Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, November 30, 2007

Rauchverbot in Sisha-Bars.

Dummerweise verbieten die Raucherdrangsalierungsgesetze der deutschen Bundesländer auch das Rauchen in Sisha-Bars, also solchen Betrieben, die Menschen explizit zum Rauchen aufsuchen. Das ist ungefähr so sinnvoll wie Sex im Puff und das Beten in Kirchen zu verbieten.

In Mannheim hat der Fachbereich Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung bei einer nächtlichen Kontrolle, ob gastronomische Betriebe das Rauchverbot einhalten, mit einem sicheren Händchen, wo man fündig werden könnte, auch Sisha-Bars kontrolliert und ist - welch Überraschung! - fündig geworden: "Stadt kontrolliert Nichtraucherschutz in Innenstadt-Lokalen", vom Amt für Rats- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mannheim vom 29. November 2007.

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Frühjahr 2008 wurde von einigen Ministerpräsidenten der CDU in einer Randnotiz sich vorbehalten, Wasserpfeifenbars zu befreien. Hintergrund sind wohl Bedenken, mit traditionellen Muslimen anzuecken. Z.B. gibt es, um Muslime nicht zu diskriminieren, im kanadischen Vancouver eine Befreiung vom Rauchverbot. Siehe: "Sonderrechte für Muslime beim Rauchverbot" von Pax Europa.

Meines Wissens hat aber dieser damalige Vorbehalt in keinem Bundesland dazu geführt, dass Wasserpfeifen oder Wasserpfeifenbars explizit befreit worden sind oder werden sollen.

Für mich stellt sich in traditionellen, muslimischen Wasserpfeifenbars ohnehin die Frage, ob man diese als Gaststätte führen sollte. Dort entfällt ohnehin ein Angebot an alkoholischen Getraenken, so daß man den Betrieb wohl auch als sonstige Dienstleistung führen könnte, wo Wasserpfeifenrauchen als Kern des Angebots definiert wird, umrahmt von einem Angebot an Getränken und eventuell kleinen Speisen. Wobei die Frage zu prüfen wäre, ob solche Betriebe dennoch als "Gaststätte" im Sinne der Raucherdrangsalierungsgesetze anzusehen wären.

Letztlich wird es wohl darauf ankommen, wie das örtliche Ordnungsamt das sehen wird. Zumindest die Wasserpfeifenangebote traditoneller Art (religös, ethisch motiviert) dürften sich durchsetzen können, weil eine Kommune vermutlich den Konflikt scheuen wird (Diskriminierung, ausländerfeindlich usw.). Die eher der alternativen Jugendszene zuzuordnenden Konzepte von Wasserpfeifenbars dürften weniger Langmut zu erwarten haben.

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