Gastgewerbe Gedankensplitter



Dienstag, Juli 31, 2007

Oekonomisch oekologischer Austausch an der Fakultaet für Tourismus.

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Thema "Rohstoffqualität am Anfang der Tourismuswertschöpfungskette" an der Fakultät für Tourismus der Fachhochschule München stattete nach Otto Geisel, dem Präsidenten der deutschen Slow Food Gesellschaft, ein weiterer renommierter Gast den Hospitality Management Studenten einen Besuch ab:

Karl Schweisfurth, seit 1996 Geschäftsführer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, berichtete am 26. Juli 2007 in der Kapelle auf dem Campus Pasing einem interessierten Publikum von der Entstehungsgeschichte seines Vorzeigebetriebes in Glonn, seinen Einsichten und Visionen.

Karl Schweisfurth

Karl Schweisfurth, Geschäftsführer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten (Foto: Fakultär für Tourismus)

Sein Vater Karl Ludwig Schweisfurth baute nach dem zweiten Weltkrieg den elterlichen Metzgereibetrieb zur modernsten Fleischwarenfabrik Europas aus. Insbesondere genährt durch kritische Diskussionen mit seinen heranwachsenden Kindern entschied sich Karl Ludwig Schweisfurth 1984, aus der Massenschlachtung auszusteigen und noch mal von vorne, mit ökologischer Landwirtschaft und Lebens-Mittelverarbeitung zu beginnen. Er verkaufte sein Unternehmen "Herta", gründete 1986 die Schweisfurth-Stiftung in München und fand in Herrmannsdorf bei Glonn ein großes Gut für einen ökologisch-ökonomischen Neuanfang.

Karl Schweisfurth leitet nun seit über 10 Jahren die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Zeigen können, wie Lebens-Mittel gemacht werden bzw. woher das Fleisch, die Milch und das Korn kommen, ist Hauptaufgabe von ihm und seinen 120 Mitarbeitern. Laut Schweisfurth ist hohe lebensfördernde Lebens-Mittel-Qualität (er schreibt Lebens-Mittel mit Bindestrich, um zu verdeutlichen, dass Lebens-Mittel Mittel zum Leben sind) nur mit ökologischer Wirtschaftsweise zu erzielen.

Während des Gedankenaustauschs mit Studierenden und Lehrenden nannte Schweisfurth einige Beispiele, wie sich industrielle Lebensmittelerzeugung von der seinen unterscheidet. Er berichtete unter anderem von der natürlichen Aufzucht des fast ausgestorbenen Schwäbisch-Hällischen Landschweines, von seiner Warmfleisch-Metzgerei und der Jahreszeitengärtnerei. Beklagenswert erscheint ihm die Tatsache, dass Subventionen für herkömmliche Landwirtschaft eine flächendeckendere Produktion von Bioprodukten ökonomisch nicht zulassen.

Da Erzeugung und Verarbeitung seiner Produkte vielfach von Hand erfolgt, hat Qualität natürlich seinen Preis. Schweisfurth:
"Der Verbraucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Prozess des kontinuierlichen Preisverfalls von Lebensmitteln mit Qualitätsverlust einhergeht."
Abgesehen von der Empfehlung, grundsätzlich seinen Konsum in allen Bereichen zu überdenken und womöglich Präferenzen zu verschieben („weniger ins Auto, mehr in den eigenen Körper investieren“) gab Karl Schweisfurth weitere Tipps, wie gesunde Ernährung doch bezahlbar wird:
"Weniger Fleisch, dafür aus kontrolliert ökologischer Herkunft, weniger Edelteile wie Filet, dafür andere hochwertige Teile, die keiner mehr kennt, weniger vorverarbeitete Produkte und ein bewusster Einkauf von Dingen, die man wirklich braucht (mehr Klasse statt Masse)."
Gefragt nach seinen Einschätzungen zur momentanen "Biowelle", merkte Schweisfurth an, dass diese noch eine gewisse Zeit anhalten wird, bevor sie von der "Fairwelle" abgelöst wird, in der man sich weltweit wieder verstärkt mit dem "Ausgangsprodukt", den Mitarbeitern sowie den Zulieferern und deren gerechter Behandlung beschäftigen wird.

(Quelle: Pressemitteilung von Dr. Burkhard von Freyberg & Prof. Dr. Axel Gruner, Fakultät für Tourismus).

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Befuerchtungen am Vorabend des gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie Balingens.

Der "Schwarzwälder Bote" hat sich bei Gastronomen in Balingen umgehört, welche Erwartungen sie hegen, wenn morgen in Balingen und im Rest von Baden-Württemberg das gesetzliche Ruchverbot in der Gastronomie in Kraft tritt: "Rauchverbot: Ärger ist vorprogrammiert" vom 31. Juli 2007.

Nicht so recht verstehe ich, warum die Balinger Kollegen keine Aschenbecher mehr aufstellen. Das Raucherdrangsalierungsgesetz beinhaltet keine Vorschrift, die Einrichtungsgegenstände und Accesoires vorschreibt oder verbietet. Auch der Verkauf von Rauchwaren an der Theke bleibt erlaubt. Zigarettenautomaten dürfen weiter hängen.

Auch ist es keineswegs so, dass ein Gast, der trotz Verbot raucht, gemeldet werden muß. Eine theoratisch denkbare Anzeige scheitert in der Regel allein schon daran, daß der Gastwirt die ladungsfähige Adresse eines Gastes nicht kennt und auch den Namen gar nicht oder nur einen Spitznamen. Der Gastronom ist auch nicht berechtigt, zu verlangen, daß der Gast sich ausweist. Er darf ihn nicht festzuhalten, bis ein evtl. alarmierter, zur Personenfeststellung berechtigte Amtsperson seine Identität festgestellt hat. Auch die Intensität, mit der Gäste ermahnt werden sollen, ist gesetzlich nicht festgelegt. Es genügt, ein Schild im Eingangsbereich anzubringen.

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Der Kantinenblogger.

Der Kantinenblogger stellt seit Oktober 2006 Fotos und Menüs diverser Kantinen in Bayern online, mit einem Schwerpunkt auf Kantinen in Fürth. Über sich verrät er wenig. Vermutlich handelt es sich um jemanden, der viel in Siemens-Kantinen speist. Er hat beim Start über 100 Kilogramm gewogen und mittlerweile den Doppelzentner unterschritten. Die Speisen sind durch gute Fotos dokumentiert und werden mitunter auch bewertet (via Küchenzeilen.de).

Es ist natürlich nicht schwer, den Namen und die Anschrift des Kantinenbloggers herauszufinden (er wohnt in Nürnberg in einem Haus mit der Hausnummer 36, um dies zu belegen). Doch mehr will ich nicht verraten, solange er sich nicht selbst in seinem Blog outet.

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Montag, Juli 30, 2007

Bio-Imbiss.

Kann man Imbissbetriebe wirtschaftlich erfolgreich auf "Bio" umstellen? Diese Frage wird gerade in unserer Mailing-Liste Gastro-Einsteiger diskutiert.

Zumindest gibt es einige Beispiele:
  • Milchhäusl im Englishen Garten in Berlin. Siehe dazu auch: "Die Trink(ge)lage der Republik", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung vom 30. Juli 2005.
  • Bio-Snack in Hamburg mit Bio-Grillbratwürsten und Pommes frites.
  • Frittiersalon in Friedrichshain. Seit 2003. Saisonal mit hausgemachten Pommes Frites aus hochwertigen Bio-Kartoffeln.
  • Wittys, Berlin. Die Komplettumstellung auf Bio erfolgte 2003.
Wittys, Berlin
Wittys, Berlin

Wittys-Filiale am Nollendorfer Platz in Berlin

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China Fan Imbiss, Bamberg.

Neulich saß und aß ich in einem chinesischen Imbiss in der Bamberger Altstadt. Eine junge Frau kommt herein und bestellt Nudeln "Aber bitte nur Nudeln, ohne alles". Der chinesische Kollege hinter der Front-Cooking-Station reicht ihr eine Kartonbox mit Nudeln. Sie fragt, was sie schuldig sei. Der Kollege antwortet: "Nichts. Sie sind doch sicher eine Studentin". Die hübsche Kundin ist erstaunt und bedankt sich.

Dieser Kollege heißt You Xie. Er hat in Kreisen der Bamberger Studenten einen wahren Kultstatus. Nicht wegen ein paar kostenlosen Nudeln, die es nicht als Regelleistung gibt. Warum You Xie, dessen "China Fan Imbiss" mittlerweile auch eine Filiale im Osten Bambergs gibt (wiederum in der Nähe eines Uni-Standorts), etwas ganz Besonderes ist, verrät Ihnen folgende Meldung: "Eine echte Marktlücke", in: ad-hoc-news.de vom 30. Juli 2007.

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Bitte haben Sie Verstaendnis.

Das Raucherdrangsalierungsgesetz in Baden-Württemberg (Landesnichtraucherschutzgesetz (LNRSchG) (PDF)) schreibt vor, daß Raucherräume mit "Raucher" gekennzeichnet sind. Im Eingangsbereich einer Gaststätte muß außerdem ein Schild angebracht werden, das deutlich sichtbar auf das Rauchverbot hinweist.

Der Inhalt dieses Rauchverbotsschildes ist im Gesetz nicht festgelegt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg schlägt vor:
"Hier gilt das gesetzliche Rauchverbot - bitte haben Sie Verständnis"
Ich kann wirklich nicht verstehen, warum wir Gastronomen unsere Gäste für eine Regelung um Verständnis bitten sollen, die der Landtag verbrochen hat. Mir würden Schilder viel besser gefallen wie etwa:
  • "Rauchverbot - Beschwerden bitte an den für Sie zuständigen Landtagsabgeordneten" - natürlich mit der Angabe seiner Telefonnummern, im Büro und privat.
  • "Rauchverbot - Trinken und essen noch erlaubt".
  • "Rauchverbot - Kein Schwein kontrolliert es".
Machen Sie sich einen Jux und texten Sie passend zum Stil Ihres Hauses.

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Die Stadt Stuttgart will die Einhaltung des Rauchverbots in der Gastronomie nicht kontrollieren.

In einer Vielzahl von Beiträgen haben wir bereits dokumentiert, daß sich zahlreiche Kommunen weigern, das geplante und teilweise bereits beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren. Siehe dazu:In dem Artikel "Ordnungsamt setzt zu Beginn auf Beratung", in: Stuttgarter Nachrichten vom 30. Juli 2007 wird Rudolf Scheithauer vom Stuttgarter Ordnungsamt zitiert. Er stellt sich gar auf den Standpunkt, die Kontrolle sei "tatsächlich in erster Linie Aufgabe der Polizei" (die wird sich für den Schwarzen Peter bedanken!). Er beruhigt. "Rauchverbotsrazzien" seien nicht zu befürchten.

In Baden-Württemberg sind ohnehin, im Unterschied zu anderen Bundesländern, Bußgelder gegen Gastronomen nicht vorgesehen. Die Lebensmittelkontrolleure, die üblicherweise in etwa einjährigem Zyklus kurz in die Betriebe schauen, sollen lediglich überprüfen, ob die im Raucherdrangsalierungsgesetz vorgesehenen Schilder angebracht sind und ob Raucherräume genügend abgetrennt sind. Wobei ich mir die Anmerkung nicht verkneifen kann, daß angesichts eines allgemeinen Rauchverbots Schilder eigentlich unnötig sind. Schließlich gibt es ja im Straßenverkehr innerorts ja auch keine Schilder, die das Tempo auf 50 km/h begrenzen. Gegen die Auflage, sich mit solchen unnützen Schildern das Ambiente zu versauen, sollte man sich vielleicht zu wehren versuchen.

Wer den oben angegebenen Artikel liest, merkt, daß das juristisch geschulte Stuttgarter Ordnungsamt den Mist, den der Stuttgarter Landtag verabschiedet hat, genausowenig versteht wie wir Gastronomen:
"Doch die genaue Ausgestaltung des Gesetzes ist auch beim Ordnungsamt noch unbekannt. Darf der Weg zum Klo durch den Raucherbereich führen? Wo müssen die Verbotshinweise angebracht sein? Was muss der Betreiber befürchten, wenn weiter geraucht wird? 'Wir müssen den Text genau lesen und warten, ob es vielleicht vom Sozialministerium genauere Angaben gibt', sagt Scheithauer."
Wir Gastronomen haben aber Wichtigeres zu tun als die Exegese schwach sinniger Gesetzestexte.

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Sonntag, Juli 29, 2007

Rauchverbot: Erst mal abwarten.

Der Kollege Willy Hohner (Musikkneipe "Pesel" in Lüneburg) hat laut der Zeitungsmeldung "Wirte sehen Verbot noch locker", in: HNA.de vom 29. Juli 2007, erklärt, er werde, um dem Nichtraucherschutzgesetz Folge zu leisten, seine Gäste auf das Verbot hinweisen und Schilder aufstellen, aber nicht den verlängerten Arm der Politiker spielen und seine Gäste rausschmeißen.

Er muß seinen Gästen auch kein Hausverbot erteilen. Und er darf sie nicht mit Gewalt rausschmeißen. Es genügt, wenn er versucht, das Ordnungsamt anzurufen. Falls die nachts und an den Wochenende, wenn rechtschaffene Gastronomen arbeiten und Sesselfurzer pennen, überhaupt wenigstens einen Anrufbeantworter geschaltet haben. Die Stadt Lüneburg weigert sich ohnehin, das Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren. Siehe dazu unseren früheren Beitrag : "Auch Lueneburg weigert sich, das Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren". Warum sollte ein Gastronom sich die Mühe machen, wenn sich die zuständige Behörde nicht darum kümmert?

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Rauchverbot: Die Gastronomen werden von Politik und Verbaenden allein gelassen.

Das in einigen Bundesländern bereits zum 1. August 2007 (Baden-Württemberg und Niedersachsen) drohende gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie führt zur Verwirrung bei den bedauernswerten Kollegen in diesen Bundesländern. Für Rheinland-Pfalz war bislang von Herbst 2007 die Rede. In einer Meldung der Allgemeinen Zeitung Bad Kreuznach vom 29. Juli 2007 (" Rauchverbot soll Anfang 2008 in Kraft treten") ist hingegen zu lesen, in Rheinland-Pfalz solle das Rauchverbot auch erst zum 1.1.2008 in Kraft treten. Eine tabellarische Übersicht (PDF) über die in den einzelnen Bundesländern vorgesehenen Regelungen bietet das Fachportal Gastrotel.de zum Download an.

Die bloggenden Kollegen können ihren Ärger wenigstens veröffentlichen: "Rauchverbot -Chaos", in: Jürgens Radrenn-Blog.

In meinem Bamberger Café Abseits bin ich zwar voraussichtlich erst zum 1. Januar 2008 betroffen, es sei der designierte kommende bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, persönlich ein Gegner dieses Gesetzes, zieht die Reißleine. Ich werde aber wegen meiner deutlichen Worte von einer Vielzahl von Spinnern vor allem per E-Mail behelligt. Gegen sachliche Diskussionen habe ich wirklich nichts einzuwenden, ich würde mich sogar über neue Argumente freuen. Doch davon ist wenig zu lesen. Stattdessen erreichen mich Texte wie dieser
"spätestens in der letzten Gerichtsinstanz werden die Richter dann dafür sorgen, dass das Wischi-Waschi-Gesetz, wenn es denn eins wäre, wasserdicht gemacht wird.

Wenn es sein muss, werde ich diesen Weg gehen - und seien Sie sicher, die Hintertürchen werden dichtgemacht."
Der Schreiber hat sich zuvor inhaltlich über meinen Hinweis aufgeregt, daß das Hausrecht des Gastronomen auch das Recht beinhaltet, nörgelnde Nichtraucher vor die Tür zu setzen. Die Bezeichnung "Nichtraucherschutzgesetz" hat wohl bei den fanatischen Anhängern eines Rauchverbots die Illusion erweckt, die Gastronomie müsse sie willkommen heißen, sie dürften sich ungefragt dort breit machen und andere Gäste vertreiben. In Wirklichkeit sind Quängler schlichtweg unsympathisch und überall ungern gesehen. Irgendwie erinnern sie mich an kleine Kinder, die weil sie nicht mitspielen dürfen, andere Kinder beim Lehrer verpetzen.

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Weine aus Uebersee immer beliebter.

WIESBADEN - Weine aus Amerika, Afrika und Australien erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2006 nach vorläufigen Zahlen 1,2 Milliarden Liter Wein nach Deutschland importiert. Deutlich zugenommen haben die Einfuhren von Weinen aus Nicht-EU-Ländern. So stiegen die Weinimporte aus den Vereinigten Staaten (47 Millionen Liter) um 94,2% gegenüber dem Jahr 2000 an. Die Importe aus Chile (45 Millionen Liter) stiegen um 113%, aus Australien (40 Millionen Liter) um 207% und aus Südafrika (38 Millionen Liter) um 184%.

In der Rangfolge der wichtigsten Weinimporteure Deutschlands im Jahr 2006 lagen die Vereinigten Staaten auf Rang 4, Chile auf Rang 5, Australien auf Rang 6 und Südafrika auf Rang 7 hinter den klassischen Weinimportländern Italien (546 Millionen Liter), Frankreich (214 Millionen Liter) und Spanien (167 Millionen Liter). Im Jahr 2000 hatten die Vereinigten Staaten noch Rang 8, Chile Rang 9, Südafrika Rang 11 und Australien Rang 13 belegt.

Auch beim Weinbestand, der in Deutschland zum Stichtag in den Kellern und Lagerräumen der Erzeugerbetriebe und des Großhandels lagerte, nahm die Weinmenge, die aus Drittländern außerhalb der EU stammt, von 59,4 Millionen Liter (3,7%) im Jahr 2000 auf 63,9 Millionen Liter (5,0%) im Jahr 2006 zu. Im Großhandel alleine nahm in diesem Zeitraum der Weinbestand aus Drittländern von 58,8 Millionen Liter (8,5%) auf 63,7 Millionen Liter (10,6%) zu.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

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Leichtes Plus beim Bierabsatz im ersten Halbjahr 2007.

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im ersten Halbjahr 2007 deutsche Brauereien und Bierlager 52,5 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 0,3 Millionen Hektoliter oder 0,5% mehr als im ersten Halbjahr 2006.

Zu dem leichten Anstieg trug hauptsächlich die ungewöhnlich milde Witterung in den ersten vier Monaten bei. So wurde von Januar bis April 2007 ein Plus von 5,1% gegenüber der gleichen Vorjahresperiode ermittelt. Der Rückgang in den beiden Folgemonaten (Mai - 1,9% und Juni - 10,0%) ist neben dem Witterungseinfluss auch dadurch bedingt, dass im Vorjahr die hier ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft und die sommerlichen Temperaturen einen positiven Einfluss auf den Bierabsatz in Deutschland hatten. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Der Trend zu Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – ist weiterhin ungebrochen. Biermischungen machten im ersten Halbjahr 2007 2,3 Millionen Hektoliter des gesamten Bierabsatzes aus; das ist ein Plus von 33,0% gegenüber dem ersten Halbjahr 2006. Auch hier zeigt sich der deutliche Einfluss der Witterung auf den Bierabsatz: Wurde in den ersten fünf Monaten 2007 ein Plus zwischen 32,2% und 51,4% zum Vorjahresmonat erreicht, konnte für den regenreichen Juni 2007 nur noch ein Anstieg um 9,8% gegenüber dem Juni 2006 erzielt werden.

84,8% des gesamten Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2007 waren für den Inlands-verbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die Menge ging um 1,2% auf 44,5 Millionen Hektoliter zurück. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 8,0 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (+ 10,8%). Davon gingen 6,2 Millionen Hektoliter (+ 9,9%) in EU-Länder, 1,7 Millionen Hektoliter (+ 15,2%) in Drittländer und 93.251 Hektoliter (- 4,0%) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

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Max Brenner.

Ralf Balke stellt im "Handelsblatt vom 28. Juli 2007 den israelischen Chocolatier Oded Brenner vor: "Schokolade vom Glatzenmann". Die Schokoladenmarke Max Brenner ist ein Amalgam der beiden Gründer Max Fichtman und Oded Brenner. Sie betreiben ein Mixkonzept aus Café, Restaurant und Schokoladen-Laden, in dem Schookolde als Event zelebriert wird, mit zwei Filialen in New York, elf in Australien, je einer in Singapur und den Philippinen und fünf in Israel und wurden mittlerweile von der Gruppe Strauss-Elite übernommen. Siehe auch: "Milking It", in: New York Magazine.

Bilder der australischen Zentrale in Melbourne.

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Samstag, Juli 28, 2007

Die groessten Hamburger der Welt.

Großsprecherisches Marketing mag nicht jeder. Aber Superlative helfen bei der Mundpropganda. Der amerikanische Franchisegeber Fuddruckers wirbt mit den größten Hamburgern der Welt.

Beeindruckend ist auch deren Website, zumindest wenn man Flash und Effekte mag. Empfohlen von "Restaurant Marketing: The Schlotzsky's Success Story", in: Restaurant Marketing Blog.

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Neuregelung der Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgueter.

Sie schwätzen gerne von Entbürokratisierung, doch tatsächlich wird das Ausmaß bürokratischer Gängelung inbesonderer von kleinen und mittleren Unternehmen, denen es schwerer fällt, aus Deutschland abzuhauen, von unseren Politikern eher ausgeweitet denn abgebaut. So sind zusätzliche bürokratische Belastungen bei der Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter, zudem mit dem Effekt höherer Gewinnsteuern, Teil der sogenannten Unternehmensteuerreform 2008, mit der die fette Koalition großen Kapitalgesellschaften Steuergeschenke gemacht hat.

Diese Neuregelung führt zu unglaublichen Effekten, die sich nur ein krankes Hirn ausdenken kann. Wer z.B. ein Wirtschaftsgut für 700 Euro erwirbt und es innerhalb der nächsten fünf Jahre verkauft, muss den Erlös gewinnsteigernd buchen, darf aber dieses Wirtschaftsgut nicht ausbuchen.

Mehr darüber verrät Ihnen Robert Chromow in seinem Beitrag "Steuerreform 2008: Vorsicht GWG-Falle", in: Akademie.de vom 28. Juli 2007.

In der Gastronomie fällt es relativ leicht, auch die auf 150 Euro abgesenkte Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auszunutzen, denn viele Gegenstände des Anlagevermögens liegen im Wert darunter. Überlicherweise wird z.B. bei Geschirr so verfahren, daß die Erstausstattung aktiviert wird (also über die Jahre abgeschrieben wird) und die Ersatzbeschaffung in den Folgejahren sofort als Kosten gebucht wird. Man kann aber auch bei der Erstbeschaffung jeden einzelnen Teller, jede einzelne Tasse als einzelnes Wirtschaftsgut ansehen und sofort als geringwertiges Wirtschaftsgut abschreiben (da bzw. wenn das Einzelteil jeweils bis zu 150 Euro kostet).

Zudem beläßt die Unternehmenssteuerreform 2008 die Möglichkeit zur Ansparabschreibung, mit der sich in den meisten Fällen jede Gewinnsteuer vermeiden läßt. Kleinere und mittlere Firmen werden sogar über eine leicht verbesserte Ansparrücklage entlastet. So wurde die Betriebsvermögensgrenze von 210.000 Euro auf 235.000 Euro erhöht. Die geplante Investition muss auch nicht mehr ganz genau bestimmt werden und der Zeitraum wurde von bisher zwei auf jetzt drei Jahre erweitert.

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Freitag, Juli 27, 2007

FAQ Nichtraucherschutzgesetz Baden-Wuerttemberg.

Das Sozialministierum Baden-Württemberg hat auf seiner Website eine FAQ zum Nichtraucherschutzgesetz (PDF) veröffentlicht: "Nichtraucherschutz in Baden-Württemberg" sowie das Nichtraucherschutzgesetz (PDF) selbst mit Stand vom 24. Mai 2007.

Zu einigen Frage-Antwort-Kombinationen kann ich mir Anmerkungen nicht verkneifen (Die zitierten Textstellen der FAQ sind fett):
  • Kann ich den Wirt anzeigen, wenn er trotz des Gesetzes Rauchen in seiner Gaststätte weiter zulässt bzw. erlaubt? Ja. Sollte der Wirt es dauerhaft unterlassen, das Gesetz umzusetzen, so kann ihm in der Letztkonsequenz die gaststättenrechtliche Erlaubnis entzogen werden. Ich hoffe, daß diese öffentliche Aufforderung zur Denunziation nicht Früchte trägt. Daß ausgerechnet das Sozialministerium sich so asozial verhält, ist schlimm genug. Wer seinen Gastwirt anzeigt, sollte sich schnell eine andere Stammkneipe suchen. Ein Hausverbot ist ihm wohl sicher.

  • Was ist, wenn sich Gäste nicht an das Rauchverbot im Lokal halten? Der Wirt hat das Hausrecht und muss die auffordern, das Rauchen zu unterlassen. nicht, kann er von seinem Hausrecht Gebrauch machen und ein Hausverbot erteilen. Dies ist richtig, Er muß, wenn er bemerkt, das jemand raucht, ihn bitten, das zu unterlassen. Er kann, wie generell bei jedem Gast, ob er raucht oder nicht, ein Hausverbot erteilen. Ob er dem Raucher Hausverbot erteilt oder einem sich beschwerenden Nichtraucher, steht in seiner freien Entscheidung.

  • Werde ich bestraft wenn ich mich nicht an das Rauchverbot halte? Ja. Es handelt sich hierbei um eine Ordnungswidrigkeit, die mit 40 bis 150 Euro (im Wiederholungsfall) geahndet werden kann. Man wird nicht bestraft, wenn man raucht. Man wird bestraft, wenn man dabei von jemandem, der ein Bußgeld verhängen darf, erwischt wird und dieser es gerichtsfest beweisen kann. Praktisch finden aber keine Kontrollen statt. Das Risiko, erwischt zu werden, ist geringer als wenn man verbotenerweise nachts um drei in menschenleerer Gegend an eine Hauswand pinkelt.

  • Darf in der Gaststätte geraucht werden, wenn sie zu ist oder bei einer geschlossenen Gesellschaft (bspw. einer Hochzeit), wenn diese damit einverstanden sind? Nein. Das Rauchverbot ist zeitlich nicht begrenzt und auch nicht abhängig von den Besuchern. Ausnahme: Wenn die geschlossene Gesellschaft in dem vollständig abgetrennten Rauchernebenraum feiert. Wenn es sich um eine geschlossene Gesellschaft handelt, in dem Sinne, daß der Zugang anderen verwehrt wird (verschlossene Tür oder Eingangskontrolle), scheitert eine überraschende Kontrolle des Rauchverhaltens der Gäste an dem dafür möglichen Überrumpelungseffekt.
Viel Ärger ist erkennbar in den schwammigen Ausführungen zu den baulichen Voraussetzungen für Raucherzimmer:
  • Was ist ein vollständig abgetrennter Nebenraum? Der Nebenraum muss zumindest durch eine feste und deckenhohe Trennwand vom Hauptgastraum getrennt und mit einer verschließbaren Türe versehen sein. Konkrete baurechtliche Vorgaben sind zur Vermeidung von Bürokratie nicht vorgesehen. Wesentlich ist, dass die Belange des Nichtraucherschutzes durch die Rauchernebenräume nicht beeinträchtigt werden.

  • Was unterscheidet den (rauchfreien) Hauptgastraum vom (Raucher-)Nebenraum? Maßgeblich sind hier die konkreten Verhältnisse im Einzelfall. Ein wichtiges Kriterium ist die Flächengröße. Aber auch die Lage und Ausstattung des Gastraumes sind in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen.
Diese diffusen Ausführungen sind praktisch eine offene Einladung an die zuständigen Mitarbeiter, die Hände offen zu halten.

Richtig sauer bin ich geworden angesichts einer zynischen Formulierung in der Gesetzesbegründung:
"Vollzugsaufwand oder -kosten Privater sind aus jetziger Sicht nicht zu erwarten. Ob und in welcher Höhe Kosten für Gaststättenbetreiber anfallen, hängt maßgeblich von deren Entscheidung ab, ob sie abgetrennte Rauchergasträume neu einrichten wollen. Hierbei handelt es sich um keine zwingende finanzielle Belastung durch das Gesetz, sondern um Folgekosten einer unternehmerischen Entscheidung."
Unternehmerische Entscheidung? Ich dachte, wir wären Hilfspolizisten.

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Keine Rauchverbotskontrollen in der Gastronomie Wolfenbuettels.

Den Bürgern einer Gemeinde zu verkünden, daß die Kommune keinen Bock hat, sich den Ärger, der mit einer Kontrolle des Rauchverbots in der Gastronomie verbunden ist, ans Bein schmieren zu lassen, wächst sich zum Volkssport von Bürgermeistern und Ordnungsamtsleitern aus. Im Reigen mag auch Wolfenbüttels Ordnungsamts-Chef Wolfgang Scheider nicht fehlen. Seine Behörde werden aus eigener Initiative nicht aktiv. Das sei schon personell gar nicht zu leisten: "Rauchern bläst der Wind ins Gesicht", in: newsclick vom 5. Juli 2007.

Der gute Mann hat auch - im Unterschied zu den Ignoranten in den Landtagen auch erkannt, daß eine Kontrolle schwierig ist:
"'Man muss die Tat konkret nachweisen. Sein Beispiel: Hundekot auf der Straße. Um ein Bußgeld zu verhängen, müsse man den Halter des Hundes in dem Moment dingfest machen, in dem der Hund sein Geschäft verrichte.'"
Ich möchte hinzufügen, daß - wenn es gestattet ist, bei diesem unfeinen Vergleich zu bleiben - der HundeRaucherpolizist in der Regel einer ganzen Meute von HundenRauchern ins Auge blickt und auch noch beweisen müßte, wer von diesen geraucht hat.

Siehe dazu auch:

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Auch Lueneburg weigert sich, das Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren.

In früheren Meldungen habe ich auf einige Städte bzw. Bezirke hingewiesen, die sich weigern, das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren:Auch in Lüneburg wird die Stadt die Einhaltung des Rauchverbots nicht kontrollieren. Ulrich Mädge, der Oberbürgermeister, erklärte laut der Website der Stadt Lüneburg ("Rauchverbot tritt ab August in Kraft"), es werde in Lüneburg keine Raucherpolizei geben. Das Ordnungsamt greife erst bei konkreten Hinweisen und Anzeigen ein.

Die Kommunen haben Recht. Es ist eine Unverschämtheit der Bundesländer, den Kommunen diese Aufgabe, die viel Ärger verspricht, aufzuhalsen, ohne die dafür notwendigen Kosten zu tragen. Ich gehe davon aus, daß die meisten Kommunen sich dieser Aufgabe schlichtweg verweigern werden. So hat Paul Krause, der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, erklärt, die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes solle "über die Organe überwacht werden, die schon jetzt im Sinne des Gaststättengesetzes zuständig sind" (Quelle: "Raucher haben keine Chance mehr", in: Verlagsgruppe Kreiszeitung vom 7. Juli 2007).

Genauso unverschämt jedoch ist der Versuch des Lüneburger Oberbürgermeisters, den Schwarzen Peter an die Gastronomie weiterzureichen:
"Verantwortlich für die Einhaltung des Rauchverbots sind die Gastwirte. Bei Verstößen können sie von ihrem Hausrecht Gebrauch machen."
Hausverbote erteilen können wir schon, müssen wir aber nicht. Wir können stattdessen zum Telefon greifen und mal schauen, ob um Mitternacht noch jemand im Amte sitzt, der Schwarzer Peter spielen möchte.

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Hitler ist Scheisse.

Daß Dikatoren, wenn sie nur weit genug weg ihr Unwesen treiben, bei einfältigen Zeitgenossen beliebt sein können, weiß man nicht erst seitdem Oskar Lafontaine Hugo Chavez und Edmond Stoiber Wladimir Putin in den Arsch kriechen. Auch eine zeitliche Distanz zu Massenmorden ist der Bereitschaft förderlich, die Opfer zu vergessen und mit den Mördern zu sympathisieren.

So wird Adolf Hitler als Marke für Weine verwendet. Wobei man dem Weinhändler Alessandro Lunardelli historische Kenntnisse nicht absprechen kann, denn er vermarktet auch Stalin und Mussolini.

In Asien - also weit genug weg - nutzen Gastronomen den Bekanntheitsgrad Adolf Hitlers, um ihre Klitschen bekannt zu machen. 2006 wurde in Mumbai (früher Bombay genannt) die Gaststätte "Hitlers' Cross" eröffnet, die als Bildbestandteil ihres Logos gar ein Hakenkreuz verwendet:
"When Hitler’s Cross restaurant opened in a Mumbai suburb Sunday, local politicians and movie industry types were on hand to celebrate beneath the posters of the Nazi leader and swastikas."
Der Aufschrei in den indischen Medien hielt sich in Grenzen, denn das Hakenkreuz ist ein Indien verbreitetes, positiv besetztes Symbol, war aber groß genug, den Betreiber zu einer Namensänderung zu motivieren.

In Busan, Südkorea, wurde eine Techno-Bar "Hitler" genannt. Der Betreiber erläuterte warum:
"I wanted to design a beer bar with something shocking that would attract the young generation. Beer got me thinking about Germany (the home of beer) which made me think of Hitler.

….he is no different than Alexander the Great or Gengis Khan. They were all conquerors who killed many people and they are all ‘big men’ in the sense of their notoriety living on long after they died."
Auch in Südkorea gab es Ärger. Der Betrieb wurde deswegen zuerst in "Ditler" und dann in "Ceasar" umbenannt.

Diese und weitere Beispiele finden sich in dem Artikel "Dining With Hitler In Asia: Hitler-themed Bars & Restaurants", in: Who sucks vom 21. Juli 2007, auf den mich Simon Hengel netterweise aufmerksam gemacht hat.

Mehr zum Thema Namenswahl:

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Die Stadt Reutlingen weigert sich, das Rauchverbot in der Gastronomie zu kontrollieren.

In Baden-Württemberg wird das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie zum 1. August 2007 eingeführt. Die Stadt Reutlingen weigert sich, die Einhaltung in den Gaststätten zu kontrollieren: "'Es wird keine Jagd auf Raucher geben'".

Albert Keppler, der stellvertretender Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, hat nach dieser Meldung gesagt, eingehende Anzeigen würden bearbeitet, es gäbe jedoch keine Raucher-Streifen in den Gaststätten (damit meint er wohl Teams von Mitarbeitern des Ordnungsamtes). Es werde keine Jagd auf Raucher geben.

Dazu muss man wissen, daß eine Bearbeitung eingehender Anzeigen, etwa von krakelenden Nichtraucherfanatikern, in der Regel nicht zu einem Bussgeld führen wird, weil gerichtsverwertbar festgestellt werden müssste,
  • wer
  • wann
  • wo
  • geraucht
hat. Um einen Gast mit ladungsfähiger Adresse bezeichnen zu können, muß man ihn kennen? Doch wer zeigt Freunde und Bekannt an. Und Prominente sind in den meisten Kommunen sakrosankt. Außerdem müßte man, der Beschuldigte darf ja lügen, nachweisen können, daß diese Person geraucht hat. Es genügt nicht, daß er Zigaretten oder andere Tabakwaren mit sich führt oder anzündet. Er muß inhalieren.

Um einen Gastronomen so anzuzeigen, daß es zu einem Bußgeld kommt, müßte man wissen bzw. nachweisen
  • wer gearbeitet hat. Zwar läßt sich behördlicherseits durchaus ermitteln, wer an einem bestimmten Tag in einer Gaststätte gearbeitet hat. Doch der Aufwand wäre angesichts der geringen Höhe des zu erwartenden Bußgeldes viel zu groß.
  • daß derjenige bemerkt hat, daß geraucht worden ist. Gastronomen und ihre Mitarbeiter konzentrieren sich in vollen Kneipen darauf, ihre Gäste zu bewirten. Sie haben einfach weder Zeit noch Blick für Unsinn.
  • daß er nicht die Polizei oder das Ordnungsamt anzurufen versucht hat. Eine Entschuldigung des Beschuldigten, selbst wenn es eine Lüge ist, er habe beim zuständigen Ordnungsamt angerufen, dort aber niemand erreicht (Öffnungszeiten!), wird man kaum widerlegen können.

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Donnerstag, Juli 26, 2007

DGB entdeckt Selbstaendige als Beitragszahler.

Der DGB Bundesvorstand tagt zusammen mit der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am 6. September 2007 in Berlin. Laut dem Programm (PDF) zum Thema "Prekäre Beschäftigung - Herausforderungen für Gewerkschaften und Politik" sorgt man sich auch um Selbstständige, die "kein ausreichendes Einkommen" erzielen.

Ausgerechnet Gunter Haake, Öffentlichkeitsreferent des Internationalen Bundes, traut sich zum Thema "Angebote für Selbstständige in ver.di" zu sprechen. Über diesen Arbeitgeber schreibt Wikipedia:
"Dabei ist die Tendenz zu beobachten, dass der IB zunehmend arbeitsrechtlich nicht geschützte und gering bezahlte sogenannte freie Mitarbeiter beschäftigt und festangestellte Mitarbeiter durch solche auch Honorarkräfte genannte Mitarbeiter ersetzt. In Nordrhein-Westfalen kündigte der IB so 2004 / 2005 beispielsweise 200 festangestellte Mitarbeiter. Diese, vor allem Lehrer, werden teilweise durch tariflich nicht geschützte freie Mitarbeiter ersetzt."
So bescheuert können Selbständige gar nicht sein, sich ausgerechnet von Gewerkschaftsfunktionären vertreten zu lassen.

10 Jahre Marktplatz Hotel / CHD Expert: ueœber 4 Millionen Datensaetze im Ausser-Haus-Markt.

Hamburg, 26. Juli 2007. Wussten Sie, dass Kaffeespezialitäten wie Cappuccino (84,8%), Espresso (75,8%) und Latte Macchiato (63,5%) in der Hotellerie und Gastronomie zu den beliebtesten Heißgetränken gehören? Filterkaffee (60,4%) ist in der Hitliste erst auf Rang 4 zu finden.

Wussten Sie, dass Geschäftsreisende in 92 Prozent der deutschen Hotels, also nahezu flächendeckend, mit Kreditkarten bezahlen können? Dagegen ist die Kreditkarten-Akzeptanz in der gehobenen Gastronomie noch ausbaufähig: In nur rund 75 Prozent der Restaurants (Gastronomie mit Bedienservice) in deutschen Großstädten wird Plastikgeld angenommen.

Wussten Sie, dass jeder siebte bzw. zehnte Wirt von Kneipen und Pubs (getränkeorientierte Gastronomie) den Vorrat an Spirituosen und Sekt gern auch im Supermarkt (13,4% bzw. 14,5%) einkauft? Beim Einkauf von hochwertigen Alkoholika liegen sogar Discounter mit 8,5 Prozent in der Gunst der Wirte hoch.

Wussten Sie, dass jede vierte Hotelbuchung aus dem Internet kommt? Wichtigstes Reservierungssystem für Drei- bis Fünf-Sterne-Hotels (ab 50 Betten) ist zu über 64 Prozent HRS.de.

Als führende Quelle für alle Daten aus dem sogenannten Außer-Haus-Markt gilt Marktplatz Hotel / CHD Expert. Das norddeutsche Unternehmen wurde vor zehn Jahren gegründet und präsentierte sich erstmals zur Gastronomie-Fachmesse €žInternorga€œ 1997 in Hamburg. Das Marktforschungsinstitut ist Teil der internationalen CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert wird in der Branche als Marktführer für Beschaffung, Bearbeitung und Analyse von Marktdaten im Außer Haus Markt bezeichnet und zählt namhafte Unternehmen u.a. aus der Lebensmittel- und Getränkebranche, Küchentechnik und Konsumgüterindustrie zu seinen Kunden.

Die Experten verfügen über eine Datenbank aller Betriebe des Außer-Haus-Marktes, vom Kiosk über Szenegastronomie bis zum Grandhotel - mit detaillierten Angaben zu allen einzelnen Betrieben.
"€žWir recherchieren, pflegen und aktualisieren mehr als 2,5 Millionen Adressen in Europa, davon rund 400.000 in Deutschland"œ
so Rolf W. Schmidt, Gründer und Geschätsführender Gesellschafter der Marktplatz Hotel GmbH, die seit 2002 zur gemeinsam gegründeten CHD Expert Group gehört.

Die Gruppe ist in fast allen europäischen Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten, seit Januar 2006 auch in Kanada und seit August 2006 in Chicago, um mit den USA auch den weltweit gröߟten Außer Haus Markt zu erobern sowie nahe bei den internationalen Groߟkunden wie Coca Cola, Sara Lee oder Kraft zu sein.

"€žDas Leistungsangebot für unsere Kunden ist breit gefächert und reicht von Adressdienstleistungen über Datamining und Marktforschung bis zu Dialogmarketing und Kundenbindungsprogrammen“, so Schmidt. Die Kundenliste ist eindrucksvoll und reicht von American Express, Barilla, Bonduelle, Carlsberg und Danone bis zu TetraPak, Unilever, Warsteiner und WMF.
"žNur sehr wenige große Namen zählen noch nicht zu unseren Kunden jedoch früher oder später."
lässt Schmidt diese Aussage offen.

Mit der Gründung im Jahre 1997 war diese Entwicklung nicht abzusehen.
"€žSonst hätten wir sicher von Beginn an einen internationalen Namen für unser Unternehmen gewählt. Da uns der deutsche Markt jedoch unter Marktplatz Hotel kennt, haben wir den Namen erst einmal beibehalten"
erläutert Schmidt. Der Name stammt übrigens aus den frühen Anfängen, als man für die Zulieferindustrie eine Adressdatenbank der Hotellerie aufbaute, um wie auf einem Marktplatz die Marktteilnehmer zusammenzuführen.

Onlinedatenbank tophotelprojects.com


Welche neuen Hotels kommen national und international auf den Markt? Mit www.tophotelprojects.com behalten Zulieferer, Ausstatter und Berater stets den Überblick. Die Onlinedatenbank von Marktplatz Hotel / CHD Expert bietet aktuell über 1.100 Neubauprojekte der Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie in allen wichtigen Hotelmärkten weltweit. Die komplexe Datenbank ist seit gerade einmal zwei Jahren auf dem Markt und wird kontinuierlich ausgebaut sowie die Auswahlmöglichkeiten stä¤ndig optimiert. Durch intensive Recherche kommen monatlich zahlreiche neue Hotelprojekte hinzu.
"€žWir bieten die Detaildaten aller wichtigen Projekte der Tophotellerie zur bequemen Onlineabfrage rund um die Uhr"
sagt Andreas Rohde, Salesmanager tophotelprojects.com. Die Abfrage der Daten ist per Flatrate möglich: Deutschland (aktuell über 260 Projekte) für 750 Euro/Jahr, Europa (rund 400 Projekte) für 1.500 Euro/Jahr, Weltweit (über 1.100 Projekte) für 2.500 Euro/Jahr.
"€žBei der Recherche achten wir stets auf die Authentizität der Quellen"
so Rohde. Bei allen Datenerhebungen wird ein streng gefasster Kriterien- und Recherchekatalog eingehalten. Laufend wird global in Fachzeitschriften, Internetportalen, Baudatenbanken und weiteren Quellen nach neuen Hotelprojekten recherchiert. Durch das internationale Firmennetzwerk der CHD Expert Group – es bestehen Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada – werden monatlich alle wichtigen Daten geplanter und neuer Vier- und Fünf-Sterne-Hotels aufgezeichnet. Die Datensätze umfassen neben Betreiber und Ketten- oder Gruppenzugehörigkeit auch wichtige Hintergrundinformationen wie Architekten und Baupartner – alles mit vollständiger Adresse und Ansprechpartner.

ܜber den Außer-Haus-Markt

Der Auߟer-Haus-Markt (alle ܜbernachtungs- und Verpflegungsleistungen, die Menschen außerhalb ihrer eigenen Wohnung in Anspruch nehmen) zählt zu den wenigen globalen Wachstumsmärkten. Allein in Europa werden hier pro Jahr mehr als 500 Milliarden Euro ausgegeben, mit rund 1.500 Euro pro Einwohner und Jahr etwa 30 Prozent aller Gesamtausgaben für Essen und Trinken. In den USA liegt die Quote des Auߟer-Haus-Verzehrs bereits bei über 50 Prozent; dieser Wert wird für die nächsten Jahre auch in Europa erwartet. Aus diesem Grund richten fast alle internationalen Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie mehr und mehr ihren Fokus auf diesen dynamischen Markt. Da jedoch die Strukturen und Prozesse vielfach anders sind als im klassischen Groߟ- und Einzelhandel, benötigen diese Unternehmen spezialisierte und professionelle Unterstützung in der Analyse und Bearbeitung des Außer Haus Marktes.

Quelle: Pressemitteilung von CDH Expert).

Rauchverbot in Thueringen: Gastronomen sollen genoetigt werden, Hausverbote zu erteilen.

Der Freie Rundfunk Erfurt International hat zum geplanten Rauchverbot in Thüringen Dirk Illinger, Geschäftsführer der DEHOGA Thüringen, befragt: "Rauchverbot auf dem Weg".

Wenn der Gesetzgeber sage, es sei mit temporären Umsatzeinbussen zu rechnen, sei dies ein lapidarer Satz. Das werde Existenzen bedrohen und auch Existenzen kosten, wo viele keine Raucherräume schaffen können. Wer nur einen Gastraum habe oder Mieter in einem Objekt sei, könne nicht einfach mal eine Wand einziehen oder umbauen.

Auch die Formulierung in der Gesetzesbegründung, ein Gastronom könne ein Rauchverbot in seinem Betrieb umsetzen und müsse notfalls ein Hausverbot erteilen, biete keine Lösung.
"Wie soll so etwas in der Praxis funktionieren? Oder sollen Andere Gäste den Wirt anzeigen oder den Mitarbeiter des Wirtes? Das sind Dinge, die auch einmal pragmatisch gesehen werden. Ich denke, das wird nicht funktionieren."
Das denke ich auch:
  • Eine Strafverfolgung wegen Hausfriedensbruchs scheidet nach Paragraph 123 des Strafgesetzbuches aus, wenn der Gastronom keinen Antrag auf Strafverfolgung stellt. Anders ausgedrückt: Der Gesetzgeber kann evtl. den Gastronomen nötigen, ein Hausverbot auszusprechen, aber er kann ihn nicht zwingen, einen Strafantrag zu stellen.
  • Da der Gastronom das Hausverbot nicht ernst meint, sondern es nur ausspricht, um sich selbst einem Ordnungswidrigkeitsverfahren zu entziehen, ist er nicht einmal berechtigt, einen Strafantrag zu stellen: Der rauchende Gast hat nicht den Hausfrieden gebrochen, solange der Hausherr im Grunde seines Herzens nichts dagegen hat, wenn er raucht. Den Hausfrieden bricht vielmehr der Staat, der sich anmaßt, darüber zu entscheiden, was im Hause des Gastronomen vorgeht, und den Willen des Hausherrn zu beugen versucht.
  • Wenn der Gesetzgeber Gastronomen dazu zwingen will, Gästen ein Hausverbot zu erteilen, maßt er sich selbst das Hausrecht an. Wenn der Staat Hausherr spielen will, soll er den selbständigen Gastronomen ihre Betriebe abkaufen, die Gastronomen und ihre Mitarbeiter in den öffentlichen Dienst einstellen und fürderhin die Verluste tragen, wenn wir dann auch mal Sesselfurzer spielen.

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Mittwoch, Juli 25, 2007

Rauchverbot: Gesetzliche Situation in den Bundeslaendern.

British American Tobacco bietet auf ihrer Website Informationen zum Thema "Rauchverbot - Herausforderungen für Ihre Gastronomie". Auch wenn man sich eher defensiv positioniert und insbesondere Out-Door-Bereiche propagiert, ist die Übersicht "Gesetzliche Situation in den einzelnen Bundesländern" zum Stand der Gesetzgebung nützlich, wenn auch etwas grob.

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Rauchverbot in Brandenburg: Pflichten der Gastronomen bleiben vage.

Der Entwurf des Gesetzes zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in der Öffentlichkeit für das Land Brandenburg wurde am 17. Juli 2007 veröffentlicht.

Zur Frage, wie ein Gastronom das gesetzliche Rauchverbot in seinem Betrieb durchsetzen soll, bleibt der Entwurf abstrakt und vage:
"Soweit den Verantwortlichen nach Satz 1 ein Verstoß gegen das Rauchverbot bekannt wird, haben sie unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um ein Andauern des Verstoßes und weitere Verstöße zu verhindern."
Was sind denn nun "erforderliche Maßnahmen"? Meines Erachtens ist die einzig notwendige und hinreichende Maßnahme, eine Polizeidienststelle zu alarmieren. Die Zuständigkeit wird nach diesem Entwurf zwar den Kommunen zugewiesen, doch Stadtverwaltungen sind in der Regel, wenn gastromische Betriebe brummen, nicht erreichbar. Es wäre aber zu fragen, ob es als erforderliche Maßnahme genügt, zu versuchen, die Stadtverwaltung außerhalb der Büroöffnungszeiten anzurufen, auch wenn dort keiner mehr in seinen Sessel furzt. Man sollte, falls man jemanden anruft, der nicht erreichbar ist und auch keinen Anrufbeantworter geschaltet hat, ein Protokoll erstellen, in dem vermerkt ist, welche Nummer wann angerufen worden ist. Angesichts der vielen rauchenden Gäste empfiehlt sich eine Liste.

Weiter wäre zu fragen, ob man verpflichtet ist, eine nicht besetzte Stadtverwaltung immer und immer wieder anzurufen, oder ob es genügt den Zeitpunkt festzuhalten, zu dem man angerufen hätte, wenn dort jemand rangehen würde.

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Chili con carne.

Pepperworld, ein Online-Händler für scharfe Saucen und mehr, verrät das Wichtigste über "Chili con Carne - Mehr als nur ein Gericht". Dazu gehören auch einige Rezepte.

Sonntag, Juli 22, 2007

DEHOGA Baden-Wurttemberg will gegen das Rauchverbot klagen oder auch nicht.

Der Landesverband Baden-Württemberg des DEHOGA erwäge rechtliche Schritte gegen das geplante Rauchverbot: "Streitpunkt: Nichtraucherschutz", in: Stuttgarter Nachrichten vom 22. Juli 2007.

Öffentlich anzukündigen, man werde eventuell klagen, ist ziemlich dumm:
  • Man sollte, bevor man eine dicke Lippe riskiert, prüfen, ob eine Klage Erfolg versprich. Wenn ja, sollte man klagen statt darüber zu schwätzen.
  • Wer hinausposaunt, man überlege zu klagen, riskiert, dass man mit einer späteren Unterlassung einer Klage indirekt zugibt, man sei im Unrecht.
  • Die vage Aussicht auf eine Klage lähmt den Widerstand der Mitglieder.

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Minnies, Chicago.

Speisekarten im Internet so aufzubereiten, daß beim Überfahren der einzelnen Produkte mit der Maus ein Bild des jeweiligen Produkts angezeigt wird, wird wenig genutzt. Ein Beispiel ist die Speisekarte des Restaurants "Minnies" in Chicago, wo man sich der Technik einer verweissensiblen Graphik (Imagemap) in Verbindung mit dem Eventhandler OnMouseOver bedient.

Konzeptionell setzen die amerikanischen Kollegen auf miniaturisierte Speisen. Ein Hamburger wird nicht etwa nur geviertelt, sondern es wird ein kompletter, aber verkleinerte Hamburger angeboten.

Kleine Portionen an sich kennt man auch von Tapas, Sushis oder Flying Buffets. Siehe dazu auch meinen Beitrag über "Portionsgroessen-Variationen".

Die Idee, Speisen zu miniaturisieren, stammt von der Mutter des Gründers Jonathan Segal. 1975 bereitete sie für die Gäste des 6. Geburtstags des späteren Gründers Miniatur-Cheeseburger zu. Das Geburtstagskind wollte eigentlich einen normalgroßen, richtigen Cheeseburger. Doch seine Mutter dachte, der sei zu groß für ihn und seine Gäste. Die Miniatur-Cheeseburger wurden ein Hit auch auf den folgenden Geburtstagsfeiern.

14 Jahre später führte Jonathan die Mini-Cheeseburger auf der Speisekarte des Restaurants "P.J. Clarke’s" in Chikago. 1997 machte er daraus ein eigenständiges Restaurantkonzept. Mittlerweile hat er die Marken "minnie", "minnies", "minnieburger", "skinny minnies", "minnie freeze" und andere als US-Handelsmarken schützen lassen.

Miniaturisierte Speisen eignen sich als Finger Food auch gut für das Catering. Wer möchte etwa auf einem Stehempfang einen großen Burger verdrücken und sich damit bekleckern oder allzu weit das Maul aufreißen?

Mehr über das Konzept von "Minnies": Küchenorganisatorisch, aber auch von den Personalkosten her gesehen, sind Miniaturspeisen eine gewisse Herausforderung. Sie schreien nach wohlüberlegten, effizienten Arbeitsschritten und Serienfertigung. Denken Sie nur an die stark steigenden Kosten der Reinigung, wenn man Miniaturgebinde einsetzt. Dabei tut sich ein Restaurant in Chikago mit seinem hohen Preisniveau, wo man 4 Dollar für eine Miniaturportion Chili con carne verlangen kann, leichter als wir in Deutschland. Im "Minnies" kosten Miniatur-Sandwiches nach Stückzahl gestaffelt: drei für 8,75 Dollar, sechs für 16,50 Dollar, zwölf kosten 32 Dollar.

Andererseits kann man mit einer Produktgröße sowohl Kinder, Erwachsene, Senioren, Männer und Frauen, Gäste mit großem Hunger und kleinem Appetit verpflegen, indem man ihnen einfach eine Mengenvariation erlaubt.

Auch wenn man seinen Betrieb nicht komplett auf Miniaturen umstellt, kann man sich überlegen, Miniportionen gelegentlich anzubieten, z.B. für Kinder oder außerhalb der Hauptessenszeiten. Vieleicht kann man um Mitternacht kaum noch ganze Portionen Chili verkaufen, wohingegen bei Miniportionen der eine oder andere Gast noch einmal bestellen würde.

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Freitag, Juli 20, 2007

"Der Anteil der beanstandeten Proben ist damit seit 2002 praktisch gleich geblieben."

Unter Bezugnahme auf die Aussage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, mehr als jede siebte Lebensmittelprobe sei beanstandet worden, begründet Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuß und Gaststätten seine Forderung, nach mehr Lebensmittelkontrollen im Gastgewerbe: "Gewerkschaft NGG fordert schärfere Kontrolle von Gaststätten", in: Greenpeace Magaazin vom 20. Juli 2007.

Dies ist ein schönes Beispiel für Demagogie. Verschwiegen wird, daß Lebensmittelproben in der Gastronomie nicht repräsentativ sind. Sie werden in der Regel nur dann gezogen, wenn ein Verdacht auf Lebensmittelvergiftung besteht. Sie haben auch die Funktion nachzuweisen, daß die Vermutung, ein Gast habe sich eine Lebensmittelvergiftung in einem gastronomischen Betrieb geholt, widerlegt werden kann. Man könnte das Ergebnis auch so interpretieren, daß in 85% der Fälle ein gegenüber der Gastronomie geäußerter Verdacht nicht berechtigt gewesen ist. Zudem wurde bei knapp der Hälfte der beanstandeten Proben die Kennzeichnung und Aufmachung reklamiert. Anders ausgedrückt: das Produkt an sich war in Ordnung.

Eine Ausweitung des Personals der Lebensmittelüberwachung wäre nur gerechtfertigt, wenn den Verdachtsfällen nicht schnell und gründlich nachgegangen werden könnte. Doch dafür gibt es keinen Beleg.

Noch pointierter formuliert: Lebensmittelvergiftungen sind in Mitteleuropa im Grunde überhaupt kein Problem. Wenn überhaupt, ist es ein Bildungsproblem. Unsere Großeltern waren noch damit vertraut, daß man Lebensmittel vernünftig lagern muß und wußten, wie man das macht. In den Schulen heutzutage wird dieses Wissen, wenn überhaupt, ganz abstrakt vermittelt. Deshalb verderben sich ab und zu ein paar Ignoranten die Mägen. Learning by Kotzen.

Die Details der reißerischen Pressemitteilung des BVL, mit der er sein Budget rechtfertigen will:

Lebensmittelüberwachung der Länder beanstandet 138.000 Betriebe

Jahresbericht Lebensmittelüberwachung 2006: Mängel bei Hygiene und Kennzeichnung bleiben auf Vorjahresniveau


Fast jeder vierte überprüfte Betrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft ist im Jahr 2006 bei Lebensmittelkontrollen aufgefallen. Rund zwölf Prozent der kontrollierten Betriebe verstießen gegen Hygienebestimmungen, Vier Prozent hatten ihre Produkte mangelhaft gekennzeichnet oder irreführend beworben oder verpackt. Die betrieblichen Eigenkontrollen wurden in rund fünf Prozent der Betriebe beanstandet. Dies ist das Ergebnis des "Jahresberichts Lebensmittelüberwachung 2006", den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Basis der Kontrollergebnisse der Bundesländer zusammengestellt hat, die für die Lebensmittelüberwachung zuständig sind. Das BVL informiert mit dem Bericht die Europäische Kommission über die Aktivitäten der Lebensmittelüberwachungsbehörden.

Die Überwachungsbehörden in den Ländern führten 2006 insgesamt 1.067.330 Kontrollen in 590.010 Betrieben durch. Dabei wurde die Hälfte aller Betriebe kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten, handeln, lagern und transportieren sowie verkaufen. In den vergangenen fünf Jahren ging die Zahl der Kontrollbesuche um insgesamt rund zehn Prozent zurück.

Neben der Kontrolle von Betrieben nehmen die Untersuchungsbehörden der Länder auch Lebensmittelproben. Von den im vergangenen Jahr untersuchten 407.815 Proben wurden durchschnittlich 15,2 Prozent beanstandet. Der Anteil der beanstandeten Proben ist damit seit 2002 praktisch gleich geblieben. Mit über 21 Prozent der untersuchten Proben wiesen Fleisch, Wild, Geflügel und Wurst die höchste Beanstandungsquote auf. Auch Süßwaren, Honig und Zucker waren mit rund 20 Prozent häufig zu beanstanden. Deutlich verbessert hat sich gegenüber dem Vorjahr die Beanstandungsquote von Eis und Desserts, die um über fünf Prozent auf 16 Prozent sank. Nur rund zehn Prozent der untersuchten Obst- und Gemüseproben und rund zehn Prozent der Proben von Schokolade, Kakao, kakaohaltigen Erzeugnissen, Kaffee und Tee wurden beanstandet.

Etwa die Hälfte der Beanstandungen durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden ging auf falsche, mangelhafte oder irreführende Kennzeichnung bzw. Aufmachung von Lebensmitteln zurück. Beispiele hierfür sind ein fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Mogelpackungen, die eine größere Füllmenge vortäuschen. Fast jede sechste beanstandete Probe war verdorben oder enthielt in Ausnahmefällen krankheitserregende Keime. Elf Prozent der beanstandeten Proben wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel, Kontaminanten wie Acrylamid oder Fremdkörper wie Sand oder Glassplitter auf. In 16 Prozent der beanstandeten Proben entsprach die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht den Vorschriften. Hierunter fällt zum Beispiel die Verwendung von Schweinefleisch für ein Wiener Schnitzel, das aus Kalbfleisch bestehen muss.

Ins Europäische Schnellwarnsystem wurden Proben gemeldet, bei denen Höchstgehalt unerwünschter Stoffe überschritten wurden oder von denen ein ernstes Risiko für die menschliche Gesundheit ausging. Soweit möglich wurden diese Lebensmittel vom Handel zurückgezogen oder die Verbraucher wurden durch einen Rückruf informiert. Die Auswahl der Betriebe und Proben erfolgt EU-weit nach einheitlichen Grundsätzen und ist vor allem auf Betriebe und Lebensmittel gerichtet, von denen ein erhöhtes Risiken für den Verbraucher ausgehen kann. Aus der Zahl der Beanstandungen kann daher nicht auf die generelle Sicherheit der Lebensmittel und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen durch alle Betriebe in Deutschland geschlossen werden.

(Quelle: Pressemitteilung des BLV).

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Keine gesonderten Kontrollen des Rauchverbots durch das Ordnungsamt Gifhorn.

Die Stadt Gifhorn wird das geplante Rauchverbot in der Gastronomie nicht gesondert kontrollieren. Das Ordnungsamt werde dies "im Zuge der normalen Überprüfungen mit kontrollieren": "'Das haben auch andere überstanden'", in: Newsclick.de vom 20. Juli 2007.

Für Branchenfremde will ich klarstellen, was dies bedeutet:
  • Das technische Gewerbeaufsichtsamt wird nur tätig, wenn ein Arbeitsunfall geschieht, bei dem jemand ums Leben kommt oder wenn anhand der Unfallmeldung, die der Gastronom erstellt, Hinweise auf ungewöhnliche Gefährdungspotentiale erkennbar ist. Ansonsten bemühen sich die Aussendienstmitarbeiter der technischen Gewerbeaufsichtsämter möglichst alle zehn Jahre einmal vorbeizuschauen. Wir wurden z.B. 2006 besucht und davor 1998.
  • Das Ordungsamt als Konzessionierungsbehörde schaut sich Betriebe nur an, wenn sie neu konzessioniert werden oder bestehende Konzessionen geändert werden sollen (Nutzungsartänderung, Raumausweitung).
  • Die Lebensmittelaufsicht (mit regional unterschiedlichen Bezeichnungen, etwa auch Wirtschaftskontrolldienst) wird tätig, wenn Beschwerden eingehen oder wenn sie direkt oder indirekt über das Gesundheitsamt von einer Lebensmittelvergiftung erfahren, die angeblich mit dem Verzehr von Speisen in diesem Betrieb zusammenhängt (was sich in den meisten Fällen als falsch heraustellt. Die Hygieneverhältnisse in den privaten Haushalten sind um ein Vielfaches schlechter als in Gaststätten). Dann wird aber in der Regel lediglich eine Probe gezogen von dem Produkt oder den Zutaten, die angeblich die Lebensmittelvergiftung verursacht haben. Ansonsten bemüht sich die Lebensmittelaufsicht, wenigstens einmal pro Jahr vorbeizuschauen. Bei Gastronomen, denen sie vertrauen, besteht der Besuch aus einem kurzen Rundgang und dem Austausch von Höflichkeitsformeln (sagen wir mal insgesamt 15 bis 30 Minuten) Sie kennen ihre Pappenheimer und konzentrieren sich vernünftiger auf die wenigen Betriebe und Betreiber, bei denen es mit der Hygiene hapert.
Anders formuliert: eine Kontrolle des Rauchverbots findet in Gifhorn - und vermutlich auch anderswo - praktisch nicht statt.

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Mittwoch, Juli 18, 2007

Rauchverbot in Baden-Württemberg: Verwirrung auf allen Instanzen.

Der Artikel "Rauchverbot stiftet Verwirrung", in: Südkurier vom 18. Juli 2007, berichtet über die Erfahrungen einer Antiraucher-Initiative in Villingen-Schwenningen. Die Gruppe hat sich bei einer Kollegin getroffen. Die Gastwirtin bekommt mit, daß die Gruppe sch über das Rauchverbot unterhält, mischt sich ein und machte deutlich, dass sie bisher noch nichts Offizielles gehört habe. Sie werden erst etwas unternehmen, wenn sie vom zuständigen Amt informiert wird. Die Gruppe gibt sich damit nicht zufrieden und fragt beim Amt für öffentliche Ordnung der Stadt nach:
"Mit dem Nichtraucherschutzgesetz habe die Kommune wirklich nichts zu schaffen, immerhin sei es ja ein Landesgesetz. Eine kommunale Aufforderung an die Wirte der Stadt erübrige sich also. Und außerdem, das Gesetz sei ja noch nicht mal beschlossen, wozu also die Aufregung."
Das Sozialministerium des Landes erklärt auf Nachfrage, wer ab dem 1. August in einer Kneipe ohne Raucherzimmer zum Glimmstängel greife, begehe eine Ordnungswidrigkeit, ähnlich wie beim Nichtanlegen des Gurtes beim Autofahren. Wenn sich ein Gast durch den Qualm gestört fühlt, könne er den Raucher anzeigen. Es droht dann ein Bußgeld zwischen immerhin 40 und 150 Euro. Man könne aber auch den Wirt zur Verantwortung ziehen, denn der sei für die Umsetzung des Gesetzes in seinen Räumen zuständig. Die kommunale Gaststättenbehörde könne gegen den Wirt eine Verwarnung aussprechen, in letzter Konsequenz gar die Konzession entziehen. Dies sei ähnlich wie beim Ausschank von Alkohol an deutlich alkoholisierte Personen. Aber so ganz klar sei es noch nicht, wie mit dem Gesetz umgegangen werden wird.

Dazu möchte ich anmerken:
  • Der Vergleich mit dem verbotenen Ausschenken von Alkhohol an Jugendliche hinkt. Ausschenken ist eine aktive Handlung und damit einfach beweisbar. Allenfalls ist es schwierig, zu beweisen, daß der Gastronom hat erkennen können oder hätte ahnen müssen, daß es sich um einen Jugendlichen gehandelt hat.

    Beim Rauchverbot hingegen wird den Gastronomen auferlegt, es gegenüber ihren Gästen durchsetzen. Strafbar ist ein Unterlassen, ein Nichthandeln, ein Nichtergreifen von Maßnahmen, die geeignet sind, den Verstoß des Gastes gegen das Rauchverbot zu verhindern oder abzubrechen.

    Gastronomen dürfen aber keine unmittelbare Gewalt anwenden, z.B. ihre Gäste mit der Androhung von Schlägen oder einer Exekution nötigen, das Lokal zu verlassen. Sie können nur darum bitten, nicht mehr im Innern zu rauchen, ein Hausverbot erteilen, wenn sie so blöde sind, ihre rechtschaffenen Gäste zu verärgern, oder die Polizei alarmieren, mit der Bitte das Rauchverbot mit unmittelbarer Gewalt durchzusetzen, notfalls mehrmals am Tage.

  • Auch der Vergleich mit dem Nichtanliegen eines Gurts beim Autofahren liegt schief. Ein Autofahrer hat sein eigenes Verhalten im Griff. Die Mitfahrer kann und muß er, wenn sie sich weigern, den Gurt anzulegen, notfalls bitten auszusteigen. Andernfalls muß er anhalten und sich weigern weiterzufahren, bis sie den Gurt angelegt haben.

    Ein Gastronom hat insoweit vergleichbar nur die Möglichkeit, sich zu weigern, einem rauchenden Gast auszuschenken. Ob er einem rauchenden Gast nichts mehr ausschenken darf, werden, weil die Nichtraucherschutzgesetze dies nicht regeln, vermutlich die Gerichte entscheiden.

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Rauchverbot und Spass dabei.

Einen Jux aus dem Rauchverbot in Großbritannien hat sich Reverend Anthony Carr gemacht. Er geht in eine Polizeiwachstube und raucht dort, um sich verhaften zu lassen. Die Polizei meint, sie sei nicht zuständig. "Schade", sagt er.

Dieses und noch mehr Beispiele über den teilweise phantasievollen Widerstand gegen das Rauchverbot in Europa im Stile der Spaßguerilla sammelt die Website Raucherbewegung.eu.

Ein Beispiel aus der Gastronomie:
"ab. 1. Juli - Im "King's Arms" Pub in Arundel (West Sussex) wurde entschieden, dass jeder Besucher gleich behandelt wird: Alle Nichtraucher werden von Wirt Charlie Malcolmson 10 Minuten pro Stunde vor die Tür gesetzt."

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Rauchverbot in Brandenburg faktisch erst ab Juli 2008.

Das in Brandenburg geplante gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie soll zwar formal zum 1. Januar 2008 in Kraft treten. Verstöße sollen aber erst ab dem 1. Juli 2008 mit Bußgeldern geahndet werden: "Strenges Rauchverbot in Brandenburg", in: Berliner Morgenpost vom 18. Juli 2007.

Daß ausgerechnet in einem Bundesland, das nicht einmal in der Lage ist, seine Bürger vor faschistischen Totschlägern zu schützen, ab 2009 Ressourcen der inneren Sicherheit dazu verschwendet werden sollen, rechtschaffene Bürger zu verfolgen, verstehe wer will.

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat sich bei der Abstimmung im Kabinett blamiert bis auf die Knochen. Er hat wider besseres Wissen dem Nichtraucherschutzgesetz zugestimmt: "Nichtraucherschutzgesetz beschlossen", in: Märkische Allgemeine vom 18. Juli 2007.

Noch am 16. März 2007 ließ er verkünden:
"Es müsse den Gastronomen überlassen werden, ihr Lokal als Nichtraucher- oder Rauchergaststätte zu kennzeichnen, sagte Junghanns am Freitag in Potsdam der Nachrichtenagentur ddp. Die Gäste könnten dann zwischen den Lokalen wählen."
(Quelle: "Junghanns: Gastronomen sollen über Rauchverbot entscheiden")

Daß diese Blockflöte die Gesinnung wechselt wie andere ihr Unterhemd, hat er in der Wendezeit bewiesen. Noch am 3. Juli 1989 verteidigt Junghanns die Mauer:
"Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden - ganz einfach, weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer an brauner Pest wuchert."
(Quelle: Wikipedia: "Ulrich Junghanns").

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Dienstag, Juli 17, 2007

Stiegl Holunder-Sommerweizen.

Die österreichische Brauerei Stiegl braut ein frisches Sommerbier: das Holunder-Sommerweizen. Alle Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Mit 12,2 Grad Stammwürze und einem Alkoholgehalt von 5,0 Vol. % ist das Holunder-Sommerweizen vollmundig und spritzig zugleich. Nähere Informationen von Stiegl.

Dieses Bier wurde von Stiegl bereits im letzten Jahr als Sommerbier vorgestellt. Mehr darüber und wie Sie, wenn Sie an dieses österreichische Bier nicht herankomemn, die Idee selbst mischen können aus Hollerblütenlimonade und Bier, verrate ich Ihnen in meinem Beitrag vom letzten Jahr: "Holunder-Sommerweizen"

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Rabatt-Wuerfel-Aktionen sind unlauterer Wettbewerb.

Im Beitrag "Mit variablen Getränkepreisen Gäste locken" habe ich auf eine Verkaufsförderungsaktion hingewiesen, bei der die Gäste durch Würfeln die Höhe eines Rabatts bestimmen oder auch ein Freigetränk usw. gewinnen können.

Die Kölnische Rundschau weist heute im Artikel "Rote Karte für Würfeln um Rabatte" auf ein neues, rechtskräftiges Urteil (Aktenzeichen: OLG Köln 6W 23 / 07, BGH I ZR 57 / 05) hin, in dem eine Rabatt-Würfeln-Aktion eines Baumarktes als unlauterer Wettbewerb gewertet wird. Diese Aktion habe gegen die Norm verstoßen, die Teilnahme an einem Gewinnspiel von einem verherigen Einkauf abhängig zu machen.

Nun bedeutet dieses Urteil nicht, daß wenn Sie ein Gewinnspiel dieser Art in Ihrem Betrieb durchführen, die Polizei einmarschiert und sie in Ketten in den Knast sperrt. Sie riskieren jedoch eine Abmahnung eines Wettbewerbers oder eines Vereins, der berechtigt ist, Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) abzumahnen. Vor allem, wenn Sie solche Aktionen bekannt machen und sie in Printmedien oder im Internet publizieren.

Gottseidank ist es in unserer Branche, anders als in bestimmten Segmenten des Einzelhandels wie Elektro, Textil und Bau- und Heimwerkermärkte, selten, daß man Kollegen abmahnt. Schließlich beschäftigen die wenigsten Gastronomen Arschlöcher mit bestandenem Juraexamen, die sich mit Schweinereien das Geld verdienen für ihre tägliche Nase. Und die wenigsten Gastronomen kennen sich selbst so gut mit dem UWG aus, um nicht selbst Gefahr zu laufen, fahrlässig dagegen zu verstoßen. Auch macht es keinen Sinn, unter Kollegen Kaskaden von wechselseitigen Abmahnungen anzuzetteln. Da besucht man den Kollegen besser und redet bei einem Bierchen darüber, daß er allzu aggressive Verkaufsförderungsaktionen, die eigene Stammgäste abziehen, bleiben lassen sollte.

Zulässig ist vermutlich eine Variante, bei der ein Gast sich einen Rabatt würfelt und erst danach bestellt, wenn er mag. Dabei kann man wohl auch die Auswahl der in Frage kommenden Produkte, für die man sich einen Rabatt erwürfeln kann, begrenzen. Dem Gast wäre dann freigestellt zu entscheiden, ob er den erwürfelten Rabatt in Anspruch nimmt oder nicht. Wenn man dann zugleich die Regel setzt, daß ein Gast z.B. pro Tag nur einmal am Würfelspiel teilnehmen darf, sollte diese Variante gesetzeskonform sein (ohne Gewähr).

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Keine Raucherhatz in Neukoelln.

Wie konnte ich eine solche Meldung bislang übersehen? "Rauchverbot wird in Neukölln nicht kontrolliert", in: Radio Berlin-Brandenburg vom 16. Juni 2007. Demnach hat der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), der "Anwalt der Neuköllner", gesagt:
"Die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes wird nicht kontrolliert."
Dann wird den Berliner Abgeordneten wohl nichts anderes übrig bleiben, als, wie von mir vorgeschlagen, ihre Ärsche zu heben und selbst zu kontrollieren.

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Versicherungen fuer Gruender im Gastgewerbe.

Die IHK Berlin hat ein knappes Merkblatt zu Versicherungen für Existenzgründerinnen und Existenzgründer (PDF) veröffentlicht, das sich aber nur als als Einstieg in die Frage, welche Versicherungen Gründer brauchen, eignet.

Welche Versicherungen brauchen Gründer im Gastgewerbe wirklich? Wenn man diese Frage beantworten will, ist zwischen den betrieblichen Versicherungen (z.B. so die Betriebshaftpflicht-Versicherung und die Betriebsunterbrechungsversicherung (BU), die Feuerversicherung, die Einbruchdiebstahlversicherung, die Glasbruchversicherung) und den persönlichen Versicherungen (z.B. Kranken- und Krankentagegeldversicherung, Pflegepflichtversicherung und private Berufsunfähigkeitsversicherung, Alterssicherung und freiwillige Versicherung gegen Arbeitslosigkeit für Selbständige) zu unterscheiden. Wobei es Überschneidungen gibt:
  • Ein Fahrzeug kann sowohl dem Betrieb zugeordnet sein oder dem privaten Haushalt des Gründers.
  • Unternehmer können sich gegen Unfälle privat versichern oder freiwillig bei der gesetzlichen Unfallversicherung (Träger: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten) oder sie sind möglicherweise auch als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gesetzlich zwangsversichert.
  • Bei der Haftpflichtversicherung bieten einige Tarife der betrieblichen Haftpflichtversicherung die Option auch Haftpflichtversicherungsschutz für den privaten Haushalt des Gastronomen mit zu versichern - eventuell preisgünstiger als wenn man sich eigenständig versichert.
Eigene Erfahrungen:
  • Versicherung der eigenen und angepachteten bzw. geleasten Sachen gegen Einbruch, Feuer, Leitungswasser, Hochwasser, Brand und Vandalismus nach einem Einbruch: Diese Versicherungen werden im Falle einer Anpachtung meistens von den Eigentümern (Verpächtern) vorgeschrieben. Dabei wird in der Regel die Versicherungssumme insgesamt festgelegt aber auch Höchstwerte für bestimmte Gegenstände, etwa Bargeld. Vergessen Sie bei diesen Sachversicherungen eingelagerte Gegenstände Dritter mitzuversichern, z.B. Gemälde oder Fotografien, wenn Sie in Ihrem Betrieb ausstellen. Nachträglich finden Sie dafür allein kaum noch eine bezahlbare Versicherung. Oder Sie drücken, wenn Sie Ausstellungen planen, das Risiko auf den Künstler ab. Andere Beispiele: Musikinstrumente und Anlagen von Musikern, die bei Ihnen auftreten.
  • Glasbruchversicherung: macht meines Erachtens nur einen Sinn, wenn im Schadensfalle große Kosten anfallen. Die Prämie ist zwar absolut gesehen niedrig, aber man kann den Schaden meistens "aus der Portokasse" tragen.
  • Eine betriebliche Rechtschutzversicherung: ist meines Erachtens von zweifelhaftem Wert, da viele Rechtsstreitigkeiten aus Verträgen nicht gedeckt sind.
  • Eine betriebliche Haftpflicht ist unbedingt erforderlich. In der Regel gibt es einen Mindestversicherungsumfang (meist nach gleichzeitig arbeitenden Mitarbeitern gerechnet). Vergessen Sie nicht Ihre Außer-Haus-Aktivitäten (Partyservice, Catering, Events) in den Versicherungsumfang einzuschließen.
  • Ob die betriebliche Haftpflicht auch eine Produkthaftpflicht mit umfassen sollte (also wenn jemand z.B. am Essen erkrankt oder gar stirbt), darüber läßt sich streiten. Die Prämie ist nicht gerade niedrig. Ob man sich versichern sollte, hängt aber auch von der Rechtsform ab (Haftungsbegrenzung) und davon, ob man Produkte anbietet, die besonders gefährlich sind (etwa rohen Fisch).
  • Versicherungen für betriebliche KFZ sind ohne in Form einer Kfz-Haftpflicht vorgeschrieben.
  • Eine Ausfallversicherung übernimmt die weiter laufenden Aufwendungen, etwa für Pacht, Nebenkosten, Löhne, wenn der Betrieb ausfällt, etwa vorübergehend geschlossen werden muss oder wenn nach einem Brand das Lokal neu erbaut werden muss. Ein Problem dabei sind die recht hohen Prämien. Außerdem darf man sich, wenn der Schadensfall eintritt, rumstreiten, was man als Leistung der Versicherung bekommt. Polemisch formuliert kann man sich vor die Alternative gestellt sehen, ohne Ausfallversicherung im Ereignisfalle Pleite zu gehen oder an den Prämien für diese Versicherung. Eine Rolle spielt neben der persönlichen Risikoneigung auch die Rechtsform ("beschränkte Haftung") und wie arm oder reich man ist. Einem armen Mann kann man nicht in die Tasche greifen und einem Reichen macht das nichts aus. Dumm ist man dran, wenn man ein mittleres Vermögen hat, das im Schadensfall draufgeht.
  • Wenn Sie mehrere Betriebe haben, sparen Sie viel Prämie bei der Feuerversichung, weil sich aus Sicht der Versicherung das Risiko erheblich mindert. Es werden kaum mehrere Betriebe gleichzeitig abfackeln.
Ein paar generelle Tips für den Umgang mit Versicherungen:
  • Holen Sie mehrere Angebote ein. Oder bedienen Sie sich eines Versicherungsberaters (den bezahlen Sie) oder eines Maklers (der lebt von Prämien, ist insoweit nicht objektiv, hat aber meist mehrere Versicherungen in seinem Angebotsspektrum).
  • Man sollte die Chance einer eingehenden Uberprüfung des Objekts durch einen kompetenten Sachversicherungsaussendienstler einer Versicherung nutzen. Es geht vor allem um eine Risikominderung, die sich dann auch in niedrigen Prämien niederschlagen sollte. Stichworte: Alarmanlage, Schlüsselanlage, Gitter vor den Fenstern usw.. Die Verwendung schwer entflammbarer Materialien ist zwar ohnehin vorgeschrieben, aber es finden sich in übernommenen Betrieben gelegentlich Ausrutscher. Alterantiv können Sie sich auch von der Polizei bzw. der Feuerwehr beraten lassen.
  • Füllen Sie den Versicherungsantrag selbst aus. Manche Versicherungsaußendienstler neigen dazu, die Daten zu schönen, um ihnen ein scheinbar preisgünstiges Angebot machen zu können. Tritt dann ein Schadensfall ein, wird man nachträglich die Leistung verweigern, weil sie falsche Angaben gemacht haben.
  • Die Prämien für Sachversicherungen unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung erheblich und sind auch im Zeitablauf sehr volatil. Sie sollten deshalb aktuelle Angebot einholen, mit einer Kündigungsmöglichkeit zum Jahresende abschließen und wenigstens alle paar Jahre neue Vergleichsangebote einholen.

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Warum trinken Frauen weniger Bier?

Der Bierpapst Conrad Seidl geht der Frage nach, warum von den Frauen nur jede Dritte mindestens ein Bier pro Woche trinkt: "Frauen schmecken anders, oder?", in: Der Standard vom 10. Juli 2007.

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Montag, Juli 16, 2007

Bionade attackiert vermeintliche Nachahmer.

Letzte Woche habe ich über Me-Toos von Bionade gepostet: "Nox". Gestern meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Bionade habe eine einstwillige Verfügung gegen die Discount-Kette Plus und das Frankfurter Brauhaus erwirkt, weil deren Produkt "Maltoade" dem Ostheimer Produkt verdächtig ähnele: "Bionade kämpft gegen die Nachahmer" von Thiemo Heeg.

Um keine Mißverständisse zu provozieren: Me-Toos sind legitim und die in meinem Beitrag angeführten Beispiele sind nach meinem Dafürhalten keine illegitimen Nachahmungen, sondern sie greifen den Trend auf zu weniger süßen Limonaden, zu Limonden mit neuen Geschmacksrichtungen, zu Limonaden für Erwachsene, zu Longneck-Flaschen aus weißem Glas und zu Bio-Drinks und entwickeln neue Produkte, die einen oder mehreren dieser Trends aufgreifen. Das ist Marktwirtschaft und gut so.

Ob "Maltonade", nach der Abbildung in der FAS zu schließen, ähnlich ist, würde ich subjektiv bezweifeln, auch wenn nach meiner Meinung Maltonade näher an Bionade dran zu sein scheint als die anderen von mir erwähnten Me-Toos. Eine Abbildung von Maltonade findet sich in der Online-Foto-Community Flickr.

Letztlich entscheiden über solche Fragen aber die Gerichte. Diese beauftragen meist Marktforschungsunternehmen oder auch Professuren wie z.B. Prof. Wimmer von der Universität Bamberg, die dann versuchen, herauszufinden, ob ein normaler, durchschnittlicher Konsument die Marke mit dem neuen Produkt verwechselt, ob der neue Wettbewerber die Marke des erfolgreichen Produktes ausbeutet oder nicht. Nicht immer ist der Kläger der Gute. Klagen sind manchmal auch ein Instrument des Wettbewerbs, um andere zu beschäftigen, einzuschüchtern und daran zu hindern, den Markt zu betreten. Eine erfolgreiche einstweilige Verfügung sagt zudem wenig darüber aus, wie ein Verfahren ausgeht.

Ich trinke Bionade mäßig aber regelmäßig. Maltonade habe ich noch nie zu Gesicht und in den Mund bekommen. Wir schenken in unserem Bamberger Café Abseits Bionade seit März 2003 ständig aus. Bereits davor, vor dem Relaunch von Bionade, haben wir es ausgeschenkt, es wurde dann aber von unserem Getränkefachgroßhändler ausgelistet, weil es niemand außer uns ausschenken wollte. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag "Bionade - keine geradlinige Erfolgsgeschichte".

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Deutsche Rentenversicherung nervt Gastronomen mit Forumular zur Abgabepflicht zur Kuenstlersozialversicherung.

Vielleicht haben Sie wie ich heute schon Post von der Deutschen Rentenversicherung bekommen. Es geht im Betreff um die
"Abgabepflicht nach §§ 24 und 25 Künstlerversicherungsgesetz (KSVG), hier: Auskunftspflicht gemäß § 29 KSVG."
Beigeheftet ist ein umfangreicher Fragebogen, den man innerhalb eines Monats nach Erhalt unterschrieben zurücksenden muß.

Im Mai habe ich Sie bereits auf ein Merkblatt der IHK zur die "Kuenstlersozialkasse: Abgabepflicht" hingewiesen, in dem auf den Übergang der Prüfung von der Künstlersozialkasse auf die Deutsche Rentenversicherug eingegangen wird.

In der Einleitung des heute eingegangenen Schreibens wird erwähnt,
"auf Grund Ihres Unternehmenszweckes bzw. ihrer Veröffentlichungen in den Medien haben sich Anhaltspunkte ergeben, daß für Sie die Verpflichtung zur Künstlersozialabgabe bestehen könnte."
Ich habe mich verwundert gefragt:
  • wird jede Gaststätte angeschrieben?
  • hat man bemerkt, daß ich Blogs, Websites, Newsletter und Bücher veröffentliche?
Die auskunftsfreudige Mitarbeiterin der Deutschen Rentenversicherung hat mir erzählt:
  • Ich sei nicht der erste Gastwirt, der verwundert angerufen habe. Man sei davon ausgegangen, daß größere Unternehmen Werbung machen und in diesem Zusammenhang evtl. Künstler beauftragen. Als Kriterium für die Größe habe man die Anzahl der in einem Vierjahreszeitraum beschäftigten Mitarbeiter gewählt und als Grenze 100. Nun erreicht, worauf ich hingewiesen habe, eine kleine Gaststätte wie z.B. unser Café Abseits in Bamberg, die viele Aushilfen beschäftigt, diese Grenze durchaus, auch wenn auf einen Zeitpunkt bezogen und umgerechnet auf Vollzeitmitarbeiter nur eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigt werden. Schließlich zählt auch jeder Mitarbeiter, den man z.B. in der Probezeit nach ein paar Stunden entläßt oder der nur einen einzigen Tag etwa bei einem Cateringauftrag oder Event aushilft, mit (zumindest wenn man gesetzestreu ihn anmeldet). Es wird vermutlich viele kleine Gastronomen geben, die sich den Kopf kratzen, wenn sie dieses Formular ausfüllen sollen.
  • Ich habe meine Vermutung in den Raum gestellt, daß die Aussenprüfer der Deutschen Rentenversicherung nicht besonders motiviert seien, die Frage einer Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung zu prüfen, zumal sie in der Regel nur einen Tag haben, bei kleinen Betrieben den Prüfungszeitraum von in der Regel drei Jahren zu prüfen. Mir wurde bestätigt, daß für die Außenprüfung der Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung nur durchschnittlich fünf Minuten vorgesehen sein.
  • Da die Deutsche Rentenversicherung keine Erfahrung in dieser Frage habe, seien sie geschult worden, u.a. anhand einer Sammlung von Gerichtsurteilen zur Frage der Abgabepflicht.
Abschließend äußerte ich meine Überzeugung, daß durch die Kompliziertheit dieser Regelung es wieder einmal darauf hinausläuft, daß die Dummen zahlen. Wer sich auskennt, gestaltet seine Verträge mit Künstlern so, daß eine Abgabepflicht entfällt. Wer sich jahrelang nicht darum gekümmert hat, muß eventuell zahlen, nur weil er sich ungeschickt ausgedrückt hat, obwohl er bei geschickter Formulierung nicht hätte zahlen müssen."

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Interaktive Salatbar.

Im Blog "Interaktive Salatbar" wird naiv der Frage nachgegangen, wie man eine Salatbar organisieren könnte. Mehr über die Hintergründe des Projekt und des Herausgebers verrät sein Kumpel: "Interaktive Salatbar in Berlin?", in: Thinkomat.

Nun könnte man als Gastronom fragen, was bringt es mir, wenn ich mir anschaue, was ein Mensch, der keine Ahnung von der Materie hat, zu sagen hat? Ich glaube, daß man als Gastronom durchaus einiges lernen kann, wenn man sich gastronomische Produkte und Dienstleistungen aus dem Blickwinkel und mit den Augen eines Außenseiters anschaut. Probieren Sie es einfach mal aus. Vielleicht möchten Sie Informationen beisteuern?

Der Unbekannte, der die "Interaktive Salatbar" herausgibt, ist, schreibt sein Kumpel, seit 8 Jahren erfolgreicher Unternehmer im Bereich der webbasierten Softwareentwicklung. Ich habe sogar ein wenig den Verdacht, daß es ihm weniger um eine wirkliche Gründung oder Entwicklung eines neuen Konzeptes einer Salatbar geht als darum, zu schauen, ob man Ideen im Dialog mit anderen mehr oder weniger unbekannten Menschen im Internet entwickeln kann.

Siehe auch das Projekt "Bar jeder Vernunft" von Tobi M. und die Speisekarten-Seite.de von Thorsten Sommer als weitere Beispiele für informationsreiche und interessante Websites von Branchenfremden. Die Speisekarten-Seite.de ist schlichtweg die beste Website zum Thema "Speisekarten". Die "Bar jeder Vernunft" steht noch am Anfang, wird aber vorzüglich, wenn Tobi M. bei seinem Existenzgründungsprojekt durchhält.

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Rauchverbot in Graubuenden: Das Volk darf entscheiden.

Der urige Kollege Theodor Wisniewski, ein Österreicher, der im historischen Dorfkern von Samedan (Engedin, Schweiz) sein Hotel-Restaurant "Hirschen" betreibt, hat so viele Unterschriften gesammelt, daß es für ein Referendum gegen das Rauchverbot in der Gastronomie Graubündens reicht. Am 25. November 2007 können die Bürger entscheiden: "Referendum gegen Rauchverbot kommt zustande", in: Nachrichten.ch vom 15. Juli 2007.

In Graubünden sollte am 1. September 2007 ein gesetzliches Rauchverbot in Kraft treten, daß den geplanten Rauchverboten in deutschen Bundesländern ähnelt: Rauchen sollte nur noch in Nebenzimmern erlaubt sein.

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Sonntag, Juli 15, 2007

Wein in der Gastronomie verkaufen.

Meines Wissens fehlt noch immer ein Blog, der sich dem besonderen Thema zuwendet, wie man Wein in der Gastronomie besser verkaufen kann. Wäre das nicht etwas für Sie?

Zu diesem Thema gibt es unter anderem das Fachbuch "Wein in der Gastronomie. Ertrag steigern und Profil gewinnen" von Sabine Ernest-Hahn und das Ergebnis einer Podiumsdiskussion "Wein präsentieren, um zu verdienen" von gast.at sowie von mir:Die erwähnte Podiumsdiskussion hat teilweise auch Ergebnisse gebracht, die meinen Beifall finden:
  • Der Vorwurf, die Kalkulationsmodelle beim Wein gingen manchmal am Gast vorbei, im Einkauf teure Weine würden zu teuer verkauft, stimmt in Bezug auf die häufig angewandte Aufschlagskalkulation. Aber man muß auch der Weinwirtschaft den Vorwurf machen, daß sie dem Vertriebsweg Gastronomie nicht die Spannen läßt, die er benötigt. Andere Getränkegruppen wie etwa die Spirituosenmarken zahlen in angesagten Locations dafür, gelistet zu werden. Mineralbrunnen verschenken zu jeder gekauften Flasche bis zu eine Flasche. Und was mach die Weinwirtschaft?
  • Eine Kalkulation mit 200 oder 300% Aufschlag sei heute nur mehr bei sehr billigen Weinen möglich. Ich möchte zuspitzen: die Weinwirtschaft muß Weine liefern, die erlauben, einen notwendigen absoluten Deckungsbeitrag pro Glas zu erzielen. Das kann bedeuten, daß Weine von der Weinwirtschaft angeboten werden müssen, die Aufschlagssätze von bis zu 500 Prozent erlauben (auch wenn der Aufschlagsfaktor so wenig Relevanz besitzt, daß es sich nicht einmal lohnt, ihn auszurechnen).
  • Das Weinsortiment einer Gaststätte müsse mehr als 2 weiße und 2 rote Weine umfassen. Das kann sein, muß aber nicht. Man kann das Angebot auch verengen und fokussieren, z.B. auf einen einzigen Wein, den man eine Zeitlang massiv abverkauft.
  • Die Gastronomie müsse Champagner auch glasweise oder wenigstens in halben Flaschen anbieten. Das kann man so sehen. Man kann aber auch Champagner vollständig auslisten und lieber Geld verdienen statt Champagnerflaschen abzustauben. Es kommt einfach auf das gastronomische Konzept an. Champagner ist kein Gott, den man anbeten muß. Man kann ihn auch einfach auslisten.
  • Der früher übliche Verkauf "über die Gasse" sei zusammengebrochen. Das ist kein Wunder. Wenn der Gastronom seinen Wein nur unwesentlich billiger bekommt wie ein beliebiger anderer Kunde der Weinwirtschaft, wird er kaum eine Flasche Wein über die Straße verkaufen. Ich muß den Wein so günstig vom Winzer bekommen, daß ich zu dessen Verkaufspreis ab Weingut über die Straße verkaufen kann und trotzdem noch genug verdiene, damit sich der Aufwand lohnt. Dazu reichen 14 bis 16 Prozent Rabatt bei den gängigen absoluten Preisen nicht aus. Die Weinwirtschaft muß im Grunde auf einen eigenen Gewinn fast vollständig verzichten und darauf hoffen, daß ein Gast, der in der Gastronomie eine Flasche Wein kauft, später weitere, höherpreisige Weine dieses Winzers kistenweise kaufen möchte und den Weg zum Winzer findet.
  • Die Gastronomie sei oft überfordert, Weine über viele Jahre zu lagern, sowohl was die richtige Auswahl als auch was den Kapitaleinsatz betrifft. Ich halte wenig davon, als Gaststätte Weine selbst über das unbedingt notwendige Maß hinaus zu lagern. Wenn man Platz hat, soll der Winzer oder Weinhändler ein Kommissionslager beschicken. Gezahlt wird nur und erst, was verkauft worden ist. Wenn man wenig Platz hat, kann man sich Wein mehr oder weniger just in time kommen lassen. Die Gastronomie ist kein Weinlager sondern eine Verkaufsstelle. Für die Weinwirtschaft hat dies den Vorteil, daß man Weine, die ihren Höhepunkt bald überschritten haben, dort noch verkaufen kann. Ausnahmen bestätigen die Regel. Es soll ja Kollegen geben, die, weil sie sich mit Aktien oder Poker nicht auskennen, lieber mit Wein spekulieren. Siehe zum Thema Outsourcing des Weinlagers auch "Kreative Konzepte in der Gastronomie".

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Weinblogs als Marketinginstrument.

Es wurde allmählich auch Zeit. Die deutsche Weinfachpresse entdeckt die Macht der Wein-Weblogs und Wein-Foren im Internet. In der Juli-Ausgabe von Wein + Markt beschäftigt sich Autor Peter Müller mit dem Internet als Marketing-Instrument des Weinhandels. Dabei blieb ihm auch das Phänomen der hervorragenden Google-Rankings einiger Wein-Weblogs, Foren und Weinportale nicht verborgen. Mehr darüber: "Die Macht der Weinblogs", in: Drink Tank von Mario Scheuermann.

Ergänzend möchte ich auf die Frage eingehen, ob Weinblogs auch für die Gastronomie interessant sind. Sie sind es:
  • als Quelle der Inspiration und Informationsquelle (neue Produkte, neue Lieferanten, Trends).
  • zur Kontrolle des Bekanntheitsgrades und Images der verkauften Weine und ihrer Lieferanten.
Weinblogs kann man auch aktiv nutzen:
  • indem man das spezifische Wissen (als Weinsommelier oder als weinkundiger Gastronom) über die Vorlieben der Gäste, passende Weine, Erfahrungen auf Messen, bei Weinreisen usw. als Co- oder Gastautor in bestehende Weinblogs einbringt.
  • indem man einen eigenen Weinblog herausgibt oder einen thematisch breiter aufgestellten Blog des eigenen Betriebs und dort Beiträge über Wein veröffentlicht (eigene Beiträge, Beiträge der Mitarbeiter oder auch Gastbeiträge etwa des Lieferanten und/oder Winzers).
  • Wenn man Wein nicht nur ausschenkt, sondern auch außer Haus verkauft (über die Straße, im Rahmen des Caterings oder auch in einem Online-Shop), sind Blogs noch wichtiger als bei einem nur stationären Geschäft, weil man die Zielgruppe per Blog besonders kostengünstig erreichen kann.

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Schaumschlaegerei.

Moritz Leuenberger, ein Schweizer Bundesrat und ausgezeichneter Redner, bloggt seit März 2007: "Notizen zu Politik und Gesellschaft":
"Bezeichnenderweise hatte ein Kochrezept für Erbsen, das er im Mai ins Netz stellte, mehr Medienecho ausgelöst als irgend ein anderer Beitrag. Der dienstälteste Bundesrat hält aber trotz Kritik bis heute daran fest: 'Was an diesem Rezept falsch gewesen sein könnte, will mir nicht in den Kopf.'"
(Quelle: "Leuenberger findet bloggen anregend", in: Espace.ch vom 14. Juli 2007.

Wissen Sie, was an diesem Kochrezept "falsch" sein soll? In seiner Verteidigung des Rezepts ("Wie auf Fragen eingehen?") geht er auch auf die Frage ein, wie er mit Kommentaren umgehen soll.

Freitag, Juli 13, 2007

Sachsen-Anhalt will reine Raucherkneipen erlauben.

In Sachsen-Anhalt hat die fette Koalition, die die Landesregierung stellt, einen Gesetzentwurf für ein Raucherdrangsalierungsgesetz vorgestellt, der es Gastronomen erlaubt, ihre Gaststätte zur Raucherkneipe zu erklären: "Streit um Rauchverbot in Kneipen", in: Volksstimme vom 13. Juli 2007.

Der Gesetzentwurf sieht vor, daß es Gastronomen erlaubt ist, abgeschlossene, gekennzeichnete Raucherräume anzubieten. Von Nebenräumen ist nicht die Rede, so daß auch der Hauptraum oder auch die ganze Gaststätte als Raucherraum erklärt werden kann. Eigentlich braucht es dafür kein neues Gesetz, denn dies ist im Ergebnis mit der aktuellen Rechtslage identisch.

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