Gastgewerbe Gedankensplitter


Kostenlose Gastro News - wöchentlich, über 19.500 Abonnenten

Powered by KBX7

« Home | Jamie Oliver, wir lieben Dich. » | Kosten sparen. » | Prosecco in Dosen. » | Das Kriegsbeil begraben. » | Abrechnung. » | RSS-Feed vom Bodensee. » | Wie man Mitarbeiter los wird. » | Revolution im Karteikasten. » | Zuckerfreie Sirupe. » | Umsatzsteuerliche Behandlung von Außer-Haus-Liefer... »


Dienstag, Oktober 10, 2006

Mindestgebuehr in Cafe-Betrieben.

Über "Gedecke" als eine Art von Eintrittspreis oder Gebühr für einen Platz in einer Gaststätte habe ich in einem Beitrag vom 16. August 2005 geschrieben: "Im Pulverfass".

Nun hat der Schweizer Cafétier-Verband den Vorschlag unterbreitet, jeder Gast, der sich in ein Café setzt, solle eine Mindestgebühr von 5 Schweizer Franken bezahlen, etwa in der Weise, daß eine Eintrittsgebühr in dieser Höhe die Konsumtion eines Getränkes einschließt.

Der Schweizer Cafétier-Verband führte als Beispiel das Café "Sternen" im solothurnischen Hessigkofen an. Dort wird eine gestaffelte Sitzplatzgebühr verlangt (mindestens 3 Franken bei Kurzaufenthalt, ansonsten 5 Franken je Stunde, über Mittag 15 Franken). Die Preise für Getränke und Speisen sind dafür sehr niedrig. Ein Kaffee kostet nur 0,50 Franken. Siehe dazu: "Wenn das Café Eintritt kostet", in: Tagblatt vom 10. Oktober 2006.

Diese Massnahme ist Teil einer Reihe von Empfehlungen, die der Verband seinen Mitgliedern zur Behebung der Umsatzprobleme vorschlagen will. Der Verband empfiehlt auch:
  • höhere Preise zu Stosszeiten
  • höhere Preise an Fensterplätzen.
Konkrete Preisempfehlungen will der Verband an seiner Medienkonferenz Anfang Dezember bekannt geben. Begründet werden diese Vorschläge auch, um die mit einem Rauchverbot erwarteten Umsatzeinbußen auszugleichen. Siehe dazu: "Fünf Franken für einen Platz in einem Schweizer Kaffee?", in: Basler Zeitung vom 8. Oktober 2006.

Die Schweizer Konsumentenvereinigung Stiftung für Konsumentenschutz hält diesen Vorschlag für lächerlich. Sie würde Konsumenten verjagen. Siehe dazu: "Gastronomie: Mindestgebühr in Café-Betrieben 'lächerlich'", in: Persoenlich.com vom 10. Oktober 2006.

Auch der Hotellerie- und Restaurations-Arbeitgeberverband GastroSuisse hat sich am 9. Oktober 2006 von der Idee distanziert. Die Umsetzung eines solchen Minimalpreises sei im weitgehend liberalisierten Gastgewerbe mit seinem sehr beträchtlichen Angebotsübergang und den unterschiedlichen Kostenstrukturen kaum realistisch. Markt- und Branchenprobleme könnten nicht über einen Mindestkonsumationspreis gelöst werden.

Nach der heftigen öffentlichen Reaktionen auf ihre Vorschläge hat der Schweizer Cafétier-Verband mittlerweile die Idee einer Mindestgebühr begraben: "Cafetiers geben Idee von Mindestkonsumation auf", in: Basler Zeitung vom 10. Oktober 2006.

Labels:


Kommentare:
Dann habe ich aber noch einen Tipp bzgl. Absatz 2:

Die Raucher, und das ist ja die Mehrzahl, die von zuHause mitgebrachte Zigaretten im Cafè konsumieren, zahlen eine Mindestgebühr.

Ein Gast der im Cafè nur mitgebrachte Zigaretten konsumiert, ist nämlich normal, ein Gast der im Cafè andere mitgebrachte Dinge konsumiert wird aufgefordert doch etwas zu bestellen.

Zur Deckung der durch den Rauch entstehenden Reinigungskosten, und Ausfallkosten wg. des oft fehlendes Konsums wäre hier also eine Rauchergebühr zu begrüßen.
 
Kommentar veröffentlichen