werden die Gastronomen ohne Gesetz auch nicht in 10 Jahren schnallen.
 
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