Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Januar 21, 2007

Alterskontrolle bei Zigarettenautomaten.

In einem früheren Beitrag habe ich darauf hingewiesen, daß bestehende, geplante oder von Gutmenschen propagierte Werbeverbote etwa für Tabakwaren oder Alkohol sich für die Gastronomie eher günstig auswirken, weil die Werbebudgets aus den Medien an die Verkaufspunkte fließen: "Brauereiwerbung am Point of Sale".

In einem Artikel über die Auswirkung einer zum 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Änderung des Jugendschutzgesetzes, wonach Zigaretten nur noch nach einer Alterskontrolle per Chipkarte von Zigarettenautomaten ausgespukt werden dürfen ("Umsatzeinbruch an Zigaretten-Automaten", in: Netzeitung vom 21. Januar 2007) konnte ich jetzt lesen, daß zwar auch der Umsatz an Zigarettenautomaten in der Gastronomie zurückgegangen ist, aber in wesentlich geringerem Umfange als bei den Zigarettenautoamten in den Straßen:
"Von dem Umsatzrückgang sind vor allem die 250.000 Automaten betroffen, die an Straßen stehen. Das Geschäft in Gaststätten sei nur um rund zehn Prozent zurückgegangen, sagt Verbandsvertreter Lind. Dort darf der Wirt nach einer Alterskontrolle die Zigaretten für den Gast kaufen."
Die Folgen sind für die Gastronomie günstig:
  • Die knappen Standorte von Zigarettenautomaten in der Gastronomie werden relativ wertvoller. Man kann möglicherweise höhere Provisionen herausschlagen.
  • Zigarettenkäufer, denen eine Chipcode mit Alterscodierung fehlt, werden motiviert, Gaststätten aufzusuchen, um dort ihre Zigaretten mit Unterstützung des Gastronomen zu ziehen. Die Zigarettenautomatenaufsteller beliefern die Gastronomie dafür mit Blanko-Karten, mit denen man Zigaretten ziehen kann.
  • Wer als Zigarettenkäufer eine Gaststätten betritt, lernt nicht nur Betriebe kennen, an denen er ansonsten vorbeigelaufen wäre, sondern nutzt die Gelegenheit vielleicht, auch ein Getränk oder einen Happen zu sich zu nehmen. Oder er trifft Bekannte und verweilt. Vielleicht gefällt es ihm auch so gut, daß er gerne wieder kommt.
Denken Sie daran,
  • an Ihren Zigarettenautomaten ein Hinweisschild anzubringen, daß an der Theke eine Karte erhältlich ist, mit der man Zigaretten ziehen kann auch ohne eigene Karte mit Alterskontrolle.
  • mit Ihrem Automatenaufsteller über bessere Konditionen zu sprechen.
Überlegen Sie sich, ob es sich für Ihren Betrieb lohnt, Zigaretten manuell zu verkaufen. Man verdient daran zwar etwa doppelt soviel wie beim Verkauf per Automat, aber eigentlich doch wenig. Und man riskiert, daß manuell verkaufte Zigaretten versehentlich nicht abkassiert oder vom Personal geklaut werden.

Mehr über "Zigarettenautomaten-Aufstellungsverträge".

Kommentare:
Überlegen Sie sich, ob es sich für ihren Betrieb überhaupt lohnt Zigaretten zu verkaufen und eine Raucherlaubniß zuerteilen. Käufer, die eventuell sonst am Automaten gekauft hätten, konsumieren ihre Zigaretten drinnen, meist ohne Getränke oder Speisen zu konsumieren. Zugleich wird anderen die Gelegenheit genommen ein Getränk oder ein Happen zu sich zu nehmen. Wahrscheinlich stört ihn der Rauch, sogar der nicht wieder gerne kommt. Logisch, erwartet er doch ein Lokal, und keinen Ort zum Konsum von Zigaretten.

Nein, man muss ehrlich den Kopf schütteln, wenn man weiß das es vielen Gastwirten wichtiger ist eine Schachtel Zigaretten zu verkaufen die vor Ort konsumiert werden(an einen Gast der womöglich nichtmal speisen will), als Umsätze durch Essen&Getränke zu machen. Dann braucht man sich auch nicht wundern das der Rauch zwar steht, die Tische aber leer sind.
 
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