Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, August 05, 2007

Rauchverbot in Niedersachsen: Umsatzeinbrueche und Pleiten befuerchtet.

Gegenüber der "Welt am Sonntag" hat Renate Mitulla, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Niedersachsen, vor Umsatzeinbußen und Schließungen in Folge des gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie gewarnt: "Kneipenwirte fürchten um ihre Existenz", in: Welt am Sonntag vom 5. August 2007.

Die zuständige niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann, eine Juristin, die vielleicht von Tuten oder Blasen eine Ahnung hat, aber nichts von der Gastronomie versteht, glaubt es besser zu wissen, Wirte würden keine dauerhaften finanziellen Einbußen befürchten müssten. Dazu nur drei Anmerkungen:
  • Die Behauptung, das Rauchverbot habe keine dauerhaften finanziellen Auswirkungen, läßt sich leider nicht falsifizieren, denn der Zeitraum, der betrachtet werden soll, wird nicht angegeben. Bedeutet "dauerhaft" eine Woche, einen Monat, ein Jahr, ein Jahrzehnt? Zudem die Probleme sich verschärfen, wenn es draußen kälter wird. In den Biergärten und der Außengastronomie bleibt ja das Rauchen erlaubt.
  • Es nützt einem Gastronomen wenig, daß die Branchenumsätze Monate oder Jahre später möglicherweise wieder steigen, wenn er vorher pleite gegangen ist.
  • Wenn Mechthild Ross-Luttmann wirklich glauben würde, was sie sagt, und nicht nur die Gastronomen einlullen will, müßte sie sich dafür einsetzen, daß das Rauchverbot davon abhängig gemacht wird, daß der Umsatz stabil bleibt. Sie könnte sich z.B. für eine Öffnungsklausel einsetzen, die es gastronomischen Unternehmen, die einen Umsatzrückgang erleiden, gestattet, das Rauchen in ihren Betrieben wieder zu erlauben. So bleibt den betroffenen Gastronomen, nichts übrig, als das Rauchverbot einfach zu ignorieren. Denn es ist besser, sich strafbar zu machen, ohne erwischt zu werden, als Pleite zu gehen.

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Kommentare:
Die Behauptung, ein Rauchverbot habe irgendwelche negativen Auswirkungen, lässt sich nicht falsifizieren, und wurde auch vom Dehoga nie belegt.

Da es in Dt. noch kein Rauchverbot gab, kann man die Umsatzentwicklung also nur an den Erfahrungen aus dem Ausland abschätzen. Tut man dies, konnt man zu dem Schluß keine Rückgänge zu erwarten sind.

"Zudem die Probleme sich verschärfen, wenn es draußen kälter wird"

Gerade im Winter meiden viele NR die Lokale da dann drinnen geraucht wird, und auch Fenster geschlossen bleiben. Viele Familien kamen bisher erst im Sommer in die Restaurants wenn sie draußen, und damit rauchfrei speisen konnten.

"Es nützt einem Gastronomen wenig, daß die Branchenumsätze Monate oder Jahre später möglicherweise wieder steigen, wenn er vorher pleite gegangen ist."
Es nützt einem Gastronomen auch wenig wenn er das rauchen erlauben kann, er aber deswegen Pleite geht.

Wenn die Gastronomen ohnehin lieber rumheulen, die Nichtraucher verbannen oder für ihre freie Entscheidung angehen (bestes Beispiel dafür ist Herr Schoolmann) ist es nicht verwunderlich wenn dann mehr Energie in Ideologie anstatt in den eigenen Betrieb gelegt wird.

Aber in der Gastronomie maß man schon immer mit zweierlei Maß: hier der Kunde Raucher, dort der Nichtraucher, der lieber nicht Kunde sein soll. Solange das so ist sollte man seitens der Wirte mal lieber Klappe halten, anstatt von irgendwelchen Rückgängen zu orakeln, die man selber zu verantworten hat.
 
Genau, anstatt dass sich die Dehoga als reine Raucherlobby formiert sollte sie lieber auch an ihre nichtrauchenden Kunden denken. Diese haben jahrelang unhaltbare Zustände in Gaststätten ertragen müssen oder einfach als Kunden wegbleiben. Dieses Gefühl wurde einem als nichtrauchender Gast auch deutlich gegeben.
Diese Ungleichbehandlung soll nun endlich aufhören und die Wirte sollten aktiv dieses umsetzen um die jahrelang verlorene Kundschaft wieder zu akquirieren.
Mit den ganzen Nichtrauchern die wieder in die Gastronomie kommen würden, könnte man die paar stark-süchtigen unverbesserlichen Raucher locker ausgleichen.
 
Aus dem Newsletter von Getränke Oppowa:

Einige Bundesländer beabsichtigen das geplante gesetzliche Rauchverbot so auszugestalten, daß den Mitarbeitern der Gaststätte verboten wird, die Gäste in den Raucherzimmern zu bedienen.

Gottseidank bieten die meisten Gaststätten einen Partyservice, ein Catering oder einen Lieferservice an. Diese Dienstleistung fällt nicht unter das Gaststättengesetz. Man darf also in Raucherzimmern nicht bedienen, sehr wohl aber den Menschen, die sich darin aufhalten, Getränke und Speisen liefern.

Davor, daß andere Lieferservices, in die eigenen Räume liefern, kann man sich per Hausrecht schützen. Man gestattet es nur dem eigenen Lieferservice in die eigenen Raucherzimmer zu liefern.

Wenn dem Gesetzgeber einfallen sollte, diese Rechtslücke zu schließen, kann man mit einem befreundeten Kollegen vereinbaren, daß man in dessen Namen liefert und er umgekehrt in seinem Betrieb in unserem Namen. Das Liefern von Speisen und Getränke in Räume, in denen geraucht wird, bekanntes Beispiel: privaten Wohnungen, ist und bleibt erlaubt.

Nebenbei profitiert man bei der Lieferung von Speisen von dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz. Siehe dazu: "Umsatzbesteuerung beim Verzehr von Speisen in Raucherzonen".
 
Also ich gehe nicht mehr in Niedersachen aus, obwohl ich dort wohne. Aber Hamburg ist nicht weit.
Ich finde es gut, das die Dehoga nicht die Pharmalobby unterstützt, die sich jetzt auf das Millíonengeschäft mit Nikotinkaugummis und Pflastern freut!
 
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