Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Juli 22, 2007

Minnies, Chicago.

Speisekarten im Internet so aufzubereiten, daß beim Überfahren der einzelnen Produkte mit der Maus ein Bild des jeweiligen Produkts angezeigt wird, wird wenig genutzt. Ein Beispiel ist die Speisekarte des Restaurants "Minnies" in Chicago, wo man sich der Technik einer verweissensiblen Graphik (Imagemap) in Verbindung mit dem Eventhandler OnMouseOver bedient.

Konzeptionell setzen die amerikanischen Kollegen auf miniaturisierte Speisen. Ein Hamburger wird nicht etwa nur geviertelt, sondern es wird ein kompletter, aber verkleinerte Hamburger angeboten.

Kleine Portionen an sich kennt man auch von Tapas, Sushis oder Flying Buffets. Siehe dazu auch meinen Beitrag über "Portionsgroessen-Variationen".

Die Idee, Speisen zu miniaturisieren, stammt von der Mutter des Gründers Jonathan Segal. 1975 bereitete sie für die Gäste des 6. Geburtstags des späteren Gründers Miniatur-Cheeseburger zu. Das Geburtstagskind wollte eigentlich einen normalgroßen, richtigen Cheeseburger. Doch seine Mutter dachte, der sei zu groß für ihn und seine Gäste. Die Miniatur-Cheeseburger wurden ein Hit auch auf den folgenden Geburtstagsfeiern.

14 Jahre später führte Jonathan die Mini-Cheeseburger auf der Speisekarte des Restaurants "P.J. Clarke’s" in Chikago. 1997 machte er daraus ein eigenständiges Restaurantkonzept. Mittlerweile hat er die Marken "minnie", "minnies", "minnieburger", "skinny minnies", "minnie freeze" und andere als US-Handelsmarken schützen lassen.

Miniaturisierte Speisen eignen sich als Finger Food auch gut für das Catering. Wer möchte etwa auf einem Stehempfang einen großen Burger verdrücken und sich damit bekleckern oder allzu weit das Maul aufreißen?

Mehr über das Konzept von "Minnies": Küchenorganisatorisch, aber auch von den Personalkosten her gesehen, sind Miniaturspeisen eine gewisse Herausforderung. Sie schreien nach wohlüberlegten, effizienten Arbeitsschritten und Serienfertigung. Denken Sie nur an die stark steigenden Kosten der Reinigung, wenn man Miniaturgebinde einsetzt. Dabei tut sich ein Restaurant in Chikago mit seinem hohen Preisniveau, wo man 4 Dollar für eine Miniaturportion Chili con carne verlangen kann, leichter als wir in Deutschland. Im "Minnies" kosten Miniatur-Sandwiches nach Stückzahl gestaffelt: drei für 8,75 Dollar, sechs für 16,50 Dollar, zwölf kosten 32 Dollar.

Andererseits kann man mit einer Produktgröße sowohl Kinder, Erwachsene, Senioren, Männer und Frauen, Gäste mit großem Hunger und kleinem Appetit verpflegen, indem man ihnen einfach eine Mengenvariation erlaubt.

Auch wenn man seinen Betrieb nicht komplett auf Miniaturen umstellt, kann man sich überlegen, Miniportionen gelegentlich anzubieten, z.B. für Kinder oder außerhalb der Hauptessenszeiten. Vieleicht kann man um Mitternacht kaum noch ganze Portionen Chili verkaufen, wohingegen bei Miniportionen der eine oder andere Gast noch einmal bestellen würde.

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