Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Juli 20, 2007

Keine gesonderten Kontrollen des Rauchverbots durch das Ordnungsamt Gifhorn.

Die Stadt Gifhorn wird das geplante Rauchverbot in der Gastronomie nicht gesondert kontrollieren. Das Ordnungsamt werde dies "im Zuge der normalen Überprüfungen mit kontrollieren": "'Das haben auch andere überstanden'", in: Newsclick.de vom 20. Juli 2007.

Für Branchenfremde will ich klarstellen, was dies bedeutet:
  • Das technische Gewerbeaufsichtsamt wird nur tätig, wenn ein Arbeitsunfall geschieht, bei dem jemand ums Leben kommt oder wenn anhand der Unfallmeldung, die der Gastronom erstellt, Hinweise auf ungewöhnliche Gefährdungspotentiale erkennbar ist. Ansonsten bemühen sich die Aussendienstmitarbeiter der technischen Gewerbeaufsichtsämter möglichst alle zehn Jahre einmal vorbeizuschauen. Wir wurden z.B. 2006 besucht und davor 1998.
  • Das Ordungsamt als Konzessionierungsbehörde schaut sich Betriebe nur an, wenn sie neu konzessioniert werden oder bestehende Konzessionen geändert werden sollen (Nutzungsartänderung, Raumausweitung).
  • Die Lebensmittelaufsicht (mit regional unterschiedlichen Bezeichnungen, etwa auch Wirtschaftskontrolldienst) wird tätig, wenn Beschwerden eingehen oder wenn sie direkt oder indirekt über das Gesundheitsamt von einer Lebensmittelvergiftung erfahren, die angeblich mit dem Verzehr von Speisen in diesem Betrieb zusammenhängt (was sich in den meisten Fällen als falsch heraustellt. Die Hygieneverhältnisse in den privaten Haushalten sind um ein Vielfaches schlechter als in Gaststätten). Dann wird aber in der Regel lediglich eine Probe gezogen von dem Produkt oder den Zutaten, die angeblich die Lebensmittelvergiftung verursacht haben. Ansonsten bemüht sich die Lebensmittelaufsicht, wenigstens einmal pro Jahr vorbeizuschauen. Bei Gastronomen, denen sie vertrauen, besteht der Besuch aus einem kurzen Rundgang und dem Austausch von Höflichkeitsformeln (sagen wir mal insgesamt 15 bis 30 Minuten) Sie kennen ihre Pappenheimer und konzentrieren sich vernünftiger auf die wenigen Betriebe und Betreiber, bei denen es mit der Hygiene hapert.
Anders formuliert: eine Kontrolle des Rauchverbots findet in Gifhorn - und vermutlich auch anderswo - praktisch nicht statt.

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Kommentare:
Natürlich besuchen "in der Praxis" in deutschen Gaststätten Ordnungsämter, genauso wie Lebensmittelaufsicht etc.

"Sie kennen ihre Pappenheimer und konzentrieren sich vernünftiger auf die wenigen Betriebe und Betreiber, bei denen es mit der Hygiene hapert."
D'accord, genauso wirds beim Rauchverbot auch sein. Die 99% werden bei der normalen Kontrolle mitüberprüft, bei den anderen schaut man öfter vorbei. Wenn man weiß das es läuft (ein Hinweis eines NR der 100% NR in einer Kneipe reicht ja schon), braucht man sich nur noch um die wenigen zu kümmern die vorsätzlich nicht wollen.

Oder muss in einem Restaurant das bereits heute ein Rauchverbot ausgesprochen hat das Ordnungs- oder Hygieneamt deswegen kommen? Nein, der Inhaber wird das wohl selber schaffen, da er eben für sein Lokal zuständig ist, und auch Kleiderordnungen etc. SELBER durchsetzt ohne deswegen nach Papa Staat zu rufen oder das Ordnungsamt zur Durchsetzung zu brauchen.

Nochmal, in der Praxis stellt sich für mich kein Problem dar, da z.b. das rauchen in Küchen genauso kontrolliert bzw. eingehalten wird (eingehalten im Sinne von weitgehend), so wie das auch beim Rauchverbot sein wird.
 
"..ein Hinweis eines NR der 100% NR in einer Kneipe reicht ja schon.."

Interessanterweise gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass die Gesamtheit der NR eine geschlossene Gruppe bereitwilliger Denunzianten darstellt. Mir persönlich sind eine Vielzahl von NR bekannt, auf die sich niemals derart tief herablassen würden im Restaurant den Blockwart zu spielen. Die Fanatiker sind ein kleines Splittergrüppchen, dass in der Praxis keine Rolle spielen wird.
Im übrigen steht es jedem Wirt frei, Denunzianten Hausverbot zu erteilen, das Problem also schnell und dauerhaft aus der Welt zu schaffen; eine erfrischende Vorstellung ;-)
 
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