Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Juni 27, 2007

Strategie Orange.

Der Schweizer Arbeitgeberverband GastroSuisse propagiert eine sogenannte "Strategie Orange" von Daniel Jung, dem Leiter Berufsbildung GastroSuisse.

Einer Pressemitteilung "Wahlfreiheit für den 'Ich-Gast'", in: "Der Zürcher Oberländer", ist zu entnehmnen, daß Gastronomen davon absehen sollen, ein traditionelles Restaurant-Menü, z.B. mit drei Gängen, anzubieten. Das Rezept für die Zukunft sei "Food-Moduling".
"Das Essverhalten entwickelt sich weg vom Drei-Mahlzeiten-Denken hin zur maximalen uneingeschränkten Wahlfreiheit."
Nun, daß ein Gast alles bekommt, wann und in welcher Reihenfolge, die er möchte, wenn er es denn bezahlen kann, ist doch eigentlich selbstverständlich.

In einem anderen Bericht über die Pressekonferenz, auf der die "Strategie Orange" vorgestellt worden ist, kommen Détails zur Sprache ("Glaubt man GastroSuisse, dann geht das klassische Speisemenü in den Restaurants seinem Ende entgegen. Gestern präsentierte der Dachverband der Schweizer Wirte seine Vision der servicetechnischen Zukunft: das «Food-Moduling»", in: Liechtensteiner Vaterland):
"Den gestern präsentierten Beispielen zufolge würde die Essensbestellung dann ein wenig einer Excel-Kalkulationsübung ähneln. Anhand einer Tabelle, die beispielsweise acht gleichwertige Angebotseinheiten (Pasta, Kartoffeln, Gemüse A, Gemüse B etc.) in drei verschiedenen Portionsgrössen zur Auswahl stellt, könnte sich der Gast mittels Kreuzchen in den 24 Feldern seine persönlichen lukullischen Freuden zurechtkombinieren.

'Das Paradebeispiel einer Win-Win-Situation!' schwärmte Jung. Denn das 'Food-Moduling' erlaube den Gastro-Unternehmern eine Reduktion des Sortiment-Umfangs, dies dank der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten, die dem Gast offen stünden."
Statt einer kritischen Bemerkung dazu, nur der Hinweis, daß die Vertreter dieser Idee laut dem erwähnten Bericht bereits zurückgerudert sind:
"Ganz so heiss gegessen wie gekocht möchten Jung und GastroSuisse-Präsident Klaus Künzli ihr Multioptions-Soufflée dann aber doch nicht haben, wie sich auf Nachfragen von Journalisten hin zeigte. «Mit der 'Strategie Orange' wollen wir der Branche in erster Linie Denkanstösse liefern», so Künzli. Und Jung ergänzte: «Unser Vorschlag mit dem 'Food-Moduling' soll die Wirte dazu anstacheln, an ihren Angebotsstrukturen zu arbeiten."
Wer sich über Détails informieren will, kann das Booklet "La stratégie Orange by GastroSuisse" beim Infocenter von GastroSuisse, Telefon Schweiz 0848 377 111, zum Preis von 49 Schweizer Franken kaufen.

Die anläßlich einer Pressekonferenz gehaltenen Vorträge können auf der Website von GastroSuisse heruntergeladen werden: "Medienkonferenz: Food-Moduling - das Menü der Zukunft". Dazu gehören auch Statements der Kollegen Peter Rosenberger, Vorderer Sternen, Rosaly's und Belcafé AG, und René F. Maeder, Waldhotel Doldenhorn und Landgasthof Ruedihus.

Der Vortrag von Daniel Jung ist durchaus lesenswert, auch wenn der Autor sich in einem Wulst von Begriffen wie "Ich-Gast", die an die Sprüche von Peter Hartz erinnnern, ertränkt. Solche Aussagen kann ich unterschreiben:
"Die Auflösung des Menü-Denkens führt dazu, dass sowohl die Folge (1. Vor-, 2. Haupt-, 3. Nachspeise) als auch die Wertigkeit (Vor-, Haupt-, Nachspeise) der Menüteile aufzugeben sind. An ihre Stelle tritt das Food-Moduling mit gleichwertigen Komponenten, deren Wahl, Kombination, Reihenfolge und Anzahl der Gast selbst bestimmt."

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