Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, Oktober 20, 2006

Kooperieren statt inserieren.

Statt teure Inserate zu schalten, sollten Gastronomen und Hoteliers zusammen mit anderen Ereignisse kreieren, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit ausschlachten lassen.

Vertikal kann man mit einzelnen Lieferanten oder mit regionalen oder nationalen Verbänden zusammenarbeiten:
  • Die Aktionsreihe "Weingut on Tour" des Weinguts Clauer in Heidelberg schweißt nicht nur einen Winzer mit der Gastronomie, die seine Weine führt, zusammen, sondern führt auch der Gastronomie neue Gäste zu. Mehr darüber:"Weingut on Tour".
  • Das Möbelhaus Ikea hat in den deutschen Etap-Hotels jeweils ein Zimmer und eine Ruhe-Oase eingerichtet. Nach der Übernachtung erhalten die Hotelgäste einen Ikea-Gutschein. Ikea-Family-Card-Besitzer bekommen im Hotel ein Gratis-Frühstück. BMW hat im Hamburger Grandhotel Atlantic eine Suite im BMW-Design eingerichtet: Zusätzlich gibt es BMW-Magazine und -fotos an den Wänden. (Quelle: "Co-Branding: gemeinsam sind wir stark", in: Beratungsletter vom Oktober 2003).
  • Bei der Aktion "Bierverkostung im 5-Sterne-Hotel" kooperiert das Hotel nicht mit einem einzelnen Lieferanten, sondern mit dem regionalen Erzeugerverband "Bierland Oberfranken".
  • Die Kneipenkette Alex profitiert seit Jahren von Budget und Produkt-Know How der CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH): "Milchdrinks genießen".
  • Sowohl Lieferanten, Verbände als auch Kollegen einer Region beteiligen sich an der Aktion "Natürlich von hier".
Im Gastgewerbe spielen Kooperationen mit Kollegen dummerweise nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch gibt es viele Beispiele für mehr oder weniger gelungene Kooperationen. Einige aus meinem Archiv:Neben diesen ständigen Kooperationen gewinnen zunehmend zeitlich befristete Kooperationen an Bedeutung. Neben die traditionellen Veranstaltungen, die häufig historisch neben dem gastronomischen Angebot auch mit weiteren Attraktionen aufwarten, wie das Münchener Oktoberfest, die Bamberger Sandkerwa, den Lichtenfelser Korbmarkt oder die diversen Weihnachtsmärkte, treten Kneipenfestivals, in denen Gastwirte einer Region oder Stadt z.B. in einer Halle gemeinsam ausschenken, Honky-Tonk-Festivals (Live-Musik in vielen Gaststätten mit einmaliger Eintrittszahlung, evt. mit Shuffle-Bus-Service) und ähnliche Veranstaltungen von Wettbewerbern. Derartige Veranstaltungen werden meist als eigenständige, standortunabhängige Marken positioniert und gelegentlich an anderen Standorten dupliziert.