Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Berlin-Tourismus im Maerz 2007 weiterhin mit hohem... » | 2.000 neue Stellen waeren machbar: Grosse Koalitio... » | Qualitaetsjournalismus á la Spiegel. » | Mineralwasser von Coca Cola. » | Berliner Gastgewerbe im ersten Quartal 2007 mit Um... » | Gastronomie in Teltow-Flaeming. » | Sesselfurzer-Logik. » | Fischkoepfen mangelt es an Lokalkolorit. » | ARAMARK setzt auf Fisch aus nachhaltigem Fischfang... » | Tarifeinigung im Bayerischen Gastgewerbe. »


Samstag, Mai 26, 2007

Keine Tischreservierungen entgegen nehmen.

In meinem Beitrag "Schadenersatz bei Nichteinhaltung einer Tischreservierung" habe ich als eine von mehreren möglichen Strategien gegen das Nichterscheinen von Gästen trotz Tischreservierung genannt, daß man generell keine keine Reservierungen annimmt und erläutert:
"Dies ist bei angesagten Betrieben eine optimale Lösung aus der Sicht des Gastronomen. Die Gäste 'prügeln' sich um die Plätze. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Sie wälzen damit als Gastronom, das Risiko keinen Platz zu bekommen, auf den Gast ab. Sowas funktioniert aber schlecht bei Zielgruppen, die anreisen, und bei älteren Zielgruppen, die es hassen, keinen Platz zu bekommen oder mit einem Stehplatz abgespeist zu werden. In der Szenegastronomie ist diese Strategie eigentlich die Regel."
Betriebe, die so verfahren, sind gar nicht so selten. Aber meist wird darauf nicht explizit hingewiesen. Eine Ausnahme ist das Wiener Café Drechsel. Auf deren Website ist zu lesen:
"Das Cafe Drechsler ist ein Café - wir bitten um Verständnis, dass wir keine Tischreservierungen entgegen nehmen können."
Das legendäre "Café Drechsler" wurde am 15. Februar 2007 nach behutsamen Umgestaltung durch den Designer Sir Terence Conran wieder eröffnet. Es präsentiert sich heute als Wiener Kaffeehaus im Stil des 21. Jahrhunderts. Es gehört zu den Gaststätten in Wien, in denen man auch nach Mitternacht noch etwas zu esen bekommt. Geboten werden klassisches Frühstück, Gerichte der traditionellen Wiener Kaffeehausküche mit saisonalen Akzenten sowie ein Tagesteller um 7,20 Euro. Das neue "Hinterzimmer" für bis zu 12 Personen kann exklusiv gemietet werden.

Das Café Drechsler war traditionell die "letzte Bastion für Nachtschwärmer" in Wien und bekannt für die von Engelbert Drechsler persönlich in aller Früh zu den Naschmarkt-Standlern "über die Wienzeile" servierte Melange.
"Heute setzt das Café Drechsler fort, was die Familie von Engelbert Drechsler schon 1919 begann: Ein traditionsreicher Treffpunkt für all jene Gäste zu sein, die Kaffeespezialitäten, eine klassische Kaffeehausküche und eine entspannte Atmosphäre zu jeder Tages- und Nachtzeit zu schätzen wissen"
freut sich Manfred Stallmajer, geschäftsführender Gesellschafter der Café Drechsler Gastronomiemanagement GesmbH (GMG GastronomiemanagementgmbH). Das Gesamtergebnis zeigt: Der Aufwand hat sich gelohnt.

Wienzeilen-Juwel: Erhaltung des Café Drechsler oberstes Ziel

Oberstes Ziel bei der Neugestaltung durch den britischen Designer Sir Terence Conran und den damit einhergehenden Umbauarbeiten war ein sachtes und behutsames Vorgehen. Notwendiges wurde erneuert oder modernisiert. Alles was sinnvoll und charakteristisch für das Café war, blieb erhalten. So wurde zum Beispiel die Innenvertäfelung komplett abgenommen und renoviert wieder angebracht. Die Toilettenanlagen, die Belüftung und Heizung hingegen musste komplett erneuert werden.

Stallmajer:
"Manchmal hätten wir sicher einen einfacheren und kostenschonenderen Weg gehen können. Allerdings wäre dann ein Stück Drechsler-Charme verloren gegangen. Deshalb war es uns wichtig, mit viel Liebe zum Detail zu erhalten, was irgend möglich war. Es hat sich wirklich gelohnt!"
Als Beispiel nennt Stallmajer die Holzvertäfelungen, die nicht durch neue billig ersetzt, sondern in mühsamer Kleinstarbeit restauriert wurden.

Auch Neues tritt zu Tage: Deckenmalereien nun wieder sichtbar

Neben der Original-Holzvertäfelung, die wieder zum Einsatz kommt, kann man sich auch auf wunderschöne alte Original Deckenmalereien im Eingangsbereich - wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – freuen. Diese waren unter einer dicken Schicht Tapete verborgen und kamen bei den Renovierungsarbeiten wieder zum Vorschein.
"Das Cafe Drechsler war insgesamt keine normale Baustelle. Das Allerwichtigste war uns - auch in Zusammenarbeit mit Terence Conran - mit der nötigen Sorgfalt und mit Akribie zu arbeiten"
so Stallmajer weiter.

Service und Ambiente: Alles was ein Kaffeehaus ausmacht

Das Besondere Wiener Flair im neuen Drechsler ist auch mit dem speziell von Lilien-Porzellan designten Café Drechsler Service spürbar. Für das Kaffeehaus-Ambiente daheim werden Tassen und Teller übrigens auch zum Verkauf angeboten.

Dazu bietet das Drechsler eine hauseigene Kaffeemischung: biologischer Hochland-Kaffee aus Arabica-Bohnen von der Rösterei Naber. Diese gibt es im 250g-Packerl - in ganzen Bohnen oder wahlweise gemahlen - auch zum Mitnehmen für zu Hause. Internationale und österreichische Zeitungen und Zeitschriften werden ebenso offeriert wie Zigaretten "einzeln". Und: Der Espresso an der Theke ist – wie früher üblich – günstiger als die Melange am Tisch.

Auch der Hauswein wird eigens für das Drechsler abgefüllt: Der Blaufränkische kommt vom Weingut Gerald Unger aus Deutsch Schützen im Südburgenland, der Grüne Veltliner vom Heldenberg Weingut Josef Kührer aus dem Weinviertel.

Frühstück im Drechsler: von 3 Uhr früh bis 2 Uhr nachts
"Dass der Gast sein Frühstück bei uns rund um die Uhr serviert bekommt, ist außergewöhnlich. Aber eine Stadt wie Wien braucht eine Institution, die ihren Gästen diesen besonderen Service bietet"
erklärt Ronnie Gerdey, frischgebackener Cafe Drechsler-Geschäftsführer.

Typisch Wienerische Speisen mit Charakter

Im Drechsler wird Wienerisch gekocht: Zusätzlich zur Speisekarte mit typischer Wiener Kaffeehausküche ist auch eine täglich wechselnde Mittagskarte geplant. Ein Tagesteller – je nach Geschmack ein Fleischgericht oder eine vegetarische Speise – wahlweise mit Suppe oder Dessert kostet nicht mehr als 7,20 Euro.

Als Küchenchef fungiert Andreas Gwiasda:
"Unser Anspruch ist es, neben der klassischen Kaffeehausküche auch traditionelle Wiener Speisen zu revitalisieren und einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Hier dürfen sich alle Gäste in den nächsten Wochen auf kulinarische Überraschungen mit wienerischem Background – und das eine oder andere unbekannte Gericht mit Geschichte – freuen."
Gekocht wird mit besten, frischen Grundprodukten, je nach Saison, das Fleisch kommt vom Biobauern und die Eier aus Boden- oder Freilandhaltung.

Über den Architekten: Sir Terence Conran

Der Name des englischen Designers von Weltruf steht für Qualität und einen Stil, der durch seine schlichte Eleganz überzeugt. Diese bewusste Zurückhaltung ist mehr als ein einfacher, vergänglicher Modegag: Es ist die Einrichtungsphilosophie eines Ästheten, der sich auf das Wesentliche konzentriert.

Conran kann mittlerweile auf eine Reihe von internationalen Gastronomieprojekten verweisen. Sein Fokus in der architektonischen Ausgestaltung ist eine Symbiose zwischen Alt und Neu, mit dem Anspruch, eine perfekte Funktionalität zu schaffen. Dass das gelingt, hat der britische Designer in Wien schon mit dem Hotel "Das Triest" bewiesen. Insgesamt bringt Conran die notwendige Erfahrung im Umgang mit Behutsamkeit erfordernden Projekten mit und war für das Cafe Drechsler von Anfang an "die ideale Wahl für dieses sensible Vorhaben."

(Quelle: Pressemiteilung des Café Drechsler).