Gastgewerbe Gedankensplitter



Dienstag, November 28, 2006

Passend gemacht.

In vielen Toiletten von Gaststätten hängen Kondom-Automaten. Ihr Nachteil: Sie bieten in der Regel nur Kondome in einer Standardgröße. Eine repräsentative Umfrage von Vinico legt jedoch offen, dass ein Standardkondom lediglich für 19,7 Prozent aller Männer in Frage kommt. Für alle anderen Kondombenutzer empfiehlt sich ein individuell passendes Kondom, das sich an der Penisgröße orientiert. 13,5 Prozent aller Männer haben eine Penislänge von weniger als 11,5 cm. Für diese Gruppe sind insbesondere kleinere Kondome geeignet. Mehr Platz und Komfort bieten größere Kondome, wie Condomi XXL oder Durex King Size, die für 15,4 % bzw. 3,3 % aller Männer geeignet sind.

Abhilfe könnte ein neuartiges Spraykondom schaffen. Aus einer Spraydose wird mit Aerosol flüssiges Latex auf den bereits erigierten Penis aufgesprüht. Marktreife ist geplant für Sommer 2008. (Quelle: Pressemitteilung von Vinico).

Getraenke-Plagiate: Almdudler.

Vor allem seit Red Bull auch als Basis für Mixgetränke (mit Sekt oder Wodka) benutzt wird, werden in der Gastronomie teilweise Surrogate auch in Großgebinden verwendet. Gegen einige dieser Surrogate ist Red Bull markenrechtlich vorgegangen (siehe eine Übersicht in: "Markenrecht" von webschool).

Vorgegangen wird auch gegen Gastronomen, die Surrogate verwenden und den Eindruck erwecken, sie würden Red Bull verwenden. Ein Beispiel: "Auf der Jagd nach Getränke-Sündern", in: Süddeutsche Zeitung vom 4. November 2006.

Seit kurzem ist auch die österreichische Kräuterlimonade Almdudler auf den Geschmack gekommen und verfolgt Kollegen: "Almdudler war gewöhnliche Kräuterlimo: Wirt vor Gericht", in: Kleine Zeitung vom 8. November 2006.

Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag über Starallüren von Spezi, einer Marke für ein Cola-Limonaden-Mixgetränk: "Getraenke-Plagiate".

Ich reagiere auf solche Aktionen wirsch und liste solche Marken konsequent aus.

Donnerstag, November 23, 2006

Rauchverbot koennte auch Alkoholkonsum verringern.

Ein öffentliches Rauchverbot in Deutschland könnte nicht nur zu weniger Rauchen führen, sondern auch den Alkoholkonsum verringern. Wie die aktuelle Studie "Tobacco and Alcohol: Complements or Substitutes"(Discussion Paper No. 52) (PDF) des Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen zeigt, reduziert sich insbesondere bei Männern mit dem Tabak- auch der Alkoholkonsum. Zudem hat das Rauch- und Trinkverhalten der Eltern einen erkennbaren Einfluss auf das ihrer Kinder - je mehr die Eltern rauchen und trinken, desto mehr tut es auch der Nachwuchs.

Würde in Deutschland ein öffentliches Rauchverbot eingeführt, könnte dies auch dazu führen, dass weniger Alkohol getrunken wird. Das lässt sich aus einer aktuellen Studie des RWI Essen ableiten. In ihr wurde untersucht, wie es sich auf den Alkoholkonsum auswirkt, wenn um ein bestimmtes Maß weniger geraucht wird. Dabei gab es keine Hinweise darauf, dass ein Weniger an Zigaretten durch ein Mehr an Alkohol ersetzt wird. Vielmehr reduzierte sich insbesondere bei Männern mit dem Tabak- auch der Alkoholkonsum.

Für die Untersuchung wurden Daten der bundesweiten "Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen in Deutschland" des Münchner Instituts für Therapieforschung ausgewertet. Insgesamt flossen mehr als 25.000 Beobachtungen aus den Jahren 1980 bis 1992 in die Untersuchung ein. Dabei wurde erstmals ein Ansatz auf die Fragestellung angewendet, der nicht mit Preisen arbeitet, sondern mathematisch ein klinisches Experiment imitiert. Dies ist sinnvoll, weil innerhalb Deutschlands die Preise für Alkohol und Tabak im Untersuchungszeitraum nur wenig variierten, die Reaktion der Konsumenten auf Preisänderungen sich also nur schwer untersuchen lässt. Wenn Eltern viel rauchen und trinken, tun dies auch die Kinder.

In die Auswertung einbezogen wurden unter anderem auch Geschlecht, Alter, Familienstand, Bildungsgrad der Eltern, Rauch- und Trinkgewohnheiten der Eltern sowie der soziale Hintergrund der Herkunftsfamilie der Befragten. Dabei zeigte sich, dass das Rauch- und Trinkverhalten der Eltern einen erkennbaren Einfluss auf die Konsumgewohnheiten ihrer Kinder hat - rauchen und trinken die Eltern viel, tun dies auch deren Kinder.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Männer und Frauen sich in ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten unterscheiden. Frauen haben allgemein eine geringere Neigung zum Tabak- und Alkoholkonsum als Männer. Zudem gilt auch der Zusammenhang, dass weniger Rauchen zu weniger Trinken führt, für Frauen nur in sehr abgeschwächter Form. (Quelle: Pressemitteilung des RWI Essen).

Dienstag, November 21, 2006

Zukunftsorientierter und internationaler - die Fakultaet für Tourismus der Fachhochschule Muenchen geht seit diesem Wintersemester neue Wege.

Nicht nur der Name ist neu - aus dem Fachbereich für Tourismus wurde die Fakultät für Tourismus - auch die Studieninhalte wurden überarbeitet und auf aktuelle sowie zukünftige Anforderungen der Branche abgestimmt.

Aus dem achtsemestrigen Diplomstudiengang wurde ein siebensemestriges Bachelor-Studium, das zum akademischen Grad Bachelor of Arts in Tourism Management führt. Neben der verkürzten Studienzeit sind die Spezialisierungsmöglichkeiten im sechsten und siebten Semester hervorzuheben, da die Studierenden nun die Gelegenheit haben, sich mittels frei wählbarer Kompetenzfelder in bestimmten Bereichen zu profilieren. Zur Wahl stehen derzeit die BWL-Kernfächer sowie Destination Management, Travel and Tourism Management, Carrier und Hospitality Management.

220 Erstsemestler, die sich gegen mehr als 2500 Bewerber behauptet hatten, begrüßte der Dekan Prof. Dr. Theo Eberhard am Anfang des Wintersemesters zu dem nach internationalen Maßstäben konzipierten Studium.

Hielten in den vergangenen Jahren schon europäische Professoren Gastvorlesungen, so werden in Zukunft vermehrt auch Dozenten aus Übersee im Rahmen von Austauschprogrammen an der Fakultät für Tourismus ihr Wissen weitergeben. Bereits in diesem Semester werden Prof. Dr. Meredith Lawley von der University of the Sunshine Coast (Australien) Food and Beverage Management und Prof. Dr. William Gartner von der University of Minnesota (USA) das Fach Destinationsmanagement lehren.
Im Vorlesungsraum (von rechts): Prof. Dr. Meredith Lawley (University of the Sunshine Coast) und Prof. Dr. Axel Gruner (Fakultät für Tourismus) mit Studierenden des Schwerpunktes Hospitality Management. (Quelle: Pressemitteilung des Fakultät für Tourismus, Foto: Prof. Dr. Axel Gruner)

Samstag, November 18, 2006

Hoehere Preise in Raucherlokalen.

Bereits in einem früheren Beitrag ("Rauchverbot in irischen Pubs II" vom Juni 2004) habe ich darauf hingewiesen, daß in New York für Lizenzen für rauchfreie Lokale erhebliche Gebühren verlangt werden und dagegen polemisiert:
"Man könnte fast den Eindruck gewinnnen, der fiskalische Sinn des Rauchverbots bestehe darin, in einem zweiten Schritt gegen hohe Gebühren wieder davon befreien zu können."
Insoweit verwundert es mich nun nicht mehr, daß laut einem Artikel der OÖNachrichten vom 18. November 2006 ("Soziologen für höhere Preise in Raucherlokalen") drei leider namentlich nicht erwähnte Soziologen der Johannes Keppler Universität in Linz originellerweise vorgechlagen haben, daß eine Lizenzierung etwas kosten sollte.
"Als Beispiele nannten sie eine Sonderabgabe oder einen Zuschlag zur Krankenversicherung für das Personal. Der Wirt könne die Kosten dann an seine Gäste weitergeben."
Zugestanden wird zumindest, daß ein generelles Qualm-Verbot dazu führen könnte, dass die Gäste ausbleiben, denn mehr als 70 Prozent der Raucher würden nach dem Essen, in geselliger Atmosphäre oder beim Konsum von alkoholischen Getränken den stärksten Drang verspüren, ihrem Laster nachzugehen, so die Wissenschafter.

Ein paar köstliche Debattenbeiträge hat die oben erwähnte Agenturmeldung auch bei den Lesern der Wiener Tageszeitung "Der Standard" ausgelöst: "Soziologen-Vorschlag: Höhere Preise in reinen Raucherlokalen".

Mittwoch, November 15, 2006

Bundesrechnungshof diffamiert die Gastronomie.

In seinem jüngsten Rechnungshofbericht diffamiert der Bundesrechnungshofes die Gastronomie, obwohl er es besser wissen müßte:
"Steuerausfälle durch Fastfood: In der Fastfood-Gastronomie kommt es nach Ansicht des Rechnungshofes jährlich zu Umsatzsteuerausfällen in zweistelliger Millionenhöhe. Grund ist 'die missbrauchsanfällige unterschiedliche Besteuerung von In-Haus- und Außer-Haus-Umsätzen'. Wenn ein Kunde Speisen zum sofortigen Verzehr im Restaurant kauft, muss das Fast-Food-Unternehmen 16 Prozent Umsatzsteuer abführen. Kauft der Kunde die gleichen Speisen und nimmt sie mit, werden nur sieben Prozent Umsatzsteuer fällig - dabei ist der Preis für den Kunden üblicherweise gleich. Die Steuer-Differenz könnten Fast-Food-Unternehmen missbräuchlich ausnutzen, indem sie den Verkauf der Ware steuerlich falsch als Außer-Haus-Verkauf erfassen und so ihren Nettoverdienst um rund neun Prozent steigern, fürchten die Prüfer. Das Problem sei nur durch eine einheitliche Besteuerung aller Restaurationsumsätze mit zurzeit noch 16 Prozent lösbar."
(Quelle: "Dokumentation: Wo viel verschwendet wird", in: Die Welt vom 15. November 2006).

Mein Kommentar zu diesem Unsinn:
  • Zum einen weiß ich aus meiner Erfahrung als Gastronom und Moderator einer rege genutzten Mailingliste, daß viel zu wenige Gastronomen wissen, daß der Außer-Haus-Verkauf von Speisen nur mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz besteuert wird. Viele zahlen, auch aufgrund schlechter, passiver Beratung ihrer Steuerberater, die sich darauf beschränken, die Buchhaltung halbwegs zu meisten, viel mehr Umsatzsteuer als sie eigentlich zahlen müßten.
  • Viel zu wenige Gastronomen nutzen die objektiv vorhandenen Abgrenzungsschwierigkeiten und die sich daraus ergebenden Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Außer-Haus-Anteil in Höhe von 30% ist objektiv nicht ungewöhnlich hoch. Zudem wächst der Außer-Haus-Anteil branchenweit stetig, weil sich die Verzehrgewohnheiten ändern.
  • Das Problem ist in der Tat leicht zu lösen, aber anders als die Staatsdiener im Bundesrechnungshof, die wir mit unseren Steuern mästen, meinen, indem für alle Restaurationsumsätze endlich der ermäßigte Mehrwertsteuersatz, wie es in vielen Ländern der EU üblich, eingeführt wird.

Dienstag, November 14, 2006

Qualitaetsjournalismus à la WAZ.

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bemüht sich, ihre Internetkompetenz per Einkauf von Katharian Borchert zu steigern. Doch angesichts des Artikels "Ein Netz voll von Freunden Online Star 2006", in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 13. November 2006, vermute ich, die Autorin weiß noch nicht einmal, wie man "Studivz" in Google oder Technorati eingibt und es hat ein zweites Paar Augen zur Qualitätskontrolle gefehlt. An sich ist es ein guter Ansatz, Nutzer von StudiVZ zu Worte kommen zu lassen oder gar wie die Autorin dort recherchierend einen Account zu eröffnen. Doch eine Redaktion sollte sich die Unbekümmertheit dieser Nutzer nicht so zu eigen machen, auch nicht, wenn es sich "nur" um eine Lokalausgabe handelt.

Ganz anders: "MySpace Aims for a Global Audience, and Finds Some Stiff Competition" von Robert Levine, in: New York Times vom 7. November 2006.

Gastgewerbe setzt im September 2006 real 1,5% mehr um.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Umsatz des Gastge­werbes in Deutschland im September 2006 nominal um 2,9% und real um 1,5% höher als im September 2005. Im Vergleich zum August 2006 stieg der Umsatz im Gastge­werbe im September 2006 nach Kalender- und Saisonbereinigung um nominal 2,0% und real 1,8%.

Alle drei Bereiche des Gastgewerbes erzielten im September 2006 nominal und real höhere Umsätze als im September 2005.
  • Die höchsten Zuwächse wurden dabei im Beherbergungsgewerbe erreicht (nominal + 4,1%, real + 2,7%),
  • gefolgt von den Kantinen und Caterern, zu denen auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören (nominal + 3,3%, real + 1,8%).
  • Auch das Gaststättengewerbe, für das bislang das Jahr 2006 von Umsatzrückgängen geprägt war, konnte im September seinen Umsatz steigern (nominal + 1,9%, real + 0,5%).
In den ersten neun Monaten 2006 wurde im Gastgewerbe nominal 1,3% und real 0,1% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt.

StudiVZ: Kaum der Rede wert.

In einem Kommentar zur gegenwärtigen Kritikwelle in Blogs, die gegen StudiVZ brandet, schreibt :"Viel Lärm um nichts", in: Provinzblog vom 14. November 2006.
"Die Nutzer von StudiVZ interessiert das wenig. Das sind zu großen Teilen technisch unbedarfte Studierende, die keine Datenschutz-Paranoia haben. Sie wollen möglichst einfach mit anderen Leuten in Kontakt treten, ihre Freunde im Auge behalten und ab und an ihre Party-Fotos hochladen. Mehr nicht. Kein AJAX, keine Blogfunktion, keine technischen Spielereien, die sie eh nicht verstehen - genau das bietet StudiVZ.

Es ist so ein langweiliges System, dass es kaum der Rede wert ist. Mit seinen marginalen Kommunikationsfunktionen in Form von Gruppen-Foren und Personal Messages ist es dann auch extrem Retro und nicht mal ansatzweise Web2.0. Selbst mein Email-Konto bietet inzwischen mehr Kommunikationsmöglichkeiten als StudiVZ! Lange wird sich das Konzept so, wie es jetzt ist, sowieso nicht halten können. Ich glaube nicht, dass so viel Kommunikation über diese Plattform stattfindet, wie es gerne von den Betreibern behauptet wird. Wenig Funktionen gepaart mit lahmen Servern und keinem tragfähigen Geschäftsmodell, was soll daraus werden? "
Der Vermutung, daß nicht viel Kommunikation über diese Plattform stattfindet, kann ich widersprechen. Im Rahmen einer "teilnehmenden Beobachtung" bin ich seit Anfang November 2006 intensiver Nutzer von StudiVZ. Meine zugegebenermaßen subjektiven Eindrücke, die aber durch Interviews nicht zufällig ausgewählter anderer Teilnehmer bestätigt werden:
  • Vorhandene reale Kontakte werden per StudiVZ dichter, weil man sieht, wer gerade online ist (aehnlich wie bei ICQ und anderen Instant Messenger Systemen) und dann spontan kommuniziert. Man könnte sowas eine Kneipen-/Partyfunktion nennen. Man sieht Freunde und Bekannte auf einer Party und nickt sich zu, wechselt ein paar Worte. Dabei geht es meist weniger um die Inhalte als um das Gefühl, sozial eingebunden zu sein, geschätzt zu werden, Gefühle, wie sie früher in Großfamilien, heute teilweise in Wohngemeinschaften befriedigt werden. Typisch die Aussage einer Mainzer Studenten:
    "Ich nutze das Studivz eigentlich nur, um reale Bekannte miteinander zu vernetzen, d.h. ich kommuniziere fast nur mit Leuten, die ich auch in der Realität des öfteren sehe und schon kenne.

    Schön finde ich, dass man dort auch Leute trifft, die man nur selten sieht im 'wirklichen' Leben. Denn so kann man den Kontakt leichter aufrecht erhalten. Oder ich schreibe z.B. mit meinen Arbeitskolleginnen, mit denen ich ansonsten privat wahrscheinlich eher wenig zu tun hätte, obwohl sie sehr nett sind."
  • Vorhandene soziale Kontakte werden intensiviert, weil man mehr über einander erfährt. Wir veranstalten in unserem Café Abseits in Bamberg alljährlich ein "Wichteln". Dabei werden unter den Teilnehmern die Namen der anderen Teilnehmer verlost und man sucht für den Gezogenen ein Geschenk, das in einer Art vorgezogener Weihnachtsfeier ("Wichtelparty") verschenkt wird. Dieses Spiel an sich schon motiviert, sich mit der Person des zu Beschenkenden zu beschäftigen. Welche Hobbies hat er, was liest er gerne, welche Musik hört er, hat er evtl. schon das, was man sich als Geschenk überlegt hat? Fast noch schöner als die Geschenke sind die Spekulationen, wer denn wohl wessen Wichtelpartner sei. Es gibt Gerüchte, Verräter oder es werden gar falsche Spuren gelegt, in dem man sich scheinbar für jemanden interessiert, mit dem man bisher kaum Kontakt gehabt hat, nur um den falschen Eindruck zu erwecken, er sei derjenige, den man beschenken darf, nur um von der richtigen Lösung abzulenken. Dabei kommen nun auch die Selbstdarstellungen in StudiVZ ins Spiel mit ihren mehr oder weniger vielfältigen Informationen über Interessen, Hobbies, Vorlieben und Abneigungen. Kurz gesagt: Wenn sich Belegschaften freiwillig in einer solchen virtuellen Community organisieren, kann dies das Betriebsklima verbessern, insbesondere in solchen Unternehmen, wo sich nicht alle ständig über den Weg laufen, bei uns z.B. durch den 3-Schicht-Betrieb und viele Teilzeitmitarbeiter.
  • Frühere, abgebrochene Kontakte etwa zu ehemaligen Schulkameraden, Studienfreunden, Arbeitskollegen, Mitarbeitern werden aufgefrischt, wenn man sich in StudiVZ wieder über den Weg läuft. Vielleicht wird man die meisten dieser Kontakte nicht mehr intensiv weiter verfolgen, weil es ja einen Grund hatte, sie abzubrechen oder auslaufen zu lassen. Aber den Nutzern verschaffen diese Kontakte das Gefühl der eigenen Historie, der eigenen Identität. Ich würde das vergleichen mit den Gefühlen und der Motivation, in Fotoalben zu wälzen oder sich alte Videos anzuschauen, in denen Freunde, Verwandte, Bekannte oder man selbst zu sehen ist. Auch dabei geht es meist weniger um Informationen als um das sich Erinnern an früher (gemeinsam) Erlebtes. Typisch die Aussage einer Jurastudentin aus Bayreuth:
    "ich nutze das StudiVZ in erster Linie dazu, um wieder mit alten Freunden in Kontakt zu treten. Leider verliert man sich gerade nach dem Abitur oder auch im Studium sehr leicht aus den Augen. Insoweit bietet das StudiVZ -sofern es denn mal funktioniert- meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit herauszufinden, was aus diversen Leuten geworden ist bzw. wo es sie hin verschlagen hat."
  • Gerade wenn es jemand in eine neue Region verschlägt, kann er, eventuell sogar vorab, Kontakte zu Menschen aufnehmen, um dort einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen. Ein Beispiel aus dem Blog "Dany goes Dubai":
    "Gegen 12 klingelte es dann an der Wohnungstür: Julia hatte es geschafft, sich durch den verrückten Verkehr zu uns durchzukämpfen. Sie ist erst seit Sonntag in Dubai - wir haben uns über's StudiVZ kennengelernt und auf Anhieb super verstanden."
    Die Virtuelle Community ersetzt oder ergänzt damit erleichternde Kontaktaufnahme, wie sie auch reale Communities wie Freimaurer, Lions, Religionsgemeinschaften, Parteien, Großfamilien, ethnische Bande usw. bieten, bei denen man zwar die Region wechsels, aber als Mitglied der Gemeinschaft auch in der neuen Region willkommen geheißen wird. Früher nahmen etwa die Zünfte diese Funktion ein, aber auch die Orden. So sind Klöster nach der Regel des Heiligen Benedikt verpflichtet (gewesen,) Gäste aufzunehmen.
  • Nicht zuletzt haben solche Communities auch die Funktion von erotischen Kontaktbörsen. So verkündeten zwei Teilnehmer des StudiVZ-Forums "'Single?' - 'Schuldig im Sinne der Anklage!' Erlangen / NürnbergForum", die sich gewissermaßen vor den Augen der anderen Gruppenteilnehmer angebaggert haben, gestern der Runde, sie hätten es, weil sie jetzt zusammen seien, nicht mehr nötig zu der geplanten Party (im Real Live) zu kommen, würden dies aber dennoch gerne tun.
Zugegeben, noch sind die Regeln für das Verhalten in solchen virtuellen Communities wie StudiVZ nur in Ansätzen erkennbar, nicht schriftlich gefaßt, kaum untersucht, wenn sie auch in einigen Gruppen diskutiert werden. Es gibt noch keinen Text "StudiVZ für Anfänger". Aber das ist wenig verwunderlich. Es hat z.B. auch einige Zeit gedauert, bis sich eine Netiquette etwa für das Verhalten in Mailinglisten herausgebildet hat.

Siehe dazu auch den Beitrag "Blogs sind doof II" von Robert Basic, der gegenüber StudiVZ zu recht sehr kritisch eingestellt ist, - nicht bezogen auf StudiVZ sondern auf das Web ganz allgemein - schreibt:
"muss man mehr von sich im Netz zeigen, um dem anderen eine Chance zu geben, dich als Person besser wahrnehmen zu können. Es ist wichtiger als das herkömmliche, urbane Verhalten der Mitmenschen im RL. Man sagt nicht auf der Straße 'Guten Tag', man redet kaum mit seinen Nachbarn, ja, gar man redet und trifft sich selten mit seinen nächsten Verwandten. Im Web schon.Eventuell kann man damit aber auch besser verstehen, warum immer mehr Menschen ihre 'persönlichen Daten' (Profile in Social Networks zB) so ausbreiten. Ich würde es unter dem Thema 'Digitale Identität' subsummieren. Was benötigt man an Informationen welcher Art auch immer, strukturiert wie auch unstrukturiert, um eine Identität aufzubauen? Wie schützt man sich vor fremden bzw. unwillkommenen Blicken, obwohl doch die Tür an sich für alle offensteht."
Technorati-Tag: StudiVZ.

Montag, November 13, 2006

Hofbraeuhaus, Dubai.

Dany studiert Informationsdesign an der Hochschule de Medien in Stuttgart und verbringt derzeit ein Praxissemester in Dubai. In ihrem Blog Dany goes Dubai hält sie seit August 2006 ihre Erlebnisse und Eindrücke von der Metropole am Golf fest, z.B. einen Besuch im Hofbräuhaus in Dubai: "In Dubai steht ein Hofbräuhaus...".

Interessant fand ich z.B. das Preissystem, einen All-Inclusive-Preis für Essen in 3 Restaurants sowie alle Drinks.

Das Hofbräuhaus Dubai gehört zu den Marriott Hotels und ist Franchisenehmer des Hofbräuhauses in München.

Wissensdossier zum Thema Akquise und Kundenbindung.

Elke Fleing hat mit ihrem Blog "Selbst und ständig" als Gastgeberin und Initiatorin des Business Blog Karnevals fungiert. Vom 21. Oktober bis 11. November wurden von 53 Experten-Blogs und nicht-bloggenden Business-Experten 131 Beiträge dazu verfaßt und gemeinsam ein Wissensdossier zum Thema Akquise und Kundenbindung erstellt.

Sonntag, November 12, 2006

StudiVZ: Wegen Ueberfuellung geschlossen.

"StudiVZ" hat es mittlerweile auf Platz 1 der Suchwörter bei Technorati gebracht. Viele derjenigen Blogger, die diesen Begriff verwenden, beschweren sich darüber, daß sie wegen des Traffics bzw. der unzureichenden Ausstattung dieser Website keinen Zugriff auf diese Website bekommen oder mit einer Warteseite vertröstet werden, weil die dahinter stehenden Datenbank-Server mit der Generierung der Seiten nicht mehr nachkommen.

Posts that contain Studivz per day for the last 30 days.
Technorati Chart
Get your own chart!

Mich erinnern diese Klagen etwas an die Mundpropaganda von Gästen, die sich bei Freunden und Bekannten beschweren, daß man in einem Restaurant auf Tagen oder gar Wochen voraus keinen Tisch bekommen könnte oder daß man in einer Diskothek häufig wegen Überfüllung nur noch eingelassen werde, wenn andere Gäste die Diskothek verlassen. In unserer Branche nennt man sowas, wenn die Mangelsituation nur vorgetäuscht wird, um den Eindruck zu schinden, der Zutritt bzw. Tischplätze seien begehrt, eine geschickte Tür- bzw. Reservierungspolitik.

Siehe auch: "Bewerberauswahl per StudiVZ III" und weitere Beiträge über StudiVZ.

Technorati-Tag: StudiVZ.

Samstag, November 11, 2006

Gastro-Text macht sich stark für korrekte deutsche Sprache im Gastronomiebereich.

(openPR) - Ein gutes Restaurant erkennt man an einer fehlerfreien Speisekarte. Diesen Standpunkt vertreten Karen Arnold und Daniel Große vom Mediennetzwerk 4und20.net. Die beiden Leipziger sind freie Journalisten und setzen sich mit einem neuen Angebot für mehr Qualität im Gastronomiebereich ein.
"Wir wollen die Grammatik und Orthographie auf Speise- und Weinkarten, Broschüren, in Anzeigen und Pressetexten verbessern"
sagt Karen Arnold. Heißt im Klartext: Rechtschreib- und Ausdrucksfehler sollen der Vergangenheit angehören. Dass für ihr Angebot mit dem Namen Gastro-Text Bedarf besteht, davon sind sie überzeugt.
"Täglich begegnen einem im Alltag Beispiele dafür. Ob das nun der Besuch in einem Café ist, der abendliche Gang ins Restaurant, im Urlaub oder einfach an der Imbissbude"
zählt Daniel Große auf und nennt Worte wie "Milch Reis", "Coktails" oder "Hühnerfleich". Stichproben in Restaurants offenbarten Dutzende von solchen Fälle, die sich teilweise durch die gesamte Karte zogen.

Warum so viele Gastronomen offenbar wenig Wert auf eine korrekte Schreibweise legen, ist für Karen Arnold unbegreiflich.
"Es ist doch gerade die Speisekarte, die als Türöffner für zahlende Gäste fungiert"
meint sie. Oftmals, so vermuten die Journalisten, entstünden solche Fehler aus der Unwissenheit heraus. Sprachbarrieren bei fremdsprachigen Betreibern, die neue Rechtschreibung oder der scheinbare Zwang, unbedingt Anglizismen verwenden zu müssen, würden dazu führen, dass die deutsche Sprache auch im Gastronomiebereich immer weiter verkommt. Darum soll auch bei der Formulierung von Begleit- und Einführungstexten geholfen werden. So ist es etwa bei französischen oder griechischen Gerichten nötig, eine klare Beschreibung dessen anzugeben, was der Gast wenig später serviert bekommen soll.

Die "Retter der Nation" sind die beiden Leipziger ob ihrer Leidenschaft für die deutsche Sprache nicht. Allerdings, so sagen sie, würden gerade in der Gastronomie Details entscheiden.
"Will der Koch, der als Krönung seiner Speise zerkleinerte Petersilie auf die Kartoffeln streut, nicht auch perfekt sein? Genau das ist auch unser Anspruch"
versinnbildlicht Daniel Große.

Informationen zum Angebot gibt es auf www.gastro-text.de. Auf dieser Website, die als Weblog angelegt ist, sollen in Zukunft auch Tipps gegeben werden. Über die Kommentarfunktion wollen die Macher mit Gastronomen und Interessierten in Kontakt treten. (Quelle: Pressemitteilung von 4und20.net).

Rauchen oder futtern.

Laut dem Artikel "Bald Rauchverbot in Restaurants" von Jochen Loreck, in: Kölner Stadtanzeiger vom 11. November 2006, soll der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Gerhard Müller (CSU), ein Gesetz in Aussicht gestellt haben, wonach Rauchen nur noch in "Schankwirtschaften" erlaubt wäre. Dies würde bedeuten, dass in "Eckkneipen", wo lediglich Getränke, aber keine Speisen serviert werden, der Griff nach der Zigarette zulässig bleiben würde. Gastwirte von Speisegaststätten, die auch künftig mit rauchenden Gästen einverstanden sind, müßten dann ihre Küche schließen.

Dumm nur für den Schwätzer, daß der Bund seit der Föderalismusreform für das Gaststättenrecht nicht mehr zuständig ist. Dabei weiß er es besser. Auf seiner Website ist zu lesen:
"Wir sind uns allerdings bewusst, dass für diesen Bereich nicht ausschließlich Bundes- sondern auch Landesrecht einschlägig ist."
Wobei das noch nicht eindeutig genug ist. Für das Gaststättenrecht sind ausschließlich die Länder zuständig.

Und überhaupt, ob man in einem Gesetz, welches das Verhältnis zwischen dem Staat und Unternehmen einer Branche im Rahmen der durch die Verfassung geschützten Gewerbefreiheit regelt, das Verhalten von Gästen gemaßregelt werden darf? Wie will man auf der Basis eines Gaststättengesetzes gegen Bürger Bußgelder verhängen, die in Gaststätten rauchen? Und wieso soll ein Gastwirt, der ein Rauchverbot gegenüber seinen Gästen nicht durchsetzen kann, eine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn nicht einmal der Staat Gäste zwingen kann, das Rauchen zu unterlassen?

Freitag, November 10, 2006

Bewerberauswahl per StudiVZ III.

Ein Catering-Unternehmer hat mir auf meine Beiträge über StudiVZfolgendes Feedback gegeben (amüsanterweise per Nachricht in der StudiVZ-Community, auch wenn wir uns bereits per OpenBC/Xing kennen):
"Ich verfolge die letzten Tage Ihre Diskussion über StudiVZ bei Gastgewerbe Gedankenspliter und muss Ihnen recht geben, dass sich die Plattform gut für Personal-, aber auch Kundenakquise eignet. Persönlich habe ich schon Aushilfsservicemitarbeiter angesprochen (Cateringunternehmen), insbesondere bei Veranstaltungen an der jeweiligen Uni sehr gut geeeignet. Allerdings eignet es sich natürlich auch besonders für Szenegastro, indem man sich sein optisches Wunschpublikum raussuchen kann und mit Specials, Bonus usw. direkt ansprechen kann."
Wenn andere Kollegen auch schon eigene Erfahrungen mit StudiVZ (oder ähnlichen Communities) gesammelt haben, einfach her damit.

Schall und Rauch.

Wer kennt noch die virtuellen Communities
  • Geocities (übernommen von Yahoo),
  • Tripod (übernommen von Lycos),
  • Bianca (wieder aktiv),
  • The Palace (am 27.9.00 eingestellt, Teile überleben noch auf anderen Sites, historische Seiten im Internet Archiv, mittlerweile verbirgt sich hinter der Website www.palace.com ein "free graphical chat".,
  • Xoom (übernommen von NBCi.com),
  • Colony City (deren Schicksal ist mir ubekannt), die Site existiert nicht mal mehr im Internet Archiv),
  • Amazoncity, die erste Community nur für Frauen (übernommen von Herspace.com, die es auch nicht mehr gibt),
  • die Frauen-Community Ivillage oder
  • Grrlspace für Girls (übernommen von Herspace.com)?
Daran habe ich denken müssen, als ich den Beitrag "Wieviel sind Networking-Sites wert?" von Steffan Heuer, in: Neuland vom 5. Oktober 2006, gelesen habe.

Bewerberauswahl per StudiVZ II.

Kai Siering schreibt in seinem Beitrag "Studivz - die allmorgendliche Zusammenfassung (2)", in: Blogdoch.net vom 9. November 2006 als Replik auf meinen Beitrag "Bewerberauswahl per StudiVZ":
"Mal abgesehen davon, daß das formal wohl Fake-Accounts voraussetzten würde".
Dies ist falsch. StudiVZ schreibt zwar in den AGB: "Des weiteren dürfen nur solche Leute den Service nutzen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und im wesentlichen als Student oder Studentin (nachfolgend ?Studierende? oder ?Student? genannt) gelten." Aber bereits im Anmeldeformular gibt es eine Auswahloption Alumni und akademisch vorgebildete Personalchefs sind eher die Regel als eine Ausnahme, zumindest wenn es sich das Unternehmen leisten kann, einen Universitätsabsolventen einzustellen. Wenn man unter Alumni nicht nur solche ehemaligen Universitätsangehörigen versteht, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben, sondern auch Studienabbrecher, erweitert sich der Kreis der auch formal Anmeldeberechtigten darüberhinaus erheblich.

Tatsächlich - so mein Eindruck aus vielen Gesprächen mit Nutzern von StudiVZ in den letzten Tagen - ist ein nicht unerheblicher Anteil der Nutzer nicht immatrikuliert. Sie wählen, da die Anmeldung die Auswahl einer bestimmten Universität verlangt, eine solche Zuordnung zwar vor, sehen sie aber eher als Zuordnung zu einer Stadt/Region an. Diese Nutzer haben dabei kein schlechtes Gewissen (warum auch?) und geben meist offen auch ihren wirklichen Arbeitsplatz oder die Schule an, die sie besuchen. Zudem sind heutzutage die Übergänge von Studium und Arbeit fließend. Siehe dazu etwa die Neuerscheinung "Wir nennen es Arbeit" von Holm Friebe, Sascha Lobo.

Die amerikanische Vorlage Facebook hatte zeitweilig die Zugangsvoraussetzungen enger gefaßt und kontrolliert und ist schnell wieder davon abgekommen. Wenn wirklich vorab oder nachträglich geprüft werden würde, ob ein Teilnehmer studiert, würde sich das Wachstum der Nutzerzahlen meines Erachtens erheblich verlangsamen. Für eine solche Überprüfung besteht meines Erachtens auch keine Notwendigkeit, denn die sich konform verhaltende Nichtstudierende mindern den Wert der Community aus Nutzersicht nicht. Und wenn jemand negativ auffällt, bleibt er isoliert.

Ich würde einem Personalverantwortlichen, der StudiVZ nutzen möchte, dazu raten, mit offenem Visier zu arbeiten und explizit anzugeben, wozu er seinen Account (auch) nutzen möchte.

Er könnte z.B. eine Gruppe einzurichten, in die er als Moderator in Frage kommende Bewerber einlädt bzw. zu der sich Bewerber eigeninitiativ anmelden können. Die Beschreibung der Gruppe könnte die wichtigsten Informationen über die ausgeschriebene Stelle enthalten - vergleichbar einer Stellenausschreibung. Für die Bewerber hätte dies den Vorteil, daß sie sich an keine anonyme Personalabeilung wenden müssen, sondern mit einer Person Kontakt aufnehmen, die sich seinerseits mit einem Profil mehr oder wenig offen darstellt. Die Fragen und Antworten, die in dieser Gruppe gegeben werden, erleichtern beide Seite die Arbeit. Oft enthalten Stellenausschreibungen, wie sie in den Printmedien üblich sind, zu wenige Informationen und zudem bevorzugt solche, die die Bewerber weniger interessieren.

Eine ganz andere Frage ist, ob StudiVZ und vergleichbare Community-Portale solche Nutzungen nicht aktiv entwickeln und als Dienstleistungen Unternehmen kostenpflichtig anbieten werden. Für die Nutzer böte dies den Vorteil, sich recht einfach vor einer formalen Bewerbung informieren zu können und ihre meist prekäre Chance, eine Stelle zu finden, zu verbessern. Die Unternehmen andererseits könnten Bewerber ganzheitlich beurteilen.

Donnerstag, November 09, 2006

Rauchfreie Disco.

Der Bamberger Live-Club versucht es in Zukunft mit einer rauchfreien Tanzveranstaltung "Wolkenlos - Die rauchfreie Disco" im Monat, erstmals ab Donnerstag, 23. November 2006, von 21 Uhr bis 3 Uhr.

Einige Stammgäste des Bamberger "Live-Clubs" habe sich als Gruppe im StudiVZ versammelt:Live-Club Freunde.

Mittwoch, November 08, 2006

Bewerberauswahl per StudiVZ.

So unterschiedlich kann man die Dinge sehen: Robert Basic warnt Studenten, sich in der virtuellen Community nicht zu entblößen ("StudiVZ enters French Space"):
"Jagt die Mädels, sauft, macht Party, aber hinterlasst keine Spuren. Seid Fantomas;)"
Meines Erachtens kann man in den Profilen der Nutzer von StudiVZ - positiv gewendet - auch nach Indikatoren für Eigenschaften suchen, die sie für Jobs als geeignet erscheinen lassen. Ich sehe weniger die Gefahr, daß Bewerber, die sich auf traditionellen Wegen bewegenbewerben, vom Arbeitgeber gescannt und ausgesondert werden, als die Chance, daß Arbeitgeber in solchen Portalen aktiv nach geeigneten Bewerbern suchen. Wo anders kann man sich als Arbeitgeber einen Teil des Freundeskreises von Bewerbern anschauen, wo einen Blick werfen in Fotoalben mit Fotos seiner Familie? Es gibt doch gute Gründe dafür, daß nicht wenige Unternehmen insbesondere bei der Auswahl von Auszubildenden, die man bei falscher Wahl kaum wieder los wird, Mikis und Kukis bevorzugen, also Kinder von Mitarbeitern und Kunden. Man schließt aus bekannten Eigenheiten der Mitarbeiter und Kunden auf Eigenheiten ihrer Kinder, weil man befürchtet, ansonsten Bewerber auszuwählen, bei denen man zu spät unangenehme Eigenschaften entdeckt.

Gastronomie-Rechtsprechung.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat den aktuellen Stand der Rechtsprechung aus der Sicht von Gästen in der Gastronomie dargestellt: "Essen im Restaurant: Gäste müssen nicht alles schlucken".

In diesem Beitrag habe ich die falsche Aussage gefunden:
"Wer einfach geht, dem könnte das als strafbare Zechprellerei angekreidet werden."
Leider gibt es einen Straftatbestand "Zechprellerei" nicht. Ein solches Verhalten ist Betrug und der ist leider nur bei Vorsatz strafbar, der im Einzelfalle schwierig zu beweisen ist. Um so wichtiger ist es, jeden Fall anzuzeigen. Fällt jemand häufiger damit auf (auch in verschiedenen Gaststätten), wird der betrügerische Gast sich kaum mehr herausreden können, er habe nur fahrlässig zu zahlen vergessen.

Neulich habe ich sogar einen Laufgast, der nur einen Betrag in Höhe von 7,80 Euro geprellt hat, mit einem Streifenwagen verfolgen lassen. Die haben den Betrüger aus einem Bamberger Glasscherbenviertel sofort erkannt und seine Akte erweitert. Dummerweise für Zechpreller liegt unser Café Abseits der Bamberger Polizeidirektion gegenüber und der eine oder andere Polizist ist in Zivil meist immer unter unseren Gästen. Vergessen Sie nicht in solchen Fällen immer auch ein Hausverbot auszusprechen, damit im Wiederholungsfall eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch hinzukommt.

Kinkaa.

Am 1. November 2006 wurde Kinkaa, eine neue Suchmaschine für Reiseangebote im Internet gestartet.

Dank AJAX Technologie (einem Konzept der asynchronen Datenübertragung zwischen einem Server und dem Browser, welches es ermöglicht, innerhalb einer HTML-Seite eine HTTP-Anfrage durchzuführen, ohne die Seite komplett neu laden zu müssen) wird die Online-Suche nach Reisen zum Kinderspiel: Flüge, Hotels oder Pauschalreisen - Kinkaa durchsucht mehr als 50 deutsche Webseiten nach den besten Angeboten - unter anderem Ebookers, Ltur, HRS, Travelocity, travelchannel, Avigo und viele mehr.
"Als unabhängige Suchmaschine ist Kinkaa eine hervorragende Plattform für das einfache Finden von Reisemöglichkeiten"
so Torsten Jacobi, Mitbegründer von Kinkaa.
"Unser Service macht das Planen von Reisen einfacher und übersichtlicher. Die Zeiten des endlosen Klickens durch dutzende Reisesuchmaschinen und Homepages sind vorbei."
Nach dem Start des Services in Deutschland und in den USA wird Kinkaa bald auch in mehreren Ländern Europas und Asiens seinen Service anbieten. Das Angebot von Kinkaa ist kostenlos.

Mehr darüber im Blog von Kinkaa.

Dienstag, November 07, 2006

Vortragsreihe in Bamberg: Journalismus und Web 2.0.

Seit 2004 ziehen sich hübsche Bamberger Studentinnen und Studenten aus ("Bauern und Studenten nackt und ungehemmt"), um unter anderem mit den Erlösen eines Aktkalenders die "futuredays" mit zu finanzieren, eine Reihe von Workshops und Vorträgen zu solchen Themen, die im regulären Veranstaltungsprogramm der Universität Bamberg zu kurz kommen.

In diesem Jahr bieten der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften und die Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien" an der Universität Bamberg eine Vortragsreihe "Journalismus und Web 2.0", die mir so interessant zu sein scheint, daß ich für die jeweils zwei Stunden an 6 Tagen vom 6. November 2006 bis 30. Januar 2007 gerne einmal meinen Thekenplatz mit dem Hörsaal tausche. Diese Veranstaltungen stehen nämlich auch gemeinen Bürgern wie mir offen. Die Themen sind durchweg interessant, auch wenn die Namen der Vortragenden noch nicht alle veröffentlicht worden sind. Nicht zuletzt tummeln sich in der Studienrichtung Kommunikationswissenschaft mit die hübschesten Studentinnen.

Die Veranstaltungsreihe wurde, ganz geschickt lieber Dr. Jan Schmidt, in die Bockbierzeit gelegt, womit dem einen oder anderen Vortragenden und auswärtigen Zuhörer vielleicht ein zusätzlicher Impuls gegeben werden wird, nach Bamberg zu kommen.

Die ersten Termine sind laut einer Ankündigung von Dr. Jan Schmidt:Am spektakulärsten ist wohl der Auftritt von Katharina Borchert. Da wird wohl eine ganze Bande auswärtiger Journalisten einfallen, um mitzuschreiben.

Abmahnung von Gaststaetten mit dem Namen "Zur Linde".

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen erhielt Kenntnis, dass Hotels und Gaststätten mit dem Namen "Zur Linde" markenrechtlich abgemahnt wurden und zur Kasse gebeten werden sollen. Ein Verein aus Erfurt habe sich diesen Namen als Wort-Bild-Marke schützen lassen und mahnt jetzt betroffene Hotels und Gaststätten mit Hilfe eines Erfurter Rechtsanwalts offensichtlich bundesweit ab.

Die IHK Südthüringen beabsichtigt in dieser Angelegenheit mit dem Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. Frankfurt/Main (DSW) eine Gegenoffensive zu starten und bittet betroffene Unternehmer, sich bei ihr unter Tel. 03681 362-321 zu melden.

Gegenüber dem Abmahner empfiehlt die IHK vorerst nicht zu reagieren. (Quelle: Pressemitteilung der IHK Südthüringen).

Mein Kommentar dazu: Ich hoffe, der abmahnende Verein hat eine gut gefüllte Vereinskasse, um die Honorare der Anwälte der abgemahnten Gastwirte zu bezahlen, oder es ist im Falle einer Insolvenz des Vereins wenigstens möglich, auf die Geldbeutel der dahinter stehenden Personen durchzugreifen. Bedauerlicherweise sind die eigentlich zuständigen Rechtsanwaltskammern nicht selten unwillig, einem standeswidrigen Treiben einiger ihrer Mitglieder Einhalt zu gebieten. Nicht ganz unschuldig ist vermutlich auch das Markenamt. Solche Marken dürfen für unsere Branche erst gar nicht eingetragen werden. Die Masche - eintragen, darauf vertrauen, daß das Markenamt mitspielt und nach Ablauf der Widerspruchsfrist abkassieren - ist eigentlich bekannt. Bislang erfolgten die Abkassierversuche eher über vermeintliche Ansprüche aus dem Wettbewerbsrecht. Nachdem nicht wenige Gerichte dabei nicht mehr mitspielen, verlagern sich die Attacken auf das Markenrecht.

Siehe zur generellen Problematik auch meinen Beitrag "Was ist bei der Namenswahl gastronomischer Objekte zu beachten?".


Baerentoeter.

Der als "Bärentöter" in weiten Kreisen der bayerischen Bevölkerung, aber auch der CSU, gehänselte bayerische Gesundheitsminister Dr. Werner Schnappauf versucht sein ramponiertes Image durch ein vordergründig entschlossen wirkendes Auftreten für ein gesetzliches Rauchverbot in der bayerischen Gastronomie zu verbessern: "Gesetzliches Rauchverbot auch für Gaststätten", in: Frankenwald-CSU.de vom 6. November 2006.

Der "Bärentöter" begründet dies mit angeblichen Ergebnissen einer sogenannten "Tabakrauch-Studie" des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Er wird wissen, warum diese Studie noch nicht veröffentlicht worden ist.

Pikant an dieser Imagekampagne ist, daß das Gesundheitsministerium für eine theoretisch denkbare Neufassung des Gaststättenrechts überhaupt nicht zuständig.

Montag, November 06, 2006

Rauchverbot in der Gastronomie testweise.

Die "Berliner Morgenpost" hat fünf Berliner Gaststätten gebeten, am letzten Samstag einen Tag lang ein striktes Rauchverbot zu testen: "Einen Abend rauchfrei: Der große Test" von Tanja Kotlorz.

Die Ergebnisse überraschen mich wenig. Sie sind abhängig vom Betriebstyp. Deshalb kann nur der Gastronom entscheiden, was für seinen Betrieb gut ist.

StudiVZ in der Kritik.

Allen voran kritisiert Robert Basic das Gebaren der Betreiber von StudiVZ. Karsten Wenzlaff hat gestern eine umfassende Sammlung kritischer Beiträge aus Deutschland für englischsprachige Leser veröffentlicht: "StudiVZ - The glamour is fading (or a chronic on how lack of PR can ruin a good idea)".

Vor diesem Hintergrund verwundert es vielleicht, wenn ich mich so ausführlich mit einer virtuellen Community StudiVZ beschäftige, deren Betreiber - meines Erachtens zurecht - kritisiert werden. Warum befrage ich viele Mitglieder?

Ich interessiere mich mehr für die Menschen, die dort mitmachen, und deren Verhalten und insbesondere für die Chancen der Gastronomie, Gäste und Mitarbeiter damit anzusprechen und weniger für das Verhalten der Betreiber.

Eine ähnliche Sichtweise hat Helge Städtler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erwachsenen-Bildungsforschung der Universität Bremen, der sich für sein Arbeitsgebiet "Didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen" fragt, warum studiVZ Erfolg hat, und davon zu lernen versucht: "studiVZ: Das Lehrveranstaltungssystem 2.0?".

Die Geschichte der virtuellen Communities hat zudem gezeigt, daß sich Mitglieder einer VC (sowohl die "einfachen" Mitglieder als auch Aktivisten) nur in begrenztem Maße steuern (um nicht zu sagen: verarschen) lassen. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "Virtuelle Communities und eCommerce", in dem ich auf einige historische Beispiele eingehe.

Wie können Gastronomen grundsätzlich mit solchen virtuellen Communities umgehen?
  • Sie können sich als Unternehmen einklinken. Ziel des Einklinkens in eine bestehende virtuelle Community könnte sein, dort Kunden zu gewinnen. Es kann aber auch sein, daß man seinen bestehenden Kunden den Service einer virtuellen Community zur Verfügung stellen will. Oder beides.
  • Man kann seine Mitarbeiter motivieren, sich dort einzuklinken. Oder auch sich selbst als Person engagieren. Im wirklichen Leben machen das Gastronomen, in dem sie jedem Verein beitreten, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Und man bevorzugt bei der Personalauswahl gesellige Mitarbeiter.
  • Sie können versuchen, eine eigene virtuelle Community aufzubauen - allein oder mit anderen Partnern (Gastronomen oder auch aus anderen Branchen).

Gaestebindung per StudiVZ: Parties, Discos.

Sehr geschickt nutzt der Bamberger Discjockey Christian Luthardt (DJ Cri) die Möglichkeiten der virtuellen Community StudiVZ und zeigt vorbildlich, wie es geht:
  • Ergänzend zur StudiVZ-Gruppe bamberg.nightlife gibt es eine Website www.bamberg.nightlife.de.vu, die natürlich in den Erläuterungen zur StudiVZ-Gruppe genannt werden (ein Link ist technisch nicht möglich).
  • Gruppenmitglieder erhalten Rabatte, wenn sie sich auf der dazugehörigen Website eine Mitgliedskarte herunterlanden.
  • In einer dafür vorgesehenen Textspalte werden aktuelle Infos über bevorstehende Parties, aktuelle Produkt- und Preisangebote veröffentlicht.
  • Gruppenmitglieder können Musikwünsche äußern. Dies verstärkt nicht nur das Gefühl, wichtig genommen zu werden, sondern der Discjockey wird auch auf Musik aufmerksam, die er noch nicht kennt und die zu seinem Publikum passen könnte.

Samstag, November 04, 2006

Danke.

Sehr gefreut habe ich mich über eine lobende Erwähnung in einem Artikel "Jogging fürs Hirn", in: "Gastfreundschaft", Ausgabe Herbst 2006. Jörg van Alen beleuchtet darin Informationsquellen für Gastronomen:
"Das wahrscheinlich umfangreichste und informativste Gastronomie-Portal findet man jedoch unter www.abseits.de, das mittlerweile monatlich bis zu 700.000 Page Views verzeichnet und neben unzähligen Infos zu allen Themenbereichen außergewöhnlich viele Querverweise liefert."
"Gastfreundschaft" ist das nationale Fach-Magazin der Hotel- und Gastronomiekunden der GEVA-Gesellschafter, 115 gastronomieorientierten Getränkefachgroßhändlern. Es wird in einer Gesamtauflage von über 19.000 verkauften bzw. verbreiteten Exemplaren zweimal jährlich direkt versandt.

Mehr über Getränkefachgroßhändler.

Freitag, November 03, 2006

Bio baut seine Marktposition international aus.

Ein Hauch von "Dolce Vita", angereichert mit den Wohlgerüchen der mediterranen Küche, durchweht die Hallen der BioFach 2007 und macht ordentlich Appetit: auf das Weltangebot an Bio-Produkten, "serviert" von rund 2.100 Ausstellern. Zwei Drittel von ihnen reisen extra aus dem Ausland an, wenn sich vom 15. bis 18. Februar 2007 die internationale Bio-Branche wieder im Messezentrum Nürnberg trifft. Als Land des Jahres zieht diesmal Italien alle Blicke auf sich und überzeugt die erwarteten gut 37.000 Fachbesucher durch Qualität und Vielfalt italienischer Bio-Delikatessen.

Neu 2007: Die Weltleitmesse für Bio-Produkte bekommt eine schöne Tochter. Vivaness heißt die neue Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness, die mit über 200 Anbietern hochwertiger Naturkosmetik- und Körperpflegeprodukte erstmals als eigenständige Fachmesse deutlich größer und mit erweitertem Angebot an den Start geht. BioFach und Vivaness finden stets zeitgleich in Nürnberg statt.

Mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln sich international Bio-Fachhandel und Supermarktketten. Zu den Boom-Ländern gehören derzeit die USA, Deutschland, Großbritannien und Schweden. In diesen Ländern wird in den nächsten fünf Jahren mit einer Verdopplung des Bio-Umsatzes gerechnet. Sie sind Impulsgeber im internationalen Wettbewerb um die besten Bio-Konzepte und wichtige Importmärkte. Damit unterstützen sie Bio-Anbau und Verarbeitung in vielen exportorientierten Ländern. Fast überall in Europa gewinnt Bio-Anbau an Boden.

Beispiel Spanien: Mit einem Zuwachs von 10 % auf 808.000 ha ökologisch bewirtschafteter Fläche und einem Plus von 8 % auf über 2.000 Verarbeiter im Jahr 2005 gehört Spanien zu den EU-Spitzenreitern.

Deutschland: Bio-Appetit hält an ? 160.000 Arbeitsplätze

Seit drei Jahren steigt der Umsatz der gesamten Bio-Branche im zweistelligen Bereich. Bio-Produkte im Wert von 3,9 Mrd. EUR ließen sich die Deutschen 2005 schmecken (Prof. Ulrich Hamm, Uni Kassel). Für 2006 wird erneut mit einem Zuwachs vom mehr als 10 % gerechnet. Vor allem die Neugründungen von 40 bis 60 Bio-Supermärkten pro Jahr und die Aktivitäten der Discounter tragen deutlich zum Marktwachstum bei. Zudem steigt das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher angesichts ständig neuer Lebensmittelskandale oder genmanipulierter Lebensmittel. Allein in Berlin gibt es mit über 30 Bio-Supermärkten mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. 2005 öffneten hier 9 neue Märkte mit über 200 m2 Verkaufsfläche.

Allerdings führt zunehmender Wettbewerb zu deutlichen Veränderungen bei den Marktanteilen. Wer nicht investiert, sein Angebot aktualisiert und erweitert, leidet auch in der boomenden Bio-Branche unter wirtschaftlichen Einbußen. Durch eine bessere Verfügbarkeit von Bio-Produkten in Bio-Supermärkten, im LEH und bei Discountern geraten bäuerliche Direkt-vermarkter, aber auch kleinere Naturkostläden unter Druck. Während der LEH 2005 seinen Marktanteil auf 41 % (+4 %) ausbaute, sank die Erzeuger-Direktvermarktung auf 14 % (-2 %). Rückgänge auf 6 % (-2 %) machten auch der Reformbranche zu schaffen. Trotz steigender Umsatz-zahlen ging der Anteil des Naturkostfachhandels auf 25 % (-1 %) leicht zurück. Ebenfalls 1 % Verlust auf 6 % mussten Bio-Metzger und -Bäcker verkraften. Gewinner waren neben dem LEH auch Drogeriemärkte, Liefer-dienste und Verarbeitungsunternehmen, die auf 8 % (+1 %) zulegten (Prof. Hamm). Nicht gesondert ausgewiesen sind hier Discounter, die besonders profitiert haben dürften. Der Umsatzanteil von Bio-Lebensmitteln am gesamten Lebensmittelhandel wird sich von heute 3 % bis 2010 verdoppeln, so das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG und des EHI Retail Institute, Köln.

Nach Schätzungen des PresseForum BioBranche sichert der Bio-Markt das Einkommen von rund 160.000 Arbeitskräften in Deutschland, die in Erzeugung, Herstellung, Handel und Dienstleistung tätig sind.22.032 zertifizierte Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter von Bio-Lebensmitteln registrierte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Ende 2005. Hinzu kommen die von der Statistik nicht erfassten Non-Food-Hersteller u. a. von Naturkosmetik, ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln, Naturtextilien sowie Zulieferer, Dienstleister, Verbände usw.

Bio-Branche in Dänemark hat Stagnation überwunden

Dänemarks Bio-Branche ist nach fünf Jahren der Stagnation wieder auf dem Wachstumspfad. Laut "Danmarks Statistik" stieg der Bio-Umsatz 2005 um 12 %. Bei den großen Einzelhandelsketten, die zusammen etwa 80 % der dänischen Bio-Umsätze erzielen, war das Wachstum moderat. Spitzenreiter im LEH bleibt weiterhin die zu Coop gehörende Kette Irma. Hier stieg der Bio-Umsatzanteil von 11 auf 13 %. Im Fachhandel eröffnete die von Bauern betriebene Bio-Ladenkette Gaardbutikken 2006 ihre vierte Filiale.

Die schwedische Regierung möchte den Anteil der zertifizierten Bio-Landwirtschaft auf 20 % im Jahr 2010 erhöhen. Bereits Ende 2005 waren 19 % Ökolandbau erreicht, aber nur 7 % der Landbauflächen bei Kontrollstellen registriert. Daher fördert die Regierung die Zertifizierung. Ein Viertel aller Kantinen in öffentlichen Einrichtungen soll bis 2010 leckere Bio-Gerichte anbieten. Marktexperten schätzen, wenn der öffentliche Sektor bis 2010 seine Bio-Einkäufe auf 25 % erhöht, führt das zu einer Verdoppelung des Bio-Marktvolumens in Schweden von 434 Mio. EUR im Jahre 2005.

Großes Engagement der Supermarktketten in Großbritannien

Während der britische Lebensmittelmarkt 2005 um lediglich 3 % zulegte, schritt der Bio-Markt mit beachtlichen 30% voran, dreimal so viel wie im Vorjahr, berichtet der britische Bio-Verbandes Soil Association. Der Gesamtumsatz erreichte 1,6 Mrd. GBP (2,3 Mrd. EUR). Zwei von drei Verbrauchern in Großbritannien wählen bewusst Bio-Produkte. Sogar über die Hälfte der Geringverdiener kauft jetzt Bio-Qualität. Die Soil Association rechnet bis zum Ende des Jahrzehnts mit 3 Mrd. EUR Bio-Umsatz in Großbritannien. Führend in der Bio-Vermarktung sind die Supermarktkonzerne Sainsbury?s mit inzwischen 1.000 Bio-Produkten und der Bio-Eigenmarke "SO organic" sowie Waitrose mit 1.500 Bio-Artikeln einschließlich vorverarbeiteter Gerichte. Sainsbury?s hält einen Marktanteil von 30 % am britischen Bio-Markt. Waitrose punktet 2005 mit 18 % Wachstum. Sainsbury?s und Tesco sind großflächig in die Belieferung von Kunden mit Bio-Gemüsekisten eingestiegen. Auch die Supermarktkette Asda, die zu Wal-Mart USA gehört, kündigte ihr verstärktes Engagement im Bio-Bereich an.

Schnelle Zunahme der Öko-Flächen in Mittelost- und Osteuropa

Das rapide Wachstum der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Mittelost- und Osteuropa bietet einerseits ein interessantes Exportpotential, andererseits wird zunehmend die Vermarktung im eigenen Land verbessert. Auf 50 Mio. EUR schätzt die deutsch-polnische Unternehmensberatung SixtyTwo den Bio-Umsatz in Polen. 2005 haben sich Anzahl der Öko-Betriebe auf 7.183 und Öko-Fläche auf 167.740 ha verdoppelt. Bislang hinkten Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Erzeugnissen der schnell wachsenden Zahl an Bio-Höfen hinterher. Das polnische Landwirtschafts-ministerium sieht deshalb für Bio-Promotion rund 3,1 Mio. EUR vor. Das Marketingprogramm soll der besseren Markterschließung dienen.

1993 gab es in Litauen nur 148 ha Bio-Fläche, ein gutes Jahrzehnt später, Ende 2005, waren es bereits 70.389 ha. Dies entspricht einem Bio-Anteil von 1,5 %. Die litauische Regierung unterstützt den Bio-Anbau seit 1997 durch Direktzahlungen. Der "Country Development Plan" für 2004 bis 2006 sieht einen Öko-Anteil von 5 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche vor. Der Aktionsplan des Landwirtschaftsministeriums in Lettland baut auf einen Flächenanteil von 2,3 % bis Ende 2006. Der Absatz von Bio-Produkten auf dem einheimischen Markt soll auf 2 % ansteigen.

Steigende Bio-Nachfrage bei Verbrauchern in der Türkei

Seit Sommer 2006 findet in Istanbul jeden Samstag der erste Bio-Wochenmarkt der Türkei statt. Das Angebot der rund 100 Stände ist vollständig kontrolliert biologisch ? und das zu moderaten Preisen, die kaum 20 % über denen konventioneller Ware liegen. Die Betreiber freuen sich über 2.500 bis 3.000 Marktbesucher. Mehl und Getreide in Bio-Qualität sind bislang nicht in ausreichendem Maß auf dem türkischen Bio-Markt verfügbar. Daher entwickelte die Istanbuler Stadtverwaltung ein Vertragsanbau-Projekt. Inzwischen bäckt die Istanbuler Bäckerei IHE Bio-Brot und sponsert die Weiterbildung der Bauern. Das Projekt wurde 2005 in zehn Städten der Türkei mit dem Namen ?Bio-Landbau ? Bio-Brot? ins Leben gerufen. Für 2006 sind dafür 14.000 t Getreide von 1.300 Bio-Bauern eingeplant. Zwei Bio-Handelsketten, Ecolife und City Farm, errichten derzeit ein Filialnetz von Bio-Fachgeschäften für die 15-Millionen-Einwohner-Metropole.

USA: weltgrößter Bio-Markt weiterhin mit starken Steigerungsraten

Durch den Einstieg großer Lebensmittelketten wie Wal-Mart, Supervalu und Safeway in den Bio-Markt ist in den USA auch 2006 wieder mit steigenden Absatzzahlen von Bio-Lebensmitteln zu rechnen. 2005 betrug der Umsatz 13,8 Mrd. US-Dollar (10,9 Mrd. EUR). Das entspricht knapp dem Drei-fachen des deutschen Bio-Marktes. Der Bio-Anteil am gesamten US-Lebensmittelmarkt liegt mit 2,5 % etwas unter dem deutschen Wert.

Noch hält der Fachhandel mit 47 % beachtliche Marktanteile. Das könnte sich durch den Markteintritt der konventionellen Ketten zusehends ändern. Allerdings zählen in den USA auch Naturkost-Supermärkte wie Whole Foods mit Verkaufsflächen von 3.000 bis 5.000 m2 und die Kette Wild Oats zum Fachhandel. 46 % des Umsatzes laufen nach Angaben der Organic Trade Association (OTA) über den konventionellen LEH, rund 7 % über Bauernmärkte, Direktvermarkter und Lieferdienste.

Nachhaltiges Wirtschaften verspricht gute Umsatzzuwächse

Große Zuwächse im Bio-Lebensmittelbereich fügen sich nahtlos in die Diskussion um Nachhaltigkeit, Klimawandel und Gentechnik ein. Sie erfasst auch den Non-Food-Sektor. Demnächst gibt es Jeans in Öko-Qualität. Die britische Supermarktkette Tesco engagiert sich stärker für Naturtextilen. Eine Neubewertung der Konsumgewohnheiten kommt Unternehmen zugute, die frühzeitig ihre Produktion umweltfreundlich ausrichten. (Quelle: Pressemitteilung der Biofach).

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Clickriver.

Amazon testet auf ihrer amerikanischen Website Amazon.com ein Angebot, bei dem man in den Trefferlisten von Suchanfragen Werbung schalten kann: Clickriver (Siehe dazu: "Amazon.com?s Clickriver Pay-Per-Click Search Advertising" von Loren Baker, in: Search Engine News vom 3. November 2006.)

Dieses Angebot empfiehlt sich insbesondere für Anbieter ergänzender Produkte und Dienstleistungen. Anzeigen von Hotels, Destinationen und Hotelbuchungsportalen könnten sich z.B. zu Reisebüchern über eine bestimmte Region oder Stadt gesellen.

Donnerstag, November 02, 2006

Gruscheln im StudiVZ.

Vor Jahren habe ich mich bereits ein wenig über "Virtuelle Communities" ausgelassen. In den letzten Wochen bin ich vor allem durch Robert Basic auf StudiVZ aufmerksam geworden (siehe dazu Robert Basics kritischen Beitrag "Das Wachstumsgeheimnis von StudiVZ"). StudiVZ ist ein deutsches Me-Too des erfolgreichen amerikanischen Vorbilds Facebook, eine Community für Studenten, Schüler, die studieren wollen, und Alumni (ehemalige Studierende). Siehe dazu: "StudiVZ: Europas größtes Studentennetzwerk", in: Netzwelt vom 18. September 2006.

Zugleich habe ich mitbekommen, dass diese virtuelle Community bei einem großen Teil unserer studentischen MitarbeiterInnen häufiges Gesprächsthema ist. Es ist fast schon Standard, dort anzubaggern und angebaggert zu werden oder, wenn man im wirklichen Leben jemand kennenlernt, erst mal nachzuschauen, was er denn so treibt, wen er kennt, ob man gemeinsame Freunde hat usw.

Heute habe ich mich studienhalber einmal dort angemeldet und mich ein wenig umgeschaut. Dabei ist mir zugleich ein Fauxpas passiert. Man hat die Option, sich anonym Seiten der anderen Mitglieder anzuschauen. Aber das habe ich zu spät bemerkt. Es passiert, was passieren muß. Meine Besuche auf den Seiten unserer Mitarbeiter werden sogleich entdeckt und ich werde sofort "gegruschelt". Das tut nicht weh, sondern ist eine Abkürzung für "grabschen" und "kuscheln". Siehe dazu: "Gruscheln reloaded". Anders ausgerückt: eine nicht mit weiteren Inhalten angereicherte Nachricht, die so etwas bedeutet wie "Ich mag Dich" oder "Ich kenn Dich doch irgendwoher".

Im Vergleich zu Xing (OpenBC), wo ich standesgemäß eher hineinpasse (von dem Kalauer mal abgesehen, dass ich in keiner virtuellen Community Mitglied sein möchte, wo Leute wie ich aufgenommen werden) ist mir aufgefallen:
  • Die Bereitschaft, um nicht zu sagen die Naivität der Kommunarden, persönliche Details praktisch jedermann offen zu legen, ist noch größer als in Xing, vielleicht weil man im Kreise der studentischen Kommunarden das Gefühl hat, auf dem Campus, unter sich zu sein.
  • Xing lebt von der Illusion, man fände Kontakt zu Entscheidungsträgern. Die werden sich aber hüten, auf die Einlaßkontrolle einer abwimmelnden Sekretärin zu verzichten, so daß sich hier eher mittlere Manager und Leute, die einem Versicherungen andrehen wollen, herumtreiben. Wenn dies auch so im StudiVZ wäre, würden die wirklich hübschen Mädels und Jungs fehlen. Doch hier sind viele Partylöwen vertreten.
Gastronomen insbesondere in Universitätsstädten sollten sich StudiVZ anschauen:
  • Mir ist z.B. bis heute nicht bekannt gewesen, daß es dort sogar eine Gruppe gibt, in der ehemalige und aktuelle Mitarbeiter unseres Café Abseits menscheln. Das Bild einer Gaststätte bei Kunden und Bewerbern kann dadurch mit geprägt werden. Das ist in etwa so, als ob, wenn Ihre Mitarbeiter zusammensitzen, jemand mitschreibt und jedes intime Detail in einer Zeitung veröffentlicht. Eventuell sollte man sich sogar Sprachregelungen für Mitarbeiter überlegen.

Gruppe Abseits in StudiVZ

  • Zugleich eröffnet StudiVZ Chancen, zu erkunden, was in konkurrierenden Betrieben los ist.
  • Man kann bei studentischen Bewerbern um Jobs in StudiVZ viel mehr über diese erfahren, als die meisten freiwillig in Bewerbungsunterlagen oder Bewerbungsgesprächen ausplaudern würden. Inbesondere erfährt man vieles über Umfang und Qualität des Bekanntenkreises und damit über die Fähigkeit von Mitarbeitern, neue Gäste zu ziehen. Siehe dazu: "Personalauswahl in der Gastronomie: Persönlichkeitsmerkmale und Anforderungsprofile".
  • Meines Wissens noch überhaupt nicht genutzt, wird die Möglichkeit, aus den bekundeten Vorlieben der Studierenden, evtl. sogar regional oder nach Studienfächern differenziert, Analysen zu erstellen, z.B. welche Musik, welche Filme, Bücher usw. populär sind.
  • Die Community-Funktionen von StudiVZ lassen sich sogar zur Community-Bildung von Mitarbeitern und Gästen von gastronomischen Betrieben verwenden. Dies nutzt bereits das Restaurant Luise in Dahlem mit der Gruppe Restaurant Luise addicts. Meines Erachtens gehört dazu aber auch ein Link von der Website der Gaststätte zu dieser Gruppe in StudiVZ.
  • Nicht zuletzt bietet StudiVZ vermutlich in der Zukunft die Möglichkeit, sehr schmale Zielgrupppen genau anzusprechen, zumindest theoretisch, denn noch kann man dort keine Werbung schalten.
Konkurrierende Communities sind in Deutschland:Siehe auch einen interessanten Vergleich der virtuellen Communities Unister.de und StudiVZ.net von Andreas Dittes: "StudiVZ vs. Unister - Der Kampf um die Studenten" vom 25. August 2006.

Genussblogs.

Vor kurzem hatte ich mich kritisch zur Initiative SwissBlogPress geäußert. Erfolgversprechender erscheinen mir Initiativen wie der von Theo Huesmann und Thomas Lippert gestarteten Feedsammler (Aggregator) Genussblogs.net. Technisch gesehen handelt es sich im Kern um nicht mehr als eine Sammlung von Feeds ausgewählter Blogs, die sich um kulinaristische Themen kreisen. Das Blog, das Sie gerade lesen, ist auch darunter, auch wenn wir nicht nur genussvolle Dinge ansprechen, sondern auch Dinge, die viele Kollegen eher zum Kotzen finden.

Bei solchen Feedsammlungen stellt sich immer die Frage, ob diejenigen, die fremde Inhalte veröffentlichen, dies dürfen. Blogger geben ihre Erlaubnis gerne, wenn es sich um ein ansprechendes Projekt handelt und die Macher vertrauenswürdig sind. Theo Huesmann und Thomas Lippert haben das letztjährige Blog-trifft-Gastro 2006 in Heidelberg organisiert und bewirtet und sind über alle Zweifel erhaben.

Ziele des Projekts sind:
  • "Ordnung in die Welt der Genussblogs zu bringen", also Lesern Orientierung zu verschaffen.
  • Neuen jungen und ambitionierten Blogs die Chance zu geben, schneller wahrgenommen zu werden.

Bean and Beluga.

Im Frühjahr 2007 eröffnet Stefan Hermann, Deutschlands jüngster Sternekoch (im Carousel in der Bülow Residenz in Dresden), der in den Jahren 2003 bis 2005 jeweils den "Köche-Oskar" erhielt ("bester Koch Sachsens"), in Dresden ein Restaurant mit einem neuen Konzept, Bean and Beluga genannt. Er nutzt sein gleichnamiges Blog Bean and Beluga seit Anfang 2005 zur Voreröffnungswerbung.

Im ehemaligen Café Binneberg, das für Dresdner für beste Qualität, Tradition und guten Geschmack steht, so Stefan Hermann in einem Pressegespräch am 22. September 2006, sollen "Bohnen und Kaviar" für eine pure, moderne, natürliche Küche stehen, bei der nicht die Dekoration, sondern Geschmack und Qualität im Vordergrund stehen (mediterrane und asiatische Fusion).

Feinkostladen - Kochschule - Tagesbar

Neben dem eigentlichen Restaurant "bean & beluga" wird es die gleichnamige Tagesbar geben. Im Feinkostladen von "bean & beluga" werden von Stefan Hermann selbstgefertigte bzw. auf seinen Reisen entdeckte und besonders empfehlenswerte Köstlichkeiten angeboten. Öle, Marinaden und Soßen werden neben Gewürzen, Brot, Pralinen und Gebäck zu finden sein.
"Auch die berühmten Florentiner"
so Stefan Hermann
"die es im früheren im Café Binneberg gab, werden sich hier wiederfinden."
Ein weiteres Element des Konzeptes wird eine Kochschule sein. Entsprechende Angebote für Kinder, Frauen und Männer erarbeitet Hermann derzeit. Ziel soll es sein, Nahrungsmittel zu erfahren, ihre Natürlichkeit zu erleben und die eigenen Fähigkeiten der Kochkunst zu entdecken, auszubauen oder neu zu beleben. "Erlebnis Geschmack - selbst gemacht." fasst Stefan Hermann das Ziel seiner Kochschule zusammen.

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Keine Zaehne mehr, aber Flugzeuge steuern.

Da werde ich mir wohl in Zukunft verkneifen, mit der Lufthansa zu fliegen. 60jährige Stewardessen kann ich mir noch halbwegs schön saufen, aber nicht zu wissen, ob in der Kanzel vielleicht ein 65jähriger Tattergreis das Flugzeug steuert, würde mich etwas nervös machen: "Piloten klagen gegen Diskriminierung", in: Wissen.de vom 1. November 2006. Siehe dazu auch den Leitartikel der Financial Times Deutschland vom 2. November 2006: "Altersdiskriminierung - Das Pilotprojekt".

Diese abstruse Klage gegen die Lufthansa, die aus Sicherheitsgründen Piloten mit 60 in den Ruhestand schickt, ist ein erstes Highlight der vorhergesagten Klagewelle nach der Verabschiedung des Antidiskriminierungsgesetzes. Siehe dazu auch "Abzocker wollen Antidiskriminierungsgesetz missbrauchen".

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Weihnachtsbiere.

Die dpa hat ein paar Hinweise auf sogenannte "Weihnachtsbiere" zusammentragen lassen, zu lesen u.a. in der Lausitzer Rundschau vom 2. November 2006: "Brauereien machen Glühwein Konkurrenz".

Die Bezeichnung "Weihnachtsbier" ist zum einen ein Marketinggag, denn diese Biere stehen nicht nur an Weihnachten zur Verfügung, werden nicht an Weihnachten gebraut und auch nicht von nackten Weihnachtsmännern. Aber sie genügen mehreren Trends:
  • Die Verknappung des Angebots, bedingt durch längere Lagerzeiten und begrenzte Lagerkapazitäten, aber auch bewußt gewollt, führt etwa beim Mönchsambacher Weihnachtsbock der Brauerei Zehender in Mönchsambach westlich von Bamberg dazu, daß am Tage des Bockbieranstichs (in diesem Jahr am 15. Dezember) viele Hundert Besucher die Gasthausbrauerei belagern, um das eine oder andere Seidla dieses Weihnachtsbocks aus dem Faß zu erhaschen. Der in Flaschen abgefüllte Rest ist Wochen vor der Abfüllung per Subskription ausverkauft. Wer ab dem 16. Dezember an der Rampe der Brauerei vorfährt, wird auf das nächste Jahr vertröstet und gerne von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich ein paar Kisten des nächsten Jahrgangs reservieren zu lassen. Die Brauerei wird sich hüten, mehr davon einzubrauen und den Kultstatus ihres Weihnachtsbocks zu riskieren.
  • Weihnachtsbiere sind in der Regel stärker und besser als normale Biere, ähnlich wie die Festbiere, wie sie z.B. anläßlich von Festen wie dem Oktoberfest in München oder der Kulmbacher Biertage eingebraut werden. Es gibt, anders wie von vielen behauptet, die alkoholfreie und leichte Biere propagieren, durchaus einen Trend zu Bieren mit höherem Stammwürzegehalt.
Die Objective Beer tasters Essen Region veranstaltet in diesem Jahr am 16. und 17. Dezember in Essen (Belgien) zum 12. Mal das Christmas Beer Festival. An zwei Tagen können die Besucher mehr als einhundert belgische Weihnachts- und Winterbiere kosten. Im letzten Jahr kamen 1200 Besucher aus den Niederlanden, England, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Schweden, Russland, Dänemark, Norwegen, Neuseeland, Japan, Kanada und den USA.

Etikett Hummel WeizenbockWenn Sie im Dezember in Bamberg sein sollten, finden Sie in unserem Café Abseits neben zwei expliziten Weihnachtsbieren (Mönchsambacher Weihnachtsbock und Hummel Bock dunkel) auch rund ein Dutzend weiterer Bockbiere, die zwar Weihnachten nicht im Namen tragen, aber nur ein paar Wochen lang (in der Bockbiersaison im Herbst und Winter vom Oktober bis Dezember) verfügbar sind. Sie schmecken jedes Jahr ein klein wenig anders, was den besonderen Reiz ausmacht. Heuer freue ich mich ganz besonders über einen avisierten Besuch von Conrad Seidl, der anläßlich der Nürnberger Messe Brau Beviale vom 15. bis 17. November 2006 in Bamberg weilen wird und sicherlich auch das eine oder andere Weihnachtsbier aus der Bamberger Region probieren wird. Wohl bekomm's!

Mittwoch, November 01, 2006

Kommunisten und Sozis planen gesetzliches Rauchverbot in der Berliner Gastronomie.

Die rot-roten Insolvenzverwalter Berlins wollen ein gesetzliches Rauchverbot in der Berliner Gastronomie durchsetzen: "Gastronomie wehrt sich gegen das Rauchverbot" von Rainer L. Hein, in: "Die Welt" vom 1. November 2006.

Da stellt sich dann nur noch die Frage, ob eine solche Regelung im Gaststättenrecht, also einem speziellen Gewerberecht, verfassungskonform formuliert werden kann. Das Gewerberecht regelt insbesondere das Verhältnis von Gewerbetreibendem und Staat und dies vor dem Verfassungsgrundsatz der Gewerbefreiheit. Per Gaststättenrecht, das nach der Föderalismusreform Ländersache ist, gesundheitspolitische Ziele oder Ziele des Arbeitnehmerschutzes zu verfolgen, verletzt die diesbezüglichen Kompetenzen des Bundes.

Ideen-Mittagstisch.

Jörg Weisner von der Unternehmensberatung Team Success hat eine vom Blog Ideentower veröffentlichte Idee ("Networking beim Lunch II: Wie Sie Wissen teilen und Ideen beim Mittagessen nebenbei generieren") weiter gesponnen, so daß nicht nur Kantinen etwas damit anfangen können, sondern auch Gaststätten: "Verhelfen Sie Ihren Gästen zu neuen Ideen - und verdienen noch Geld damit".