Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Oktober 15, 2006

Gewerkschaftliche Positionen von eigenem Gutachter widerlegt.

So kann es gehen. Da beauftragt die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung den Arbeitsmarktexperten Ronald Schettkat, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Bergischen Universität Wuppertal, mit einem Gutachten, mit dem widerlegt werden soll, daß eine größere Lohnspreizung (deutlicher formuliert: niedrigere Löhne für gering Qualifizierte) zu mehr Beschäftigung führt. Siehe dazu: "Die Legende von der zu geringen Lohnspanne", in: Böckler Impuls 15/2006.

Und was kommt dabei heraus:
"In Branchen, in denen der Anteil der Geringverdiener besonders hoch liege, könne eine stärkere Lohnspreizung am unteren Ende 'spürbare Beschäftigungseffekte zeitigen'. Voraussetzung sei allerdings, dass die sinkenden Kosten zu Preisabschlägen führen, die wiederum die Nachfrage nach den entsprechenden Gütern und Dienstleistungen steigern. Dies sei bei Wirtschaftszweigen wie dem Einzelhandel, dessen Kalkulation stark von den Beschaffungskosten abhängt, jedoch kaum zu erwarten."
(Quelle: "Fragwürdiges Beispiel des Einpackers im US-Supermarkt" von Mario Müller, in: Frankfurter Rundschau vom 13. Oktober 2006.)

Anders ausgedrückt: In Branchen wie der Gastronomie und Hotellerie, in denen die Lohnkosten einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung ausmachen, könnten niedrigere Löhne für gering Qualifizierte zu niedrigeren Preisen und einer steigenden Nachfrage nach gastronomischen Produkten und Dienstleistungen führen.

Und auch für den Einzelhandel kann man die pauschale Einschätzung von Prof. Schettkat so nicht stehen lassen. Dazu sind die "Betriebsformen des Einzelhandels" (PDF) hinsichtlich ihres Personalkostenanteils viel zu unterschiedlich.