Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Oktober 20, 2007

Kinderfreie Zone.

Die Entscheidung des Kollegen Dieter Hein (52 Jahre alt und Vater von vier Kindern), Kinder in seinem Restaurant "Hacienda" in Kraiburg nicht mehr als Gäste zu akzeptieren, hat heftige Diskussionen hervorgerufen. Siehe dazu: "Konsequent 'kinderfrei'", in: OVB online vom 19. Oktober 2007.

Meines Erachtens fällt es alleine in die Entscheidungshoheit eines Unternehmers, welche Kunden er bewirten möchte oder auch nicht. Für den einen ist eine Fokussierung auf Kinder und Jugendliche bzw. auf Familien und Gästegruppen mit Kindern und Jugendlichen sinnvoll (siehe dazu meinen Beitrag: "Marketing für Kinder und Jugendliche"), für den anderen kann es lohnend sein, bestimmte Gästegruppen auszuschließen.

Aufregen kann ich mich aber über Frank-Ulrich John, den Pressesprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, der statt sich vor den Kollegen zu stellen oder wenigstens das Maul zu halten, erdreistet, zu behaupten, der Kollege verstoße damit gegen das Antidiskriminierungsgesez. Warum?
  • Alle Unternehmerverbände haben sich zurecht gegen das Inkraftreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes gewehrt. Warum beruft man sich jetzt darauf?
  • Es gehört nicht zur Aufgabe eines Branchenverbandes, einen Kollegen zu kriminalisieren.
  • Wenn ich böse wäre, würde ich vermuten, Dieter Hein ist nicht Mitglied des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes.
Das Antidiskriminierungsgesetz erlaubt sehr wohl, Altersgrupen unterschiedlich zu behandeln. Angebote nur für bestimmte Altersgruppen oder Altersgrenzen bedürfen jedoch einer besonderen Rechtfertigung; die Altersdifferenzierung darf nicht willkürlich sein. Siehe dazu z.B.: "Entwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz vorgestellt", eine Pressemitteilung des Bundesministeriums für Justiz vom 15. Dezember 2004.

Dieter Hein hat seine Altersdifferenzierung mit seinen schlechten Erfahrungen in den letzten Jahren begründet (siehe dazu: "Wirt lässt Kinder unter zwölf Jahren nicht rein", in: Passauer Neue Pressse vom 9. Oktober 2007:
  • Kinder krabbeln mit ihren Schuhen auf der Couch.
  • Kinder bemalen seine weißen Tischdecken,
  • Kinder krabbeln ins Schaufenster,
  • Kinder schmeißen Porzellanfiguren um.
Gute Erfahrungen mit einer "kinderfreien Zone" hat in Österreich Roland Ballner vom Hotel "Cortisen" am Wolfgangssee gemacht. Siehe dazu: "Kinder müssen draußen bleiben!", in: Die Welt vom 13. Oktober 2007.

Unter dem Titel "No kids?" heißt es dazu auf der Website dieses Hotels:
"Meine 'no children policy' im Cortisen ab 1. Mai 2006 mag eventuell für den Alpenraum neu sein, wird aber seit Jahren in vielen Hotels weltweit praktiziert.

Nach dem Motto 'Wir lieben Kinder, aber auch Eltern brauchen mal Urlaub' garantieren wir bei uns ungestörte Nachtruhe, Frühstück mit open end, ein Relaxen am hauseigenen Strand ohne Angst, dass der kleine Liebling ein unfreiwilliges Bad nimmt, ein romantisches Abendessen mit einem guten Glas Wein auf der Seeterrasse .....

Ich definiere somit unser Marktsegment ganz konkret und überlasse die Urlaubswünsche vieler Familien mit Kindern unter 12 Jahren meinen zahlreichen, hervorragend arbeitenden Kollegen rund um den Wolfgangsee...."

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Kommentare:
Absolut richtig. Ich möchte nicht in ein Lokal gehen und mir die Trommelfelle von schreienden Kindern zerstören lassen.
 
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