Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Oktober 13, 2007

Anuga 2007: Trendthema Vegetarische Produkte.

Auf der Anuga vom 13.bis 17. Oktober 2007 trifft sich die internationale Ernährungswirtschaft in Köln: 6.607 Anbieter aus 95 Ländern präsentieren Nahrungsmittel und Getränke, darunter zahlreiche neue Produkte und Konzepte. Durch die Gliederung in zehn Fachmessen erreichen die Anbieter die für ihre Branche interessante Zielgruppe an Einkäufern aus dem Handel und dem Außer-Haus-Markt ohne Streuverluste. Mit Hilfe der Anuga-Datenbank können interessierte Fachbesucher die Anuga aber auch auf die großen Ernährungstrends hin ausloten. Einer der Trends sind "Vegetarische Produkte", mit denen sich 941 Anbieter registriert haben. Die wachsende Bewegung zum Essen ohne Fleisch zeigt sich auch daran, dass zur letzten Anuga vor zwei Jahren lediglich 600 ausstellende Unternehmen für dieses Trendthema gemeldet waren.

Albert Einstein hat einmal gesagt:
"Rein durch ihre Wirkung auf das menschliche Temperament würde die vegetarische Lebensweise das Schicksal der Menschen äußerst positiv beeinflussen können...."
Auch von anderer Seite wird diese Ansicht bestätigt. Der Mensch, der viel Gemüse und kaum Fleisch zu sich nimmt, lebt gesünder, aber, so meint der Ernährungsexperte Professor Hademar Bankhofer, eben auch glücklicher. Zu viel Fleisch zu essen bremse nämlich die Entwicklung von Serotonin, des körpereigenen Glücksbotenstoffes. Menschen, die mit einer Steak-Diät abnehmen wollten, seien depressiv geworden.

Die Steak-Diät ist zugegebenermaßen ein Extrembeispiel. Dennoch gibt es viele Gründe, auf Fleisch zu verzichten. Seit Tausenden von Jahren verweigern Menschen tierische Nahrung aus gesundheitlichen, ethischen oder religiösen Motiven.

Bereits im 6.Jahrhundert vor Christus begann die religiöse Sekte der Orphiker, Fleisch zu meiden. Die Anhänger des Dichters und Sängers Orpheus suchten Askese in allen Lebensbereichen, also auch in der täglichen Kost. Auch der griechische Philosoph Pythagoras war gegen den Verzehr von "beseelten" Wesen. Deshalb wurde der Vegetarismus bis ins 19.Jahrhundert auch "Pythagoräismus" genannt.

1867 gründete der Pfarrer Eduard Baltzer den "Verein für natürliche Lebensweise", den ersten vegetarischen Verbund in Deutschland. Heute ist der Vegetarier-Bund Deutschlands e.V.in Hannover die Dachorganisation der Vegetarier.

Die Statistiken belegen, dass die Zahl der Anhänger des "fleischlosen Glücks" weiter zunimmt. Laut einer Forsa-Umfrage ernähren sich inzwischen acht Prozent aller Bundesbürger vegetarisch - das sind etwa sechs Millionen Menschen. 1983 waren es, so die GfK nur etwa sechs Prozent.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich also die Zahl der Vegetarier mehr als verzehnfacht. Dafür sind vor allem BSE, aber auch die veränderte Wahrnehmung von Massentierhaltung, Tiertransporten und Fleischskandalen verantwortlich. Aber eben auch ethische Gründe lassen die Menschen Fleisch meiden. Je nach Art der Schlachtung können die Tiere unter starken Schmerzen leiden.

1988 wurden noch 69,7 Kilogramm Fleisch pro Person und Jahr gegessen, 2006 waren es nur noch 60,4 Kilogramm. Das bedeutet einen Rückgang des Fleischverzehrs um mehr als zehn Prozent. Mit diesen Veränderungen geht eine große Verbreitung vegetarischer Produkte einher.

Bioläden und vegetarische Restaurants haben großen Erfolg mit Tofu-Burgern, Soja-Coctails und Gemüse-Pasta.

Vor allem junge Menschen, Menschen mit einem höheren Bildungsstandard und Frauen sind es, die sich zunehmend vegetarisch ernähren.

Die Formen des Vegetarismus

Man unterscheidet vier Ausprägungen des Vegetarismus, denen eine unterschiedliche Lebensmittelauswahl zugrunde liegt.
  • Die Ovolaktovegetarier: sie nehmen neben pflanzlicher Nahrung auch Milch, Milcherzeugnisse und Eier zu sich.
  • Die Laktovegetarier verzehren Milch und Milchprodukte, aber keine Eier. Die Ovovegetarier, die weder Fleisch noch Fisch noch Milch zu sich nehmen, dafür aber Eier, sind selten.
  • Die strengen Vegetarier, die Veganer, lehnen den Verzehr aller Lebensmittel ab, die vom Tier stammen.
Vegetarier sollen länger leben

Vegetarier leben länger - so lautet das Ergebnis einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg ergeben. Zwanzig Jahre lang wurden die Sterbezahlen von Vegetariern mit denen der Allgemeinbevölkerung verglichen. 40 von 100 Vegetariern wurden älter als statistisch zu erwarten war.

Vegetarier haben seltener Übergewicht und hohen Blutdruck. Auch die Cholesterinwerte und die Harnsäurewerte sind in der Regel besser. Eine vegetarische Ernährung bringt positive Effekte mit sich, denn sich ungünstig auf die Gesundheit auswirkende Inhaltsstoffe wie gesättigte Fettsäuren, Cholesterin oder Purine werden in geringerem Maß aufgenommen.

Aber es ist nicht die gesündere Ernährungsweise allein, die zu diesen Vorteilen führt. Vor allem die insgesamt achtsamere Lebensweise spielt eine große Rolle. Vegetarier rauchen oft weniger, trinken wenig Alkohol und Koffein und sie treiben Sport. Dadurch ist das Risiko für Diabetes mellitus, Gicht, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger.

Mangelerscheinungen ausgleichen - wie geht das?

Vegetarier sollen häufig unter Vitamin B 12-Mangel leiden. Denn das Vitamin B 12, das wir für gesunde Nerven, Zellwachstum und die Blutbildung brauchen, steckt vor allem in Fisch und Fleisch. Aber man kann es auch über pflanzliche Lebensmittel zu sich nehmen: vor allem durch Sauerkraut, Sojabohnen, Bierhefe und Algenprodukte.

Schwierig ist es für den Veganer, der keine Milchprodukte isst, sich mit genügend Calcium zu versorgen. Er kann den Mangel an Calcium über Möhren, Petersilie, Vollkornbrot, Pilze und Leinsamen ausgleichen. Außerdem sollten Veganer in Maßen Sonne tanken. Denn dann bildet die Haut Vitamin D, das dafür sorgt, dass sich das Calcium in die Knochen einlagert.

Auch die Eisenversorgung kann zum Problem werden. Denn pflanzliches Eisen ist für den Organismus schwerer verwertbar als tierisches. Und Eisen steckt vor allem im Fleisch. Wenn der Vegetarier aber darauf achtet, genügend Gemüse wie Kohl, Rote Beete und Kürbis zu essen, nimmt er ausreichend Eisen auf. Der Vitamin C-Gehalt in diesen Gemüsesorten hilft, das Eisen im Darm besser verarbeiten.

Grundsätzlich gilt: Eine gut zusammengestellte vegetarische Ernährung kann die Bedürfnisse des Menschen optimal befriedigen, aber extreme Ausprägungen wie zum Beispiel die vegane Ernährung bergen die Gefahr von Mangelzuständen. Deshalb müssen hier die Lebensmittel sorgfältig zusammengestellt werden. Einig sind sich die verschiedenen Untersuchungen darin, dass eine vegetarische Dauerernährung mit Eiern und Milchprodukten eine sehr gesunde Variante sein kann.

(Quelle: Pressemitteilung der KölnMesse).

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