Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Juli 16, 2007

Rauchverbot in Graubuenden: Das Volk darf entscheiden.

Der urige Kollege Theodor Wisniewski, ein Österreicher, der im historischen Dorfkern von Samedan (Engedin, Schweiz) sein Hotel-Restaurant "Hirschen" betreibt, hat so viele Unterschriften gesammelt, daß es für ein Referendum gegen das Rauchverbot in der Gastronomie Graubündens reicht. Am 25. November 2007 können die Bürger entscheiden: "Referendum gegen Rauchverbot kommt zustande", in: Nachrichten.ch vom 15. Juli 2007.

In Graubünden sollte am 1. September 2007 ein gesetzliches Rauchverbot in Kraft treten, daß den geplanten Rauchverboten in deutschen Bundesländern ähnelt: Rauchen sollte nur noch in Nebenzimmern erlaubt sein.

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Kommentare:
Abgesehen davon dass das Referendum mit ca. 80% für ein Rauchverbot ausgehen wird, ist die Frage ob Volksentscheide bei dieser Frage rechtlich haltbar sind:

nehmen wir mal an 51% der Bevölkerung würden Alkoholiker sein, man würde über die Trunkenheit am Steuer abstimmen, wäre es dann legitim wenn wegen der 51% die Trunkenheit am Steuer erlaubt würde.

Also abgesehen von der Chancenlosigkeit des Referendums, ist die Frage der rechtlichen Haltbarkeit auch gegeben. Schließlich haben Bürger nicht über den Arbeitsschutz zu entscheiden.
 
Leider kenne ich mich, im Unterschied zu Ihnen, mit dem Schweizer Verfassungsrecht nicht aus. Da das Referendum stattfinden wird, spricht einiges dafür, daß dies verfassungskonform ist.

Über die Erfolgsaussichten des Referendums zu begehren ist müßig. Ich möchte jedoch zu bedenken geben, daß der Frage, wer sich daran beteiligen wird, eine gewisse Rolle spielen dürfte. Umfrageergebnisse helfen da nicht weiter, da nur ein Teil der Bevölkerung sich für diese Frage so brennend interessiert, das er an einem Referendum teilnimmt, nämlich die Menschen, die häufig Gaststätten aufsuchen, von denen viele Raucher sind, und auf der anderen Seite die wenigen Nichtraucheraktivisten.
 
Das eine Einzelperson das Referendum erst initieren muss, zeigt ja bereits die Meinung der Bevölkerung, sodaß es erst einzelne Raucheraktivisten braucht. Und das Raucher diejenigen sind die häufig Gaststätten aufzusuchen, ist ja nicht weiter verwunderlich ob deren Angebots an Rauch, bzw. Desinteresses am nichtrauchenden Gast.

Die meisten Bürger interessiert das Pro-Rauch Geschwafel nämlich garnicht, die freuen sich auf ihre Lokalbesuche, anstatt NR mieszumachen, oder anstatt den rauchenden Wirt zu spielen, der sich über böse Gäste aufregt, die ein anderes Rauchverhalten haben als man selbst.
 
Wäre schön gewesen, schon ab 1. September enspannt und ohne Zigarettenqualm essen zu gehen, oder eine Bar aufzusuchen ohne durchgeräuchert zu werden.

Besonders störend finde ich dass ausgerechnet ein Östereicher das Referendum zu Stande bringt, der selber nicht einmal unterschreiben kann.

Das Verbot kommt einfach ein bisschen später :-)
 
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