Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | FroSTa testet Buero-Catering. » | Voruebergehend kostenloser Zugang zu Beitraegen in... » | Pflichtablieferungsverordnung. » | Hausverbot fuer die nordrhein-westfaelische Landes... » | Gaeste auf dem Strassenstrich. » | Tarifbindung. » | Kaese als Topping. » | Brauereien als Energieerzeuger. » | Deutscher Kaffeeverband feiert zum zweiten Mal bun... » | START-Messe in Nuernberg. »


Dienstag, Juni 26, 2007

Deutschlandfonds.

Einen saudummen Vorschlag hat sich der SPD-Vorsitzende Kurt Beck von Gewerkschaftsfunktionären einflüstern lassen: "Beck will die Deutschland AG", in: Tagesspiegel vom 26. Juni 2007.
"'Ich schlage einen Deutschlandfonds für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor, in den die Arbeitnehmer einzahlen und der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt', sagte Beck dem Magazin 'Stern'. Durch die indirekte Beteiligung über den Fonds sollten die Arbeitnehmer vor dem Risiko von Pleiten geschützt werden. Den Kauf von Anteilen am 'Deutschlandfonds' will die SPD staatlich fördern."
Warum ist dieser Vorschlag saudumm?
  • Die Mehrheit von Arbeitnehmern in Deutschland ist in Unternehmen beschäftigt, die für Kapitalbeteiligungen nicht zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter dieser Unternehmen würden mit ihren Ersparnissen nicht ihre eigenen Unternehmen fördern, sondern fremde, evtl. sogar konkurrierende Unternehmen. Mitarbeiter meiner Gaststätte würden sich via Deutschlandfonds etwa an McDonald's beteiligen, woran weder sie noch ich ein Interesse haben.
  • Der einzige, von Beck nicht genannte Zweck eines solchen "Deutschlandsfonds" besteht darin, für Funktionäre, denen kein Mensch freiwillig sein Geld anvertrauen würde, Jobs und Macht zu generieren. Funktionäre vom Typ der Gewerkschaftsfunktionäre, die schon bei der Bank für Gemeinwirtschaft, der Coop, der Volksfürsorge und der Wohnungs- und Städtebaugesellschaft Neue Heimat Milliarden vernichtet haben, könnten sich wieder einmal am Geld anderer Leute bereichern.
  • Durch den Deutschlandsfonds werden Arbeitnehmer nicht vor einer Pleite eines Unternehmens, an dem sich der Fonds beteiligt hat, geschützt. Vielmehr tragen auch Mitarbeiter solider Unternehmen das Risiko von Unternehmen mit, an denen man sich besser nicht beteiligen sollte. Zudem ist das Risiko, daß sich der "Deutschlandfonds" an riskanten Unternehmen beteiligt, überdurchschnittlich groß. Starke Unternehmen werden keine Beteiligungen akzeptieren, bei denen sie Gewerkschaftsfunktionären Informationen übermitteln müssen. Unternehmen mit schlechtem Ranking hingegen werden Beteiligungen des Deutschlandsfonds gerne akzeptieren, weil sie von vernünftigen Anlegern kein Geld mehr bekommen.
  • Es ist Stand der Wissenschaft, daß Anleger ihr Portfolio regional diversifizieren sollten. Arbeitnehmer, die sparen, sollten ihr Kapital deshalb global streuen, sich z.B. auch an amerikanischen oder asiatischen Aktiengesellschaften oder Investmentfonds mit solchen Werten beteiligen und nicht nur an deutschen Unternehmen.
  • Anleger sollten aber auch nicht nur in Unternehmen investieren, sondern auch in Immobilien, Gold, Rohstoffe usw. Per "Deutschlandfonds" werden die Arbeitnehmer motiviert, ihr Geld einseitig in Unternehmensbeteiligungen anzulegen.
  • Der deutschnationale, populistische Name "Deutschlandfonds" unterschlägt und lügt über die Tatsache hinweg, daß deutsche und ausländische Arbeitnehmer in Deutschland Mitarbeiter z.B. von DAX-Unternehmen sind, die mehrheitlich ausländischen Aktionären gehören, mehrheitlich Mitarbeiter im Ausland beschäftigten und ihren Umsatz und Gewinn überwiegend im Ausland machen. Das Kozept ist damit - gab es nicht einmal soetwas wie eine "Sozialistische Internationale"? - so provinziell wie man es von einem "Landei" wie Beck erwarten kann.
  • Nicht zuletzt gibt es für Kapitananleger eine große Auswahl an Möglichkeiten, Geld anzulegen. Warum sollte man einen bürokratischen Apparat mit Menschen aufzubauen, die mehrfach bewiesen haben, daß sie nicht mit Geld umgehen können? Wenn die SPD ihren Vorschlag ernst meint, kann sie ja, gerne auch mithilfe der gewerkschaftlichen Kapitalvernichter, einen Fonds auflegen. Jeder, der mag, kann ihnen dann ja sein Geld anvertrauen - ganz unbürokratisch und freiwillig.

Kommentare:
Beim ersten Lesen fand ich Becks Idee gar nicht so dumm, aber Ihre Argumente leuchten ein.
 
Kommentar veröffentlichen