Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Juli 31, 2007

Oekonomisch oekologischer Austausch an der Fakultaet für Tourismus.

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Thema "Rohstoffqualität am Anfang der Tourismuswertschöpfungskette" an der Fakultät für Tourismus der Fachhochschule München stattete nach Otto Geisel, dem Präsidenten der deutschen Slow Food Gesellschaft, ein weiterer renommierter Gast den Hospitality Management Studenten einen Besuch ab:

Karl Schweisfurth, seit 1996 Geschäftsführer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, berichtete am 26. Juli 2007 in der Kapelle auf dem Campus Pasing einem interessierten Publikum von der Entstehungsgeschichte seines Vorzeigebetriebes in Glonn, seinen Einsichten und Visionen.

Karl Schweisfurth

Karl Schweisfurth, Geschäftsführer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten (Foto: Fakultär für Tourismus)

Sein Vater Karl Ludwig Schweisfurth baute nach dem zweiten Weltkrieg den elterlichen Metzgereibetrieb zur modernsten Fleischwarenfabrik Europas aus. Insbesondere genährt durch kritische Diskussionen mit seinen heranwachsenden Kindern entschied sich Karl Ludwig Schweisfurth 1984, aus der Massenschlachtung auszusteigen und noch mal von vorne, mit ökologischer Landwirtschaft und Lebens-Mittelverarbeitung zu beginnen. Er verkaufte sein Unternehmen "Herta", gründete 1986 die Schweisfurth-Stiftung in München und fand in Herrmannsdorf bei Glonn ein großes Gut für einen ökologisch-ökonomischen Neuanfang.

Karl Schweisfurth leitet nun seit über 10 Jahren die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Zeigen können, wie Lebens-Mittel gemacht werden bzw. woher das Fleisch, die Milch und das Korn kommen, ist Hauptaufgabe von ihm und seinen 120 Mitarbeitern. Laut Schweisfurth ist hohe lebensfördernde Lebens-Mittel-Qualität (er schreibt Lebens-Mittel mit Bindestrich, um zu verdeutlichen, dass Lebens-Mittel Mittel zum Leben sind) nur mit ökologischer Wirtschaftsweise zu erzielen.

Während des Gedankenaustauschs mit Studierenden und Lehrenden nannte Schweisfurth einige Beispiele, wie sich industrielle Lebensmittelerzeugung von der seinen unterscheidet. Er berichtete unter anderem von der natürlichen Aufzucht des fast ausgestorbenen Schwäbisch-Hällischen Landschweines, von seiner Warmfleisch-Metzgerei und der Jahreszeitengärtnerei. Beklagenswert erscheint ihm die Tatsache, dass Subventionen für herkömmliche Landwirtschaft eine flächendeckendere Produktion von Bioprodukten ökonomisch nicht zulassen.

Da Erzeugung und Verarbeitung seiner Produkte vielfach von Hand erfolgt, hat Qualität natürlich seinen Preis. Schweisfurth:
"Der Verbraucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Prozess des kontinuierlichen Preisverfalls von Lebensmitteln mit Qualitätsverlust einhergeht."
Abgesehen von der Empfehlung, grundsätzlich seinen Konsum in allen Bereichen zu überdenken und womöglich Präferenzen zu verschieben („weniger ins Auto, mehr in den eigenen Körper investieren“) gab Karl Schweisfurth weitere Tipps, wie gesunde Ernährung doch bezahlbar wird:
"Weniger Fleisch, dafür aus kontrolliert ökologischer Herkunft, weniger Edelteile wie Filet, dafür andere hochwertige Teile, die keiner mehr kennt, weniger vorverarbeitete Produkte und ein bewusster Einkauf von Dingen, die man wirklich braucht (mehr Klasse statt Masse)."
Gefragt nach seinen Einschätzungen zur momentanen "Biowelle", merkte Schweisfurth an, dass diese noch eine gewisse Zeit anhalten wird, bevor sie von der "Fairwelle" abgelöst wird, in der man sich weltweit wieder verstärkt mit dem "Ausgangsprodukt", den Mitarbeitern sowie den Zulieferern und deren gerechter Behandlung beschäftigen wird.

(Quelle: Pressemitteilung von Dr. Burkhard von Freyberg & Prof. Dr. Axel Gruner, Fakultät für Tourismus).

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