Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Dezember 26, 2007

Gastronomen befuerchten negative Folgen zum Nichtraucherschutzgesetz.

Zu den zu erwartenden Auswirkungen für ihr Unternehmen durch das Sächsische Nichtraucherschutzgesetz, welches am 1. Februar 2007 in Kraft tritt, wurden durch den DEHOGA Sachsen 500 sächsische gastgewerbliche Unternehmen befragt. 49 % erwarten negative Folgen und Umsatzverluste, nur 10 % gehen von Umsatzsteigerungen aus. Langfristig sehen 53 % durch das Rauchverbot eine weitere negative Geschäftsbeeinflussung, welche neben Einbußen weitere Mitarbeiterentlassungen bis hin zur Existenzgefährdung erbringen wird. 72 % der Unternehmen hätten stattdessen eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht vorgezogen, die es gerade "Ein-Raum-Betrieben" gestattet hätte, ihre Gaststätte als Raucher- oder als Nichtraucherlokal zu führen.

Laut durchgeführter Umfrage würden 43 % der Gäste ein gesetzliches Rauchverbot nicht befürworten aber vor allem erwarten 67 % der Unternehmen nun Probleme mit Anwohnern durch rauchende Gäste auf der Straße. Besonders negativ stehen viele Kleinunternehmen mit einem Gastraum und die Diskotheken zum sächsischen Gesetz, welche keinerlei räumliche Möglichkeit für rauchende Gäste einrichten können.

Das Sächsische Nichtraucherschutzgesetz sorgt nach wie vor für hohe emotionale Wellen im Gastgewerbe. Auch wenn laut Umfrage 10 % Umsatzsteigerungen und 14 % langfristig eine positive Auswirkung auf ihr Geschäft erwarten, sieht doch jedes zweite Unternehmen negative Folgen. Besonders negativ betroffen sehen sich die vielen kleinen Gaststätten auf dem Lande oder im Wohngebiet, Bars, Cafés, Nacht-, Szene- und Erlebnislokale, welche keinen als Ausnahme genehmigten abgetrennten Raucherraum einrichten können.

Fast jeder zweite dieser besonders betroffenen Unternehmenstypen befürchtet einen massiven Rückgang an Stammgästen, an Verweildauer der Gäste und erwartet Konsequenzen bis hin zur Mitarbeiterentlassung oder sogar Existenzaufgabe für sein Haus. Auch die Ungleichbehandlung der Diskotheken, welche in Sachsen im Unterschied zu anderen Betriebsarten keine Nebenräume für Raucher anbieten dürfen, wird massiv kritisiert. Im verbalen Teil der Umfrage wird mit großem Abstand am meisten von Unternehmen heftig kritisiert, dass der Gesetzgeber hier den privaten Unternehmer in seinem eigenen Unternehmen bevormundet und einschränkt und in seine verfassungsrechtlich geschützte unternehmerische Entscheidungsfreiheit unverhältnismäßig eingreift.

Wenn 32 % der Befragten langfristig keine negativen Auswirkungen für sich sehen, dann sind dies zum einen schon viele Nichtraucherlokale, welche freiwillig diese Angebote geschaffen haben und dieses Thema auch weiterhin durch Freiwilligkeit und vom Markt geregelt haben möchten. Zum anderen sind hier auch viele Restaurants mit mehreren Räumen zu sehen, welche sich mit räumlich getrennten Angeboten sowohl auf Raucher wie Nichtraucher einstellen können.

Die vom DEHOGA immer geforderte Kennzeichnungspflicht, wie sie auch in Spanien für kleine Gaststätten gilt und den Gastronomen ermächtigt, selbst für sein Haus zu entscheiden, hätten auch in Sachsen 72 % der Unternehmen klar für besser befunden. Allerdings sind auch 18 % für ein komplettes ausnahmsloses Rauchverbot.

In vielen Umfrageantworten kommen massive Befürchtungen kleiner Unternehmen zum Ausdruck, so wie diese sich jetzt bereits in den Bundesländern mit schon gültigen Nichtraucherschutzgesetzen wie Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Hessen in der Praxis deutlich zeigen. Dies betrifft auch die Frage nach zu erwartenden Problemen mit Anwohnern durch rauchende Gäste vor dem Lokal. 67 % der Unternehmen sehen dies auf sich zukommen. Viele kleine Miet- und Pachtobjekte in Wohnhäusern im Innenstadtbereich erwarten Anwohnerprobleme hinsichtlich Lärm, Sauberkeit und Alkohol, wie das in den vorgenannten Bundesländern bereits stark der Fall ist. Auch massive "Aufläufe" von Rauchern vor Diskotheken werden ihre Negativwirkung nicht verfehlen.

Viele Unternehmen äußern in der Umfrage heftiges Unverständnis, dass ihre branchentypischen Belange und praktischen Aspekte, rechtliche und verfassungsrechtliche Bedenken aber auch viele schon bestehende freiwillige Nichtraucherlösungen keinerlei Zugang zu den politischen Entscheidungsträgern gefunden haben. Deshalb wird von diesen gastgewerblichen Unternehmen auch sehr nachdrücklich das Vorhaben des DEHOGA und aller Landesverbände unterstützt, diese Nichtraucherschutzgesetze einer verfassungsrechtlichen Überprüfung mit Verfassungsbeschwerde zuzuführen.

(Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Sachsen).

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