Gastgewerbe Gedankensplitter


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Sonntag, Februar 11, 2007

Wulff gegen gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie.

Der niedersächsiche Ministerpräsident Christian Wulff hat sich in der "Bild am Sonntag" gegen ein gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie festgelegt: "Wulff will die Wirte fragen", in: Focus vom 11. Februar 2007. Jeder Wirt soll selbst entscheiden festlegen, ob seine Gaststätte ein Raucherlokal werden soll. Raucherlokale sollen mit einem "R" gekennzeichnet werden.

Damit bin ich einverstanden. Man sollte jedoch, um unnötigen Aufwand bei der Beschilderung zu vermeiden, nicht die Raucherbetriebe mit "R" kennzeichnen, sondern die Nichtraucherbetriebe mit "N" oder mit welchem Schild auch immer. Damit verringert sich der Bedarf an neuen Schildern um den Faktor 10.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck hat sich gegen ein umfassendes gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie ausgeprochen: "Platzeck für Rauchzeiten in Gaststuben", in: Rundfunk Berlin-Brandenburg vom 11. Februar 2007. Er halte es für überlegenswert, in den späten Abendstunden in bestimmten Bereichen eines Lokals das Rauchen weiterhin zuzulassen, sagte Platzeck der Zeitschrift "Super Illu".

Auch damit wäre ich einverstanden, wenn uns Gastronomen die Wahl der Zeitzone überlassen bleibt.

Auch Wolfgang Böhmer, der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, lehnt ein gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie ab: "Der Tagesspiegel: Böhmer lehnt generelles Rauchverbot in Gaststätten ab", in: Presseportal vom 11. Februar 2007. Er will das umstrittene Rauchverbot in Gaststätten auf Speiselokale beschränken.
"Bei den Kneipen muss es Beides geben: Kneipen für Raucher und Kneipen für Nichtraucher. Dann kann jeder auswählen, wo er hingehen will."
Auch damit bin ich einvestanden unter der Voraussetzung, daß bei der Festlegung, was ein Speiselokal ist, nicht die Definition des Gaststättengesetzes, also die Konzessionierung als "Speisewirtschaft" gilt, sondern die Gastronomen selbst entscheiden können, ob sie ihren Betrieb als rauchfreies Speiselokal oder als Raucherkneipe interpretieren, unabhängig davon, ob sie Speisen offerieren oder nicht. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag "Fauler Kompromiss der fetten Koalition".

Leider kann man deutschen Politikern wenig trauen. Schon Adolf Hitler hatte versprochen, Polen nicht zu überfallen, und Walter Ulbricht, keine Mauer zu bauen.

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Kommentare:
Die Vorschläge sind dumm, und typisch deutsch.

Platzeck: Warum nicht gleich generelles Gastroverbot für alle 60 Mio Nichtraucher ab 21 Uhr?

Wullf: Ihm dürfte die niedersächsische Tabakindustrie wohl wichtiger sein als das Wohl der Wirt, denn, vielleicht hat es Wullf noch nicht bemerkt, kann mit dem jetzig geplanten Rauchverbot jeder Wirt der Platz hat einen abgetrennten,m unbedienten Rauchraum einrichten.

Böhmer: Erklären sie das mal den 95% der dt. Gastronomiebetriebe die das rauchen verbieten sollen, nur damit in Bierkneipen geraucht werden kann

Wenn es tatsächlich nach der Nachfrage gehen würde würde die Zahl der dt. Raucherlokale effektiv denen der Italiener gleichkommen - dort haben die sonst so laut tönenden Raucher nämlich nur in 4% der Lokale Rauchbereiche nachgefragt. Offensichtlich lohnt es sich nicht für eine verschwindend geringe Gruppe, die auch gerne draußen raucht, Investitionen auf sich zu nehmen, wobei die Raucher dann letztlich doch wieder bei den Nichtrauchern sitzen.

Nochmal: die dt. Wirte sind zu blöd sich dem Gastwunsch zu stellen. Selbst wenn 98% der Gäste Rauchfreiheit wollen, machen sie wegen 2 rauchender Stammkunden (egal welche Gewinne die bringen) das Lokal zum Raucherlokal.

Naja, man will es ja nicht anders und so gibt es nächstes Jahr den nächsten Umsatzrückgang in der Gastronomie, der im getränkeorientierten Bereich noch massiver ausfallen wird, während Nichtraucher draußen bleiben müssen, und Raucher nicht mehr genug abwerfen. Naja "Unternehmer" halt!
 
Das ist ja ein ganz neuer Aspekt der Anti-Raucher-Kampagne - eigentlich dient sie, wie der anonyme Kommentator glaubt, dem Schutz unfähiger Wirte vor ihrer eigenen unternehmerischen Unzulänglichkeit. Gut zu wissen. Da muß man sich doch aber die Frage stellen, ob es ausgerechnet in der Gastronomie nur Tränen gibt, die ihren Markt nicht kennen und jetzt staatliche Hilfe benötigen damit endlich auch mal die Nichtraucher in die Kneipe gehen können. Da habe ich so meine Zweifel. Der Freiraucher http://freiraucher.myblog.de/freiraucher
 
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