Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Dezember 12, 2007

Rauchverbot in Bayern beschlossen.

Der bayerische Landtag hat das sogenannte "Gesundheitsschutzgesetz (GSG" mit Wirkung ab dem 1. Januar 2008 beschlossen: "Nichtraucherschutzgesetz beschlossen", in: Süddeutsche Zeitung vom 12.Dezember 2007. Das beschlossene Gesetz steht online im Fließtext noch nicht zur Verfügung. Was es gibt:Es ist gelinde gesagt, eine Unverschämtheit, daß bislang nicht einmal der Wortlaut des Gesetzes von den dafür zuständien Sesselfurzern bereit gestellt worden ist, das Gesetz aber bereits in knapp drei Wochen in Kraft treten soll. So schnell schießen die Sesselfurzer normalerweise nur, wenn es darum geht, die Diäten zu erhöhen.

Als davon betroffener Gastronom muß ich in meinem Café Abseits in Bamberg jetzt tun, was zu tun ist:
  • Wir haben unsere Mitarbeiter bereits schriftlich angewiesen, ab Januar 2008, falls ein Gast raucht, sofort die Polizei zu alarmieren. Jetzt muß ich nur noch nachfragen, ob die Polizei möchte, daß wir dazu die Notrufnummer verwenden oder es ihr lieber ist, wenn wir eine andere Nummer verwenden. Siehe dazu: "Rauchverbot in Bayern: Beckstein fordert Kommunen auf, wochenlang auf Kontrollen zu verzichten".
  • Wir werden ab Januar 2008 keine Aschenbecher mehr im Gastraum aufstellen, um dem schwachen Argument vorzubeugen, wir förderten damit Verstöße gegen das Rauchverbot. Den gewonnenen Platz werden wir mit Teelichthaltern füllen in der vagen Hoffnung, diese werden nicht dazu mißbraucht, Asche abzustreifen. Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag "Aschenbecher verboten?".
  • Wir werden unsere rauchenden Gäste motivieren, uns in den zwei, drei Monaten bis zur Biergartensaison treu zu bleiben. Motivationshilfen sind Gutscheine für Freibier und ein Rabatt auf Speisen und Getränke von 7% in Form unserer Stammkarte.
  • Wir richten im Biergarten eine überdachte, weitestgehend windgeschützte Raucherecke ein.
  • Wir werden den Beginn unserer Biergartensaison vorziehen. Traditionell beginnt die Biergartensaison in Bamberg am 1. Mai. Bereits in den letzten Jahren hat das bessere Klima dazu geführt, daß die Gäste bereits ab März fragen, ob sie draußen sitzen können.
  • Bislang haben wir "geschlossene Veranstaltungen" in unserem Lokal, um die vielen Stammgäste nicht zu verärgern, regelmäßig abgelehnt. Zu solchen Veranstaltungen wird es in Zukunft häufiger kommen. Wenn der Veranstalter es wünscht, kann dann geraucht werden. Ausgeschlossen sind natürlich Wahlkampfveranstaltungen der im bayerischen Landtag vertretenen Parteien.
  • Wir werden weiterhin Zigaretten und Drehtabake verkaufen, manuell und per Automat.
  • Rauchverbotschilder müssen in Bayern nicht angebracht werden, da das Rauchen ja generell verboten ist. Wir werden stattdessen im Eingangsbereich auf die Möglichkeit hinweisen, daß es im Biergarten eine gemütliche Raucherecke gibt.
  • Wir werden für unsere Raucherecke werben, auch in Form einer eigenen Subdomain: raucher.abseits-bamberg.de.
  • Wir werden für die Zielgruppe Gäste mit Kindern Angebote machen, die für unseren rauchfreien Gastraum ab Januar 2008 werben. Siehe dazu auch: "Samstags in der AHGZ: Neue Chancen trotz Rauchverbots", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom 6. Dezember 2007.

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Kommentare:
Hallo wohne nicht weit von Ihnen weg (Arnstein) habe auch ein Cafe und bin ganz Ihrer Meinung. Was mich sehr nervt ist einfach das keine klaren Angaben gemacht werden wie das Gesetz genau aussehen soll und wie der genaue Wortlaut ist. Meine Kunden sind zu 70% Raucher und gücklicherweise habe ich eine Terrasse so das mir das ganze im Sommer nichts ausmacht. Raucher sind einfach ein bischen geselliger und gehen öfter weg, darum habe ich einen Wintergarten angelegt für die Raucher (um sie nicht zu verlieren). Aber was jetzt? Dürfen sie in meinem Anbau rauchen oder nicht? gruss yvonne
 
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