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Donnerstag, März 29, 2007

Kautsky und die Zigarette in der Eckkneipe.

"Wenn der Staat über den Umweg Nichtrauchergesetz die proletarische Eckkneipe eliminiert, ist das, als überwältigte ein mobiles Einsatzkommando einen kiffenden 97-Jährigen - eine reine und nur dämliche Machtdemonstration am schwachen Objekt...."
schreibt Martin Krauß in seinem lesenswerten Essay "Die Kraft des Tresens - Das bevorstehende Rauchverbot in Kneipen ist ein weiterer Beleg für das Ende der sozialdemokratischen Kultur", in der Ost-West-Zeitung "Freitag 13" vom 30. März 2007.

Der Autor arbeitet heraus, daß die Zerstörung von "Eckkneipen" der Ideologie und der Geschichte der SPD wesensfremd ist. Die Verbotsgesetze, die auf Länder- und Bundesebene gegenwärtig durchgesetzt werden, seien ein dramatischer Rückschritt und erinnerten an das 19. Jahrhundert.
"Also: Verteidigt das Bierchen und die Zigarette in der Eckkneipe! Das ist nämlich Politik."
Die Zeitung "Freitag 13" ist hervorgegangen aus dem "Sonntag", Ostberlin, gegründet 1946 vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, und der "Volkszeitung", ehemals "Deutsche Volkszeitung", gegründet 1953 in Düsseldorf von Reichskanzler a. D. Dr. Joseph Wirth, und der "Tat", gegründet 1950 in Frankfurt/M. von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.

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Kommentare:
Sollte der Autor aber auch hinzusagen das die Zahl der Eckkneipen in den letzten Zehn Jahren um 40% abgenommen hat. Da hat anscheinend auch der Rauch nix geholfen.

Und wenn sich die Kneipen mit dem Rauchverbot nicht öffnen, dann kann Bertha um die Ecke ihr Bier und den Kartoffelsalat bald allein daheim machen.
 
Woher nehmen sie die Gewissheit, dass nach einem Rauchverbot sämtliche NR, die bisher nie oder selten in die Kneipe gegangen sind, mit auf einmal ihre Lebensgewohnheiten komplett umstellen und eifrig ausgehen? Die Erfahrungen im Ausland lassen darauf gerade nicht schliessen.
Mal so aus Neugier, eine Antwort würde mich wirklich interessieren: wie halten sie es bisher selbst mit dem Ausgehen - und, wie werden sie sich nach dem Rauchverbot verhalten?
 
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