Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Juni 15, 2007

Hoehere Zuverdienstgrenze fuer Rentner unter 65.

Die gesetzlichen Bestimmungen, die man einer Lohn- und Gehaltsabrechnung zu Grunde legen muß, sind so kompliziert, daß selbst Profis wie Steuerberater ihre Schwierigkeiten damit haben. Das ist nicht unbedingt ein neues Phänomen. Ich haben Anfang der 90er Jahre Lohn- und Gehaltsabrechnung unterrichtet und schon damals mußte man sich permanent fortbilden, es gab unterjährige Updates der Software für die Lohn- und Gehaltsabrechnung und man bewegte sich trotzdem immer wie ein Kapitän ohne Lotse im seichten Gewässer.

In der Wirklichkeit der Betriebe ist das Problem nicht ganz so groß, weil man davon ausgehen kann, daß die Kontrolleure, die von den gesetzlichen Rentenversicherungen und den Finanzämtern in der Regel alle drei Jahre in die Betriebe geschickt werden, um zu prüfen, auch nicht besser durchblicken. So werden zwar viele Fehler gemacht, die meisten aber nie aufgedeckt. Dies provoziert natürlich Schlaumeier, falsch abzurechnen, weil man sich mit der Kompliziertheit der Regelungen herausreden kann, falls der Fehler überhaupt gefunden wird.

Eine Episode, die dies erläutert: Bislang dürfen Arbeitnehmer, die beispielsweise aufgrund langjähriger Versicherungszeiten oder vorheriger Arbeitslosigkeit bereits vor dem 65. Lebensjahr in Rente gehen, maximal 350 Euro im Monat hinzuverdienen. Sobald sie diese Grenze überschreiten, wird ihre Rentenzahlung um ein Drittel auf eine Teilrente gekürzt.

Vielen betroffenen Rentnern ist dies nicht bekannt. Sie nehmen an, der Freibetrag läge bei 400 Euro, der Entgeltgrenze für Mini-Jobs. Auch in den vielen Personalabteilungen ist dies nicht bekannt. Sonst würden sie niedrigere Monatslöhne vereinbaren, damit ihre schuftenden Rentnern Rentenkürzugen erspart bleiben.

Jetzt haben die Rentenkassen zugestanden, daß viele Rentner das Gesetz mangels Kenntnis mißachten. In einer "nicht unerheblichen Zahl von Fällen" komme es zu einem ungewollten Verstoß gegen die 350-Euro-Grenze. In einer seltenen Einsicht ihrer Machtlosigkeit will die fette Regierung jetzt die Regelung dem Verhalten der Menschen anpassen und die Hinzuverdienstgrenze ab dem 1. Januar 2008 auf 400 Euro anheben: "Zeitung: Regierung erlaubt Frührentnern vollen Minijob", in: ad-hoc-news.de vom 15. Juni 2007.

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