Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Juli 07, 2007

Rauchverbot wird Thema im Landtagswahlkampf in Niedersachsen.

Der niedersächsische Landesverband des Deutschen Hotel- und Gasttättenverbandes will das Thema Rauchverbot in der Gastronomie in den Landtagswahlkampf hineintragen: "Dehoga: Wirte haben Ausmaß des Rauchverbots noch nicht erkannt", in: ad hoc news vom 7. Juli 2007.

Rainer Balk, der Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), sagte gegenüber ddp, der Landesverband werde die Umsatzrückgänge gerade in kleinen Einraumkneipen statistisch erheben und die Ergebnisse in der heißen Wahlkampfphase publizieren. Ausserdem kündigte er Verfassungsklagen an.

Gewählt wird am 27. Januar 2008 in den Ländern Hessen und Niedersachsen.

Am 21. Juni 2006 hat der DEHOGA Niedersachsen per Pressemitteilung seine Position dargestellt:

DEHOGA Niedersachsen entsetzt über das für den 1. August 2007 angekündigte niedersächsische Nichtraucherschutzgesetz

(Hannover, 21.06.07) Mit dem angekündigten Nichtraucherschutzgesetz hat die niedersächsische CDU dem Gastgewerbe Niedersachsens einen Bärendienst erwiesen, so Hermann Kröger, Präsident des niedersächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Niedersachsen) heute in Hannover.

Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff sei zuerst mit einem äußerst freizügigen Gesetzentwurf zum Nichtraucherschutz vorangestürmt, der auch den DEHOGA Niedersachsen überrascht habe.

Nichtsdestotrotz sei er auf volle Zustimmung der Gastgewerbevertreter gestoßen, weil jeder Gastgewerbetreibende danach die Möglichkeit gehabt hätte, seine eigenen gastorientierten Vorstellungen zum Nichtraucherschutz umzusetzen.

Die öffentliche Kritik an seinem ersten Vorschlag habe den Ministerpräsidenten dann veranlasst, eine 180 Grad-Kehrtwendung zu unternehmen und dem Landtag einen neuen Gesetzentwurf zuzuleiten, der weitaus restriktiver ausgefallen sei als in den meisten anderen Bundesländern.

Ministerpräsident Wulff habe dabei das Augenmaß verloren, wie in anderen Bundesländern einen Ausgleich zwischen den ökonomischen Zwängen des Gastgewerbes und den Interessen von Nichtrauchern herzustellen, so die Kritik von Kröger.

Schaue man sich die Nichtraucherschutzgesetzentwürfe in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen an, so werde von der dortigen Politik zumindest eine Kernforderung des Gastgewerbes erfüllt.

Familienfeiern oder sonstige geschlossene Gesellschaften in Kneipen und Restaurants hätten dort das Recht, in abgeschlossenen Räumen eine eigenständige Entscheidung darüber zu treffen, ob in ihrer geschlossenen Gesellschaft geraucht werden dürfe oder nicht.

Ebenfalls könnten große Säle uneingeschränkt als Nebenräume zu Raucherräumen erklärt werden.

Mit dem beabsichtigten Inkrafttreten des Gesetzes auf den 1. August 2007 prophezeite Präsident Kröger insbesondere für die kleineren Einraumgaststätten massive betriebswirtschaftliche Probleme.

Die Aufgabe des DEHOGA Niedersachsen sei es jetzt, zusammen mit den Gastwirten Konzepte zu entwickeln, um die betroffenen Gästekreise an die neue Realität heranzuführen.

Es müsse verhindert werden, dass rauchende Gäste sich in der niedersächsischen Gastronomie nicht mehr willkommen fühlen. Für diese Gästekreise müssten Alternativlösungen entwickelt werden.

Aufgabe des Verbandes sei es aber auch, so Kröger, die wirtschaftliche Entwicklung der kleinen Gaststätten nicht nur im Auge zu behalten, sondern auch schwarz auf weiß zu dokumentieren.

Die Politik tue die vom Verband angekündigten wirtschaftlichen Probleme der kleinen Gaststätten als Übergangsphase ab, die schnell durchlaufen sei.

Aufgabe des DEHOGA Niedersachsen sei es aber auch, der Politik in den Monaten nach Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes vor Augen zu führen, wo und in welcher Form sich die wirtschaftlichen Probleme im niedersächsischen Gastgewerbe durch das Nichtraucherschutzgesetz realisieren werden.

Schon heute lud Präsident Kröger die niedersächsischen Medien für Oktober 2007 zum Landesverbandstag des DEHOGA Niedersachsen nach Verden ein.

Er müsse sich schon schwer täuschen, so Kröger, wenn die Delegierten des DEHOGA Niedersachsen ihre jährliche Delegiertenversammlung nicht für eine Generallabrechnung mit der Politik zum Thema Nichtraucherschutz im Gastgewerbe nutzen würden.

Insofern kündigte er eine emotionsgeladene Debatte der betroffenen Gastwirte an.

Soweit die Pressemitteilung des DEHOGA Niedersachsen.

Sicherlich werden sich, wenn ein Rauchverbot im August 2007 eingeführt werden wird, die Umsatzrückgänge branchenweit betrachtet in Grenzen halten. Schließlich halten sich die Gäste im Sommer eher im Freien auf, wo das Rauchen weiterhin erlaubt ist. Doch spätestens wenn es wieder kälter wird, sollten sich, auch als deutliches Zeichen an die Politik, die Umsatzrückgänge auch in den Umsatzsteuervoranmeldungen niederschlagen. Auch die Zahlungen von Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätsabgaben und Sozialversicherungsbeiträgen sollten erkennbar sinken. Denn schließlich kostet das Rauchverbot sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Nutzen Sie den Vorlauf, um die Kündigungsfristen für den im Herbst anstehenden Personalabbau zu wahren. Und vergessen Sie nicht den von Kündigung betroffenen Mitarbeitern, zu sagen, wer dafür verantwortlich ist. Überlegen Sie es sich auch, ob Sie die Kosten für Auszubildende in Zukunft noch tragen können.

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Kommentare:
Typisch deutsch: Obwohl es in keinem anderen Land Rückgänge gab will man jetzt unbedingt das kleine Kneipen Rückgänge verzeichnen, ja, man schreit sogar danach "in kleinen Kneipen Rückgänge aufzeichnen".

In England verzichtete man auf Populismus, half den kleinen Kneipen, die nun Mehrumsätze verzeichnen können.

Und während der Dehoga noch mächtig tönt, gibt er selber zu das die Wirte das gesabber und das Rauchverbot nicht interessiert, und sie kein Problem damit haben.

Der Dehoga will hier Emotionen schüren die nur er hegt. Traurig das ein Verband aus einer Mücke einen Elefanten macht, anstatt die Branche konstruktiv aufzuklären, und z.B. darauf hinzuweisen das in England Kneipen die Speisen anbieten/boten sicht dort mit Zuwächsen von 20% erfreuen konnten.

Und wenn die kleinen Kneipen nicht bereit sind sich endlich mal der Realität zu stellen werden sie definitiv Pleite gehen. Mit einem Angebot von nur Rauch, und 1-Euro Bier kann niemand überleben.

Wo bleiben also die erzürnten Pressemitteilungen über die Umsatzrückgänge von "Einraumkneipen" in den letzten 2 Jahren? Man hat beim Dehoga wohl immer noch nicht geschnellt das auch dort das Rezept "Nichtraucher raus" gescheitert ist.
 
Zu meinem anonymen Vorredner möchte ich nur sagen, dass es eher typisch deutsch ist sich auf einseitige Statistiken zu verlassen. Es gibt auch andere Erhebungen die genau das Gegenteil aussagen. Es kommt halt immer darauf an wer die Statistik in Auftrag gibt. Früher gab es mal den Spruch: „Toleranz kann man nur von Rauchern lernen, die beschweren sich wenigstens nicht über die Nichtraucher.“ So langsam trifft dieses aber nicht mehr zu, weil militante Nichtraucher dem Rest der Bevölkerung keinerlei Freiheiten mehr zugestehen. Niemand möchte doch ernsthaft einen Nichtraucher zwingen in eine Rauchergaststätte zu gehen oder umgekehrt.
Bei der wirtschaftlichen Analyse ist eines bis heute völlig außer Acht gelassen worden.
Die Zigarettenautomatenaufsteller. Da wird eine ganze Branche zum 01.01.2007 per Gesetz genötigt Millionen für neue Automaten mit Altersprüfmöglichkeit zu investieren um ihr
nur 7 Monate später mitzuteilen das alle aufgestellten Geräte im Gastronomie und Hotelgewerbe nutzlos sind. So kann die Politik die Wirtschaft natürlich auch schädigen und das ganz ohne Gefahr von Schadensansprüchen. (Die Altersprüfung halte ich auch für richtig)

Es ist natürlich leicht, als wirtschaftlich nicht Betroffener, mit unzutreffenden Argumenten, über die Existenz anderer zu entscheiden.
Nach dem heutigen Beschluss der umgefallenen Landesregierung (allen voran unserem Ministerpräsidenten) ist die seit längerem lodernde Hatz auf die Steuern zahlenden Raucher endgültig eröffnet worden.
Im Übrigen ist mein persönlich hohes Ansehen eines Landesvaters der sich nicht verbiegen lässt durch diesen Akt zerstört worden
Wieder ist uns Deutschen ein Stück Freiheit abhanden gekommen. Je mehr die Politik sich in die Privatsphäre der Menschen und die unternehmerische Freiheit einmischt, umso weniger brauchen sie Grundlagenforschungen zur allgegenwärtigen Politikverdrossenheit betreiben. Mit solchen Maßnahmen geben sie sich die Antworten darauf eigentlich schon selber.
Warum ist es gerade bei solchen Entscheidungen in unserem (demokratischen) Land denn nicht mehr möglich die Leute mit den Füssen abstimmen zu lassen? Über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg von Raucher- oder Nichtraucherlokalen würde sich vieles von selbst regeln. Dafür brauchen wir keine Politik. Es gibt für die so genannten Volksvertreter wichtigere Aufgaben in diesem Land.
Die Argumentation auf den Nichtraucherschutz des Personals zu lenken war zwar ein netter Versuch hätte aber einmal mit einer Umfrage untermauert werden sollen. Diese Erhebung wäre dann aber aller Wahrscheinlichkeit nach vollends nach hinten losgegangen.
In meiner 23 jährigen Praxis im Gaststättengewerbe habe ich unzähliges Personal kennen gelernt. Davon waren mindestens 90% Raucher. Ich jedenfalls brauche mir bei den zu erwartenden Umsatzeinbrüchen keine Sorgen um die Einhaltung der Kündigungsfristen zu machen. Eine unserer besten Kräfte hat wegen des Rauchverbotes bereits mit den Worten:
„das halte ich keine acht Stunden aus“ gekündigt.
Für unseren Betrieb ist der wirtschaftliche Schaden auch keine Spekulation oder negatives Denken, sondern fundamentiertes Wissen. Wir haben die Ausfälle bereits im Jahr 2005 erheblich zu spüren bekommen.
Zur Erklärung: Wir betreiben einen Gastronomiebetrieb mit Restaurant und angeschlossenen
Tagungs- und Veranstaltungsräumen in einem öffentlichen Gebäude.
Wir haben mehr Nichtraucher als Raucherplätze. Die Nichtraucherplätze befinden sich zudem
in separat getrennten Räumlichkeiten. Leider können wir aus baulichen und architektonischen Gründen diese beiden Bereiche nicht tauschen. Somit kommt für uns die Möglichkeit eines abgeschlossenen Raucherbereiches nicht in Betracht.
Für das gesamte Zentrum ist der Gastraum die einzige Insel für die, komischer Weise auch noch, existierenden Raucher. Davon profitieren wir in erheblichem Maße. Im Übrigen sind die Raucherplätze ca. 5 x so stark ausgelastet.
Am 01.07.2005 wurde ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden der Landeshauptstadt eingeführt. Die sofortige Absage zweier bereits gebuchter großer Hochzeiten machten die angeschlossenen Räume für unseren Betrieb damit gastronomisch fast unnutzbar. Auch bedingt durch die zurückgehenden Buchungen von Veranstaltungen und den damit einbrechenden Mieteinnahmen wurde dann für gastronomisch betreute Events durch eine Sonderregelung eine Ausnahmegenehmigung erteilt.
Mir müssen die ganzen nicht betroffenen Besserwisser also nichts über angebliche Statistiken
aus anderen Ländern (die mich als hier lebender Staatsbürger ohnehin nicht sonderlich interessieren) oder über wirtschaftliche Auswirkungen erzählen.
Auch Wirte haben ja eventuell bei der politischen Meinungsbildung Multiplikations- Charakter.
Diese Chance werde ich im Hinblick auf die nächsten Wahlen gerne beim Schopfe fassen.
Das kommt dann davon dass man Betroffenen gegenüber im Vorfeld keine adäquate Anhörung ermöglicht und die Stimme von Millionen niedersächsischen Rauchern gegen eine Stimme aus Berlin eintauscht.
Im Gegensatz zu anderen habe ich auch den Mut meinen Namen zu nennen.
Wolfgang Richter Geschäftsführer.
 
Hilfe wo bleibt Ihr denn???

Als korrekte Gastronomen ziehen wir in Niedersachsen seit 18 Tagen das Gesetz konsequent durch.
Nach Umsatzrückgängen von 80 Prozent frage ich mich nur, wo bleiben denn die viel versprochenen neuen Gesichter.
Die nichtrauchenden, geselligen Umsatzraketen dürfen sich so langsam mal blicken lassen. Es gab mal ein Lied "besuchen Sie Europa so lange es noch steht" Allen Nichtrauchern möchte ich zurufen "besuchen Sie die Gastronomie so lange sie noch lebt" Wenn nicht dann habt wenigstens den Mut die Grabrede zu halten.
 
@ Wo bleibt ihr denn???

Also ich kann nur für mich persönlich Sprechen, aber ich möchte dennoch darauf eingehen warum sich das zur Zeit für die Gastronomie eher negativ ausweitet.

Erstens finde ich, dass man es noch nicht wirklich mitbekommt das in Niedersachsen Rauchen in Gastätten ect. verboten ist. Das liegt zum einen daran, dass dieses Gesetz selbst für mich relativ überraschend kam und auch erst im Nachhinein überhaupt beachtet wird! Anderterseits ging ich zum Beispiel das erste mal Freudestrahlend in eine Diskotek sehe das Nichrauchen-Schild, freue mich, werde jedoch gleich nach Eintritt eines besseren belehrt. Rauch wie immer!!! Und dies ist mir dann noch in zwei weiteren "Gastätten" (eher Kneipen)-bin halt als Student nicht der typ. Restaurant besucher- passiert.

Mein Fazit warten bis zum Ende der Übergangszeit...jedoch ist selbst das herausfinden wann diese Übergangszeit endet nicht wirklich leicht Herauszufinden! Weswegen ich finde, wenn ihr eine ganz neue Art von Kunden haben wollt(lies: müsst), müsst ihr natürlich auch für diese Werben, dass sollte doch in einer Marktwirtschaft selbstverständlich sein, oder?
 
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