Gastgewerbe Gedankensplitter


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Mittwoch, Dezember 13, 2006

Machtkampf im bayerischen Gaststaetten-Verband.

Toni Roiderer, der Sprecher der Oktoberfest-Wirte und Betreiber des Hacker-Festzelts, ist vor laufender Fernsehkamera aus dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband ausgetreten.

Im Artikel "Das ist absoluter Wahnsinn", in: Münchener Merkur vom 12. Dezember 2006, empört er sich über den Wunsch des amtierenden Vorstands des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands nach einem gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie:
"Als ich die Nachricht im Radio gehört habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen."
Andere Wiesenwirte äußern sich ähnlich. Toni Roiderer sagt dem frisch gewählten Landesvorsitzenden Siegfried Gallus voraus, daß ihm ein scharfer Wind entgegenblasen wird.

Er hätte Siegried Gallus vielleicht raten sollen, in seinem eigenen Betrieb, dem Hotel-Restaurant Gallus mal mit einem freiwilligen Rauchverbot anzufangen. Dort gibt es laut Eintrag in Nichtraucher.bayern.de nur einen getrennten Raum für Nichtraucher.

Zu weiteren Reaktionen auf den Beschluß des BHG siehe: "Streit ums Rauchverbot", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom 13. Dezember 2006. Demnach habe der Münchner Ratskeller-Wirt Toni Winklhofer laut der Süddeutschen Zeitung gesagt, dies sei auch bei der letzten Landesdelegierten-Versammlung nicht so beschlossen worden. Siehe dazu: "Wirtestreit ums Rauchen", in: Süddeutsche Zeitung vom 13. Dezember 2006 (dieser Artikel ist leider nur kostenpflichtig zugänglich. Vielleicht sollte die Süddeutsche Zeitung sich mal bei ihrer Wiener Tochter "Der Standard" erkundigen, wie man es richtig macht).

Siegfried Gallus hat der taz ein Interview gegeben: "'Das ist revolutionär. Ganz klar'" vom 13. Dezember 2006.

Nachrag vom 14. Dezember 2006: Gegenüber dem Münchener Merkur räumte der BHG-Sprecher Frank-Ulrich John ein, daß er nach dem Alleingang auch mit Austritten aus dem Verband rechnet: "Riesenkrach um Bayerns Alleingang" vom 14. Dezember 2006.

Kommentare:
Querulanten gibt es immer, und sollen halt die austreten. Es gibt viele Wirte die aus dem Dehoga aus- bzw. nicht eingetreten sind, weil dieser für sie eine unverständliche Position zum NR-Schutz bezieht.

Möglichkeit 1: der BHG spricht sich gegen ein Rauchverbot aus -> Folge, Chaotische Regeln, Wettbewerbsverzerrung, Mitglieder verlieren Geld weil Raucher auf Zeltfeste und Vereinsheime abwandern, Wirte müssen sich mit Gästen rumstreiten, viele Lokale streichen das Speisenangebot, Umsatzrückgänge wären die Folge

Möglichkeit 2: der BHG spricht sich für ein einheitliches Rauchverbot für alle aus -> Folge, gleiche Wettbewerbsbedingungen, keine Raucherwanderungen, wie in anderen Ländern keine Umsatzrückgänge; einziger Nachteil: ein paar Wirte treten aus

Herr Gallus kann sein Lokal noch so rauchfrei machen, wenn dies nicht für alle verbindlich gilt, bringt dies nichts, da die Mehrheit der Wirte ja auf ein Gesetz wartet das für alle gleich ist.

Stellt sich also letztlich die Frage ob der Verband die ökonomischen Interessen seiner Mitglieder und Chancengleichheit voranstellen soll, oder die persönliche Meinung einer handvoll Wiesenwirte. Die Mehrheit im BHG ist für ein Rauchverbot das für alle gilt.
 
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