Gastgewerbe Gedankensplitter


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Dienstag, Februar 06, 2007

Studie zum Konsumverhalten von Gaesten.

Der Hotelier- und Gastwirteverband Südtirols hat die interessanten Ergebnisse einen Studie zum Konsumverhalten in Form eines Powerpoint-Film zum Thema "Wünsche und Anforderungen an die Südtiroler Gastronomie" (PPT) online gestellt.

Die Befragung wurde in Form einer vollständig standardisierten, persönlichen Befragung im Zeitraum August bis September 2004 durchgeführt. Befragt wurden 701 Gäste, darunter 501 Einheimische in 7 Talschaften und 5 Alterststufen sowie 200 Südtirol-Gäste, repräsentativ nach dem Herkunftsland aufgrund der letztjährigen Sommernächtigungen.

Unterschieden nach beruflichem oder privatem Anlaß wurde die Häufigkeit von Restaurant- und Pizzabesuchen abgefragt. Das Ergebnis ist nicht insoweit nicht überraschend (siehe dazu meinen früheren Beitrag "Zur Bedeutung der Häufigkeit des Gaststättenbesuchs für eine auf Stammgäste ausgerichtete Gastronomie"), daß sich die Kernzielgruppen der Gastronomie auf eine Minderheit der Bevölkerung konzentrieren. Doch es zeigt sich, daß dieses Ergebnis stark davon abhängt, ob ein beruflicher oder privater Anlaß vorliegt:
  • Bei privatem Anlaß gehen 43,1 Prozent nur sporadisch in ein Restaurant,
  • 35,2 Prozent ein- bis dreimal im Monat, li>17,1 Prozent vier- bis zehnmal im Monat und
  • nur zwei Prozent über zehnmal im Monat.
Hingegen gibt es bei beruflich motiviertem Restaurantbesuch eine Gruppe von 8 Prozent, die häufiger als zehnmal im Monat ein Restaurant aufsucht.

Unter den Restaurantgästen sind 30,7 Prozent, die häufig im selben Restaurant essen, 69,3 Prozent bevorzugen es, das Lokal zu wechseln. Motive für den Wechsel sind
  • der Wunsch, neue Gerichte zu probieren,
  • immer dasselbe Restaurant sei langweilig.
  • Man möchte neue Restaurants testen,
  • wähle nach Lust und Laune aus oder
  • abhängig von der Gesellschaft.
Die Einheimischen wurden nach ihren besonderen Gründen und Anlässen befragt, um in einem Restaurant zu essen:
  • Bei 35,9 Prozent liegen besondere Gründe vor wie Einladungen, Treffen mit Freunden, Familienfeiern oder Sonn- und Festtage.
  • 55,4 Prozent gingen ohne besonderen Grund in ein Restaurant.
Muß-Kriterien für die Auswahl eines Restaurants sind
  • Sauberkeit im Lokal und in den Toiletten
  • Qualität der Küche
  • freundliche, sympathische Mitarbeiter.
  • stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis.
Auch dieses Ergebnis ist wenig überraschend. Siehe dazu unseren früheren Beitrag "Kunden- bzw. Gästezufriedenheit in der Gastronomie".

Wettbewerbskritieren, also solche Kriterien, bei denen man sich hervortun kann gegenüber Wettbewerbern, sind:
  • gute, leichte Erreichbarkeit.
  • abwechslungsreiche Speisekarte.
  • regionale, typische Küche.
  • saisongemäßes Angebot.
  • Sitzgarten, Terrasse.
Bei der Auswahl einer Bar oder eines Cafés spielt die Qualität der Küche naturgemäß eine geringere Rolle. Entscheidend sind die Muß-Kriterien:
  • Sauberkeit im Lokal und in den Toiletten.
  • freundliche, sympathische Mitarbeiter.
  • stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis.
  • schnelle, rasche Bedienung.
  • gute Lüftung, nicht verrauchte Luft.
Gegenüber konkurrierende Bars und Cafés kann man sich durch folgende Kriterien hervorheben:In einem letzten Fragekomplex wird der Frage nachgegangen, wieviel der Südtiroler im Schnitt für Restaurants/Pizzerias und für Besuche in Bars und Kaffees im Monat ausgibt. im Durchschnitt werden iim Monat 133 Euro ausgegeben, nur 5,7 Prozent geben mehr als 301 Euro monatlich aus, weitere 7,9 Prozent geben zwischen 201 und 300 Euro monatlich aus. In Bars und Cafés geben die Einheimischen weniger aus, durchscnittlich nur 74 Euro im Monat. Mehr als 101 Euro geben nur 15,2 Prozent der Einheimischen aus, zwischen 61 Euro und 100 Euro sind es 21,7 Prozent der Einheimischen.

Was können Gastronomen aus solchen Studien zum Konsumverhalten von Restaurantbesuchern lernen? Die Motive der Gäste sind unterschiedlich. Man sollte sich für jedes Besuchsmotiv, für privaten und berufliche Anlässe, für Einheimische und Touristen überlegen, wie man die besonderen Motiven bedienen kann. Man kann sich natürlich auch dafür entscheiden, bestimmte Zielgruppen und Motive ganz bewußt nicht zu bedienen, um noch stärker auf andere zu fokussieren.

Lesen Sie selbst mehr in der Studie...