Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Mai 19, 2007

Der Kanzlerkandidat als Waschlappen.

In einem Brief an Michael Löb versucht der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff zu rechtfertigen, warum er zuerst sich dafür ausgesprochen hat, Gastwirten die Entscheidung zu überlassen, ob in ihren Betrieben geraucht werden darf oder nicht, und warum er dann umgefallen ist:
"Der Staat versucht, zu oft mit Verboten in die Privatsphäre des Bürgers einzudringen. Deshalb habe ich den Gastwirten die Möglichkeit einräumen wollen, in Einzelfällen ihre Betriebe zu einer Rauchergastronomie zu erklären. Die Gäste hätten dann selbst entscheiden können, ob sie diese Lokalität aufsuchen oder meiden. Ich war davon ausgegangen, dass es dann weitgehend zu einer Nichtrauchergastronomie gekommen wäre und sich allenfalls die Betreiber von Eckkneipen zu Raucherlokalen erklärt hätten. In den letzten Wochen zeichnete sich jedoch deutlich ab, dass eine Vielzahl von Gaststätten ihre Betriebe als Raucherlokale ausweisen wollten."
in: "Post von der Staatskanzlei", in: Freiraucher.de.

Wie fern ist Christian Wulff von der Alltagsrealität, wenn er wirklich gedacht haben sollte, Gastronomen würden sich freiwillig gegen ihre Gäste entscheiden?

Christian Wulff möchte wohl irgendwann einmal Kanzler werden. Doch kann man einem weltfremden Waschlappen ein Amt anvertrauen, in dem er nach eigenem bestem Wissen und Gewissen entscheiden und auch in wirklich wichtigen Fragen, wie dem von Krieg und Frieden, mannhaft Verantwortung tragen müßte?

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Kommentare:
Wie Realitätsfern ist Herr Schoolmann wenn er ernsthaft glaubt das Gastwirte sich dem Gastwunsch beugen wenn ein einzelner Gast rauchen will - in der Praxis haben dann nämlich 90% der Gäste das nachsehen, weil nur ein Gast rauchen will.

Die Mehrheit der Wirte entscheidet aktuell GEGEN ihre Gäste.

Zweitens sind Gaststätten nicht privat (Gewerbeart: öffentlich zugängliche Gaststätte, Privatheit in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz: 0), und jede einzelne Lungen die Privatsphäre des jeweiligen Eigentümers, sodaß sich die Frage nach dem Eingriff in die Privatsphäre lediglich beim eindringen fremder Tabakrauchpartikel in die eigenen (!) Lungen stellt.
 
Da Herr Schoolmann selbst Gastronom ist, versteht er möglicherweise etwas mehr vom Thema als sie.

Mich erstaunt immer wieder aufs Neue, wie man die Realität so vehement ignorieren kann. Das gelingt wohl nur vom heimischen Sessel aus; wer sich im realen Leben bewegt, kann solch absurde Schlüsse nicht ziehen. Sollten sie einmal einen gastronomischen Betrieb aufsuchen werden sie feststellen, dass im Schnitt die Hälfte der Gäste Raucher sind, während dies die andere Hälfte in der Regel nicht stört.

Es freut mich zu erfahren, dass Gaststätten öffentliche Einrichtungen sind, es war mir bisher unbekannt und eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten. Es wird besonders diejenigen Wirte freuen, die finanziell schlecht dastehen, höchstwahrscheinlich Schulden haben und alsbald schliessen müssen. Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn der Staat für all diese Verpflichtungen aufkommt; schliesslich betreibt er den Laden ja auch.
Ich habe eine Freund darüber informiert, der das bislang auch nicht wusste. Er arbeitet in Wiesbaden in einer auf die Gastronomie spezialisierten Unternehmensberatung; er war interessiert und darf künftig mit sehr zufriedenen Kunden rechnen. Danke für den Tipp!
 
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