Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Frische Fische. » | Rauchverbot in Niedersachsen: Umsatzeinbrueche und... » | Smoothies in Deutschland. » | Standorte und Leistungen von Budgethotels in Deuts... » | Fraenkisches Bierfest in Berlin. » | Das neue Netz. » | Viele Wirte in Lueneburg ignorieren das Rauchverbo... » | Praesentation norddeutscher Kleinbrauereien. » | Schnitzelparadies Goettingen. » | Eichertour. »


Dienstag, August 07, 2007

Sauberkeit als Erfolgsfaktor gastronomischer Betriebe.

Über die versteckten Kosten von unsauberen Waschräumen und Toiletten schreibt Shannon Jones in ihrem Artikel "The Hidden Costs of an Unclean Restroom", in: Restaurant Report vom 7. August 2007. Sie ist in dem Unternehmen Georgia-Pacific Consumer Products LP für lebensmittelverarbeitende Betriebe zusändig.

Nach ihrer Ansicht ist die Sauberkeit auf den Toiletten der wichtigste Faktor, der über den Erfolg oder Mißerfolg eines Restaurants entscheidend. Sie beeinflusse das Image, die Mundpropaganda und das Überleben des Restaurants. Unsaubere Toiletten würden ein negatives Image schaffen und Krankheitserreger assoziieren.

Eine neuere Studie hätte ergeben, daß bei unsauberen Toiletten Gäste nicht mehr wiederkommen, egal wie gut das Essen gewesen ist. Die Sauberkeit der Toiletten sei fast so wichtig wie die Qualität der Lebensmittel, die Vielfalt der angebotenen Speisen und die Atmosphäre und eine der fünf wichtigsten Treiber der Gästezufriedenheit.

Unsaubere Toiletten trügen die Botschaft in sich, die anderen Räume des Restaurants, einschließlich der Kühche, die Restauranttische, der Gastraum seien genauso schmutzig.

Studien in der lebensmittelverarbeitenden Industrie hätten ergeben, daß unangemessenes Händewaschen und die Übertragung von Krankheiten von den Händen auf die Speisen für mehr als 40 Prozent verantwortlich sind. Ein Bericht der American Society for Microbiology hätte herausgefunden, daß 91 Prozent aller Amerikaner sagen, daß sie sich nach dem Besuch einer öffentlichen Toilette bzw. Waschraums die Hände waschen, aber nur 83 Prozent aller beobachteten Gäste machen dies auch wirklich. Auch die Mitarbeiter, die sich die Hände waschen, bevor sie mit Lebensmittel hantieren, riskieren eine Kontamination, wenn sie nach dem Waschen einen Türgriff berühren, der zuvor von jemand berührt worden ist, der sich die Hände nicht gewaschen hat. Deshalb sei es sinnvoll, dafür zu sorgen, daß man sich nach dem Händewaschen nicht mehr kontaminieren kann (z.B. berührungslose Abtrocknung, berührungslose Türöffnung).

Labels: ,


Kommentare:
Zumindest in Stuttgart gibt es mehrere Objekte deren USP ist es die dreckigste Toilette Stuttgarts zu haben. Dies gilt beispielsweise für den Palast der Republik-bezeichnenderweise ein ehemaliges Toilettenhäuschen, welches nun eine Bar im Bereich Studi/Alternativ beherbergt. Aber generell ist in diesem Zielgruppenbereich die bedeutung von sauberen Toiletten anders zu berwerten. Unverschmierte Toiletten überleben nicht lange.
 
Graffiti in Toilettenkneipen wird vermutlich zumindest von bestimmten Gästegruppen nicht als Schmutz angesehen und läßt ja objektiv auch keine Schlüsse auf die Reinlichkeit in anderen Teilen der Gaststätte zu. Vielmehr kann man daraus schließen:
- daß etwas los ist. Viele Graffiti - viele Gäste.
- daß bestimmte Gästegruppen diese Gaststätte besuchen, was je nachdem, ob man dazu gehört oder nicht, als angenehm empfunden wird oder nicht
- der Betreiber keine Lust hat, diese Graffiti regelmäßig wieder zu entfernen, übermalen oder so. Auch dies läßt Schlüsse zu, die von den verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich interpretiert werden können.

Eine Variante dieser Lebensäußerungen von Gästen sind "schwarze Bretter", etwa im Eingangsbereich einer Gaststätte, auf denen Gäste Plakate und Zettel aushängen können. Sie sind, da von Seiten des Gastronomen erwünscht, eindeutig kein "Schmutz", erfüllen aber die Funktion, daß man sieht, daß in dieser Gaststätte (viele) Gäste verkehren.

Ähnlich verhält es sich mit Gebrauchsspuren im Gastraum. Sie werden mitunter sogar künstlich erzeugt, um neuen Betrieben Spuren von Leben einzuhauchen, etwa Rillen im Holz von Theken, Tischen und Bänken. Objektiv sind es Mängel, doch sie signalisieren den Gästen, daß dieser Betrieb in der Vergangenheit von vielen Gästen worden ist.
 
Kommentar veröffentlichen