Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Juli 04, 2007

Wirtshaussterben.

Heute abend sendet das Bayerische Fernsehen ab 21.20 Uhr in der Rubrik Zeitspiegel einen Fernsehbeitrag zum Thema: "Bald auf der roten Liste? Wirtshaussterben in Bayern", der in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband erstellt wurde.. Er schreibt dazu:
"Mit Sorge betrachten wir schon seit Jahren ein langsames Sterben unserer traditionellen Dorfwirthäuser. Schon über 400 bayerische Gemeinden sind wirtshauslos und die Entwicklung geht ungebremst weiter. Die Gründe sind vielfältig. Geändertes Ausgehverhalten, Verlust von dörflicher Identität, Nachfolgeprobleme, unzählige pseudogastronomische Veranstaltungen, mittlerweile nicht nur mehr in den Sommermonaten, ständige Verschlechterung der Rahmenbedingungen, behördliche Auflagen u. v. a. mehr zwingen immer mehr Wirtinnen und Wirte zur Aufgabe ihres Betriebes."

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Kommentare:
Wer den Fernsehbeitrag und die betroffenen Betriebe gesehen hat, wundert sich nicht, dass der Brauereibesitzer keine Pächter mehr findet und den Wirten die Gäste ausbleiben.
Marktorientiertes Handeln? - Fehlanzeige! Lieber wird den alten Zeiten hinterher gejammert.

Wie wäre es, wenn die Wirte einmal ihr eigenes Verhalten reflektieren würden:

- Mangelnde Serviceorientierung (auf der Terrasse keine Beilagensalate für den kleinen Hunger, keine Tassen Kaffee etc.)
- Mürrisches Auftreten ("meine Stammgäste sind eh wichtiger als die Ausflügler")
- Austauschbare, vorgefertigte Produkte (Semmelknödel, Apfelstrudel und Sauce Hollandaise zur Spargelzeit - Gott sei Dank gibt es beim Großhändler alles vorgefertigt!)
- Mitarbeitermotivation oder gar Schulungen? - Fehlanzeige!
- An Feiertagen oder am Sonntag zusätzliche Bedienungen? "Die kosten doch sowieso nur mein Geld!"
- Trendorientierung? Was ist das?
- Investitionen? - Von was? Soll ich etwa auf mein großes Auto verzichten?
- Aus einem Hektoliter 110 Maß Bier zapfen? Kein Problem! Füllstrich? Wozu? Wenn der Gast darauf hinweist, wird er sogleich mit "Preuße" tituliert.
- Etc.

Begeisterte Gäste kommen gerne wieder und berichten Ihrem Bekanntenkreis von dem positiven Erlebnis; wenn dann noch verstanden wird, dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist, kann fast nichts mehr schief gehen (trotz ach so schlechter Rahmenbedingungen). Selbstverständlich verändert sich der Markt und "wer nicht mit der Zeit geht, geht eben mit der Zeit". Doch das Jammern, so wie ich häufig erlebe, nützt wie immer nichts.

Dr. Axel Gruner, Professor für Hospitality Management an der FH München, Fakultät für Tourismus
 
- Rauchorientierung obwohl Gäste anderes wollen

Kurzum: der Wirt setzt sich lieber auf den Hosenboden anstatt ihn hochzukriegen, beim rauchen wie auch anderen Sachen.
 
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