Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, November 07, 2007

Rauchverbot: Sofort kassieren.

Das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie führt insbesondere in der getränkeorientierten Gastronomie nicht nur zu Umsatzverlusten, sondern auch zu erhöhten Personalkosten und zu mehr Zechprellerei:
  • Theoretisch kann man zwar darauf verzichten, Raucher, die sich im Freien oder in Raucherzimmern aufhalten, zu bedienen, also auf Selbst- oder Teilselbstbedienung etzen, darauf vertrauen, daß Gäste sich Speisen und Getränke selbst an der Theke oder einem Counter holen. Doch dies führt erfahrungsgemäß zu einem geringeren Bon, als wenn man nachfragt, ob sie noch etwas möchten oder leere Gläser, ohne groß nachzufragen, durch volle ersetzt. Deshalb verlängern sich - je nach den räumlichen Verhältnissen vor Ort - die Servicewege.
  • Wenn Gäste häufig ihren Sitz- bzw. Stehplatz wechseln müssen, um zu rauchen oder Raucher zu begleiten, besteht die Gefahr, daß der Service den Gast, der etwas bestellt hat, erst suchen muß, wenn dieser nach der Bestellung seinen Standort gewechselt hat. Es sei denn man vereinbart, daß Speisen und Getränke ausschließlich an den Tischen serviert werden, also auch wenn der Gast sich zum Zeitpunkt der Auslieferung woanders aufhält.
  • Wechseln Gäste häufig ihren Standort, verlieren Mitarbeiter schnell den Überblick, wer was konsumiert hat, insbesondere auch, wenn die Gäste Reviergrenzen überschreiten. Die in der Gastronomie üblichen Kassensysteme identifizieren Gäste in der Regel anhand ihres Sitzplatzes bzw. Tischs. Bei häufigem Platzwechsel von Gästen müßten sinnvollerweise stattdessen Namen oder Nummern für Gäste bzw. Gästegruppen, wenn sie gemeinsam zahlen, vergeben werden.
  • Das drohende Chaos bei Bestellannahme, Ausgabe von Speisen und Getränken und dem Kassieren erhöht die Gefahr, daß falsch abgerechnet wird.
  • Wer es als Gast darauf anlegt, daß die Service-Mitarbeiter zu wenig berechnen, oder wem es einfach egal ist, ob er das zahlt, was er eigentlich zahlen müßte und sich sagt, soll der Service schauen, wie er zu seinem Geld kommt, hat in Zukunft bessere Chancen, daß ihm zu wenig berechnet wird.
  • Auch solchen Gästen, die es darauf anlegen, die Zeche zu prellen, kommt ein organisatorisches Chaos entgegen.
Es empfiehlt sich deshalb - zumindest in mittleren und größeren Betrieben mit mehren Revieren und/oder in verwinkelten Betrieben, bei denen der Service nicht alle Gäste im Auge behalten kann - sofort, also bei jeder Ausgabe einer Speise oder eines Getränks, abzukassieren. Dies führt zu
  • einem erhöhten Arbeitsaufwand des Service-Vorgangs,
  • evtl. zu höheren Personalkosten (je nach Vergütungssystem)
  • aber möglicherweise zu mehr Trinkgeld.
Der Standortwechsel der Gäste, bei dem sie Gläser, aber auch Geschirr und Bestecke, mit ins Freie nehmen, führt nicht nur zu mehr "Zechprellerei", sondern erhöht auch die Gefahr des Diebstahls von Gläsern, Geschirr und Besteck. Wenn es mit dem gastronomischen Konzept vereinbar ist, kann man eventuell auf Einweggläser umstellen oder auf weniger attraktive, schlichte, preiswerte Gläser (z.B. ohne Logo) und auf Einwegteller oder Take-Away-Verpackungen für Speisen. Nicht koscher wäre es, für Speisen, die zur Mitnahme verpackt sind, aber in Raucherzonen verzehrt werden sollen, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzurechnen. Siehe dazu: "Umsatzbesteuerung beim Verzehr von Speisen in Raucherzonen".

Siehe dazu auch ein Bericht über Erfahrungen Freiburger Kollegen mit erhöhter Zechprellerei seit Einführung des Rauchverbots in Baden-Württemberg: "Rauchverbot fördert Zechprellerei", in: Fudder vom 7. November 2007.

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Kommentare:
Wieder einmal ein großer Unsinn.

Rauchverbot in Bars:

- keine Rückgänge
- Ascher müssen nicht ständig geleert werden (wieviel km legt eine durchnittliche Servicekraft nur dafür zurück um sie zu leeren?)
- die meisten Lüftungs- und Reinigungskosten entfallen
- Barkeeper und Servicekräfter fallen weniger aus, können besser arbeiten weil sie nicht mehr den ganzen Tag husten müssen

Wenn NR aus Bars wegbleiben weil diese verqualmt sind dann hilft auch die ganze Theorien nichts weil dann Umsätze erst garnicht entstehen!
 
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