Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Vom Gastarbeiter zum Gastronomen. » | Best of bio - beer 2007: Sieger mit Schaumkrone. » | Viele Ausnahmen beim Rauchverbot in Nordrhein-West... » | Heizpilze in Stuttgart auf oeffentlichem Grund ver... » | Auswirkungen des Rauchverbots im ehemaligen Dillkr... » | Bayerische Kommunen verlangen Kostenuebernahme des... » | Bierpapst.tv. » | Rauchverbots-Boykott in Fulda: Stadt fordert Aende... » | Bio-Fisch. » | Hausverbot fuer CSU. »


Dienstag, November 06, 2007

Entlastung für das Gastgewerbe gefordert.

Der wirtschaftliche Aufschwung ist im baden-württembergischen Gastgewerbe bislang nicht angekommen. Dies erklärte Peter Schmid, Präsident DEHOGA Baden-Württemberg, bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes am 5. November in Stuttgart. Schmid erläuterte darüber hinaus die Vorschläge des Verbandes für ein neues Gaststättenrecht im Land und kündigte die Einreichung einer Klage gegen das Nichtraucherschutzgesetz bis spätestens 15. November an.

Die Fakten, die Schmid den Journalisten erläuterte, sind aus Branchensicht wenig erfreulich: Während die baden-württembergische Wirtschaft im 1. Halbjahr 2007 um 3,1 Prozent gewachsen ist, ging der Umsatz in Hotellerie und Gastronomie im Jahresverlauf zurück. Für die Monate Januar bis August 2007 meldet das Statistische Landesamt ein Umsatz-Minus von real 1,9 Prozent in Hotellerie und Gastronomie. Diese Tendenz spiegle sich auch in den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes, betonte Peter Schmid.

Als wichtige Ursachen für die unbefriedigende Entwicklung nannte der Verbandspräsident die Mehrwertsteuer-Erhöhung, die die Konsumbranche Gastgewerbe mit besonderern Härte treffe, sowie weitere Einschnitte für die Verbraucher wie z. B. die Kürzung der Pendlerpauschale oder die massive Steigerung der Energiepreise. In bestimmten Branchensegmenten - insbesondere in kleinen Kneipen, Bars und Diskotheken - habe zudem das Rauchverbot seit 1. August zu starken wirtschaftlichen Einbußen geführt.

Von der Landesregierung erwarte man jetzt,
"dass sie zumindest die neuen Kompetenzen, die sie im Zuge der Föderalismusreform erhalten hat, im Sinne unserer Branche nutzt."
Es dürfe nicht nur bei Lippenbekenntnissen zur Stärkung der Tourismuswirtschaft im Land bleiben, sondern es müsse konkret etwas für die Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft, für Hotellerie und Gastronomie, getan und verbessert werden.

Betriebe von Bürokratie entlasten


Konkret nannte Schmid hierbei eine sinnvolle Entbürokratisierung im Gaststättenrecht, um die Betriebe von überhöhten Gebühren zu entlasten sowie die längst überfällige Verkürzung der Sperrzeiten. Baden-Württemberg sei bei der Sperrzeitliberalisierung nach wie vor Schlusslicht im Bundesvergleich.

Im Interesse des Verbraucherschutzes setzt sich der DEHOGA darüber hinaus für eine verbesserte Qualifikation angehender Unternehmer im Gastgewerbe ein. Stattt der bisher praktizierten IHK-Unterrichtung plädiert der Verband für eine mehrtägige Schulung, bei der unverzichtbares Basiswissen in den Bereichen Lebensmittelhygiene und Betriebswirtschaft vermittelt werden sollen. Schmid:
"Ein gutes Gaststättengesetz sollte aber einen Betrag zu stabileren Existenzgründungen leisten und mithelfen, überflüssige Existenzgründer-Pleiten zu vermeiden. Genau das ist in Verbindung mit sinnvoller Entbürokratisierung unser Ziel – und für dieses vernünftige Ziel erwarten wir die Unterstützung der Landesregierung."
Rauchverbot: Klage bis 15. November angekündigt

Beim Thema Rauchverbot kündigte Schmid die Einreichung einer vom DEHOGA unterstützten Klage vor dem Bundesverfassungsgericht bis spätestens 15. November an.
"Selbstverständlich ist uns als Branchenverband bewusst, dass viele größeren Betriebe der Speisegastronomie mit dem Gesetz zurechtkommen und im Einzelfall sogar davon profitieren. Wir können aber andererseits nicht tatenlos zusehen, wenn der Gesetzgeber einen anderen - wichtigen - Teil unserer Branche in den Ruin treibt. Die Probleme der kleinen Bars und Kneipen mit nur einem Raum sind enorm. Ebenso die Probleme der Diskotheken, die in Baden-Württemberg keine Raucherräume anbieten dürfen."
Der DEHOGA sei ausdrücklich für guten Nichtraucherschutz in der Gastronomie – er fordere aber zur Vermeidung extremer wirtschaftlicher Härten für bestimmte Betriebsarten das "Spanische Modell": Hierbei haben Betreiber kleiner Einraum-Kneipen, Bars etc. die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob sie ihren Betrieb als Raucher- oder als Nichtraucherlokal führen wollen. Inakzeptabel sei es auch, dass der Gesetzgeber in Baden-Württemberg den Diskotheken verbiete, Raucher-Nebenräume anzubieten.

Zahlen und Fakten:

Das Gastgewerbe in Baden-Württemberg gehört zu den großen, mittelständischen Wirtschaftszweigen im Land. Wenn man Arbeitnehmer, Unternehmer und Aushilfskräfte zusammenrechnet, arbeiten mehr als 214.000 Menschen in der Branche - über 90.000 davon in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Mehr als 10.000 junge Menschen lernen einen gastgewerblichen Beruf. Damit zählen Hotellerie und Gastronomie zu den ausbildungsstärksten Branchen der baden-württembergischen Wirtschaft. Das Gastgewerbe im Land erwirtschaftet 7 Milliarden Euro Jahresumsatz und sichert auch in anderen Gewerbezweigen viele Arbeitsplätze. Hotellerie und Gastronomie im Land kaufen zum Beispiel jedes Jahr für rund 2 Milliarden Euro Lebensmittel ein.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Baden-Württemberg).

Labels: ,