Gastgewerbe Gedankensplitter


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Freitag, April 27, 2007

Absage.

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat mich zu einem Fachgespräch "Strukturwandel im Mittelstand" eingeladen:
"Über die Fragen der Unternehmensnachfolge und Finanzierungsalternativen für mittelständische Unternehmen diskutieren wir mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden."
Ich sage aus mehreren Gründen ab:
  • Das Eingangsstatement zu diesem Fachgespräch unterstellt, Private Equity Fonds und Hedge Fonds wären bedeutsam für die Unternehmensnachfolge des Mittelstands, und fokussiert damit auf sehr große mittelständische Unternehmen, die für das Gastgewerbe weniger typisch sind.
  • Auf den Podien sitzen nur Menschen, die mich nicht interessieren. Wer die CeWe Color AG & Co. OHG, deren Finanzvorstand die Seite der betroffenen Unternehmen vertritt, mit seinen rund 100 Millionen Euro Umsatz als KMU versteht, langweilt mich.
  • Die reale Politik unter Rot-Grün ist mittelstandsfeindlich gewesen. Ich erinnere nur an die Steuersenkungen für Kapitalgesellschaften, die den Personengesellschaften verweigert worden sind, an die Reform des Betriebsverfassungsgesetzes, das Teilzeitarbeitsgesetz, die Abgabenbelastung der Mini-Jobs oder die Regelungen zur Saisonarbeit.
  • Die reale Politik der Grünen unter Rot-Grün war gastgewerbefeindlich. Ich erinnere an die Weigerung, einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Produkte und Dienstleistungen des Gastgewerbes einzuführen.
  • Es ist nicht zu erkennen, daß die Grünen in der Opposition sich dem Mittelstand annähern. Ganz im Gegenteil: Wirtschaftskompetente Grünen-Politiker wurden abgewatscht, gemoppt und aus der politischen Arbeit vertrieben. Eine Partei, die sich von einem ehemaligen Mitglied der Kommunistischen Hochschulgruppe, einem ehemaligen Mitglied des Kommunistischen Bundes und einem Groupie von Ton, Steine, Scherben präsentieren läßt, ist alles andere als mittelstandstauglich.
  • Auch inhaltlich neigen die Grünen zu Positionen, die dem Gastgewerbe schaden. Stichworte: gesetzlicher Mindestlohn, radikales Rauchverbot.

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Kommentare:
"Auch inhaltlich neigen die Grünen zu Positionen, die dem Gastgewerbe schaden. Stichworte: gesetzlicher Mindestlohn, radikales Rauchverbot."

Tja, da wissen die Grünen besser bescheid als der Wirt, der wieder von nichts eine Ahnung hat. Das Gastgewerbe profitiert vom Rauchverbot wie die Umsatzsteigerungen und zusätzlichen Arbeitsplätze in New York oder Norwegen oder auch Schottland zeigen. Hinzu kommen massive Kosteneinsparungen bei Lüftungsanlagen und den Energiekosten. So sparten die Mariott-Hotels, die in allen USA-Hotels ein Rauchverbot einführten 30% der Energiekosten. Aber in Dt. tun 30% mehr Energiekosten der Branche ja unheimlich gut!

Allein die Diskotheken geben Summen im unteren 5-stelligen Bereich für Lüftungsanlagen aus, was sich in Italien oder Irland sparen lässt. Und wieder ein Vorteil der Gastronomie. Zusammengefasst bedeutet das Rauchverbot: Mehr Umsätze, weniger Kosten, zufriedenere Mitarbeiter (=gleich zufriedenere Gäste), höhere Attraktivität durch Aufhebung der Gästetrennung/Zonen.

Also erst denken und recherchieren, dann schreiben! Es ist mir ein Rätsel wie profilierungssüchtige Wirte eine Entwicklung erwarten die gegenteilig ist von dem was überall im Ausland passierte. Das kann man nur mit der eigenen Sucht, einer starken Borniertheit, oder dem unentwegten Drang Fakten nicht anzuerkennen, erklären.

Mit Sicherheit werden 9 von 10 Gastronomen nach dem in Dt. in Kraft getreten Rauchverbot von einem Erfolg desselbigen sprechen und den Rauch nicht zurückhaben wollen.
 
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