Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Oktober 15, 2006

Aussergewoehnliche Preisformen in amerkanischen Restaurants.

In seinem Artikel "Amerikas obskure Gebühren", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2006, stellt Roland Lindner einige außergewöhnliche Preisformen in amerikanischen Restaurants vor:
  • Das New Yorker Restaurant Café Gray verlangt eine "sharing charge" in Höhe von 3 Dollar, wenn mehrere Gäste sich ein Gericht teilen.
  • Im italienischen Lokal "Angelina's" in der Stadt Tampa in Florida sind 7 Dollar fällg, wenn ein Gericht geteilt. Dafür gibt es einen Extrasalat für den zweiten Gast.
  • Das mexikanische Restaurant "Cilantro" an der New Yorker Upper East Side verlangt montags, wenn es Fajitas zum Sonderpreis gibt, zusätzliche 3 Dollar, wenn sich zwei Gäste eine Portion Fajitas teilen.
Siehe dazu auch unseren Beitrag "Mindestgebuehr in Cafe-Betrieben" über eine Diskussion unserer Schweizer Kollegen über "Gedecke".

Wir verlangen in unserem Bamberger Café Abseits einen Aufschlag von 0,50 Euro auf den halben Preis, wenn jemand eine kleine Portion möchte. Daraus ergibt sich bei zwei halben Portionen ein Aufschlag von zusammen 1 Euro.

In dem erwähnten Artikel von Roland Lindner wird auch ein Korkengeld erwähnt:
"In Amerika sind üblicherweise mindestens 10 Dollar je Flasche fällig."
So etwas gibt es auch in Deutschland. Ich empfehle ein Korkengeld ausdrücklich. Siehe dazu meinen früheren Beitrag: "Ballast abwerfen beim Leistungsangebot". Statt ein Korkengeld in willkürlicher Höhe zu verlangen, sollte es so bemessen sein, daß der entgangene Gewinn beim Konsum eines Weins des Restaurants gedeckt wird (Deckungsbeitrag) sowie der Aufwand für den verbleibenden Service rund um den Wein (Gläser, Kühlen, evtl. Dekantieren).

Empfehlenswert ist auch die "Cake plating fee", also eine Gebühr für den Fall, daß Gäste ihren eigenen Geburtstagskuchen oder eine Hochzeitstorte mitbringen. Auch dessen Höhe sollte sich am betriebsspezifischen Deckungsbeitrag für diese Produkte orientieren sowie dem verbleibenden Service (Stellung und Reinigung von Geschirr und Kuchengabeln, evtl. Sahne, Tischdekoration).

Der Autor kritisiert, daß Hotels Gebühren etwa für die Nutzung von Fitness-Räumen berechnen. Ich finde solche Gebühren angemessen. Sie ersparen es Gästen, die solche Räume nicht nutzen wollen, dafür im Zimmerpreis pauschal zur Kasse gebeten zu werden.

Siehe dazu auch "Erlöse im Gastgewerbe: Erlösquellen und Preispolitik".