Gastgewerbe Gedankensplitter


Kostenlose Gastro News - wöchentlich, über 19.500 Abonnenten

Powered by KBX7

« Home | Splash Page: ausnahmsweise gelungen. » | Illegale Raucher in Gaststaetten per Video ueberfu... » | Bar jeder Vernunft. » | Blogflux MapStats. » | Mobile Bars und Theken leihweise. » | Das Klopapier ist aus. » | Spekulationsgeschaefte. » | Neue Broschuere weist Weg zu heimischen Bio-Kueche... » | Auf nach Berlin. » | INTERNORGA mit internationalem Rahmenprogramm: Gle... »


Donnerstag, März 08, 2007

Wahlbetrug der CDU/CSU Numero Zwei: Sockelloehne.

Die CDU/CSU bereitet den nächsten Betrug an ihren Wählern vor. In der Bundestagswahl lehnte sie das rot-gruene "Antidiskriminierungsgesetz" strikt ab, um diesen Mist nach der Wahl als "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz" durchzuwinken.

Den Roßtäuschertrick mit dem falschen Namen will man jetzt noch einmal anwenden. Vor der Wahl hatte man versprochen, strikt einen "Mindestlohn" abzulehnen. Jetzt will man ihn frech als "Sockellohn" beschließen.

Betroffen wäre nach den Vorstellungen von Franz Müntefering auch das Gastgewerbe: "Müntefering feilt an Mindestlohn für zehn Branchen", in: Handelsblatt vom 8. März 2007.

Die Begründung dafür:
"Sittenwidrige Löhne müssen weg, am besten in allen Branchen."
ist polemisch und verlogen, denn sittenwidrige Löhne sind schon jetzt rechtswidrig. Es geht in Wahrheit darum, daß man von den ortsüblichen Löhnen als Referenzlohn zur Beurteilung einer Sittenwidrigkeit weg will. Stattdessen will man die Tariflöhne, die vielerorts über den ortsüblichen Löhnen liegen, als Referenzlohn etablieren, obwohl z.B. im Gastgewerbe nur eine kleine Minderheit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern Mitglied der Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften sind. In den Tarifbezirken, wo überhaupt keine Tariflöhne mehr vereinbart worden sind, sondern zwischen den Betrieben und ihren Beschäftigten Marktlöhne vereinbart werden, will man auf diesem Wege das Verfassungsgebot der Koalitionsfreiheit brechen.

Kommentare:
Sollte das so durchgehen, würden grosse Teile der Gastronomie wie Autobahnraststätten organisiert sein: Selbstbedienung bei den Getränken, das Essen wird an der Theke vom Koch serviert und zum Zahlen geht man mit dem Tablett zur Kasse. An Personal bleibt dann nur noch der Wirt an der Kasse, ein oder zwei Köche und die Klofrau.

Das wäre zum einen eine Katastrophe für Studenten und alle Anderen, die darauf angewiesen sind, sich übers Kellnern etwas dazu zu verdienen, zum anderen wäre es dann in den betroffenen Gaststätten angesichts der Kantinenathmosphäre auch weniger gemütlich, mit entsprechendem Rückgang an Gästen und Umsatz. Denn sie wissen nicht, was sie tun...

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht soweit kommt.

Mfg,

Martin G.
 
Kommentar veröffentlichen