Gastgewerbe Gedankensplitter


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Mittwoch, Dezember 13, 2006

Zu feige fuer ein Tabak-Verbot.

Der NDR hat die Gitta Trauernicht, die Gesundheitsministerin Schleswig-Holsteins interviewt: "Das Rauchverbot-Desaster". Sie offenbart darin eine erstaunliche Ignoranz der Gründe, wieso die Rauchverbotsinitiativen auf Bundesebene bereits gescheitert sind:
"Ob jetzt der Bund Gesetze ändert oder ob die Länder Gesetze ändern, dass ist für die Bevölkerung zweitrangig. Ich bin da Pragmatikerin und sage, diese Diskussion darf nicht im Mittelpunkt stehen."
Es mag im Kreise ihrer Freundinnen beim Kaffeeklatsch als cool gelten, sich als pragmatisch auszugeben, wird ihr aber nicht helfen, die Klippen unseres Rechtssytems zu umschiffen.

Insbesondere möchte ich die Politik warnen, das Gaststättenrecht zu mißbrauchen. Gaststättenrecht ist spezielles Gewerberecht, kein Schweizer Messer zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Wenn die Politik mit Mehrheit entschlossen gegen die gesundheitlichen Folgen von Tabakrauchen vorgehen will, kann sie das tun. Sie muß nur den Anbau von Tabakpflanzen, die Herstellung von Tabakprodukten, ihren Import und den Handel damit verbieten und den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen bei der Herstellung und dem Vertrieb von Tabakwaren und die Einnahmeverluste bei der Tabaksteuer verantworten. Wenn Politiker dafür zu feige sind, werden ihr die Verfassungsgerichte das feige Ausweichmanöver, eine spezielle Branche zu drangsalieren, nicht durchgehen lassen.

Siehe dazu auch: "Tabak: Geschichte des Tabakkonsums und seiner Verbreitung: Verbotsversuche im 16. und 17. Jahrhundert", in: Wikipedia.

Kommentare:
Nochmal, Zigaretten sind genauso legitim wie Schusswaffen - auf den Einsatz kommt es an. Es ist nicht notwendig den Tabakanbau- /Einfuhr zu unterbinden, man muss lediglich Menschen und Arbeitnehmer schützen, das recht auf Tabak kann dabei erhalten bleiben.

Natürlich geht es um eine pragmatische Lösung, die Dehoga verhindern, der BHG nicht verhindern und viele zerreden wollen. Einfach die Publikumsverkehrausnahme aus dem Arbeitsschutz streichen und gut ist.
 
Warum so kleinlaut? Wenn ein Rauchverbot in der Gastronomie schon so tolle Wirkungen zeigt wie behauptet, dann müßte doch ein generelles Verbot zu rauchen, wahre Wunder wirken...

Wenn angeblich 110.000 Raucher in Deutschland an den Folgen des Rauchens vorzeitig sterben, aber "nur" 3.300 Passivraucher, müßte man sich doch um das gewichtigere Problem kümmern. Oder ist es nicht doch ein Problem der Feigheit, sich der größeren Aufgabe zu widmen, weil man glaubt, es sei leichter, auf Gastronomen einzuprügeln, als viele Millionen Wähler zu verprellen?
 
1. Wer "prügelt" auf Gastronomen ein? Rauchfreiheit tut ja niemandem weh. Nicht gesundheitlich und nicht wirtschaftlich.

Und das Tausende Gäste und Umsätze ausbleiben, die Sesselpuuper von Wirten aber hocken bleiben, ist schon gewichtig.

Und warum echauffiert man sich so, während in Italien, England, Schottland etc. einfach gefeiert, getrunken und sich um die Geschäfte gekümmert wird?

Das ist einfach nur typisch deutscher Opportunismus. Ohne den Dehoga hätte man schon längst eine Lösung, man könnte sich die ganze Aufregung sparen, und die Kneipen wären voll wie immer.
 
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