Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Juni 07, 2007

Rauchverbot in der Gastronomie: Berlin.

Die Anhänger eines gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie haben immer bestritten, daß es zu Umsatzeinbussen in der Gastronomie kommen werde. Etliche haben ganz im Gegenteil sogar von Mehrerlösen geschwafelt. Jetzt hat die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Stefanie Winde zugegeben, daß mit Umsatzeinbussen zu rechnen ist:
"Dort werde es wahrscheinlich zunächst zu Umsatzeinbußen führen, aber eine Existenzgefährdung sehe sie nicht."
(Quelle: "Rauchverbot mit Ausnahmen", in: Berliner Morgenpost vom 6. Juni 2007).

Wenn sie Recht hätte, könnte der Berliner Senat bei den in ihrer Existenz bedrohten Betrieben auf die Abführung von Steuern und Sozialabgaben verzichten. Doch die Sesselfurzer werden sich hüten. Lieber läßt das verantwortungslose Pack die betroffenen Berliner Kollegen Pleite gehen.

Der von der SPD-Fraktion beschlossenen Gesetzentwurf ist zudem inhaltlich vage:
"Es gilt zwar ein generelles Rauchverbot. Aber: In Bars, Kneipen und Kultureinrichtungen, in denen kein Essen serviert wird, darf in abgetrennten Räumen auch weiterhin geraucht werden."
Was soll das heißen? Können Speisewirtschaften mit Nebenzimmern das Rauchen in den Nebenzimmern erlauben, wenn dort zwar Getränke serviert werden, aber kein Essen? Können sich die Gäste dann ihr Essen selbst im Hauptraum holen?

Das einzig Positive am Beschluß der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist, daß das Verbot zwar formal am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll, faktisch sich aber bis Mitte 2008 niemand dran halten muß, weil es bis dahin keine Kontrollen geben soll. Mitte 2008, also im Sommer, sitzen die Gäste normalerweise aber draußen, wo auch kein Rauchverbot gilt. So verzögert sich die Einführung des Rauchverbots praktisch bis in den Herbst 2008 hinein.

Die bezirklichen Ordnungsämter, die dann kontrollieren sollen, dürfen dies nur bis 22 Uhr. Siehe dazu unseren früheren Beitrag: "Die Berliner Bezirksaemter wollen das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie nach 22 Uhr nicht kontrollieren".

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Kommentare:
In Irland haben die Kollegen (die vorher kräftig unkten) die vom Umsatzzuwächsen profitierten diese Zuwäche auch nicht an den Staat weitergeleitet. Zudem sind keinerlei Rückgänge zu erwarten, auch wenn Frau Winde dies "vermutet". Die Sesselpfurzer die sich ständig über die Rauchfreiheit beschweren können also schonmal ansparen um die zu erwartenden Mehreinnahmen an den Staat abzuführen; es stemmen sich ja soviele gegen das Verbot das es nur gerecht wäre wenn die mit dem Verbot einhergehenden Mehreinnahmen sie dann auch nicht interessieren und sie diese einfach weiterleiten.
 
Ich fürchte ja, das soll bedeuten, dass nur speise-freie Lokale ein Raucherzimmer anbieten dürfen. Die Ausnahmeregelung wäre unmöglich in Anspruch zu nehmen: Eckkneipen haben keinen Platz für ein Nebenzimmer, alles was größer ist als eine Eckkneipe, bietet Speisen an und darf kein Raucherzimmer zulassen, genug Platz und kein Speisenangebot haben ausserdem Diskos, denen das Raucherzimmer sowieso verboten ist. Die Ausnahme in dieser Form wäre für fast alle völlig nutzlos.
 
Es ist schon bezeichnend für dieses Land, dass die Zigarettenlobby soviel Macht hat, dass die Gastronomie vor Angst in die Knie geht. Da sollte man sich doch vielleicht einmal in Italien umsehen: Keinerlei Probleme, der Verband der italienischen Gastronomie schätzt die Mehreinnahmen seit dem Rauchverbot auf 10%. Und - wie kann es angehen, dass ein Drittel der Bevölkerung den verbleibenden zwei Dritteln seinen Dreck aufzwingt! Es will hier doch wohl niemand behaupten, dass Rauchen und Mitrauchen eine harmlose Sache sind.
 
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