Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, März 09, 2007

Ein bundesweites gesetzliches Rauchverbot wird fuer Gaststaetten mit nur einem Gastraum immer unwahrscheinlicher.

Die Süddeutsche Zeitung meldet heute, weitere Bundesländer würden den Vorschlag von Christian Wulf unterstützen, beim gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie in Gaststätten mit nur einem Gastraum die Option zuzugestehen, gegen ein Rauchverbot zu votieren: "Länder scheren beim Rauchverbot wieder aus", in: Süddeutsche Zeitung vom 9. März 2007 (dummerweise nur kostenpflichtig zugänglich).

Ganz so eindeutig ist diese Variante im Einzelfall auch nicht:
  • Wir haben z.B. einen konzessionierten Nebenraum, ihn aber, weil er schlecht zugänglich ist und kaum zu bedienen, untervermietet. Jetzt ist dort ein Büro.
  • Der Zustand, auf Nebenräume zu verzichten, um dann von der Freiheit vom Rauchverbot im einzig verbleibenden Gastraum zu profitieren, läßt sich natürlich auch herstellen. Alternativ zu einer Untervermietung kann man einen Betrieb mit mehreren Räumen auch teilen. Alle Teile mit je nur einem Gastraum kann man dennoch logistisch gemeinsam führen, z.B. aus einer gemeinsamen Küche heraus mit Speisen beliefern.
Die Lösung von Christian Wulf sieht für Betriebe mit Haupt- und Nebenräumen vor, daß der Hauptraum rauchfrei sein muß. Doch kann man sich in vielen Betrieben darüber streiten, was der Hauptraum ist und was die Nebenzimmer. Versucht der Gesetzgeber oder die Justiz dies zu regeln, wird man in vielen Fällen die Verhältnisse vor Ort gestalten können, um regelkonform eine Variante zu finden, die den eigenen Vorstellungen am besten entspricht.

Auch das in den Wulfschen Vorstellungen enthaltene absolute Rauchverbot in Diskotheken läßt sich umgehen:
  • Durch eine Änderung der Betriebsart, z.B. in ein Tanzcafé, eine Konzerthalle oder eine beliebig andere Betriebsart. Den Gästen ist es piepegal, unter welcher Betriebsart ein Betrieb läuft. Die Grenzen zwischen den Betriebsformen sind in der Praxis ohnehin fließend.
  • Größere Diskotheken lassen sich in mehrere Betriebe aufspalten. Im Kernbetrieb mit der Tanzfläche gilt zur Zeit ohnehin häufig schon ein Rauchverbot. Die umliegenden Bereiche (Restaurant, Lounge, Bar usw.) werden dann getrennt von der Diskothek betrieben.

Kommentare:
Herr Wullfs Vorschlag bzw. das mit den Nebenräumen ist auch praktisch total Unsinnig:

- 95% der Gaststätten haben nur einen effektiv nutzbaren Raum, bzw. 99% aller Gaststätten mehr als einen "Raum" (Abstellkammer, Küche, Flurraum, Teezimnmer, "optischer" Raum)

- es ist unsinnig die Gäste zu trennen, in etwa so intelligent in einem Restaurant Frauen in Raum A, Männer in Raum B zu platzieren

- Nebenräume müss(t)en über bestimmte Bedingungen verfügen um zu Rauchzimmern zu werden (Lüftung, automatisch schließbare Tür,etc.)

Da sich Herr Wulf hier nur zur Lasten der Wirte und der Bürokratie profilieren will, kann man nur hoffen das wegen 2 (!) von 16 nicht die ganze einfache Sache umgeschmissen wird. Da das Arbeitsrecht ohnehin beim Bund liegt, sollte hier auch ein ausscheren von zweien keine Rolle spielen. Schließlich kann Herr Wullf seinen Wirte ja ohnehin in jedem Lokal (das Platz hat) anbieten seine R-Schilder aufzugängen, solange diese Bereiche abgetrennt, unbedient, belüftet und selbst schließend sind.
 
Nun will ich mal meinen Gedankensplitter zur gegenwärtigen Diskussion dazugeben. Das leidige Thema Rauchverbot wird uns wohl noch länger beschäftigen, dabei wäre es doch ganz einfach: generelles Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben! Dieses "Hennemenne" zehrt nur an den Nerven und führt letztlich nur zu einem "Wischiwaschi-Kompromiss" bei dem keiner glücklich wird. Lassen wir doch mal Zahlen sprechen: Etwa 30% der deutschen Bevölkerung ist Raucher, der Rest Nichtraucher! Passivrauchen ist nachweislich schädlich! Nach Einführung des generellen Rauchverbots in gastronomischen Betrieben in Italien, ist es zu keinen nennenswerten Umsatzeinbußen in der Gastronomie gekommen. Wo bitte ist das Problem? Wie sagte doch der Herr Grünwald neulich in Ottis Schlachthof: "Ich habe nichts gegen Raucher. Ich habe auch nichts gegen Messerwerfer. Doch wenn ich komme, sollen die gefälligst aufhören!" Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Argumente für das Rauchen gibt es sowieso nicht. Wer das weiterhin möchte, findet genug Gelegenheiten außerhalb gastronomischer Betriebe. Die DEHOGA sollte also schon aus diesen Gründen ihre Mitglieder zur Befürwortung eines generellen Rauchverbots anhalten. Es würde nämlich auch einige Leute in die Gaststätten bringen, die der Qualm vorher abgeschreckt hat.

Viele Grüße
Mike Seeger
olivenoelkontor.de
 
!Die DEHOGA sollte also schon aus diesen Gründen ihre Mitglieder zur Befürwortung eines generellen Rauchverbots anhalten"

Paradoxerweise sind ja die Mitglieder schon dafür (60% der bayerischen Wirte sind für ein generelles rauchverb), nur die Dehoga-Spitze ziehmt sich! Und wenn diese sagt, "sie wolle kein einheitliches Rauchverbot", meint sie damit nicht die Wirte, die Gastronomie oder ihre Mitglieder, sondern nur die persönliche Position von Hartges&Konsorten.

Einfache Lösung des Problems: Nachdem am 22. März alle Bundesländer zustimmen, streicht der Bund die Ausnahmeregelung der Arbeitsstättenverordnung für Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr (also Frisöre, Kinos, Lokale), eine Umbennennung einer Kneipe in Privat-Club etc erlaubt dann das rauchen somit dann auch nicht, zugleich verbieten die Länder in allen Gaststätten das rauchen (so wird das rauchen auch in Kneipen ohne Angestellte untersagt). Was ist in abgetrennten, unbedienten, selbst schließenden Räumen passiert, ist mir dabei ziemlich schnurz und auch legitim da es den Arbeitnehmer oder Gast nicht tangiert. Siehe Italien. Wie auch in Italien und anderswo zahlt der Wirt bei Nichteinhaltung/Nichtmeldung eines Rauchers ca. 1000 Euro, der jeweilige Verusacher ca. 250 Euro. Verstöße können telefonisch gemeldet werden, der Rest wird ohnehin von den Gästen überwacht.

Sache gegessen, Problem gelöst. Ganz einfach.
 
Sache gegessen, Problem gelöst. Ganz einfach....

Ja, so schön lassen sich Probleme aus der Welt schaffen, wenn man in keinster Weise davon betroffen ist.

Mein Demokratieverständniss ist ein anderes.

Deutschland auf dem Weg zum Denunzianten Staat - das kann keine Lösung sein. Wobei "IM Anonymous" sichtlich Spass dran hätte.

Dank Herrn Schoolmann wird immer noch wieder die andere Seite der Medallie beleuchtet...

Es besteht also Hoffnung, das eine demokratische Lösung die die Säule unserer Gesellschaft, klein und mittelständische Unternehmen, schütz, gefunden wird.

Gruß

Jörg Meyer
Nichtraucher
 
So ein Hobby muss man mal haben ! Jeden Beitrag hier zum Thema Raucher mit hochgestochenen Sprüchen kommentieren.

Das du keine Zeit hast zum Rauchen hast, ist schon klar Anonymous. Du hast bestimmt auch keine Zeit zum weggehen und sitzt bestimmt jedes Wochenende zuhause vor deinem Fernseher oder PC (und schreibst diesen Mist).

Weggehen tust du bestimmt eh kaum noch, weil ja alles so schlecht geworden ist.
Aber deinen Nichtraucher Willen den willst du gerne noch durchkriegen oder ? Allein um im Recht zu sein, oder ?

Ich kenne solche Typen wie dich nur zu genüge. Es widert einen wirklich an.
 
Hinterlasse doch mal endlich deinen Namen.
Wenn das Thema in Kürze entschieden ist, lache ich Dich mal richtig aus und blase dir ne fette Schwarte Rauch direkt in dein Gesicht.

Zigarre versteht sich ...
 
IM Anonymous ist sehr treffend! Danke,Herr Meyer. Leider ist er ein typischer Vertreter der "Diskutanten" der Raucher-Gegner. Die sind zum einen meisten völlig kompromisslos und lehnen es ab mit Andersdenkenden auszukommen. Schade. Leider neigen sie auch zum Demagogentum und ignorieren Argumente der Gegenseite völlig. Ich lese recht regelmässig die Diskussionen zu einschlägigen Beiträgen, die im wesentlichen von Raucher-Gegner beherrscht werden. Da könnte man manchmal glauben, Raucher würden gewohnheitsmässig mit Handgranaten werfen oder Milzbrand-Erreger streuen ;-)
Übrigens: das Hauptargument der Rauchverbots-Anhänger, nämlich das Passivrauchen gesundheitsschädlich ist, und das sie gebetsmühlenartig überall wiederholen, ist leider bis heute völlig unbewiesen.
Ich verstehe ja vollkommen, wenn jemand nicht im Qualm anderer Leute sitzen möchte, selbst wenn er der Gesundheit nicht schadet. Was ich nicht verstehe, warum man einen solchen Krieg darum führen muss.
Normal sozialisierte Menschen sollten doch in der Lage sein, eine einvernehmliche Lösung für so ein eigentlich randseitiges Problem zu finden. Damit bei IM Anonymous keine Missverständisse aufkommen: damit meine ich nicht die Radikallösung mit den Rauchern vor der Tür.
Dieses Lamento kann hier glaube ich keiner mehr ertragen!
 
"Übrigens: das Hauptargument der Rauchverbots-Anhänger, nämlich das Passivrauchen gesundheitsschädlich ist, und das sie gebetsmühlenartig überall wiederholen, ist leider bis heute völlig unbewiesen."

Klar, genauso wie das Argument das Rauchen schädlich ist ;-)

Wie auch immer - ich gehe gerne weg. Ich habe früher viel geraucht, da freute ich mich natürlich über hemmungsloses Rauchen in Kneipen und Clubs. Mittlerweile würde ich mich freuen, wenn es auch Räume gebe, wo das Rauchen untersagt ist. Also: komplettes Rauchverbot in allen Räumen nein - aber einen Nichtraucherbereich, der nicht a là Katzentisch daher kommt.

Mehr will ich ja gar nicht ;-)
 
Bis die Nichtraucher als neue Kunden begrüßt werden können, sind wahrscheinlich schon viele Gastronomiebetriebe in Konkurs. Mal ehrlich, alle Nichtraucher haben doch bis jetzt nicht zuhause gesessen und gehen nach dem Rauchverbot jetzt in alle möglichen Gastronomiebetriebe. Nichtraucher werden auch weiterhin in Ihre Stammlokale gehen, wo bereits freiwillig seit Jahren nicht geraucht wird. Das in Italien die Umsätze nicht zurück gegangen sind, könnte aber auch an den vielen warmen Tagen liegen. Wann kann man den in Deutschland draussen sitzen oder sich aufhalten. Die paar warmen Tage im Jahr kann man an einer Hand abzählen. Die Gastronomie, gerade Discotheken sind dem Untergang geweiht - da ich seit 20 Jahren Betrieber einer Dicothek bin, weiss ich wovon ich spreche. Ich hoffe nur, dass noch mehr Gesetze umgesetzt werden. Mich stören Dicke, die Bauchfrei in der Öffentlichkeit rumlaufen - kann man das verbieten? Mich stören Hunde, die in der Fußgängerzone mitgeführt werden. Mich stören alkoholtrinkende Gruppen in Fußgängerzonen usw. usw. usw.

Wo führen uns solche hirnrissigen Gesetze hin ...
 
Rauchverbot Ja oder Nein?
Ich bin jetzt Mitte 50 und habe noch nie in meinem Leben geraucht. Trotzdem ist es mir völlig egal, ob in Kneipen, Restaurants und so weiter mein Nachbar raucht oder nicht. Wenn unsere Regierung, die ausser Diätenerhöhungen und Reisen mit Bundeswehrhubschraubern und Jets eh nicht Gescheites im Kopf haben, sollten Sie doch sinnvollerweise Zigaretten und andere Tabakwaren grundsätzlich verbieten. Dann kann man sich solche Verbote völlig ersparen! Und warum soll ein Gastwirt, der überwiegend Raucher als Kunden hat, diese in einen Nebenraum abschieben und die wenigen Nichtraucher im Hauptschankraum lassen? Das ist doch wohl völliger Quatsch und weder betriebswirtschaftlich noch rechtlich zu vertreten. Da kann man ja genau so gut jeden Hausbesitzer dazu zwingen, die Toiletten wegen Geruchs- und Methan-, Kohlenmonoxid-, Kohlendioxid-, Schwefelwasserstoff- und anderen Gär- bzw. Faulgasbelastungen nach weit ausserhalb des Gebäudes zu verlegen! Oder sogar ausserhalb der Orts- bzw. Stadtgrenzen.
Und wie stehen im Vergleich die Krankheits- und Todesfälle von Nichtrauchern dar, die NACHWEISLICH durch Passivrauchen entstanden sind, im Vergleich zu den Todesfällen und Verletzungen im Straßenverkehr??? ALso am besten auch gleich alle Autos verbieten, die neben der unmittelbaren Gefährdung zusätzlich noch ganz erhebliche Mengen an Gasen ausstoßen, die für Menschen gefährlich oder tödlich sind.
Diese Liste ließe sich noch beliebig weit fortsetzen, denn sogar bei ganz normalen Lebensmitteln aus dem Supermarkt werden tagtäglich schädliche Stoffe entdeckt, die für den Verbraucher lebensgefährlich sein können.
 
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