Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Juli 17, 2007

Rabatt-Wuerfel-Aktionen sind unlauterer Wettbewerb.

Im Beitrag "Mit variablen Getränkepreisen Gäste locken" habe ich auf eine Verkaufsförderungsaktion hingewiesen, bei der die Gäste durch Würfeln die Höhe eines Rabatts bestimmen oder auch ein Freigetränk usw. gewinnen können.

Die Kölnische Rundschau weist heute im Artikel "Rote Karte für Würfeln um Rabatte" auf ein neues, rechtskräftiges Urteil (Aktenzeichen: OLG Köln 6W 23 / 07, BGH I ZR 57 / 05) hin, in dem eine Rabatt-Würfeln-Aktion eines Baumarktes als unlauterer Wettbewerb gewertet wird. Diese Aktion habe gegen die Norm verstoßen, die Teilnahme an einem Gewinnspiel von einem verherigen Einkauf abhängig zu machen.

Nun bedeutet dieses Urteil nicht, daß wenn Sie ein Gewinnspiel dieser Art in Ihrem Betrieb durchführen, die Polizei einmarschiert und sie in Ketten in den Knast sperrt. Sie riskieren jedoch eine Abmahnung eines Wettbewerbers oder eines Vereins, der berechtigt ist, Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) abzumahnen. Vor allem, wenn Sie solche Aktionen bekannt machen und sie in Printmedien oder im Internet publizieren.

Gottseidank ist es in unserer Branche, anders als in bestimmten Segmenten des Einzelhandels wie Elektro, Textil und Bau- und Heimwerkermärkte, selten, daß man Kollegen abmahnt. Schließlich beschäftigen die wenigsten Gastronomen Arschlöcher mit bestandenem Juraexamen, die sich mit Schweinereien das Geld verdienen für ihre tägliche Nase. Und die wenigsten Gastronomen kennen sich selbst so gut mit dem UWG aus, um nicht selbst Gefahr zu laufen, fahrlässig dagegen zu verstoßen. Auch macht es keinen Sinn, unter Kollegen Kaskaden von wechselseitigen Abmahnungen anzuzetteln. Da besucht man den Kollegen besser und redet bei einem Bierchen darüber, daß er allzu aggressive Verkaufsförderungsaktionen, die eigene Stammgäste abziehen, bleiben lassen sollte.

Zulässig ist vermutlich eine Variante, bei der ein Gast sich einen Rabatt würfelt und erst danach bestellt, wenn er mag. Dabei kann man wohl auch die Auswahl der in Frage kommenden Produkte, für die man sich einen Rabatt erwürfeln kann, begrenzen. Dem Gast wäre dann freigestellt zu entscheiden, ob er den erwürfelten Rabatt in Anspruch nimmt oder nicht. Wenn man dann zugleich die Regel setzt, daß ein Gast z.B. pro Tag nur einmal am Würfelspiel teilnehmen darf, sollte diese Variante gesetzeskonform sein (ohne Gewähr).

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