Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Juli 06, 2007

Deutschlandfonds II.

Kaum hat die SPD ihren Plan für eine deutschnationale Mitarbeiterbeteiligung veröffentlicht (siehe dazu meine Kritik: "Deutschlandfonds"), kontert die CDU/CSU: "Union kontert Becks 'Deutschlandfonds'", in: Financial Times Deutschland vom 29. Juni 2007.

Ist deren Idee besser? Mitnichten: Mein Haupteinwand gegen den deutschnationalen "Deutschlandfonds" der SPD ist, daß er Arbeitnehmer mit steuerlichen Anreizen motiviert, ihr Geld nicht diversifiziert anzulegen. Der Vorschlag der CDU/CSU ist insoweit noch schlechter:
  • Regonalfonds: Arbeitnehmer sollen steuerlich motiviert werden, ihr Geld in der Region anzulegen, in der sie selbst arbeiten. Aber warum sollte etwa ein Arbeitnehmer Unternehmen in Mezzogiorno Mecklenburg-Vorpommern sein Geld leihen, wenn er sein Geld auch in Unternehmen in den prosperierenden Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen oder Sachsen anlegen kann, von China oder Indien ganz zu schweigen?
  • Branchenfonds: Aber warum sollte ein Arbeitnehmer, der etwa im unrentablen Steinkohlebergbau arbeitet, sein Geld dort verbuddeln, statt in Unternehmen etwa der prosperierenden Medizin- oder Gentechnik zu investieren?
  • Auch volkswirtschaftlich ist es höchst bedenklich, Menschen steuerliche Anreize zu bieten, in die Region und/oder die Branche zu investieren, in der sie arbeiten. Dadurch werden Strukturen verstärkt, die sich wandeln und wandeln sollten. Prosperierenden Regionen und Branchen wird ein Teil des Kapitals entzogen, das ihnen bei freier Entscheidung der Kapitalgeber zufließen würde. Schrumpfende Branchen und Regionen bekommen Kapital im Überfluß. Sie hängen länger am Tropf, statt endlich zu schrumpfen oder zu sterben und damit Ressourcen für das Wachstum in anderen Regionen und Branchen freizusetzen.