Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Starbucks Podcasts. » | Touristische Angebote fuer Bierliebhaber. » | Cocoa Bar, New York. » | Kaffeeblog - gesponsert von Darboven. » | Schneider Weisse Weblog. » | Convenience-Torten, -Kuchen und -Strudel. » | Der Kanzlerkandidat als Waschlappen. » | Laden im Viertel. » | Shalimar, Wien. » | Leaders Club Award 2007: Gesucht werden die beiden... »


Sonntag, Mai 20, 2007

Bio-Boom in der Gastronomie.

Laut einer Meldung der "Salzburger Nachrichten" hat sich der Großküchenexperte Peter Hecht von Bio Austria beklagt, Wirte könnten ohne Probleme mit "Bioecken", "Biofrühstück" und anderen "Bio"-Slogans werben, auch wenn er konventionell eingekauft worden sei. Theoretisch könne jeder "bio" draufschreiben, weil nicht kontrolliert würde. Von den Gastronomen und Großküchen ließen sich derzeit nur eine Minderheit freiwillig von zugelassenene Zertifizierungsstellen kontrollieren. Quelle: "Gastronomie Österreich: Das Bio-Image leidet", in: Bio-Markt.Info.

Ein Angebot von Bio-Produkten im Gastgewerbe ist in vier Ausbaustufen möglich:
  • beschränkt auf einzelne Rohstoffe,
  • gefolgt von ganzen Komponenten
  • dem Angebot kompletter Gerichte in Bioqualität.
  • Die höchste Stufe ist erreicht, wenn (fast= alles Bio ist wie z.B. bei den Bio Hotels.
Siehe dazu: "Überzeugung ist wichtigster Erfolgsfaktor für Bio".

Geregelt wird die Bio-Zertifizierung in der EU-Verordnung "VERORDNUNG (EWG) Nr. 2092/91 DES RATES vom 24. Juni 1991 über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (ABl. L 198 vom 22.7.1991, S. 1)" (PDF).

In Artikel 2 dieser EU-Verordnung wird der Begriff "Bio" erläutert:
"Im Sinne dieser Verordnung gilt ein Erzeugnis als aus ökologischem Landbau stammend gekennzeichnet, wenn in der Etikettierung, der Werbung oder den Geschäftspapieren das Erzeugnis, seine Bestandteile oder die Futtermittel-Ausgangserzeugnisse mit Bezeichnungen versehen werden, die dem Käufer den Eindruck vermitteln, dass das Erzeugnis, seine Bestandteile oder die Futtermittel-Ausgangserzeugnisse nach den in Artikel 6 genannten Produktionsregeln gewonnen wurden. Insbesondere die folgenden Bezeichnungen, die daraus abgeleiteten gebräuchlichen Bezeichnungen (wie Bio-, Öko- usw.) und ihre Diminutive, alleine oder kombiniert verwendet, gelten in der gesamten Gemeinschaft und in allen Amtssprachen als Hinweis auf Methoden des ökologischen Landbaus, es sei denn, sie werden nicht für in Lebensmitteln oder Futtermitteln enthaltene landwirtschaftliche Erzeugnisse verwendet oder stehen ganz offensichtlich in keinem Zusammenhang mit dieser Art der Erzeugung: spanisch: ecológico, —dänisch: økologisk, deutsch: ökologisch, biologisch, —griechisch: ß........, englisch: organic, französisch: biologique, italienisch: biologico, — niederländisch: biologisch, portugiesisch: biológico,— finnisch: luonnonmukainen, — schwedisch: ekologisk."
In Artikel 8 wird geregelt, wer sich zertifizieren lassen muß, wenn er mit "Bio" werben möchte und schiere Händler werden ausgenommen:
"1) Jedes Unternehmen, das Erzeugnisse gemäß Artikel 1 erzeugt, aufbereitet, lagert oder aus einem Drittland einführt, um sie später zu vermarkten, oder das diese Erzeugnisse vermarktet, ist verpflichtet, a) diese Tätigkeit bei der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wird, zu melden; die Meldung muss die in Anhang IV genannten Angaben enthalten; b) seine Tätigkeit dem Kontrollverfahren gemäß Artikel 9 zu unterstellen.

Die Mitgliedstaaten können Einzelhändler, die derartige Erzeugnisse direkt an den Endverbraucher oder -nutzer verkaufen, von der Anwendung dieses Absatzes befreien, sofern sie diese Erzeugnisse nicht selbst erzeugen, aufbereiten, an einem anderen Ort als einem Ort in Verbindung mit der Verkaufsstelle lagern oder aus einem Drittland einführen."
Der letzte Absatz betrifft die Gastronomie insoweit sie eine Einzelhandelsfunktion wahrnimmt, also z.B. Handelswaren verkauft, die Bio-zertifiziert sind (etwa Bio-Tee, Bio-Kaffee oder Bio-Riegel in Verpackungen verkauft).

Weitergehende Informationen zum Einsatz von Bio-Produkten bei Großverbrauchern (wie Gastronomie, Kantinen, Catering) erhalten Sie beim Bundesverband ökologischer Landbau.

Anstelle des Bio-Segels auch mit den eingeführten Öko-Zeichen von Anbauverbänden arbeiten. Diese sind in der Regel jedoch stringenter und die Auswahl der in Frage kommenden Lieferanten und Produkte ist kleiner:
  • Bioland
  • Demeter
  • Naturland
  • ANOG (als Bio-Marke unter dem Dach von Naturland)
  • Biopark
  • Gäa
  • Biokreis
  • Ecovin
  • Ökosiegel.
Ein Beispiel für eine Bioland-Gastronomie: Cassiopeia

Weitere Bioland-Gastronomiebetriebe.

Mehr über Bioland-Restaurants: "Kein Bammel vor dem Bio-Boom", in: Gastronomie-Report.de.

Mehr über "Biologische Produkte im Gastgewerbe".
Der Wirtschaftsjournalist Markus Groll und der Ernährungswissenschafter Gernot Loitzl warnen in ihrem Buch "Die 50 größten Bio-Lügen" vor konventionellen Trittbrettfahrern, die mit Konsumententäuschungen vom Bio-Markt profitieren möchten.

Labels: