Gastgewerbe Gedankensplitter



Montag, Oktober 30, 2006

Frech wie Oscar.

"Hollywood verklagt Wilmersdorfer Wirt", in: Tagesspiegel vom 3. Mai 2006.

Die "Academy of Motion Picture Arts and Science" hat den Berliner Gastronom Klaus Wienert verklagt. Er hat sein Restaurant "Oscar" genannt, auf seiner Website eine Oscar-Statuette abgebildet und in seinem Restaurant Hollywood-Devotionalien aufgestellt und Filmposter und Fotos amerikanischer Schauspieler ausgestellt.

Mehr über Fallen, in die Gastronomen bei der Namenswahl ihrer Betriebe geraten können, in meinem früheren Beitrag "Was ist bei der Namenswahl gastronomischer Objekte zu beachten?".

Zum konkreten Fall ist wohl weniger die schiere Namenswahl problematisch, denn Oscars gibt es viele, etwa Oscar Wilde, als der Versuch, den Betrieb in die Nähe der berühmten Auszeichnung zu positionieren.

Mein Tipp dazu: Checken Sie vor der Namenswahl auch, ob der Rechteinhaber bereits gegen andere vorgegangen, in Bayern würden wir sagen "ein scharfer Hund", ist. Siehe dazu auch: "'Oscar' ist kein Name für ein Restaurant", in: Markenbusiness News vom 4. Mai 2006.

Samstag, Oktober 28, 2006

"Es gibt kein besseres Hotel als dieses".

Ein Lehrstück, warum sich manche Gäste in manchen Hotels wirklich nicht wohlfühlen können und warum man als Hotelier den eigenen Betrieb auch mal aus der Sicht eines Gastes anschauen sollte: "Wegelagerer im Hotelzimmer (Daily Dueck 25)" von Guenter Dueck, einem viel reisenden IBM-Mitarbeiter, Wissenschaftler und Autor, um nicht zu sagen Philosoph (via Martin Röll).

Bierabsatz im dritten Quartal 2006 um 2,2% gestiegen.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im dritten Quartal 2006 deutsche Brauereien und Bierlager 29,6 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 0,6 Millionen Hektoliter oder 2,2% mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Biermischungen ? Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen ? machten im dritten Quartal 2006 1,2 Millionen Hektoliter des gesamten Bierabsatzes aus; das ist ein Plus von 28,9% gegenüber dem dritten Quartal 2005.

84,8% des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die Menge stieg um 1,0% auf 25,1 Millionen Hektoliter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 4,5 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (+ 9,3%). Davon gingen 3,6 Millionen Hektoliter (+ 10,7%) in EU-Länder, 0,8 Millionen Hektoliter (+ 4,5%) in Drittländer und 49 177 Hektoliter (? 9,0%) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts).

Freitag, Oktober 27, 2006

Stadion-Catering.

Wer sich für das Thema Catering in Sportstätten interessiert, findet im Magazin bzw. der Website Stadionwelt Informationen sowohl zum Thema Ausstattung als auch über Dienstleistung.

Swissblogpress.

Gelegentlich wird auch in der deutschen Blogger-Szene darüber diskutiert, ob ein vereinsmäßiger Zusammenschluß Sinn macht, z.B. um sich kollektiv gegen Abmahnungen zu wehren oder Qualitäts-Standards zu setzen oder gleiche Rechte wie Journalisten durchzusetzen. Siehe dazu unseren früheren Beitrag: "Kriterien fuer anerkannte Fach-Blogs".

In der Schweiz haben sich 13 der wichtigsten und grössten, finanziell unabhängigen Blogs der Schweiz zur Swissblogpress zusammengeschlossen. Ziele sind:
  • Austausch von Know How in publizistischen, wie auch techninschen Belangen.
  • Unterstützung in Rechtsfragen
  • gemeinsame Vermarktung von Anzeigenflächen
  • ein Qualitätssiegel
  • "Leserschaftsbeglaubigung".
  • Anlaufstelle für Blogfragen.
Lesen Sie dazu ein Interview mit "'Wir sind elitär!'", in: Heute Online vom 27. Oktober 2006.

Natürlich hat dieses Netzwerk auch einen Swissblogpress Blog.

Persönlich bin ich skeptisch, ob ein solcher Zusammenschluß Sinn macht:
  • Das eigentliche Problem bei der Anzeigenvermarktung ist nicht Anbieter von Werbeflächen zusammenzuschließen, sondern Inserenten zu finden. Dafür sind bei geringem Traffic automatische Verfahren kostengünstiger, etwa Google Adwords.
  • Swissblogpress offenbart seine substantiellen Qualitätskriterien nicht oder hat keine. Die Voraussetzung, daß jemand wenigstens zwölf Monate bloggt, bietet bestenfalls einen Schutz vor allzu vielen Aufnahmeanträgen. Auch das Kriterium, ein Blog müsse einen klaren Fokus haben und man wolle keine Blogger, die einfach nur ihre Gedanken verwursteln, ist wachsweich. Tatsächlich gibt es Blogs mit einem eher engen Themenspektrum und breiter angelegte Blogs. Und häufig schreiben gute Blogs über Gott und die Welt, auch wenn sie - ähnlich wie Dittsche immer in einer Imbissbude steht - einen festen Standort haben, z.B. einen Bremer Sparmarkt, aus dessen Blickwinkel sie alles betrachten.
  • Welche Inserenten sollten an einem breiten Kanon thematisch höchst unterschiedlicher Blogs Interesse haben? Im Vergleich dazu sind Inserate in den Massenmedien billiger. Warum sollte sich ein Blog sein Profil im Verein verwässern und als Teil einer Gruppe niedrigere Preise akzeptieren als die, welche es als Nischen-Blog erzielen kann?

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Statistisches Jahrbuch kapitelweise.

Das Statistische Jahrbuch 2006 des Statistischen Bundesamtes gibt es nicht nur in Buchform, sondern man kann es auch komplett oder kapitelweise kostenlos herunter laden, z.B. das "Kapitel 15 Binnenhandel, Gastgewerbe, Tourismus (PDF, 274 KB). Mir ist es als Datei lieber denn als Buch, weil ich dann einfacher darin suchen und Zitate für Präsentationen oder Veröffentlichungen einfach verwenden kann.

Einige Zahlen bzw. Charts darin sind deprimierend, z.B. die Umsatzentwicklung des Gastgewerbes im Vergleich zum Einzelhandel (auf S. 403 des "Statistsichen Jahrbuchs"):

Umsatzentwicklung im Gastgewerbe
Aber meist steckt dahinter mehr als eine Wahrheit. So basieren diese Umsatzzahlen letztlich auf dem Umsatzsteuererklärungen und der Branchenzuordnung der Unternehmen bei der Gewerbeanmeldung. Da sich die Branchengrenzen aber immer mehr vermischen, sagt der dargestellte Niedergang der Gastgewerbes weniger aus über die Chancen, die der Außer-Haus-Markt für Speisen und Getränke bietet, als darüber, wer diese Chancen besser wahrnimmt. Siehe dazu auch meinen Beitrag "Die Gastronomie als Käufermarkt".

Bedarfsausweis verursacht steigende Nebenkosten ab 2008.

Mieter und Pächter in Wohngebäuden mit bis zu vier Mietwohnungen in Gebäuden, die vor 1978 gebaut worden sind, können sich schon einmal auf zusätzliche Nebenkosten ab 2008 einrichten. Ausgenommen von dieser Pflicht werden Wohngebäude, die in der Zwischenzeit saniert worden sind und mindestens den energetischen Stand der ersten Wärmeschutzverordnung erreicht haben; für diese besteht die Wahlfreiheit für einen kostengünstigeren Verbrauchsausweis. Ein Bedarfsausweis ist rund zehnmal teurer als ein Verbrauchsausweis. Siehe dazu auch: "Der Energieausweis für den Gebäudebestand" von RA Wolf-Bodo Friers, in: Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Saarland e.V.

Die Handwerker-Lobby hat sich damit beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit ihrer Forderung nach einem Bedarfsausweis als Energieausweis für Bestandsgebäude in der zu novellierenden Energieeinsparverordnung (EnEV) weitgestgehend durchgesetzt. Die Hausbesitzer werden diese Kosten auf Pächter und Mieter überwälzen. Mieter und Pächter von Gewerberäumen in gemischt genutzten Gebäuden wie Gaststätten haben keine Lobby. Mehr dazu: "Einigung über zukünftige Energieausweise" vom 26. Oktober 2006, Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Amerikaner sind unzufrieden mit Ausser-Haus-Speiseangeboten.

In einer Pressemitteilung vom 23. Oktober 2006 ("More Americans Are Seeking Healthy Meals But Are Increasingly Dissatisfied With Restaurants? Healthy Choices, According to ARAMARK Research") informiert der Caterer Aramark über die Ergebnisse einer Umfrage von 2006 Nutritional DiningStyles Research unter Amerikanern. Viele Außer-Haus-Speiseangebote entsprechen nicht den bekundeten Verzehrwünsche der Befragten:
"a growing number of American adults expect restaurants to offer healthy menu items, yet they are increasingly dissatisfied with the healthy options currently available in most restaurants. In 2006, 34 percent of adults indicated it is important for restaurants to offer health-conscious menu items, up from just 28 percent in 2005. However, only 14 percent indicate they are very satisfied with the healthy options offered by restaurants, down from 22 percent a year ago."
Weitere Ergebnisse:
  • 34 Prozent der Befragten versuchen ihr Gewicht zu halten (im Jahre 2005 waren dies erst 29 Prozent).
  • 27 Prozent versuchen, die Aufname von gesättigten Fetten zu begrenzen (2005: 21 Prozent).
  • Immer weniger - nur noch 16 Prozent der Befragten im Vergleich zu 34 Prozent im letzten Jahr, sind mit dem Angebot von gesunden Speisen außer Haus, insbesondere in der Spitzengastronomie, in Familien- und Schnellrestaurants, zufrieden.
  • 46 Prozent beklagen fehlende Nährstoffhinweise auf den Speisekarten.

Cranberry-Nektar von der Saftkelterei Plassenburg.

Die fränkische Kelterei Plassenburg bietet nun auch einen Cranberry-Nektar und säurereduzierte Orangen- und Apfelsäfte: "Cranberrynektar: Wellness aus der Flasche", in: Frankenpost vom 26. Oktober 2006. In diesem Bericht werden auch die betriebswirtschaftlichen Hintergründe dieser Sortimentserweiterung beschrieben und es wird auf die historische Entwicklung dieser Saftkelterei eingegangen.

Negativ sind mir auf der Website dieser Kelterei die wenig detaillierten Produktbeschreibungen aufgefallen. Ich möchte schon wissen, wie hoch der Fruchtsaftanteil etwa bei Johannisbeer-Nektar ist. Siehe dazu auch zwei frühere Beitrag, in dem ich mehrere Websites von Saftanbietern in Bezug auf genau diese Frage untersucht habe: "Schwarzer Johannisbeernektar" und "Schwarzer Johannisbeernektar II".

Mehr zum Thema Cranberry finden Sie in meinem Beitrag "Cranberry-Saft". Nebenbei: mein Versuch, Cranberry-Nektar den Gästen meines Café Abseits in Bamberg nahe zu bringen, sind kläglich gescheitert. Getestet hatte ich den Cranberry-Nektar von Niehoffs Vaihinger.

Stundenloehne von 3 bis 4 Euro keine Seltenheit.

In unserer Serie "Sozialdemokraten sorgen für Transparenz auf dem Arbeitsmarkt" darf ich heute die ie drei oberfränkischen Bundestagsabgeordneten Anette Kramme, Petra Ernstberger und Dr. Carl-Christian Dressel mit ihrer Aussage präsentieren, Stundenlöhne von 3 bis 4 Euro seien keine Seltenheit: "Gesetzliche Mindestlöhne müssen kommen", in: Wiesentbote vom 25. Oktober 2006.

Siehe dazu auch: "Stundenloehne unter 5 Euro brutto" und "Bayerischer SPD-Landesgruppenchef konstatiert 5 Euro Stundenlohn".

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Geniessbare getrocknete Schweineohren.

In ihrem Artikel "Durchbruch im Streit über Schweineohren", in: Spiegel vom 26. Oktober 2006, amüsiert sich Cornelia Wolber köstlich über finanzministriale Sesselfurzer.
"Genießbare getrocknete Schweineohren unterliegen demnach dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent - auch wenn sie als Tierfutter verwendet werden. Getrocknete Schweineohren, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind (Unterposition 0511 99 90 ZT), werden hingegen künftig mit dem Regelsatz versteuert, der ab 1. Januar 2007 von jetzt 16 auf dann 19 Prozent steigt."
Um die Posse auf die Spitze zu treiben, möchte ich ergänzen, daß genießbare getrocknete Schweineohren, wenn sie zum Verzehr an Ort und Stelle verkauft werden, wie andere Speisen in der Gastronomie mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegt sind. Werden Sie hingegen nicht zum Verzehr an Ort und Stelle (Take-Away, Lieferdienst, Partyservice oder Catering) verkauft, wird der ermäßigte Mehrwertsteuer fällig. Ungeklärt bleibt die Frage, welcher Mehrwertsteuersatz anzuwenden ist, wenn für Menschen genießbare getrocknete Schweineohren an mitgebrachtete Köter von Gästen eines Restaurants verfüttert werden. Gilt dann der volle Mehrwertsteuersatz für den Verzehr an Ort und Stelle oder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Tierfutter?

Man könnte sich mit dieser und ähnlichen Fragen lange beschäftigen oder etwas Nützliches tun, z.B. das Berliner Regierungsviertel zerbröseln.

Mehrwertsteuerkapriolen II.

In meinem Beitrag "Mehrwertsteuerkapriolen" habe ich erklärt, warum deutsche Anbieter wie der ShopBlogger österreichische Schokolade billiger anbieten können als österreichische Anbieter und konstatiert:
"Konsequenterweise müßten österreichischen Endverbraucher nunmehr ihre Zotter Schokoladen in Bremen ordern..."
Gestern schreibt der ShopBlogger, daß er von Zotter gebeten worden sei (genötigt wäre vielleicht zu hart formuliert), seine Preise für Zotter-Schokolade zu erhöhen (von 2,49 auf 2,90 Euro die Tafel): "Zotter-Preise".

Zotter wäre, statt das Bundeskartellamt auf sich aufmerksam zu machen, besser beraten, seinen Online-Vertrieb nach Deutschland zu verlagern. Oder im Verein mit anderen österreichischen Schokoladenherstellern der österreichischen Regierung mit einer Verlagerung nach Deutschland zu drohen, um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Schokolade zu erzwingen.

Versicherungsschutz bei Kochkursen fuer Gaeste.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten informiert in ihrem empfehlenswerten, kostenlosen Newsletter von heute über die Frage, was passiert, wenn sich Gäste bei Kochkursen in gewerblich genutzten Küchen verletzen:
"Immer mehr Restaurants bieten heute auch Kochkurse für ihre Gäste an. Wie sieht es bei diesen Veranstaltungen eigentlich mit dem Versicherungsschutz aus? Die Belegschaft steht während dieser Kurse selbstverständlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung ? auch wenn der Kurs außerhalb der normalen Arbeitszeit stattfindet. Anders sieht es bei den Kursteilnehmern aus. Für sie ist die BGN nicht leistungspflichtig. Im Falle eines Unfalls müssen sie sich an ihre Krankenkasse wenden.

In Einzelfällen kann es natürlich sein, dass jemand von Berufs wegen an einem Kochkurs teilnimmt. Oder aber ein Unternehmer bewirtet auf diese "neue Art des Genusses" Geschäftskunden. Hier wäre zu prüfen, ob der betriebliche Zweck oder die privaten Interessen im Vordergrund standen und welcher Unfallversicherungsträger gegebenenfalls zuständig ist."
Mehr über "Kochkurse" für Gäste.

Montag, Oktober 23, 2006

Buecherhotels und Hotelbibliotheken.

Jordan Mejias stellt Hotelbibliotheken vor: "Von einem Buch zum anderen", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2006, u.a. das Library Hotel.

Siehe dazu auch unsere früheren Beiträge:

Gastro-Job-Boerse fuer Berlin.

kellner-berlin.de ist eine Jobbörse für die Gastronomie in Berlin. Es werden sowohl Jobs für gelernte Restaurantfachkräfte angeboten, aber auch typische Studentenjobs. (via Hauptstadtblog). Wieviele Stellenangebote und Stellengesuche in dem seit August 2006 existierenden Portal bereits verzeichnet sind, kann ich nicht sagen, denn man muß sich erst anmelden, um sich umschauen zu können. Diese Zutrittsbarriere und die fehlende Transparenz sind nicht gerade erfolgversprechend.

Mehr Gastro-Job-Börsen.

Google wirft die Leipziger Messe aus dem Index.

"Einen bestrafen, Hunderte erziehen!"
Dieses Motto des chinesisichen Terroristen Mao Tse-Tung macht sich auch Google zu eigen. Nachdem im Februar 2006 die Website von BMW aus dem Index von Google entfernt worden war ("Worst Case"), hat es jetzt die Leipziger Messe erwischt: "Leipziger Messe hat Ärger mit Google", in: Golem vom 21. Oktober 2006.

Konkret vorgeworfen wird der Leipiger Messe die Verwendung von "Doorway Pages", genauer gesagt die Verwendung von Javascript zur Weiterleitung von der Startseite auf Unterseiten der Website.

Vielleicht wäre es eine erfolgversprechende Geschäftsidee, DAUs von Großunternehmen eine Versicherung gegen eine Verbannung ihrer Website(s) aus dem Google-Index anzubieten. Ein großer Teil des Nutzen einer Versicherung ist ja die Beratung, wie sich das Schadensrisiko verringern läßt.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Tipps fuer die Praxis.

Konkrete Empfehlungen, wie man mit dem Antidiskriminierungsgesetz in der Praxis umgehen sollte, sind noch selten oder werden nur gegen viel Geld in Seminaren von Arbeitsrechtlern verraten. Dr. Susanne Stollhof, Group Legal Director der Jobbörse Stepstone, macht eine Ausnahme: "Das AGG in der Praxis - Erste Erfahrungen", in: Crosswater Systems Ltd. vom 22. Oktober 2006.

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Sonntag, Oktober 22, 2006

Veranstaltungen in mehreren Gaststaetten gleichzeitig.

Eine Küchenhure packt aus berichtet über Erfahrungen mit der "Night of Bars Wiesbaden".

Den Machern dieser Barnacht will ich mit dem Verweis auf diesen kritischen Bericht nicht in die Sahne spucken. Ich bin von solchen Konzepten überzeugt. Doch aus Fehlern lernt man und aus Fehlern anderer billig.

Die angeblichen Fehler, von denen berichtet wird, sind nicht nur für solche Gemeinschaftswerbeaktionen typisch, sondern passieren auch bei Aktionen und sogar bei der Gestaltung von neuen gastronomischen Konzepten:
  • Der Ablauf wird nicht aus der Sicht eines Besuchers/Teilnehmers/Gastes gedanklich durchgespielt bzw. bei vergleichbaren Betrieben oder Events ausprobiert. Z.B. ist es bei Veranstaltungen, die an mehreren Orten verteilt stattfinden, extrem wichtig, daß die Teilnehmer wissen, wie und wann es weitergeht. Ausserdem sollten Missgeschicke simuliert werden und wichtige atypische Abläufe. Idealerweise gibt es eine zentrale, allseits bekannte und jederzeit erreichbar Telefonnummer, bei der man sich informieren kann. Besser noch "Scouts" sind am Abend präsent, bei denen man sich persönlich erkundigen kann.
  • Die Teilnahmebedingungen müssen klar sein und umfassend kommunziert werden. Z.B. durften sich die Gäste in einigen Bars nicht an die Tische setzen. Das ist verständlich aus der Sicht des Betreibers und wird von den Teilnehmern auch akzeptiert, wenn sie es vorher gesagt bekommen.
  • Wenn sich gastronomische Betriebe präsentieren, sollte sie ihr übliches Niveau eher zu übertreffen versuchen als es abzusenken. Wenn man wegen Überfüllung das Sortiment oder den Service einschränken muß, sollte man dies kommunizieren, sich dafür entschuldigen. Die meisten Besucher werden verstehen, daß es ein außerwöhnlicher Abend ist.
  • Wenn eine Bar normalerweise Cocktails à la carte mischt, sollte man an solchen Tagen nicht auf vorgemischte Drinks ausweichen. Oder man überläßt den Gästen die Wahl, ob sie schnell einen vorgemischten Cocktail trinken wollen oder die Geduld aufbringen, auf einen frisch gemischten Cocktail zu warten. Es wird wohl auch akzeptiert, wenn man besonders aufwendige Cocktails an solchen Tagen verweigert und dies vorher klar kommunziert.
Über ähnliche Konzepte haben wir bereits berichtet:

Samstag, Oktober 21, 2006

Die Weihnachtsgans nudeln.

"Das Zwangsstopfen, das zur Erzeugung der Fettlebern erforderlich ist, ist in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz von 1972 verboten. Nicht verboten ist der Import und Verkauf dieser Ware, die später als Gänseleberpastete angeboten wird."
Quelle: "Die Weihnachtsgans", in: Bundesverband Tierschutz e.V.

Obwohl weder der Import und Verkauf noch der Konsum von Stopfleber in Deutschland verboten ist, hat die Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) eine ganze Reihe von Kollegen angezeigt. Mehr darüber: "Strafanzeigen wegen Stopflebergebrauchs", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom 20. Oktober 2006.

Dazu fällt mir Geschichte eines eher naiven Bamberger Kollegen ein, der vor vielen Jahren eine Aktionswoche mit exotischen Fleischgerichten durchgeführt hat und damit unversehens in die damalige Debatte um Straußenfleisch geriet (angeblich ballern betrunkene Australier auf frei lebende Strauße). Er hat sich voller Stolz in der lokalen Tageszeitung auch noch mit einem Dekostrauß abbilden lassen. Für den Kollegen kam es knüppeldick. Die Leserbriefspalten waren voll mit heftigen, teilweise persönlichen Angriffen auf den Kollegen, so als hätte er höchstpersönlich Strauße abgeschlachtet. Er hatte einfach vergessen, sich die für dieses Sortiment notwendigen warenkundlichen Informationen zu verschaffen und zu kommunizieren.

Thorsten Sommer hat sich zu der Stopfleber-Posse ein paar Gedanken als Gourmet gemacht: "Selbstbestimmung der Gastronomen". Mir selbst schmeckt Foie gras ganz und gar nicht, wovon ich mich bei jedem Aufenthalt in Frankreich gerne überzeuge.

Akquise: Behandle jeden Gast mit Respekt.

Wenn ich merke, daß ein Mitarbeiter einem neuen Gast reserviert gegenübertritt, weil ihn irgendetwas irritiert, gebe ich gerne eine Geschichte weiter, die mir ein Renault-Händler 1986 erzählt hat: Ein junger Bursche zeigte sich sehr an einem Renault Alpine interessiert (ein schwer verkäuflicher, sportiver, teurer Wagen, der Renault-Händlern damals aufs Auge gedrückt worden ist und meist unverkäuflich rumstand). Der Kaufinteressant mit Flaum und Jeans-Anzug wirkte keineswegs so, als könne er sich solch einen Wagen leisten, eher so als habe er vor nicht allzu langer Zeit als Crash-Kid das Autofahren gelernt. Der Händler wimmelte ihn oberflächlich freundlich, aber bestimmt ab, drückte ihm statt der erwarteten Beratung und Probefahrt einen Prospekt in die Hand und widmete sich dann wieder seinen drückenden Sorgen über all die vielen unverkauften Wagen, die bei ihm auf dem Hof standen. Doch der junge Mann war hartnäckig. Er kam am nächsten Tag wieder und an den fünf folgenden Tagen. Immer wieder das gleiche Spiel - bis auf den Prospekt, den hatte er ja schon. Am siebten Tag stürmte er herein, knallte ein großes Bündel Geldscheine auf den Tisch und schrie aufgebracht: "Kann ich diesen verdammten Wagen nun kaufen oder nicht!". Der Händler hat den Kauf dann sehr schnell bar abgewickelt.

Von ähnlichen Erlebnissen weiß auch der ShopBlogger zu berichten:Seine Leser haben die Bank-Geschichte mit eigenen, schlechten Erfahrungen ergänzt.

Branchenübergreifend und mit vielen Beispielen behandelt Minoru Tominaga in seinem bereits 1998 erschienenen Buch "Die kundenfeindliche Gesellschaft. Erfolgsstrategien für Dienstleister", wo die Hauptfehlerquellen stecken und wie diese behoben werden können.

Was können Sie selbst tun, damit Ihre Mitarbeiter Ihre Gäste freundlich bedienen?
  • Vergessen Sie Schulungen in freundlichem Benehmen! Wenn Sie mir nicht glauben, fahren Sie mit der Deutschen Bahn, wo man versucht hat, aus Beamten Menschen zu machen. Eher wird aus Wasser Wein.
  • Achten Sie bei der Personalauswahl darauf, freundliche, warmherzige, angenehme Menschen einzustellen, die Ihnen in die Augen schauen können, die sich im Umgang mit anderen Menschen wohl fühlen, offen sind für neue Erfahrungen und unter Stress nicht aus der Haut fahren. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag: "Personalauswahl in der Gastronomie: Persönlichkeitsmerkmale und Anforderungsprofile".
  • Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter so, wie Sie selbst als Gast und Kunde woanders behandelt werden möchten. Siehe dazu meinen Beitrag "Teams zusammenstellen, führen und motivieren".
  • Seien Sie selbst ein Vorbild darin, Gäste freundlich zu bedienen.
Dies ist ein Beitrag für den Business -Blog-Karneval zum Thema "Wie finde und gewinne ich Kunden und Aufträge?".

Auf der Suche nach einem Image.

Wolfgang Burgard, der Chef der deutschen Carlsberg-Tochter, hat der "Rheinischen Post" ein Interview gegeben: "Carlsberg-Chef: "Bier muss Wellness werden", in: Rheinische Post vom 20. Oktober 2006.
"Stattdessen wächst das Plastikflaschen-Bier ungemein. Damit wiederum haben wir nicht gerechnet. Aber bei Licht betrachtet ist das gar nicht so abwegig. Geschmacklich tut sich das wenig."
Stimmt. Bei Fernsehbieren kann auch ich keinen Unterschied schmecken. Und wirklich gute Biere werden in so einem Zeug nicht abgefüllt."
"Wie bekommen wir die Frauen zum Bier. Sorten mit weniger oder ohne Alkohol - auch beim Weizen - werden deshalb wichtiger, aber auch milderes Bier. Da hat Becks uns mit 'Gold' schon was vorgemacht - das muss die Branche anerkennen. Bier-Mix-Getränke schwimmen auf einer ähnlichen Welle.
Alle Brauereistrategen, die starken Frauen schwache Biere aufschwatzen wollen, sollten sich mal die Bilder vom Bockbieranstich der Bamberger Mahr's Bräu anschauen. Oder besser noch die Bockbiersaison in Bamberg nutzen, um vor Ort einen Blick auf die Menschenmassen und insbesondere den sehr hohen Anteil junger Männer und vor allem Frauen werfen, die an Bockbieranstichen teilnehmen.
"Es wird jetzt stark um werbewirksame Schlüsselbegriffe gehen. So wie in der Hotelbranche. Da hieß die Wanne früher 'Schwimmbad', dann 'Pool' und heute 'Wellness-Oase'. So was brauchen wir jetzt für's Bier."
Vielleicht sollte Carlsberg mal bei seinen Kollegen nachfragen, die das schon lange machen, wie
  • der Brauerei Karlsberg ("Karla"),
  • der Staatlichen Brauerei Weihenstephan ("XAN") oder
  • der Klosterbrauerei Neuzelle ("Marathon").

Web Zwei-Null und touristische Websites.

Jürgen Scharrer, Chefredaktor der angesehenen deutschen Fachzeitung "Touristik Report", meint in einem Beitrag seines Blattes vom 19. Oktober 2006, das Thema web2.0 werde in der Touristik maßlos überschätzt. Es sei ein Denkfehler zu glauben, ein Reiseportal sei dann erfolgreich, wenn es möglichst viele und möglichst ausgiebig chattende Mitglieder habe: "Heiße Luft um Web 2.0" (zitiert nach: Web2.0: Viel heiße Luft in der Touristik?", in: Touristik Blog vom 20. Oktober 2006.) Da ich den Artikel in der Printausgabe nicht gelesen habe, beziehe ich mich auf die im Touristik Blog gefundenen Zitate.

Man sollte, möchte ich entgegnen, zwischen zwei Typen von Websites unterscheiden:
  • transaktionsorientierte Sites, die voraussetzen, daß jeder Besucher zum Kaufen bereit ist und keinen Versuch unternehmen, eine anhaltende Kundenbindung zu schaffen.
  • beziehungsorientierte Sites, die versuchen, einen anhaltenden Kontakt zu den Kunden aufzubauen und lebenlang zu entwickeln.
Für transaktionsorientierte Websites ist es in der Tat entscheidend, wie schnell und sicher man dort die jeweilige Transaktion durchführen kann, z.B. buchen, übersetzen, kaufen. Bei beziehungs-orientierten Websites ist es aus der Sicht des Betreibers hingegen wichtig, daß der User möglichst häufig Kontakt aufnimmt, möglichst lange auf der Website verweilt, sie in den Kanon der Websites aufnimmt, die er regelmäßig besucht, einen Feed oder Newsletter abonniert usw. Siehe dazu auch meinen früheren Artikel über "Interaktivität und Flow".

Transaktionsorientierte und beziehungsorientierte Websites haben höchst unterschiedliche Geschäftsmodelle:
  • Die transaktionsorientierte Website lebt von der erfolgreichen Durchführung von Transaktionen.
  • Beziehungsorientierte Websites leben von Werbung und von Provisionen für die Vermittlung von Besuchern an transaktionsorientierte Sites.
Um es mit einem Bild aus der realen Welt zu verdeutlichen:
  • transaktionsorientiert: Ein Gastronom in der Bamberger Altstadt lebt davon, daß Gäste bei ihm Geld ausgeben. Wenn die Menschen seine historische Gaststätte nur bestaunen, vielleicht noch mit mitgebrachtem Eis und Leberkässemmeln den Boden verdrecken und bei ihm die Toiletten benutzen, kann er sich dafür nichts kaufen.
  • beziehungsorientiert: Das Stadtmarketing Bamberg hingegen hat die Aufgabe möglichst viele Besucher in die Stadt zu locken und zum langen Verweilen zu bewegen. Es finanziert sich durch Gelder, die von den Gastronomen und Einzelhändlern direkt oder über den kommunalen Haushalt aufgebracht werden.
Natürlich gibt es in der realen Welt wie online auch Mischformen: Der Bamberger Tourismus & Kongress Service bietet nicht nur kostenlose Inhalte und lenkt Besucher kostenlos zu anderen Anbietern, sondern verkauft auch selbst Stadtführungen und vermittelt Dienstleistungen, etwa Übernachtungen. Deshalb muß der transaktionsorientierte Teil seiner Website schnell und reibungslos funktionieren, der beziehungsorientierte Teil seiner Website hingegen sollte den Besucher mit Inhalten fesseln.

Freitag, Oktober 20, 2006

Was Gaeste moegen.

In virtuellen Communities können Kundenvorlieben (Präferenzen) erfaßt und unmittelbar und zielgenau dem Community-Angebot gegenübergestellt werden. Linxx ist eine Community, die von Dr. Matthias Runte für ein zwischenzeitlich abgeschlossenes Forschungsprojekt an Christian-Albrechts-Universität zu Kiel aufgebaut worden ist. Das Dissertationsprojekt beschäftigte sich mit der Eignung unterschiedlicher Präferenzerhebungsmethoden. Die Ergebnisse sind bereits im Jahre 2000 in Buchform veröffentlicht worde: "Personalisierung im Internet".

Daran fühlte ich mich erinnert, als ich einen Linktipp von Robert Basic gelesen habe: "Single-Börsen: Matching unkompliziert". Verwiesen wird auf yesnomayb.com, eine Partnerbörse. Der Kunde beurteilt ihm vorgelegte Partnerbeschreibungen, ob sie für ihn als Partner in Frage kommen, nicht in Frage kommen oder vielleicht. Ein in das System integrierter Mechanismus (von Dr. Runter "Collaborative Filtering" genannt, von anderen "Matching") wertet diese Urteile aus und legt immer besser passende Vorschläge aus. In seiner Lübecker Dissertation hat Dr. Runte dies mit Websites durchgespielt und nachgewiesen, daß die Ergebnisse der verschiedenen speziellen Varianten des Collaborative Filtering nicht immer berauschend sind.

Gute Online-Shops haben mittlerweile eine vergleichbare Funktion eingebaut, bei der das Verhalten von Kunden statistisch ausgewertet wird, wobei unterstellt wird, daß Kunden sich ähnlich verhalten. Die Formulierung "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch" ist ihnen sicherlich z.B. bei Amazon.de schon aufgefellen.

Im persönlichen Verkaufsgespräch mit Gästen gibt es weit mehr mögliche Vorgehensweisen, die Präferenzen von Gaststättenbesuchern zu analysieren bzw. mit ihnen umzugehen:
  • Man kann sie fragen, was sie haben möchten. Dem letztlich gewünschten Produkt kann man z.B. durch Ja/Nein-Fragen nähern.
  • Man stellt eine offene Frage, in der Hoffnung, daß man dieses Produkt auch führt oder zumindest eine ähnliche Alternative empfehlen kann.
  • Man überläßt dem Gast eine Liste sämtlicher verfügbarer Produkte (Speisekarte). Hilfreich sind auch Display mit Produktfotos, Buffets, Schaustücke, die Möglichkeit, in die Töpfe zu schauen oder auf die Teller der anderen Gäste ("sowas möchte ich auch!").
  • Man drängt ihnen mehr oder weniger bestimmte Produkte auf oder schränkt die Auswahl ein (Empfehlungen, Tagesgerichte, Sonderangebote).
  • Man schließt aus der Kenntnis des früheren Verhaltens eines Stammgastes auf seine Wünsche. Wenn er sich jeden Abend an die Theke setzt und eine bestimmte Biersorte wählt, kann man mit dem Eischenken schon anfangen, wenn man ihn durch durch die Tür kommen sieht.
  • Man geht von Erfahrungswerten aus über das übliche Verhalten bestimmter Zielgruppen bei ähnlichen Gelegenheiten. Eine Vorgehenssweise, das sich etwa bei der Vorbereitung des Caterings von Veranstaltungen bewährt.
  • Man läßt dem Kunden keine Wohl, sondern bietet nur ein Produkt und knallt es jedem Gast auf den Tisch, ob er will oder nicht bzw. nimmt es zurück, wenn er sich nachhaltig wehrt.
Ein wohl überlegtes gastronomisches Konzept sollte berücksichtigen, welche dieser Vorgehensweisen bei welchen Gästegruppen Erfolg verspricht, und die Mitarbeiter schulen, wie sie das Bestellverhalten der Gäste dabei steuern können, damit die Gäste und der Gastwirt zufrieden sind.

Relaunch von ahgz.de / AHGZ ist jetzt "Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung"

ahgz.de, die Online-Plattform der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) zeigt sich im neuen Gewand. Nach dem am 14. Oktober eingeführten neuen Auftritt der Printausgabe zeigt sich nun auch die Online-Tochter in der neuen AHGZ-Optik.

Neben einer verbesserten Benutzerführung und einer großzügigen Gestaltung wartet ahgz.de mit einer Vielzahl von neuen Inhalten und Funktionen auf:

- Im Bereich Fachthemen steht den Abonnenten ein Archiv von Specials und Fachthemen-Dossiers der AHGZ im PDF-Format zur Verfügung
- Jeweils dienstags und donnerstags erscheint ab sofort der ahgz.de-Newsletter mit News in kompakter Form - zugestellt per E-Mail
- Die beliebtesten Artikel anderer ahgz.de-Leser finden sich jetzt in den Leser Top 10 - stündlich neu und auf jeder Seite von ahgz.de unterhalb des Aufmachers im Direktzugriff verfügbar
- Umfragen-Archiv: die seit Anfang 2005 auf ahgz.de erschienenen Online-Umfragen und deren Ergebnisse sind nun im Archiv auf Mausklick abrufbar
- Die redaktionellen Ressorts sind nun analog der Printausgabe gegliedert. Die neuen Übersichtsseiten informieren mit einem Tickerbereich schnell über die aktuellsten Meldungen
- Bei der Suche im Komplett-Archiv von ahgz.de und AHGZ Print (Umfang aktuell über 60.000 Artikel!) sind für Nicht-Abonnenten ab sofort die Artikel der letzten 365 Tage abrufbar. Reine Online-Artikel sind dabei im Volltext abrufbar, bei Artikel der Printausgabe steht jeweils eine gekürzte Fassung bereit
- Die Infobox "Demnächst in der AHGZ" und der Newsletter informieren darüber, welche Themen in den nächsten Printausgaben zu finden sind
- Zu vielen Artikeln finden Sie jetzt weiterführende Weblinks in einer seperaten Infobox (Beispiel)
- Alle Artikel können nun auch kommentiert werden. Nach einer Prüfung durch die Redaktion ist der Beitrag direkt nach der jeweiligen Meldung und ggf. auch in der AHGZ-Printausgabe als Leserbrief nachzulesen
- Noch mehr tagesaktuelle Artikel: neben ausgewählten Inhalten der Printausgabe finden sich nun werktags bis zu zehn ausschließlich für ahgz.de produzierte Meldungen zu erkennen an der Fusszeile "AHGZ.de" am Ende jedes Artikels

Ein kostenloses 4-Wochen-Probeabo kann direkt über die Homepage der AHGZ angefordert werden.

Siehe www.ahgz.de

Kooperieren statt inserieren.

Statt teure Inserate zu schalten, sollten Gastronomen und Hoteliers zusammen mit anderen Ereignisse kreieren, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit ausschlachten lassen.

Vertikal kann man mit einzelnen Lieferanten oder mit regionalen oder nationalen Verbänden zusammenarbeiten:
  • Die Aktionsreihe "Weingut on Tour" des Weinguts Clauer in Heidelberg schweißt nicht nur einen Winzer mit der Gastronomie, die seine Weine führt, zusammen, sondern führt auch der Gastronomie neue Gäste zu. Mehr darüber:"Weingut on Tour".
  • Das Möbelhaus Ikea hat in den deutschen Etap-Hotels jeweils ein Zimmer und eine Ruhe-Oase eingerichtet. Nach der Übernachtung erhalten die Hotelgäste einen Ikea-Gutschein. Ikea-Family-Card-Besitzer bekommen im Hotel ein Gratis-Frühstück. BMW hat im Hamburger Grandhotel Atlantic eine Suite im BMW-Design eingerichtet: Zusätzlich gibt es BMW-Magazine und -fotos an den Wänden. (Quelle: "Co-Branding: gemeinsam sind wir stark", in: Beratungsletter vom Oktober 2003).
  • Bei der Aktion "Bierverkostung im 5-Sterne-Hotel" kooperiert das Hotel nicht mit einem einzelnen Lieferanten, sondern mit dem regionalen Erzeugerverband "Bierland Oberfranken".
  • Die Kneipenkette Alex profitiert seit Jahren von Budget und Produkt-Know How der CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH): "Milchdrinks genießen".
  • Sowohl Lieferanten, Verbände als auch Kollegen einer Region beteiligen sich an der Aktion "Natürlich von hier".
Im Gastgewerbe spielen Kooperationen mit Kollegen dummerweise nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch gibt es viele Beispiele für mehr oder weniger gelungene Kooperationen. Einige aus meinem Archiv:Neben diesen ständigen Kooperationen gewinnen zunehmend zeitlich befristete Kooperationen an Bedeutung. Neben die traditionellen Veranstaltungen, die häufig historisch neben dem gastronomischen Angebot auch mit weiteren Attraktionen aufwarten, wie das Münchener Oktoberfest, die Bamberger Sandkerwa, den Lichtenfelser Korbmarkt oder die diversen Weihnachtsmärkte, treten Kneipenfestivals, in denen Gastwirte einer Region oder Stadt z.B. in einer Halle gemeinsam ausschenken, Honky-Tonk-Festivals (Live-Musik in vielen Gaststätten mit einmaliger Eintrittszahlung, evt. mit Shuffle-Bus-Service) und ähnliche Veranstaltungen von Wettbewerbern. Derartige Veranstaltungen werden meist als eigenständige, standortunabhängige Marken positioniert und gelegentlich an anderen Standorten dupliziert.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

LinkDomain und LinkFromDomain.

Live Search vom Microsoft Network erlaubt die Anzeige aller Websites, zu denen externe Links einer Website führen, im Falle von Abseits.de sind dies zur Zeit 43.601. Umgekehrt kann man sich aber auch alle Websites anzeigen lassen, die zu einer bestimmten Website führen, im Falle von Abseits.de sind dies 15.673.

Robert Basic versucht diese Zahlen und ihre Relation zu interpretieren: "Ich bin eine Linkschlampe".

Die Relation dieser Links bei Abseits.de von ca. 0,36 oder 1:3 interpretiert er so, daß Abseits.de viel mehr gibt, als es "bekommt". Damit hat er Recht. Abseits.de ist ein Nischen-, Fach-, Branchen-, ein Gastro-Portal, das Traffic verteilt. Das ist aber nicht uneigennützig. Zum einen stellt diese umfangreiche Linksammlung einen nützlichen Inhalt für unsere Leser dar. Zum anderen werden wir dafür bezahlt (durch Anzeigenwerbung, Provisionen unserer Partner). Man könnte diese Relation auch als Beleg dafür ansehen, daß es viele Stammleser gibt und viele Leser per Suchmaschine Seiten von Abseits.de finden.

Nebenbei: Nützlich ist die Möglchkeit von Live Search, über die Einstellung der Kriterien für die Reihenfolge der angezeigten Ergebnisse, sich z.B. die jüngst aktualisierten Links anzeigen zu lasen, etwa für die frischesten Links, die auf Abseits.de zeigen. Darunter sind natürlich auch solche Websites, wo nicht der Link auf Abseits.de neu oder aktualisiert worden ist, sondern nur eine beliebige Seite, auf der ein Link auf Abseits.de enthalten ist, ohne daß im Inhalt dieser Seite selbst auf Abseits.de verlinkt wird (typisches Beispiel: Blogroll eines Blogs).

Deutsche Akademie fuer Kulinaristik: Bier-Seminar mit Bier-Kulinarium.

Wenn man erzählt, daß man häufiger Bier als Wein trinkt und mehr von Bockbier als von Rotwein versteht, rümpfen manche ignorante Bierbanausen die Nase. Bier gilt als Unterschichten-Gesöff. So verwundert es wenig, daß die elitäre Deutsche Akademie für Kulinaristik trotz ihrer Gründung in Oberfranken das Thema Bier erst nach Jahren für sich entdeckt hat.

Zusammen mit dem Verein Bierland Oberfranken führt die Deutsche Akademie für Kulinaristik am 06. und 07. November 2006 in Memmelsdorf bei Bamberg im Brauerei-Gasthof Drei Kronen und weiteren Orten (Mälzerei Weyermann, Braueigaststätte Mahr's) ein erlebnisreiches Bier-Seminar mit Bier-Kulinarium durch.

Sie schreibt darüber:
"Bier ist nicht nur ein Nahrungs- und Genussmittel von hohem Rang, sondern auch ein Element regionaler Identitätsstiftung. Dies wird in Oberfranken besonders deutlich. Der Regierungsbezirk Oberfranken im Norden Bayerns hat mit rund 200 Brauereien die höchste Brauereidichte der Welt. Mehr als 1.000 verschiedene Biere werden im Bierland Oberfranken gebraut. Bier aus Oberfranken ist ein Feinschmeckerprodukt, das in großer Vielfalt und herausragender Güte gebraut wird.

Dieser Thematik werden wir uns im Seminar theoretisch und praktisch annehmen. Neben der Schaffung eines neuen Bewusstseins zum Bier gilt es, eine verkaufsfördernde Biersprache und Präsentation zu entwickeln.
Die meisten Referenten und alle Seminarorte kenne ich persönlich und kann sie nachdrücklich empfehlen. Das Bier-Kulinarium am Abend des ersten Tages, also eine moderierte Bierprobe, wird zusammengestellt und kommentiert von:
  • Hans-Ludwig Straub, Inhaber des Brauerei-Gasthofes Drei Kronen in Memmelsdorf. Er ist Träger des Bayerischen Bierordens (das ist, auch wenn es in den Ohren preussischer Banausen eher ein Karnevalsorden zu sein scheint, eine hoch angesehene Auszeichnung). Sein "Stöffla" hat die Goldmedaille des Brau Beviale Awards 2003 in der Kategorie Untergärige Spezialitäten gewonnen.
  • und Johannes Schulters, Brauereiexperte und Biersommelier, Bamberg. Er ist pensionierter Braumeister und Vorstand des Fränkischen Brauereimuseums in Bamberg und was in diesem Zusammenhng wichtiger ist, Autor des Buches "Bierologie", zusammen mit Martin Knab, Braumeister für das "Aecht Schlenkerla Rauchbier". Die "Bierologie" ist das Standardwerk für Bierverkostung. Das Buch hilft dem Bierfreund, seine Sinne für das Kult(ur)-Erlebnis- und weltweit beliebte Genußmittel Bier zu schulen. In diesem nicht nur für den brautechnisch versierten Personenkreis verfaßten Werk erhalten die Leser wertvolle Informationen wie sie im täglichen Gebrauch Bier beurteilen können. Diese umfassen die theoretischen Grundlagen (Bierverkostung, Sensorik) mit den verschiedenen Geschmacksprofilen. In leicht verständlicher Form referieren die Autoren über die Bierarten, -typen und ?sorten sowie die Inhaltstoffe und deren physiologische Bedeutung. Auch das Thema Bierpflege wird anschaulich behandelt.
Die Seminargebühr für das wirklich gelungene Programm (PDF) bewegt sich mit 150 Euro (ohne Übernachtung) in einem niedrigen Niveau, das man so von der Deutschen Akademie für Kulinaristik nicht kennt.

Das Seminar endet am Sonntag um 13.30 Uhr. Mein Tipp: Hängen Sie noch eine Nacht dran und verbringen Sie einen Abend in meinem Café Abseits. Dort können Sie Ihre frisch erworbenen oder aufgefrischten Bierkenntnisse an einer Auswahl von mehr als vierzig guten Bieren erproben.

Dienstag, Oktober 17, 2006

Abzocker ante portas.

Es ist abzusehen gewesen: Kaum ist das unsägliche Antidiskriminierungsgesetz in Kraft, nutzen Abzocker die neuen Rechte: "Nicht gleich, aber reich" von Rüdiger Scheidges und Thomas Sigmund, in: Handelsblatt vom 17. Oktober 2006.

Und einige der asozialsten Profiteure entstammen wieder einmal der herumlungernden Bande überflüssiger Anwälte:
"Viele Anwälte finden sich in einem profitablen Kreislauf wieder: Sie kritisieren die Missbrauchsmöglichkeiten des Gesetzes durch hyperaktive Kläger, und sie wappnen die Beklagten gegen alle Eventualitäten ? und nehmen sich aber auch der professionellen 'AGG-Hopper' an. So warnen die Anwälte einerseits vor den 'Fallstricken' und im Gesetz, ermuntern andererseits aber vermeintlich 'Diskriminierte' zur Klage. Und den Firmen bieten sie zum Schutz gegen diese wiederum Schulungen und tagelange Seminare an gern am Wochenende in nettem Ambiente."
Aber - dies muß man den Juristen zu Ehre halten - auch anständige Rechtsanwälte: "Abzocker wollen Antidiskriminierungsgesetz missbrauchen".

Wenn Ihnen als Gastronom oder Hotelier so etwas widerfährt, lassen Sie es mich wissen.

Tipps zur "Bewerberauswahl unter der Knute des Antidiskriminierungesetzes".

Mehr frühere Beiträge zum Antidiskriminierungsgesetz.

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Regulierungswahn der Sesselfurzer.

Neue Überlegungen des Instituts für Arbeit und Technik zum Thema Mindestlohn ("Mindestlohn muss unterschiedliche Gegebenheiten berücksichtigen") zeigen, daß eine bürokratische Regulierung von Marktprozessen wegen der unerwünschten Effekte (gut gemeint, schlecht gemacht) immer detaillierter werden muß, immer kleinere Regionen und Segmente des Arbeitsmarkt reguliert werden müssen, um nicht noch mehr Schaden anzurichten.

Letztlich braucht man dann so etwas wie die Staatliche Plankommission der DDR, nachgeordnete Landesplankommissionen und Kreisplankommissionen sowie Plankommissionen der Branchen. Gerhard Schürer, der letzte Vorsitzende der Staatlichen Plankommission der DDR, verfaßte 1989 gemeinsam mit Gerhard Beil, Ernst Höfner, Arno Donda und Alexander Schalck-Golodkowski die Politbürovorlage "Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlußfolgerungen", eine Studie, die man den Anhängern staatlicher Regulierung des Arbeitsmarktes zu Weihnachten schenken sollte. Darin heißt es u.a.:
"Während sich im Zeitraum 1986 - 1989 die Geldeinnahmen der Bevölkerung durchschnittlich jährlich um 4,3% erhöhten, sind die indirekten Einkommen aus gesellschaftlichen Fonds, als wichtiger Bestandteil des Realeinkommens (oft auch zweite Lohntüte genannt) um 4,9% durchschnittlich jährlich angewachsen. Das Tempo der Entwicklung der Zuwendungen für die Bevölkerung aus dem Staatshaushalt einschließlich der Subventionen für Wohnungswesen, stabile Preise, Tarife, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Kultur, Sport und Erholung beträgt 1986 - 1988 rund 7% durchschnittlich jährlich.

Aus der schnelleren Entwicklung der Nettogeldeinnahmen gegenüber den Warenfonds zur Versorgung der Bevölkerung ergibt sich im Zeitraum 1986 - 1989 ein aktueller, direkt auf den Binnenmarkt wirkender Kaufkraftüberhang von 6,0 Mrd. M. Das entspricht etwa dem Zuwachs der Nettogeldeinnahmen der Bevölkerung eines ganzen Jahres. "
Mit anderen Worten, die SED und die staatliche Führung der DDR haben ihrer Bevölkerung höhere Löhne versprochen und gewährt als die Produktivitätsentwicklung hergab. Genau das Gleiche machen Die Linke und die SPD mit einem versprochenen Mindestlohn von 8 bzw. 7,50 Euro. Mit dem Unterschied, daß die SED/DDR das Geld für diese Löhne aus dem Staatshaushalt per Verschuldung genommen hat. Die Mindestlöhne sollen die Unternehmen finanzieren. Sie werden der Linkspartei und der SPD was husten.

Montag, Oktober 16, 2006

INHOGA Berlin oeffnet am 22. Oktober für drei Tage.

Mit neuen Ausstellungsbereichen und Programmteilen startet die INHOGA Berlin, Messe für die Gastlichkeit, am 22. Oktober auf dem Messegelände Berlin in ihr siebtes Jahr.

Das Gastgewerbe in seiner ganzen Vielfalt ist mit knapp 100.000 Arbeitsplätzen einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Diese wirtschaftspolitische Bedeutung der Branche unterstreicht Wirtschaftssenator Harald Wolf, zugleich zuständig für die Politikbereiche Arbeit und Frauen, mit seiner erneuten Schirmherrschaft für die Messe.

Erstmals findet in diesem Jahr die Berufsschulmeisterschaft für den Köche-Nachwuchs Berlins und Brandenburg statt. Über diesen Wettbewerb hat Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht die Patenschaft übernommen.

Auf der Messe werden über 150 Aussteller in den drei Hallen 8,10 und 11 erwartet. Die INHOGA ist eine Fachmesse, die sich an Inhaber, Führungskräfte und Mitarbeiter von Hotels und Pensionen, Restaurants und Gaststätten sowie an die Angehörigen der Branchen des Fleischer-, Bäcker- und Konditorenhandwerks richtet. Interessant ist die Messe aber auch für Hobbyköche und Gourmets, weshalb die Messe für jedermann zugänglich ist.

Die Messe wurde in diesem Jahr von vier auf drei Tage verkürzt. Der Veranstalter E.F.E. European Fairs & Exhibitions GmbH sowie der Ideelle Träger der INHOGA, der Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V., entsprachen damit einem Wunsch von Ausstellern und Besuchern.

Zu den Warengruppen im Messeteil gehören Hotel- und Gaststätteneinrichtungen, Küchen- und Kühltechnik, EDV- Hard- und Software, Wäsche und Geschirr, Nahrungs-, Genussmittel und Getränke sowie weitere Angebote von Industrie und Großhandel für Bäckereien, Konditoren und Fleischereien.

Neu im AussteIlungsbereich der INHOGA ist das InnovationsForum. Hersteller und Lieferanten für Gastronomie, Hotellerie und Catering konnten sich um die Teilnahme bewerben. Bewertet wurden Konzepte, Geschäftsideen und Produkte, die der Branche neue Impulse geben.

Zu den ausgestellten Produkten zählen etwa ein Freizeitgerät, das ein völlig neues Grillund Badeerlebnis möglich macht. Der bbq-Donut bietet bis zu zehn Personen als Grillinsel Platz und kann zu Wasser, aber auch an Land benutzt werden. Vorgestellt wird aber auch ein Gerät, das Eier erwärmt und salmonellenfrei macht, obgleich die Eier roh bleiben oder technische Neuerungen wie ein neuartiges Filtersystem für Frittieröle und platzsparende Buffet- und Stehtischsysteme. Interessant sind aber auch ein liebevoll gestaltetes Pasta-Kochbuch und ein Backsystem, das Waffeln ein ganz neues Gesicht gibt. Gezeigt werden diese neuen Produkte in der Halle 10.2.

Der HoGa-Verband Berlin hat zum ersten Mal in diesem Jahr ein Fachzentrum in Halle 8 eingerichtet, an dem als Aussteller Partnerunternehmen des Verbandes teilnehmen.

Fleischer und Barkeeper treten während der drei Messetage an, die Besten unter den Besten zu küren.

Die Bewerbung für die Berufsschulmeisterschaft für den Ausbildungsberuf Koch ? der Metro-Pokal ? lief schon im Frühjahr an. Hier hat der Landesverband Berlin-Brandenburg im VKD die Ausschreibung und Organisation übernommen.

Das Berufsbildungszentrum für Konditoren Berlin bietet seinen Verkäuferinnen und Verkäufern einen Wettbewerb an, bei dem es um Verpackungsideen für Pralinen und Teegebäck zum Thema Winterfreuden geht.

Der Fleischerverband Berlin-Brandenburg schreibt Wettbewerbe rund um die Gestaltung von Fleisch- und Wurstplatten sowie Qualitätswettbewerbe für die Fleischverarbeitung aus.

Und auch die Barkeeper sind auf der INHOGA vertreten. Sie kreieren unter ihren Mitgliedern den alkoholischen wie nichtalkoholischen Trendcocktail der anstehenden Winter- und Festtagssaison.

Die Reinhaltung von Schankanlagen, die seit Jahresbeginn gültigen neuen Lebensmittel-Richtlinien, Hygienestandards bei der Berufskleidung und eine Modenschau von DBL sind einige der Themen, die das Rahmenprogramm am Montag bestimmen. Stefan Wirth, bekannter Koch aus dem dem TV-Kochduell, wird am Dienstagmittag zu Gast sein und sein Können zeigen, denn der Nachwuchs des Gastgewerbes ist eingeladen, sich der "Lust am Kochen ? Kochen mit Genuss" gemeinsam mit Vertretern des Hoga-Verbandes anzunehmen.

Traditioneller Bestandteil des Programms der INHOGA ist der Tag des Tourismus, der am Montag (23. Oktober) stattfindet. Der Hotel- und Gaststättenverband Berlin und die Industrie- und Handelskammer Berlin veranstalten schon seit Jahren gemeinsam diese Fachveranstaltung. Das Motto in diesem Jahr lautet "Mit Kultur und Service den Berlin-Tourismus stärken". Vertreter der beiden Veranstalter sowie der zuständigen Senatsverwaltung, der Berlin Tourismus Marketing GmbH und weitere Gäste stellen die Kulturkampagne 2007 vor und das Gemeinschaftsprojekt "Service in the City".

Der Eingang für die Besucher ist der Kleine Stern am Hammarskjöldplatz, die für die Besucher erste der drei Hallen ist die Halle 11. Der Eintritt beträgt seit Jahren unverändert 10 EUR, Mitglieder der Berufsverbände des Gastgewerbes, der Fleischer, Köche und Konditoren zahlen gegen einen entsprechenden Nachweis ermäßigt 5 EUR.

(Quelle: Pressemitteilung der Inhoga Berlin).

Ausschankmasse in der Gastronomie bleiben vermutlich erhalten.

Als Ergänzung/Korrektur zu meinem Artikel "Ausschankmaße in der Gastronomie: Zur geplanten Abschaffung" hat mir ein Mitarbeiter des Landesamts für Mess- und Eichwesen Rheinland-Pfalz netterweise mitgeteilt:
"Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zur Änderung der Eichordnung (zugleich Umsetzung der Europäischen Messgeräterichtlinie, MID) eine Änderung dahingehend vorgeschlagen, dass die bisherige Größenreihe für Ausschankmaße beibehalten werden soll.

Das Kabinett hat dem nicht widersprochen, so dass anzunehmen ist, dass auch zukünftig kein 'Wildwuchs' an Schankgefäßen in der Gastronomie entstehen wird."
Fast fühle ich mich provoziert, wenn ich mal wieder ein britisches Bier ausschenke, ein britisches Pintglas zu verwenden und einen schönen Prozeß anzuzetteln, ob es denn mit europäischem Recht vereinbar ist, daß mir verboten wird, ein in Großbritannien zugelassenes Bierglas in Deutschland zu verwenden.

Blog-Karneval: Wie finde und gewinne ich Kunden und Aufträge?

Das erste deutsche Business-Blog-Karneval thematisiert die Frage, wie man Kunden findet und gewinnt. Ich habe lange gezögert, ob ich dabei mitmachen soll, denn ich bin ja eher berüchtigt für Beiträge wie "Ich will keine neuen Gaeste". Aber ich kann auch anders.

Was ist ein Blog-Karneval? Bernd Röthlingshöfer erklärt diese Idee so:
"Beim Karneval geht es darum, viele verschiedene Beiträge zu einem Thema oder Wissensgebiet zu sammeln. Jeder teilnehmende Blogger schreibt seinen Beitrag in sein eigenes Blog, verlinkt es aber auf eine zentrale Seite, auf der dann alle Beiträge gesammelt zu lesen sind."
Diese amerikanische Idee nach Deutschland übertragen will Elke Fleing mit ihrem Blog "Selbst und ständig", die als Gastgeberin und Initiatorin des Business Blog Karnevals fungieren wird. Am 20.10. geht es los.

Robert Basic erläutert die Vorteile für alle beteiligten Blogger. Im Grunde sind wir wohl so eine Art Werbegemeinschaft.

Ein bescheidener Vorschlag.

Angesichts der aufgeregten "Unterschichten-Debatte" kann ich nur darauf verweisen, daß der irische Satiriker Jonathan Swift bereits 1729 einen Vorschlag unterbreitet hat, wie sich das Problem lösen läßt: "A Modest Proposal". Davon würde auch die Gastronomie profitieren:
"This food would likewise bring great custom to taverns; where the vintners will certainly be so prudent as to procure the best receipts for dressing it to perfection, and consequently have their houses frequented by all the fine gentlemen, who justly value themselves upon their knowledge in good eating: and a skilful cook, who understands how to oblige his guests, will contrive to make it as expensive as they please."
Das "Handelsblatt" macht gerade eine Umfrage:
"Nach einer Untersuchung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung zählen acht Prozent der Bevölkerung in Deutschland zur "neuen gesellschaftlichen Unterschicht", die keine Möglichkeit zum sozialen Aufstieg sieht. Wo sollte die Politik zuerst ansetzen?"
Für den Vorschlag von Jonathan Swift kann nicht votiert werden.

Nachschau.

Der Restaurantkritiker Heinz Horrmann hat früher von ihm gescholtene und gelobte Restaurants besucht, um nachzuschauen, ob sie sich verbessert bzw. ihr Niveau gehalten haben: "Restaurant-Kritik als Chance begreifen", in: Die Welt vom 12. Oktober 2006.

Nudel-Blog.

Beatrice Amberg aus Schongau schreibt in ihrem Nudel-Blog "Al dente" seit Oktober 2004 leider nur sporadisch.

Sonntag, Oktober 15, 2006

Aussergewoehnliche Preisformen in amerkanischen Restaurants.

In seinem Artikel "Amerikas obskure Gebühren", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2006, stellt Roland Lindner einige außergewöhnliche Preisformen in amerikanischen Restaurants vor:
  • Das New Yorker Restaurant Café Gray verlangt eine "sharing charge" in Höhe von 3 Dollar, wenn mehrere Gäste sich ein Gericht teilen.
  • Im italienischen Lokal "Angelina's" in der Stadt Tampa in Florida sind 7 Dollar fällg, wenn ein Gericht geteilt. Dafür gibt es einen Extrasalat für den zweiten Gast.
  • Das mexikanische Restaurant "Cilantro" an der New Yorker Upper East Side verlangt montags, wenn es Fajitas zum Sonderpreis gibt, zusätzliche 3 Dollar, wenn sich zwei Gäste eine Portion Fajitas teilen.
Siehe dazu auch unseren Beitrag "Mindestgebuehr in Cafe-Betrieben" über eine Diskussion unserer Schweizer Kollegen über "Gedecke".

Wir verlangen in unserem Bamberger Café Abseits einen Aufschlag von 0,50 Euro auf den halben Preis, wenn jemand eine kleine Portion möchte. Daraus ergibt sich bei zwei halben Portionen ein Aufschlag von zusammen 1 Euro.

In dem erwähnten Artikel von Roland Lindner wird auch ein Korkengeld erwähnt:
"In Amerika sind üblicherweise mindestens 10 Dollar je Flasche fällig."
So etwas gibt es auch in Deutschland. Ich empfehle ein Korkengeld ausdrücklich. Siehe dazu meinen früheren Beitrag: "Ballast abwerfen beim Leistungsangebot". Statt ein Korkengeld in willkürlicher Höhe zu verlangen, sollte es so bemessen sein, daß der entgangene Gewinn beim Konsum eines Weins des Restaurants gedeckt wird (Deckungsbeitrag) sowie der Aufwand für den verbleibenden Service rund um den Wein (Gläser, Kühlen, evtl. Dekantieren).

Empfehlenswert ist auch die "Cake plating fee", also eine Gebühr für den Fall, daß Gäste ihren eigenen Geburtstagskuchen oder eine Hochzeitstorte mitbringen. Auch dessen Höhe sollte sich am betriebsspezifischen Deckungsbeitrag für diese Produkte orientieren sowie dem verbleibenden Service (Stellung und Reinigung von Geschirr und Kuchengabeln, evtl. Sahne, Tischdekoration).

Der Autor kritisiert, daß Hotels Gebühren etwa für die Nutzung von Fitness-Räumen berechnen. Ich finde solche Gebühren angemessen. Sie ersparen es Gästen, die solche Räume nicht nutzen wollen, dafür im Zimmerpreis pauschal zur Kasse gebeten zu werden.

Siehe dazu auch "Erlöse im Gastgewerbe: Erlösquellen und Preispolitik".

Schokoladen-Bier.

Während die deutschen Brauer sich mit der Droge Reinheitsgebot betäuben, hat der südafrikanische Konzern SABMiller in ihrer amerikanischen Miller Brewing - vorerst nur für den amerikanischen Markt - ein Schokoladen-Bier entwickelt: "SABMiller seeks to melt consumers' hearts with new chocolate lager" von James Walker, in: Drink Business Review vom 12. Oktober 2006. Dazu werden sechs verschiedene Malze eingesetzt, unter anderem ein ganz dunkles Malz, das als "Schokoladen-Malz" bezeichnet wird. Für einen authentischen Kakaogeschmack sorgen Nibs (Kerne der Kakaobohnen).

Schokoladenbier ist an sich nichts Neues:
  • Die Schweizer Brauerei Hasli braute 2003 ein sogenanntes "Frauenbier" mit einem Zusatz von Kakaopulver, wenn auch nur einhundert Liter.
  • Ständig erhältlich ist das belgische Schokoladenbier "Floris Chocolat" aus der Brasserie Floris in Buren.
  • Die Boston Beer Company hat einen "Samuel Adams Chocolade Bock" mit einem Anteil edler Kakaobohnen aus Ghana gebraut. Er wurde als Geschenk für Valentinstag in einer amberfarbenen 750 ml-Glasflasche angepriesen. Die mit einem hochgeprägten Etikett aus Zinn dekorierte Flasche kostet in den USA um die 15 Dollar. Gebraut wurde er in Kooperation mit Scharffen Berger Chocolate. Verwendet wurden Tettnanger und Spalter Hopfen, verschiedene Malze (Münchener und Karamellmalz). Die Chocolatiers von Scharffen Berger mischten Kakaobohnen aus Ghana (forastero). Das Bockbier wurde darin gebadet. Hinzu gekommen ist etwas Vanille.
  • Von der Gasthausbrauerei La Barberie in Quebec, Kanada, gibt es vom Faß einen "Double Chocolat Stout" (Stout au chocolat).
  • Die britische Kneipenkette Young's braut einen "Luxury Double Chocolate Stout".
  • Die Brauerei Brooklyn braut ein "Black Chocolate Stout", dem aber keine Schokolade zugesetzt worden ist.
Diese Liste ist sicherlich noch nicht vollständig.

Gewerkschaftliche Positionen von eigenem Gutachter widerlegt.

So kann es gehen. Da beauftragt die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung den Arbeitsmarktexperten Ronald Schettkat, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Bergischen Universität Wuppertal, mit einem Gutachten, mit dem widerlegt werden soll, daß eine größere Lohnspreizung (deutlicher formuliert: niedrigere Löhne für gering Qualifizierte) zu mehr Beschäftigung führt. Siehe dazu: "Die Legende von der zu geringen Lohnspanne", in: Böckler Impuls 15/2006.

Und was kommt dabei heraus:
"In Branchen, in denen der Anteil der Geringverdiener besonders hoch liege, könne eine stärkere Lohnspreizung am unteren Ende 'spürbare Beschäftigungseffekte zeitigen'. Voraussetzung sei allerdings, dass die sinkenden Kosten zu Preisabschlägen führen, die wiederum die Nachfrage nach den entsprechenden Gütern und Dienstleistungen steigern. Dies sei bei Wirtschaftszweigen wie dem Einzelhandel, dessen Kalkulation stark von den Beschaffungskosten abhängt, jedoch kaum zu erwarten."
(Quelle: "Fragwürdiges Beispiel des Einpackers im US-Supermarkt" von Mario Müller, in: Frankfurter Rundschau vom 13. Oktober 2006.)

Anders ausgedrückt: In Branchen wie der Gastronomie und Hotellerie, in denen die Lohnkosten einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung ausmachen, könnten niedrigere Löhne für gering Qualifizierte zu niedrigeren Preisen und einer steigenden Nachfrage nach gastronomischen Produkten und Dienstleistungen führen.

Und auch für den Einzelhandel kann man die pauschale Einschätzung von Prof. Schettkat so nicht stehen lassen. Dazu sind die "Betriebsformen des Einzelhandels" (PDF) hinsichtlich ihres Personalkostenanteils viel zu unterschiedlich.

Abzocker wollen Antidiskriminierungsgesetz missbrauchen.

Henning Wüst, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, berichtet über Abzocker (AGG: Die "Abzocker" kommen", in: Arbeitsrechtblog vom 12. Oktober 2006), die obwohl sie selbst "in guten und gefestigten Arbeitsverhältnissen mit gutem Einkommen" stehen, ihn gefragt haben, ob er für sie mehrere Klagen wegen Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Neusprech für Antidiskriminierungsgesetz) führen würde. Er hat dies abgelehnt und bittet "alle Anwaltskolleginnen und Anwaltskollegen, Mandate von Interessenten, denen es nur ums 'Abzocken' geht, nicht anzunehmen."

Angesichts der weit verbreiteten Unterbeschäftigung vieler Anwälte ist aber zu befürchten, daß viele nicht nur solche Angebote gerne annehmen, sondern von sich aus Klagen anzetteln, mit Strohmännern als Mandanten oder in Kumpanei mit Verbänden. Und die Rechtsanwaltskammern, die eigentlich dafür zuständig sind, solche Schweinereien zu unterbinden, werden vermutlich genauso wegschauen wie bei missbräuchlichen Massenabmahnungen gegen Verantwortliche von Websites.

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Samstag, Oktober 14, 2006

Merksatz 1.

Setze immer nur Links zu solchen Deutsche Top 100 Blog Charts, in denen Du selbst auftauchst. Der andere Mist wird einfach ignoriert oder belächelt.

Freitag, Oktober 13, 2006

Umsatz im Gastgewerbe August 2006: Real + 0,1% gegenüber August 2005.

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Umsatz des Gastgewerbes in Deutschland im August 2006 nominal um 1,4% und real um 0,1% höher als im August 2005. Im Vergleich zu dem im Juli 2006 erzielten Umsatz ergab sich im August 2006 nach Kalender- und Saisonbereinigung ein Umsatzrückgang von nominal 1,4% und real 1,3%.

Die Kantinen und Caterer, zu denen auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören, konnten ihren Umsatz im Vergleich zum August 2005 kräftig erhöhen (nominal + 4,7%, real + 3,4%). Auch das Beherbergungsgewerbe verbuchte nominal (+ 2,0%) und real (+ 0,6%) Zuwächse, die jedoch deutlich bescheidener ausfielen. Im Gaststättengewerbe wurde schließlich zwar nominal etwas mehr als im Vorjahresmonat umgesetzt (+ 0,5%), real jedoch weniger (- 0,8%).

In den ersten acht Monaten 2006 wurde im Gastgewerbe nominal 1,6% und real 0,5% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes)

Die Bundesjustizministerin ist gegen Rauchverbot in Gaststaetten.

SZ-Online meldet am 13. Oktober 2006 ("Zypries gegen generelles Rauchverbot") Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) habe am Mittwoch in der N24-Sendung "Links-Rechts" ein generelles Rauchverbot in Deutschland abgelehnt. Sie finde, man müsse Gaststätten die Möglichkeit zu sagen, diese Gaststätte sei eine Rauchergaststätte. Gäste und Mitarbeiter sollten selbst darüber entscheiden.

Dazu nur dies: Gästen und Mitarbeitern diese Entscheidung zu überlassen, ist nicht machbar. Wer soll ein solches Verfahren in welchen zeitlichen Abständen organisieren und auswerten? Und wer trägt die Verantwortung, wenn es zu einer Entscheidung kommt, die sich finanziell negativ auswirkt? Die Entscheidung obliegt natürlich alleine demjenigen, der auch die Folgen trägt, dem Unternehmer und Gastwirt. Entscheidet er sich dafür, daß in seiner Gaststätte geraucht werden darf, kann sich jeder entscheiden, ob er in einem solchen Betrieb arbeiten möchte oder Gast werden will oder auch nicht.

Restaurants in Tokyo.

Die Flickr-Gruppe "Photos from Tokyo, Japan" umfaßt weit mehr als 10.000 Fotos. 152 dieser Fotos stellen Szenen aus Restaurants dar. Besonders gefallen mir folgende Photos:
  • eine Laterne als Außenwerbung.
  • Kaiten Sushi ist ein Sushi-Restaurant, in dem die Teller mit Sushi auf einem rotierenden Band durch das Restaurant gleiten. Die Gäste können zwar auch á la carte bestellen, die meisten nehmen sich aber einige der rotierenden Teller. Berechnet wird anhand der Anzahl und der Typen der Teller mit verspeisten Sushi. Solche Bedienungsformen sind mittlerweile auch in Deutschland zu finden. Mehr darüber in unserem Beitrag über Sushi.
  • Attention, ein chinesisches Restaurant in Tokyo.
  • "in between" im Restaurant Gonpachi.
  • Tsukiji Fish Market.
  • Chopstick Café.
  • Legato Bar mit einer imposanten Theke (Glasplatte, darunter kleine, weiße Steine, gelb beleuchtet).
  • Das Fotoset Yurakucho bündelt Fotos aus einem Viertel, in dem japanische Angestellte nach der Arbeit gerne einen trinken gehen.
Vielfältige Informationen über Restaurants in Tokyo vermittelt die Tokyo Food Page auf englisch und japanisch.

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Blog Juice.

Das Tool nennt sich Blog Juice Calculator, hat aber nichts mit Saft zu tun und funktioniert auch nicht nur für Blogs. Für beliebige Websites kann man einen Wert ermitteln, z.B. auch für die Website der Tageszeitung "Die Welt".

Dieses Tool ermittelt für die abgefragte Website vier Werte bei
  • Bloglines
  • Alexa
  • Technorati
  • inbounded links
und faßt sie zu einem einzigen Wert zusammen, dem "Total Blog Juice".

Bereits über die Sinnhaftigkeit der einzelnen Werte, die eingehen, kann man sich streiten. Siehe für Alexa z.B. meinen früheren Beitrag "Reichweite von Websites ermitteln".

Die Gewichtung der vier eingehenden Werte (etwa 40% für Bloglines) bevorzugt solche Websites, die über RSS-Feeds verfügen, die per Bloglines abonniert werden können und damit auch Branchen, in denen sich solche Neuerungen schneller durchsetzen (etwa Websites von IT-Unternehmnern, Beratern und Medien). Deshalb ist der Indikator "Total Blog Juice" eher sinnvoll, wenn man ähnliche Websites (Land, Sprache, Branche) miteinander vergleicht.

Mangels besserer Aussagen über die Reichweite von Websites und den Grad ihrer Vernetzung, die man als Außenstehender einfach ermitteln kann, hilft dieses Tool z.B. Hochstapler zu erkennen, die Ihnen überteuerte Inserate auf ihren Websites andrehen wollen, obwohl es Ihnen an Saft mangelt.

Ermitteln Sie doch einfach mal den "Total Blog Juice" Ihrer Website. Die Website der "Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung hat einen "Total Blog Juice" von 2,3. Abseits.de hat einen "Total Blog Juice" von 3,2.

My Blog Juice

Apollinaris stellt die Studie "Geschmack 2006" vor.

Möchte sich der deutsche Konsument verwöhnen, geht er am liebsten in ein gutbürgerliches Restaurant, genießt dort einheimische Küche und ein Glas Dornfelder oder Riesling - das zeigt die aktuelle Apollinaris Studie "Geschmack 2006". Die repräsentative Studie liefert Einblicke in die deutschen Geschmacksvorlieben und generellen Einstellungen zu Essen und Trinken sowie zum Thema Gastronomie und Service.

Anfang August befragte forsa im Auftrag von Apollinaris "The Queen of Table Waters ®" 1.002 Personen ab 18 Jahren in Privathaushalten im gesamten Bundesgebiet. Dabei ergaben sich neue Trends und Veränderungen gegenüber den Ergebnissen der Studie "Geschmack 2005".

Das Thema Essen spielt für 56 Prozent der deutschen Bevölkerung eine große Rolle, es werden allerdings im Durchschnitt einfachere Restaurants aufgesucht und dabei wird weniger Geld ausgegeben als 2005. Deutlich abgenommen hat in diesem Kontext die Beliebtheit von Trend- und Szenerestaurants, die nur noch von 17 Prozent der Befragten häufig oder gelegentlich aufgesucht werden (2005: 23 %).

Worauf kommt es bei der Auswahl eines Restaurants an?
  • Für 92 Prozent machen vor allem frische Zutaten und eine frische Zubereitung ein gutes Essen aus.
  • Für fast drei Viertel (73 %) der Befragten ist aber auch ein angenehmes Ambiente fast ebenso wichtig wie das Essen selbst.
  • Was den Service angeht, gibt es offenbar nach wie vor Verbesserungspotenzial: Nur 54 Prozent waren bei ihrem letzten Restaurantbesuch mit dem Service zufrieden oder sogar sehr zufrieden.
Dabei gilt: Männer sind kritischer als Frauen ? und mit dem Alter der Umfrageteilnehmer nimmt die Zufriedenheit zu.

Signifikante Unterschiede gegenüber 2005 gibt es in der Beliebtheit der verschiedenen Länderküchen: Neuer Spitzenreiter ist die deutsche Küche, die den Vorjahressieger Italien deutlich überholt. Deutsche Küche wird von 77 Prozent der Umfrageteilnehmer gemocht und inzwischen von 41 Prozent als Trendküche empfunden. Zum Vergleich: Im letzten Jahr hatte nur ein Viertel der Befragten angegeben, die deutsche Küche sei im Trend.

Im Zuge der Befragung wurden auch verschiedene Lebensmittel/Gerichte nach Beliebtheit und Trend bewertet.
  • Hier bilden Salat, Geflügel und Fisch die "Top 3" der Beliebtheits- und Trendskala.
  • Weitere Erkenntnisse: Rind- und Schweinefleisch werden gleichermaßen gern gegessen, gelten aber als wenig trendtauglich.
  • Umgekehrt ist es bei Fingerfood und Sushi, die nur von wenigen gemocht werden, dafür aber als trendy gelten.
Wird zu Hause nachgekocht, sind Anregungen aus dem Freundeskreis am stärksten ausschlaggebend, gefolgt von Kochbüchern und Zeitungen/Zeitschriften. Interessanterweise folgen schon dann die eigenen Ideen als Inspirationsquelle ? noch vor Kochsendungen und Restaurantbesuchen.

Wein und Co.

Erstmals abgefragt wurde in diesem Jahr das Thema Wein. Laut "Geschmack 2006" trinken 28 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Woche Wein, Prosecco oder Sekt. Besonders ausgeprägt ist der Weinkonsum bei den 40- bis 49jährigen. Etwa zwei Drittel der Befragten stimmen darüber hinaus der Aussage zu, dass zu einem guten Essen auch ein guter Wein gehört, und immerhin 65 Prozent sind der Meinung, dass zu Wein und gutem Essen grundsätzlich Mineralwasser serviert werden sollte.

Die beliebteste Weinsorte ist Rotwein, hier sind sich Männer und Frauen absolut einig. Bei Weißwein, Sekt, Rosé und Prosecco ist die Präferenz der Frauen deutlich höher als die der Männer. Bei der Herkunft siegt ? wie schon im Vergleich der Länderküchen ? Deutschland. Fast drei Viertel mögen deutschen Wein, auf den Plätzen zwei und drei folgen Weine aus Italien und Frankreich, spanische Weine landen auf dem vierten Platz. Fragt man nach den bevorzugten Geschmacksrichtungen, hat die Kategorie ?frisch/fruchtig? sowohl bei Rotwein als auch bei Weißwein die Nase vorn.

Die besondere Vorliebe der Verbraucher für deutschen Wein zeigt sich dann auch in der Rangfolge der beliebtesten Rebsorten.
  • Bei Rotwein liegt Dornfelder mit 49 Prozent an der Spitze, gefolgt von Merlot und Cabernet Sauvignon.
  • Bei Weißwein hat sich Riesling durchgesetzt, er landet mit 57 Prozent auf Platz eins der Beliebtheitsskala, Chardonnay und Pinot Grigio/Grauburgunder liegen auf den Plätzen zwei und drei.
Der einzigartige Geschmack und die hohe Qualität machen Apollinaris für anspruchsvolle Verbraucher, die gehobene Gastronomie, Köche und Sommeliers zur ersten Wahl als perfekter Begleiter feiner Speisen und Weine. Apollinaris steht für Geschmack und engagiert sich mit der Studie "Geschmack 2006" in der Dokumentation von Geschmackstrends. (Quelle: Pressemitteilung von Appolinaris).

Wie man solche statistischen Informationen über die Präferenzen von Normalverbrauchern für die Gestaltung seines Sortiments nutzen kann, zeige ich Ihnen in meinem früheren Beitrag "Betriebswirtschaftliche Überlegungen vor Erstellung einer Speise- und Getränkekarte".

Dienstag, Oktober 10, 2006

Brauerei-Marketing per Ueberschank.

Laut deutscher Eichordnung (PDF) dürfen in der Gastronomie nur Schankgefäße mit mit einem Nennvolumen von 1, 2, 4, 5 oder 10 Zentiliter beziehungsweise 0,1, 0,2, 0,25, 0,3, 0,4, 0,5, 1, 1,5, 2, 3, 4 oder 5 Litern verwendet werden. Ich halte dies für anachronistisch. Siehe dazu unseren Beitrag über "Ausschankmaße in der Gastronomie".

Bei der Auswahl von Gläsern sollten Gastronomen darauf achten, daß zwischen dem EichstrichFüllstrich und dem oberen Glasrand nicht mehr Platz ist als für das jeweilige Getränk sinnvoll. Ansonsten neigen Theker zum Überschank und Gäste empfinden ihre Gläser als schlecht gefüllt, auch wenn der EichstrichFüllstrich sie eigentlich eines Besseren belehren sollte.

In Belgien hat der marktbeherrschende belgische Brauereikonzern Inbev (vormals "Interbrew", der in Deutschland u.a. die Marke Beck's vertreibt), Gastronomen mit neuen Gläsern verärgert. Bei diesen 0,25 l-Gläsern ist mehr Platz zwischen dem EichstrichFüllstrich und dem Trinkrand als für eine schöne Schaumkrone erforderlich. Die belgischen Kollegen vermuten, Inbev wolle damit den Bierabsatz per Überschank ankurbeln und hat sich wegen dieses vermeintlichen Mißbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung beim Wettbewerbsrat beschwert: "Zehn Prozent gratis? Streit um größere Bier-Gläser in Belgiens Bierkneipen eskaliert", in: Networld (via Winzerblog vom 5. Oktober 2006).

Einen Kommentar dazu kann ich mir nicht verkneifen:
  • Ich habe schon diverse Konflikte mit Brauereien durchgestanden, die mir ihre gebrandeten Biergläser partout zu einem Preis verkaufen wollten, der nicht nur die Kosten für das Glas sondern auch für die Verzierung mit ihrer Brauereiwerbung deckt. Die Drohung, stattdessen neutrale Gläser zu verwenden, hat stets gewirkt. Am besten unterstützt man sie mit einem Angebot oder einer Preisliste über neutrale Biergläser und der Bereitschaft, maximal soviel dafür zu zahlen.

    Von solchen Auseinandersetzungen sind aber ohnehin meist nur Gastronomen betroffen mit einer Bierbezugsverpflichtung. Brauereifreien Gastronomen überschüttet man in der Regel mit Biergläsern - zumindest innerhalb vernünftiger Grenzen, d.h. bis zu einem Wert von ca. 8 Euro je Hektoliter.

  • Das beklagte Verhalten einer marktbeherrschenden Brauerei demonstriert, was auf die deutsche Gastronomie zukommt, wenn das Brauereisterben so weitergeht.

Mindestgebuehr in Cafe-Betrieben.

Über "Gedecke" als eine Art von Eintrittspreis oder Gebühr für einen Platz in einer Gaststätte habe ich in einem Beitrag vom 16. August 2005 geschrieben: "Im Pulverfass".

Nun hat der Schweizer Cafétier-Verband den Vorschlag unterbreitet, jeder Gast, der sich in ein Café setzt, solle eine Mindestgebühr von 5 Schweizer Franken bezahlen, etwa in der Weise, daß eine Eintrittsgebühr in dieser Höhe die Konsumtion eines Getränkes einschließt.

Der Schweizer Cafétier-Verband führte als Beispiel das Café "Sternen" im solothurnischen Hessigkofen an. Dort wird eine gestaffelte Sitzplatzgebühr verlangt (mindestens 3 Franken bei Kurzaufenthalt, ansonsten 5 Franken je Stunde, über Mittag 15 Franken). Die Preise für Getränke und Speisen sind dafür sehr niedrig. Ein Kaffee kostet nur 0,50 Franken. Siehe dazu: "Wenn das Café Eintritt kostet", in: Tagblatt vom 10. Oktober 2006.

Diese Massnahme ist Teil einer Reihe von Empfehlungen, die der Verband seinen Mitgliedern zur Behebung der Umsatzprobleme vorschlagen will. Der Verband empfiehlt auch:
  • höhere Preise zu Stosszeiten
  • höhere Preise an Fensterplätzen.
Konkrete Preisempfehlungen will der Verband an seiner Medienkonferenz Anfang Dezember bekannt geben. Begründet werden diese Vorschläge auch, um die mit einem Rauchverbot erwarteten Umsatzeinbußen auszugleichen. Siehe dazu: "Fünf Franken für einen Platz in einem Schweizer Kaffee?", in: Basler Zeitung vom 8. Oktober 2006.

Die Schweizer Konsumentenvereinigung Stiftung für Konsumentenschutz hält diesen Vorschlag für lächerlich. Sie würde Konsumenten verjagen. Siehe dazu: "Gastronomie: Mindestgebühr in Café-Betrieben 'lächerlich'", in: Persoenlich.com vom 10. Oktober 2006.

Auch der Hotellerie- und Restaurations-Arbeitgeberverband GastroSuisse hat sich am 9. Oktober 2006 von der Idee distanziert. Die Umsetzung eines solchen Minimalpreises sei im weitgehend liberalisierten Gastgewerbe mit seinem sehr beträchtlichen Angebotsübergang und den unterschiedlichen Kostenstrukturen kaum realistisch. Markt- und Branchenprobleme könnten nicht über einen Mindestkonsumationspreis gelöst werden.

Nach der heftigen öffentlichen Reaktionen auf ihre Vorschläge hat der Schweizer Cafétier-Verband mittlerweile die Idee einer Mindestgebühr begraben: "Cafetiers geben Idee von Mindestkonsumation auf", in: Basler Zeitung vom 10. Oktober 2006.

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Montag, Oktober 09, 2006

Jamie Oliver, wir lieben Dich.

Auf Drängen eines gummibärchensüchtigen Buchmesse-Bloggers habe ich die Kommentar-Funktion dieses Blogs, das Sie gerade lesen, weit geöffnet und wurde auch gleich mit einem Kommentar "Wir lieben Dich!" belohnt. Gottseidank ist Jamie Oliver gemeint.

Kosten sparen.

Für meinen früheren Beitrag "Turn-Around-Management in der Gastronomie" bin ich stets dankbar für Hinweise auf Unternehmen, die sich bemühen, weitere Beispiele für Sparbemühungen zu liefern. Heute danke ich T-Systems, siehe dazu: "Knirschsparen bei T-Systems", in: Lummaland - Das Blog.

Leider sparen solche Großunternehmen bei solchen Ausgaben, die kleine Unternehmen gar nicht erst denken würden auszugeben:
  • Inlandsflüge,
  • Weihnachtsfeiern
  • Beschaffung neuer Dienstwagen,
  • Buch- und Zeitschriftenbestellungen
  • Bewirtungen bei internen Meetings
  • Getränke auf Geschäftskosten
  • Kundenveranstaltungen
  • Aufträge für Leih- und Zeitarbeiter
  • internen Lehrgänge, Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen
  • Handytelefonate
  • Nutzung von Hotspots

Prosecco in Dosen.

Vielleicht hätten sich die Vermarkter von Rich Prosecco, einem Prosecco in Dosen aus Österreich, das teure Honorar für Paris Hilton und die provozierte Aufregung auf dem diesjährigen Oktoberfest sparen können und stattdessen wie "Pearl Secco" dem ShopBlogger eine Kiste mit ihrem Prosecco in Dosen schicken sollen.

Das Kriegsbeil begraben.

Logo Frankfurter BuchmesseVielleicht bilde ich mir das nur ein. Aber auf der Podiumsdiskussion "Volltextsuche Online - die Chancen der digitalen Content-Vermarktung" am 4. Oktober 2006 im Forum Innovation der Frankfurter Buchmesse war von einer Rivalität zwischen Google und Amazon nichts zu spüren. Genevieve Kunst (European Head Business Development Digital Media, Amazon.de GmbH) und Jens Redmer (Strategic Partner Management Google Print Europe, Google) gifteten sich nicht an, sondern gingen unerwartet freundlich miteinander um.

Dabei sind sich Amazon und Google in den letzten Jahren zunehmend in die Quere gekommen:
  • Amazon hat mit dem Erwerb von Alexa und der Implementation der eigenen Suchmaschine A9 im Kerngeschäft von Google gewildert (siehe dazu meinen Beitrag "Amazon-Suchmaschine A9" vom 15. April 2004.
  • Google seinerseits hat mit Froogle Produktioninformationen (Kataloge) von Online-Händlern durchsuchbar gemacht (siehe dazu meinen Beitrag "'Froogle' ist eine Waren-Suchmaschine von Google".
Mittlerweile haben beide das Kriegsbeil begraben:Und auf der Buchmesse wird geflirtet, was das Zeug hält. Google konzentriert sich wieder auf sein Geschäftsmodell, Anzeigenwerbung auf eigenen und fremden Contentseiten zu vermarkten, und Amazon auf den Aufbau eines Internet-Warenhauses, in dem man schlichtweg alles kaufen kann. Google ist dabei auf Amazon als Inserent genauso angewiesen wie Amazon auf die von Google vermittelten Besucher.