Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Oktober 17, 2006

Regulierungswahn der Sesselfurzer.

Neue Überlegungen des Instituts für Arbeit und Technik zum Thema Mindestlohn ("Mindestlohn muss unterschiedliche Gegebenheiten berücksichtigen") zeigen, daß eine bürokratische Regulierung von Marktprozessen wegen der unerwünschten Effekte (gut gemeint, schlecht gemacht) immer detaillierter werden muß, immer kleinere Regionen und Segmente des Arbeitsmarkt reguliert werden müssen, um nicht noch mehr Schaden anzurichten.

Letztlich braucht man dann so etwas wie die Staatliche Plankommission der DDR, nachgeordnete Landesplankommissionen und Kreisplankommissionen sowie Plankommissionen der Branchen. Gerhard Schürer, der letzte Vorsitzende der Staatlichen Plankommission der DDR, verfaßte 1989 gemeinsam mit Gerhard Beil, Ernst Höfner, Arno Donda und Alexander Schalck-Golodkowski die Politbürovorlage "Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen", eine Studie, die man den Anhängern staatlicher Regulierung des Arbeitsmarktes zu Weihnachten schenken sollte. Darin heißt es u.a.:
"Während sich im Zeitraum 1986 - 1989 die Geldeinnahmen der Bevölkerung durchschnittlich jährlich um 4,3% erhöhten, sind die indirekten Einkommen aus gesellschaftlichen Fonds, als wichtiger Bestandteil des Realeinkommens (oft auch zweite Lohntüte genannt) um 4,9% durchschnittlich jährlich angewachsen. Das Tempo der Entwicklung der Zuwendungen für die Bevölkerung aus dem Staatshaushalt einschließlich der Subventionen für Wohnungswesen, stabile Preise, Tarife, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Kultur, Sport und Erholung beträgt 1986 - 1988 rund 7% durchschnittlich jährlich.

Aus der schnelleren Entwicklung der Nettogeldeinnahmen gegenüber den Warenfonds zur Versorgung der Bevölkerung ergibt sich im Zeitraum 1986 - 1989 ein aktueller, direkt auf den Binnenmarkt wirkender Kaufkraftüberhang von 6,0 Mrd. M. Das entspricht etwa dem Zuwachs der Nettogeldeinnahmen der Bevölkerung eines ganzen Jahres. "
Mit anderen Worten, die SED und die staatliche Führung der DDR haben ihrer Bevölkerung höhere Löhne versprochen und gewährt als die Produktivitätsentwicklung hergab. Genau das Gleiche machen Die Linke und die SPD mit einem versprochenen Mindestlohn von 8 bzw. 7,50 Euro. Mit dem Unterschied, daß die SED/DDR das Geld für diese Löhne aus dem Staatshaushalt per Verschuldung genommen hat. Die Mindestlöhne sollen die Unternehmen finanzieren. Sie werden der Linkspartei und der SPD was husten.