Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Juli 18, 2007

Rauchverbot in Baden-Württemberg: Verwirrung auf allen Instanzen.

Der Artikel "Rauchverbot stiftet Verwirrung", in: Südkurier vom 18. Juli 2007, berichtet über die Erfahrungen einer Antiraucher-Initiative in Villingen-Schwenningen. Die Gruppe hat sich bei einer Kollegin getroffen. Die Gastwirtin bekommt mit, daß die Gruppe sch über das Rauchverbot unterhält, mischt sich ein und machte deutlich, dass sie bisher noch nichts Offizielles gehört habe. Sie werden erst etwas unternehmen, wenn sie vom zuständigen Amt informiert wird. Die Gruppe gibt sich damit nicht zufrieden und fragt beim Amt für öffentliche Ordnung der Stadt nach:
"Mit dem Nichtraucherschutzgesetz habe die Kommune wirklich nichts zu schaffen, immerhin sei es ja ein Landesgesetz. Eine kommunale Aufforderung an die Wirte der Stadt erübrige sich also. Und außerdem, das Gesetz sei ja noch nicht mal beschlossen, wozu also die Aufregung."
Das Sozialministerium des Landes erklärt auf Nachfrage, wer ab dem 1. August in einer Kneipe ohne Raucherzimmer zum Glimmstängel greife, begehe eine Ordnungswidrigkeit, ähnlich wie beim Nichtanlegen des Gurtes beim Autofahren. Wenn sich ein Gast durch den Qualm gestört fühlt, könne er den Raucher anzeigen. Es droht dann ein Bußgeld zwischen immerhin 40 und 150 Euro. Man könne aber auch den Wirt zur Verantwortung ziehen, denn der sei für die Umsetzung des Gesetzes in seinen Räumen zuständig. Die kommunale Gaststättenbehörde könne gegen den Wirt eine Verwarnung aussprechen, in letzter Konsequenz gar die Konzession entziehen. Dies sei ähnlich wie beim Ausschank von Alkohol an deutlich alkoholisierte Personen. Aber so ganz klar sei es noch nicht, wie mit dem Gesetz umgegangen werden wird.

Dazu möchte ich anmerken:
  • Der Vergleich mit dem verbotenen Ausschenken von Alkhohol an Jugendliche hinkt. Ausschenken ist eine aktive Handlung und damit einfach beweisbar. Allenfalls ist es schwierig, zu beweisen, daß der Gastronom hat erkennen können oder hätte ahnen müssen, daß es sich um einen Jugendlichen gehandelt hat.

    Beim Rauchverbot hingegen wird den Gastronomen auferlegt, es gegenüber ihren Gästen durchsetzen. Strafbar ist ein Unterlassen, ein Nichthandeln, ein Nichtergreifen von Maßnahmen, die geeignet sind, den Verstoß des Gastes gegen das Rauchverbot zu verhindern oder abzubrechen.

    Gastronomen dürfen aber keine unmittelbare Gewalt anwenden, z.B. ihre Gäste mit der Androhung von Schlägen oder einer Exekution nötigen, das Lokal zu verlassen. Sie können nur darum bitten, nicht mehr im Innern zu rauchen, ein Hausverbot erteilen, wenn sie so blöde sind, ihre rechtschaffenen Gäste zu verärgern, oder die Polizei alarmieren, mit der Bitte das Rauchverbot mit unmittelbarer Gewalt durchzusetzen, notfalls mehrmals am Tage.

  • Auch der Vergleich mit dem Nichtanliegen eines Gurts beim Autofahren liegt schief. Ein Autofahrer hat sein eigenes Verhalten im Griff. Die Mitfahrer kann und muß er, wenn sie sich weigern, den Gurt anzulegen, notfalls bitten auszusteigen. Andernfalls muß er anhalten und sich weigern weiterzufahren, bis sie den Gurt angelegt haben.

    Ein Gastronom hat insoweit vergleichbar nur die Möglichkeit, sich zu weigern, einem rauchenden Gast auszuschenken. Ob er einem rauchenden Gast nichts mehr ausschenken darf, werden, weil die Nichtraucherschutzgesetze dies nicht regeln, vermutlich die Gerichte entscheiden.

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Kommentare:
Woher die Vermutung kommt man müsse rauchende Gäste mit "Gewalt" herausbugsieren ist mir unklar. Erstens mal setzt jeder Wirt bereits heute die eigene Hausordnung durch und greift jeweils (Zechpreller, Ausfälligkeiten, Begrapscher o.ä.) durch, zweitens gibt es noch die 99,9% der Anwesenden die nicht rauchen, dritten müsste der Raucher dann schon mit Vorsatz handeln und viertens wundert mich das ich im McDonalds (obwohl dieser ca. 30% rauchende Kunden hat) nicht täglich Polizei und Security und Raucher sehe.

Eigenartig nicht? Es klappt nämlich auch ohne Gewalt. U.a. weil sich die Kunden der Hausordnung anpassen.
 
Wieso soll es Bestandteil einer Hausordnung werden, nicht zu rauchen, nur weil der Gesetzgeber gegen den erklärten Willen vieler Gastronomen, ein gesetzliches Rauchverbot erläßt?

Ganz im Gegenteil, der Gesetzgeber nimmt denjenigen Gastronomen, die explizit und aus freiem Willen, ein Rauchverbot in ihren Betrieben verhängen, die Möglichkeit sich damit zu profilieren. Die Gäste werden in Zukunft nicht mehr erkennen, in welchen Betrieben der Gastronom nicht möchte, dass Sie rauchen und wo ein Rauchverbotsschild nur deshalb hängt, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Dies kann sogar dazu führen, daß in den vormals freiwillig rauchfreien Gaststätten wieder mehr geraucht wird, weil die Menschen zwar gerne das tun, was die Gastwirte möchten, aber dem gesetzlichen Zwang allzugerne Widerstand leisten.
 
"Wieso soll es Bestandteil einer Hausordnung werden, nicht zu rauchen, nur weil der Gesetzgeber gegen den erklärten Willen vieler Gastronomen, ein gesetzliches Rauchverbot erläßt?"

Erstens ist das Rauchverbot nicht "gegen den willen vieler Gastronomen" weil die Mehrheit dieses ja unterstützt, und weil sich Wirte, genau wie auch bei Hygieneauflagen aus dem Arbeits- bzw. Gästeschutz herauszuhalten haben. Mag es auch "gegen den Willen" des ein oder anderen Wirtes sein das in der Küche nicht geraucht werden darf, das es bestimmte Regeln in der Speisekammer gibt, das Bier nicht verdünnt werden darf, hat man diese halt einzuhalten.

"daß in den vormals freiwillig rauchfreien Gaststätten wieder mehr geraucht wird, weil die Menschen zwar gerne das tun,"
Sicher. Weil das rauchen in der Küche für den Koch verboten ist, sollte man dieses jetzt aufheben, weil sonst mehr dort geraucht wird als ohne Gesetz.

Weil es ein paar Firmen gibt die gegen Gammelfleischgesetze sind, hebt man diese jetzt auf. Weil ein paar Leute gerne mit Schusswaffen auf öffentlichen Plätzen hantieren, weil es gegen ihren willen ist, hebt man entsprechende Gesetze auf.

Ergo heben wir auch das Trunkenheitsverbot am Steuer vollständig auf.

Nochmal, die Zahl der widerspenstigen Wirte oder Gäste beläuft sich im unteren Promillebereich von unter 2%.

Ansonsten ist die Atemluft nicht teilbar, und die Wirte haben sich dort rauszuhalten.

Und wenn ihnen das ganze nicht passt, und Ihnen die Rauchfrage wichtiger ist als Gäste, Umsatz und nicht zuletzt Angestellte dann schließen Sie doch einfach ihren Laden, treten bei FORCES (der Speerspitze der Rauchverbände) ein, oder suchen sich einen Job bei Phillip Morris.

Ich weiß echt nicht warum man sich in der Gastronomie darüber echauffiert das man kein Rauch mehr in die Luft blasen darf. Auf einem Blog eines Pfeifenclubs könnte ich das ja noch verstehen, aber da bei einem gastronomischen Betrieb keine Erforderlichkeit für das rauchen besteht, und aus Gesundheits- wie Arbeitsschutz auch nicht möglich, ist die ganze Aufgeregtheit doch unangebracht.

Kümmern Sie sich lieber um das Geschäft!
 
Ganz schön frech, anonym, für jemand, der nicht mal seinen Namen schreiben kann.

Zur Sache: Das Rauchverbot in den Küchen hat nichts damit zu tun, daß es für die rauchenden oder nicht rauchenden Mitarbeiter gesundheitsschädlich sein könnte. Es geht dabei alleine darum, daß Zigarettenkippen oder Asche in die Speisen fallen könnten und daß beim Rauchen selbst Spucke und andere Körperflüssigkeiten vom Mund auf die Hände und, wenn man nach dem Rauchen vergessen würde, sich die Hände zu waschen, auf die Speisen kommen könnte.

Eine Kontamination von Rauchpartikeln auf die Speisen ist nicht zu befürchten. Das sieht man allein schon daran, daß es sonst zischen der Küche und denn anderen Räumen, in denen zur Zeit noch geraucht werden darf, Luftschleusen bzw. Filter geben müßte, um die Luft, die in die Küchen gelangt zu reinigen.

Was das Rauchverbot mit Gammelfleisch zu tun haben soll, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
 
Man sucht und findet auch immer wieder etwas um das Rauchverbot wegzudiskutieren und lamentieren.

Natürlich sind Gammelfleisch, Küchenhygiene etc. jeweils unterschiedliche Dinge, sie alle sind aber simple, reguläre "Auflagen" an die sich jeder Wirt zu halten hat, egal ob es ihm passt oder nicht, und egal ob es nun der direkten Gesundheit des Gastes (Gammelfleisch, Salmonellen), der Angestellten ("Gebot" kein Bonerwachs in Unmengen auszutragen) oder sonstwas taugt.

Als Gast möchte ich weder das Speisen durch einen verrauchten Gastraum bei mir so auf dem Teller landen (weil es mir gleich ist ob die Asche im Gastraum oder schon in der Küche auf dem Teller landet), noch das in dadurch in meiner gastronomischen Wahl eingeschränkt werde das ich keinen Tabak konsumiere und dies auch nicht passiv tun will.

Letztlich erbringt der Wirt incl. seiner Angestellten die Dienste. Und letzendlich kann ein Angestellter in einer "toxischen" Athmosphäre keine guten Dinge leisten. Auch nicht wenn der Wirt meint das der Angestellte ja gehen könne, und auch nicht wenn der Wirt meint das "viele" Leute in der Gastronomie "sowiso" rauchen. Darum geht es nicht.

Ich wollte nicht frecht wirken, wollte nur einmal anzeigen das ich es traurig finde das man diesem Thema soviel Zeit zuwendet.
 
Weiter so,

die Wirte in Baden-Württemberg haben zwischen 25 und 55 % Umsatzrückgang.

Jede dritte Gaststätte hält kein halbes Jahr mehr durch.

Arbeitsplatzverluste in der Gastronomie sind tagtäglich der „Normalzustand“.

Wo wird eigentlich das Geld ausgegeben, das nicht in der Kneipe liegen bleibt?

Wessen Karren ziehen wohl die Mitläufer?

Viele Nichtraucher haben verstanden!

60 % der Nichtraucher unterstützen Aktionen gegen das Rauchverbot.

Die 3% „militanter Nichtraucher“ haben nicht einmal mehr die Hälfte der Nichtraucher auf ihrer Seite.

Die Nichtraucherfront zerbröckelt zusehends.

Die Presse hat noch nicht erkannt, dass sich die BRD nicht in Raucher und Nichtraucher teilt (außer der Presse in Bayern).

Die Verbände vertreten Interessen (welche denn bitte)?

Landtagswahlen sind in:
- Hessen und Niedersachsen im Januar
- Hamburg im Februar
- Bayern im Herbst.

Aktionen gegen das Rauchverbot gibt es Dutzende, die derzeit nicht gebündelt werden können.

Deshalb haltet durch, bis sich die beste Aktion durchsetzt.

Geht wählen!!!!
 
Planwirtschaft, besser als in der DDR

Ich bin kein Jurist,

aber nach meinem Gefühl können nur solche Klagen Aussicht auf Erfolg haben, die wegen ungleicher Wettbewerbsbedingungen geführt werden.

16 verschiedene Landesnichtraucherschutzgesetze werden auch noch in jeder Stadt unter-schiedlich ausgelegt.

Also, so was hätte es bei Erich nicht gegeben.
 
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