Gastgewerbe Gedankensplitter


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Montag, Februar 26, 2007

Befragungsteilnehmer in StudiVZ suchen.

Anja Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Sozialpsychologie (Prof. Dr. Barbara Krahé) der Universität Potsdam sucht für ein Forschungsprojekt über Männer und Frauen Frauen und Männer, die einen Fragebogen ausfüllen. Dieser Fragebogen enthält eine Reihe von Eigenschaften und Aussagen, mit denen man Männer oder Frauen in der heutigen Gesellschaft im Allgemeinen beschreiben kann.

Um schnell und günstig Telnehmer für diese Befragung zu gewinnen, hat sie ihre Anfrage am 23. Februar 2007 in mindetens zwei Gruppen der Online-Community StudiVZ gepostet, zumindest habe ich zwei Gruppen gefunden. Systematisch nach Einträgen bestimmter StudiVZ-Teilnehmer kann man nicht suchen.

Vorteilhaft ist dabei, daß man für nicht repräsentative Studien gezielt in solchen Gruppen Informationen streuen kann, die thematisch oder in bezug auf die sichtbaren Eigenheiten der Gruppenteilnehmer für eine Umfrage gesucht werden.

Weniger gut finde ich, daß sich Anja Berger in StudiVZ zwar in den besagten Postings outet, aber in ihrem Profil anonym bleibt. Meines Erachtens ist es unumgänglich, insbesondere, wenn man in Online-Communities, die eigentlich anderen Zwecken dienen, aktiv wird, Vertrauen zu schaffen und Vertrauen zu gewinnen. Ich recherche selbst auch fleißig in StudiVZ und anderen Communities, sage aber immer klar und deutlich, wer ich bin und was ich dort mache. Wenn man das nicht tut, verhält man sich so wie jemand am FKK-Strand, der anderen auf die Genitalien schaut, aber selbst nicht die Hosen runterläßt.

Nachtrag: Ich entdecke immer mehr Gruppen, in denen diese Anfrage nach Befragungsteilnehmern gepostet worden ist, darunter auch Gruppen mit Themen, die zur Anfrage überhaupt nicht passen. Die Reaktion in der Gruppe "leldenschaftliches Kochen", möglicherweise auserwählt wegen der großen Teilnehmerzahl von zur Zeit 2.296, erfolgte prompt: Eine andere Teilnehmerin schreibt dazu:
"Raus aus der Gruppe, aber schnell...

Was soll denn der Scheiß, hier gehts ums Essen!"
Ist es vielleicht gar nicht Ziel dieser Aktion, Umfrageteilnehmer zu generieren? Will man die Toleranz von Gruppen in StudiVZ testen?

Kommentare:
Hallo,
schon des Öfteren habe ich bei Ihnen Artikel über StudiVZ gelesen. Auch haben Sie Gastronomen die Empfehlung gegeben, diese Plattform für Marketing oder Rektrutierung zu nutzen.

Ich finde das ehrlich gesagt merkwürdig, weil Sie damit Leute animieren, gegen die AGBs von StudiVZ zu verstoßen. Dort heißt es zB:

"Der Nutzer versichert, dass die bei studivz angegebenen Daten der Wahrheit entsprechen und den Nutzer persönlich beschreiben. Des weiteren versichert der Nutzer, dass er mit der Nutzung von studivz keine geschäftlichen Absichten verbindet und die ihm anvertrauten Daten Dritter nicht zu kommerziellen Zwecken, einschließlich Werbezwecken verwendet."

Zunächst mal müssen wohl 95% der Gastronomen lügen, wenn Sie sich auf dieser Plattform anmelden - oder welche Uni haben Sie angegeben? Zum anderen kann man natürlich sagen, naja, Identiät und Absichten, sowas wird dort locker gehandhabt, ist doch egal. Kann sein, aber glauben Sie wirklich, es tut dem Geschäft gut, wenn die erschwindelte Indentität aufgedeckt wird und dort der Skandal die Runde macht, dass der bekannte Studentenwirt StudiVZ zur Kundengewinnung missbraucht?

Ich will mit dem Ganzen nur Folgendes sagen: Gegen die Nutzung von Communities für Marketingzwecke ist nichts einzuwenden, aber man sollte doch immer auf der legalen, sicheren, sauberen Seite bleiben. Alles andere könnte sehr kontraproduktiv ausgehen ...
 
Die Nutzungsbedingungen von StudiVZ lassen nicht nur die Anmeldung von Alumni (Absolventen einer Universität) zu, sondern auch die Anmeldung von Schülern usw., die ein Studium anstreben. Mein Eindruck ist, dass es bereits viele Mitglieder dieser beiden Zielgruppen gibt. Die AGB's sind insoweit etwas oberflaechlch formuliert (meines Erachens bewusst):

"Des weiteren dürfen nur solche Leute den Service nutzen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und im wesentlichen als Student oder Studentin (nachfolgend ?Studierende? oder ?Student? genannt) gelten."

Beim Registrierungsprozess selbst gibt es die explizite Moeglichkeit, sich als Alumnus bzw. Aluman auszuweisen. Bei Accounts von Schuelern geben diese meist im Feld "letzte Schule" ihre aktuelle Schule an und verstehen das Feld fuer die Universitaet nur als raeumliche Zuordnung.

Ich habe mich immer dafuer ausgesprochen, wahrheitsgemaesse Angaben zu machen. In meiner Beschreibung auf StudiVZ weise ich neben dem Verweis auf meine Websites explizit darauf hin, dass ich in StudiVZ recherchiere und darueber schreibe.

Selbstverstaendlich ist es zu Recht untersagt, die Daten der Teilenehmer zu werblichen Zwecken zu missbrauchen, also zu erfassen und z.B. Werbung an diese Adressen zu versenden oder auch individuell Teilnehmer mit Werbung zu belaestigen.

Dass man sich, insbesondere als Alumnus, auch mit seiner beruflichen Taetigkeit beschreibt und in Gruppen sein Wissen weitergibt, das auch mit der eigenen Taetigkeit zu tun haben kann, ist selbstverstaendlich und auch durch die Nutzungsbedinungen gedeckt. Es gibt in den Profilen der Teilnehmer bewusst Datenfelder, die die Firma, in der oder fuer die man arbeitet bzw. die eigene Firma, eine Rubrik, wie auch fuer die Position und was man da macht.

Ich habe bei mir die Universitaet Bamberg angegeben. Ich habe an dieser Universitaet drei Jahre lang gearbeitet und parallel zweitstudiert. Mein Examen als Diplom-Volkswirt habe ich in Heidelberg gemacht. Die raeumliche Zuordnung ist bei vielen Teilnehmern fraglich bzw. wahlweise. Denken Sie an Erasmus-Studenten, die fuer ein Semester oder ein Jahr an einer auslaendischen Universtitaet studieren. Sie haben die Wahl, ihre "Heimatuniversitaet" zu waehlen oder die auslaendische Universitaet. Da bei StudiVZ diese Wahl darueber entscheidet, welche weiteren Teilnehmer vorrangig gesucht und angezeigt werden, werden Teilnehmer diese Entscheidung nach persoenlichem Gusto treffen, sich fuer eine Universitaet entscheiden mit den meisten Freunden. Schueler waehlen entweder die naechst gelegene Universitaet oder die Universitaet, an der sie studieren moechten, also diejenige, an der sie Kontakte suchen.

Es gibt nicht wenige Gastronomen, die ein akademisches Studium abgeschlossen haben oder auch abgebrochen haben (also Alumni im weiteren Sinne). Gerade unter den gastronomischen Betrieben, die Studenten und Schüler als Zielgruppen haben, ist der Anteil der Akademiker, aber auch Studienabbrecher, unter den Gastronomen besonderns gross.

Von erschwindelten Identitäten rate ich dringend ab. Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern weil man sich im Netz Vertrauen verdienen muss. Ich rate sogar dazu, auf die Moeglichkeit von StudiVZ, das eigene Profil nur Freunden offenzulegen, zu verzichten.

Wenn man, wie sie vielleicht unterstellen, solche Portale zur Kundengewinnung in der Weise nutzen wuerde, dass man dort platte Werbung ist, waere dies in der Tat kontraproduktiv. Gute Moeglichkeiten sind:
- Mitarbeiter anzuregen, dort miteinander zu kommunizieren, auch mit frueheren Mitarbeitern, um das Betriebsklima zu verbessern. Viele studentischen Mitarbeiter machen das in StudiVZ bereits.
- Gaeste anzuregen, dort miteinander zu kommunzieren. In den Gaststaetten selbst lernt man sich in der Regel nur vom Sehen und Smalltalk her kennen und weiss wenig ueber den beruflichen Hintergrund, Hobbies, Interessen.
- in thematischen Gruppen Fragen zu stellen, zu beantworten usw. Ich bin z.B. in einer Gruppe, die gemeinsam Bockbieranstiche in Bamberg besucht, Termine eruiert und sich ueber diese Events und die Biere unterhaelt. Warum sollte ich als Gastronom, der selbst viele Bockbiere fuehrt, dort nicht Tipps beisteuern?
 
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