Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Mai 21, 2007

Kuenstlersozialkasse: Abgabepflicht.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat ein Merkblatt zur Beitragspflicht zur Künstlersozialversicherung online gestellt "Wann sind Unternehmen an die Künstlersozialkasse abgabepflichtig?" (PDF). In Zukunft wird die Prüfung der Unternehmen nicht mehr von der Künstlersozialkasse vorgenommen (die dazu durchgängig kaum in der Lage ist), sondern von der Deutschen Rentenversicherung im Rahmen der tournusmäßigen Prüfung. Deshalb steigt die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, massiv an.

Wer Aufträge an Künstler und Publizisten vergibt, also an
  • Alleinunterhalter,
  • Ballettlehrer,
  • Choreographen,
  • Clowns,
  • Designer,
  • Fotodesigner,
  • Grafiker,
  • Journalisten,
  • Kabarettisten,
  • Musiklehrer,
  • Pressefotografen,
  • Schriftsteller,
  • Texter,
  • Web-Designer oder
  • Werbefotografen
sollte prüfen, ob er abgabenpflichtig ist. Die Meldepflichten sind hochgradig schwammig formuliert (Fettauszeichnung von mir):
"Unternehmen sind unabhängig von ihrer Rechtsform zur Abgabe an die KSK verpflichtet, wenn sie
  • typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen verwerten (z. B. Verlage, Presseagenturen, Theater, Orchester, Chöre, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Galerien, Museen etc.), oder
  • Aufträge an selbständige Künstler und Publizisten erteilen (zur Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit für das eigene Unternehmen oder um auf andere Weise mit diesen Aufträgen Einnahmen zu erzielen) und dies nicht nur gelegentlich tun."
Dies läßt Ungemach befürchten, wenn man es bei der Prüfung durch die Rentenversicherung mit einem oberschlauen Sesselfurzer zu tun bekommt.

Das Merkblatt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags nennt einige Grenzwerte, z.B. daß man abgabepflichtig wird, wenn man jährlich mehr als 3 Veranstaltungen mit selbständigen Künstlern und Publizisten organisiert und dafür Eintritt verlangt oder sonst Einnahmen erzielen möchte. Anders ausgedrückt: Man kann sich der Abgabepflicht von zur Zeit 5,1 Prozent entziehen, wenn man bei Veranstaltungen:
  • nicht selbst als Veranstalter auftritt
  • nur bis zu drei Veranstaltungen durchführt.
  • nicht selbständige Künstler und Publizisten engagiert, sondern eine Kapitalgesellschaft beauftragt (die dann aber ihrerseits abgabepflichtig ist).
Die Zahlungspflicht läßt sich reduzieren, indem man die Abgabebasis verringert. Abgabepflichtig sind nicht:
  • die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer,
  • steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z. B. Reise- und Bewirtungskosten) sowie
  • Entgelte, die im Rahmen der so genannten Übungsleiterpauschale in Höhe von 1.848 EUR jährlich steuerfreie Aufwandsentschädigungen sind (§ 3 Nr. 26 EStG)
Eine Möglichkeit, der Abgabepflicht an die Künstlersozialkasse zu entrinnen, welche der DIHK nicht erwähnt, ist, den "Künstler" vorübergehend - zumindest auf dem Papier - als Arbeitnehmer zu beschäftigen, sei es als kurzfristig Beschäftigen (ohne Sozialabgaben) oder als Mini-Jobber (mit bis zu 400 Euro per Monat; mit pauschalen Beiträgen zur Sozialversicherung).

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