Gastgewerbe Gedankensplitter


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Donnerstag, April 19, 2007

DEHOGA Niedersachsen zeigt sich enttaeuscht über die Kehrtwende der niedersaechsischen Landesregierung in Sachen Nichtraucherschutz.

(Hannover, 19.04.2007) Wir sind enttäuscht, aber auch entsetzt, über die plötzliche Kehrtwende der niedersächsischen Landesregierung in Sachen Nichtraucherschutz im niedersächsischen Gastgewerbe, so Hermann Kröger, Präsident des DEHOGA Niedersachsen (Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen) heute in Hannover.

Das Präsidium des DEHOGA Niedersachsen habe heute die Auswirkungen des angekündigten neuen Nichtraucherschutzgesetzes für das niedersächsische Gastgewerbe beraten, teilte Hermann Kröger mit.

Größte Sorge habe das Präsidium wegen der sich abzeichnenden Probleme für die Kleinstbetriebe im niedersächsischen Gastgewerbe.

Kleine Schankstätten, die ihr Geschäft in einem Raum betrieben, würden nach den neuen Plänen der Landesregierung zukünftig Nichtrauchergaststätten sein müssen.

Ihr Geschäft gründe aber auf geselliger Kommunikation an der Theke, zu der neben Bier und Wein gewohnheitsmäßig auch die Zigarette gehöre.

Ein großer Teil der Kundschaft würde in Folge des Rauchverbotes zukünftig diesen Betrieben fernbleiben.

Kröger stellt fest, noch nicht einmal der Vorschlag des DEHOGA Niedersachsen, diesen Schankstätten die Ausgabe jeglicher Speisen zu untersagen, aber im Gegenzug ihnen als Einraumbetrieben eine Ausnahme vom Rauchverbot zuzugestehen, habe die Landesregierung von ihrer harten Haltung abgebracht.

Ein Problem würden auch die ländlichen Saalbetreiber mit der neuen Regelung bekommen, so Krögers Prognose. Häufig hätten Dorfgaststätten einen Hauptgastraum mit Theke und dazu einen großen Saal als Nebenraum. Auch in diesen Gaststätten dürfe zukünftig nicht geraucht werden, da die Säle als Rauchernebenräume nicht zugelassen seien, wenn sie mehr als 50 % der Gesamtfläche des Objektes ausmachen würden. Ein großer Teil der dörflichen Gastronomie wäre dann von Schließung bedroht.

Nach wie vor sei das strikte Rauchverbot für Discotheken für den DEHOGA Niedersachsen nicht nachvollziehbar. Hier sei der DEHOGA Niedersachsen schon von Mitgliedsbetrieben aufgefordert worden, Rechtsschutz gegen das Rauchverbot zu gewähren.

Kröger erläuterte, dass es wichtig sei, dass der Ausrichter einer privaten Familienfeier in Gastgewerberäume auch zukünftig in der Lage sein müsse, selber zu entscheiden, ob seine geschlossene Gesellschaft rauchen dürfe oder nicht.

Hinsichtlich der angekündigten Bußgelder für Rauchverstöße hielt Kröger diese für unangemessen hoch. Einverstanden sei er aber mit der Ankündigung, dass nicht nur der Gastwirt mit einem Bußgeld bedroht werde, sondern auch der verbotswidrig rauchende Gast.

Kröger kündigte an, in den nächsten Tagen die niedersächsischen Landtagsabgeordneten über die Konsequenzen der gesetzlichen Nichtraucherschutzregelung aufzuklären.

Er zeigt sich hoffnungsfroh, das Gesetz noch im Sinne der kleinsten Betriebe des niedersächsischen Gastgewerbes beeinflussen zu können.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Niedersachsen).

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Kommentare:
Auch Herrn Kröger scheint der Tabakabsatz wichtiger zu sein als die eigenen Mitgliedsunternehmen:

Konsequenzen des fehlenden Rauchverbots:

- mehr Gäste bleiben fern von Gästefeiern
- Dynamik der Pleiten im getränkeorientierten Gewerbe steigert sich weiter
- Gäste gehen früher, konsumieren weniger
- massive Mehrkosten für Investitionen in Lüftungsanlagen und Energiekosten
- gesteigerte Unattraktivität für Gastronomie als Kommunikationszentrum da Aufteilung und Zonierung der Gäste
- Dorflokale verlieren absehbar mehr Gäste; da auf dem Land vor Ort meist nur ein Lokal verfügbar ist, diese Lokale aber gleichzeitig nur Raucherlokale sind, gehen Umsätze der vor Ort ansässigen NR verloren

Sehr interessant im übrigen dass der Verband gleichzeitig eine gesetzliche Regelung für alle, eine gesetzliche Regelung mit Ausnahmen und eine freiwillige Regelung ablehnt (die man ja selber nicht weiter verfolgt hat).

Man kann immer wieder nur den Kopf schütteln wie ein Verband gegen Mitglieder, Umsätze, Gäste und Angestellte so verbissen kämpfen kann.

Jedes Mitglied sollte die Kosten für Lüftungsanlagen, Energiekosten, und wegbrechende Umsätze wg. ausbleibender NR direkt an Herrn Kröger senden. Vielleicht gibt er dann mal seine inliberale Haltung auf mit der er die Gastronomie weiter zu einer 2. Klassengesellschaft machen will.

Die Wirte wollen ein Rauchverbot, die Gäste wollen ein Rauchverbot, die Angestellten wollen ein Rauchverbot, der Verband will keines; welche Interessen vertritt er dann eigentlich?
 
Sie erfinden mal wieder Fakten, leider ist das nicht sonderlich originell.
Fernbleiben von Gästen, Kneipenpleiten, geringer Konsum, Unattraktivität usw., für keine dieser Behauptungen gibt es irgendeinen Beleg. Billige Polemik, sonst nichts.
Akzeptieren sie, dass ihr Märchenland nicht existiert. Die Welt richtet sich nicht nach ihren Wünschen. Nach dem Rauchverbot wird die Pleitewelle einsetzen. Garantiert. Und dafür gibt es massenhaft Beispiele im Ausland ;-)
 
Natürlich gibt es dafür Belege: zahlreiche Kneipenpleiten in Dt., 70% der Bürger die rauchfreie Kneipen wollen, kommt das Rauchverbot nicht wird sich die Zahl der Pleite gehenden Eckkneipen noch dynamisieren.

Kommt das Rauchverbot können die Wirte auch finanziell aufatmen, denn die paar Hardcoreraucher können niemandem das überleben sichern, zumal rauchen ja weniger konsumieren und den ganzen Abend nur an ihren Kippen nucken!
 
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