Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Februar 27, 2007

Branchenprobleme beidseits des Atlantiks.

Roseanne Barr hat in der MiBiz.com einen lesenswerten Artikel verfaßt über die "The West Michigan restaurant business" (via Restaurant Report E-Mail Newsletter, Ausgabe 223 vom 27. Februar 2007. Auch wenn in diesem Artikel die Branchenprobleme im amerikanischen Bundesstaat Michigan beschrieben werden, gibt es viele Parallelen zu den Verhältnissen in Deutschland.

Branchenfremde würden meine, daß es, wenn man eine Gaststätte eröffnen wolle, vor allem darauf ankomme, kochen zu können. Nichts könne weiter von der Wahrheit entfernt sein. Kochen habe mit dem Erfolg eines Gaststätte wenig zu tun. Die meisten würden nicht wegen schlechtem Essen scheitern.

Erfolg in der Gastronomie habe hingegen eine Menge zu tun mit Management, Kostenkotrolle und Personalführung, der Standortwahl und Marketing. Gaststätten würden ausreihend Startkapital benötigen, um die ersten Jahre zu überleben. Man könne zwar mit wenig Kapital anfangen, doch zum Überleben brauche man mehr davon. Viele Gaststätten seien unterfinanziert.

Die ökonomischen Rahmenbedingungen seien nicht entscheidend. Jede Gaststätte beanspruche nur einen kleinen Teil der Gesamtnachfrage, so daß man auch erfolgreich sein könne, wenn es mit der Wirtschaft insgesamt bergab geht. Der individuelle Erfolg hänge mehr von der spezifischen Kostenstruktur und dem Marketingmix ab als vom Branchentrend.

Gäste achten mehr auf die Preise. Der Durchschnittsbon sinkt. Coupons und ermäßigte Preise werden verstärkt in Anspruch genommen.

Vor allem die Fast-Food-Anbieter hätten es verstanden, mit attraktiven Preisen zu werben und ihr Geld mit zusätzlichen Getränken und Beilagen zu verdienen.

Arbeiter und Handwerker verlangten nach großen Portionen und reichlich gefüllten Tellern. Höherpreisige Betriebe sollten sich mehr auf Qualität fabrizieren.

Die sinkende Bereitschaft, ausreichend Trinkgeld zu geben, würde eine Übernahme des europäischen Systems, das Trinkgeld in die Preise zu kalkulieren, nahe legen.

In bezug auf ethnische Küchen gebe es einen Trend zu Sushi und zu indischen Speisen. Absolut gesehen sei jedoch noch immer die chinesische Küche in ihrer amerikanischen Adaption am gefragtesten. Bagels seien hingegen wenig gefragt.

Zum Schluß gibt sie den guten Rat, sich nicht als Gastronom zu versuchen, sondern sein Glück eher mit einem Angebot an Marketingdienstleistungen für Gaststätten zu suchen.