Gastgewerbe Gedankensplitter



Freitag, November 30, 2007

Rauchverbot: In Mannheim nur schwerpunktmaessige, gezielte und stichprobenartige Kontrollen.

In ihrer Pressemeldung "Stadt kontrolliert Nichtraucherschutz in Innenstadt-Lokalen" vom Amt für Rats- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mannheim vom 29. November 2007, gesteht die Stadt Mannheim zu, daß Betriebe, in denen weiterhin geraucht werden darf, einen Wettbewerbsvorteil haben.
"In den ersten Wochen nach Einführung der Rauchverbote gingen kaum Beschwerden beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung ein. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit geändert, insbesondere häufen sich Beschwerden über Verstöße in so genannten Einraumkneipen, wo kein abgetrennter Nebenraum für Raucher vorhanden ist. Auch wenn, oder besser: gerade weil die Mehrzahl der Mannheimer Gastwirte dem Rauchverbot Geltung verschafft hat, ist es notwendig, Verstöße aufzudecken und zu unterbinden, damit am Ende 'die Ehrlichen nicht die Dummen sind' und Wettbewerbsnachteile erleiden."
Für mich ist es kein Wunder, daß sich immer mehr Betriebe nicht um das Rauchverbot scheren. Die Stadt Mannheim gibt auch zu, daß sie nicht in der Lage ist, umfassend zu kontrollieren:
"Das LNRSchG schreibt den Ortspolizeibehörden die Kontrollaufgaben zu. Da sie in aller Regel keinen eigenen Außendienst haben, beauftragen sie die Polizei. Das Mannheimer Präsidium kann den städtischen Bitten um Überwachung von Lokalen, zu denen Beschwerden vorliegen, wegen Personalmangel und vorrangiger Aufgaben an anderer Stelle nicht im erforderlichen Umfang nachkommen. Auch der Kommunale Ordnungsdienst kann diese Kontrollaufgabe nur ergänzend übernehmen, da er wegen anderer Aufgaben gebildet wurde und seine personellen Ressourcen bereits dafür sehr begrenzt sind. Fachbereich Sicherheit und Ordnung und Polizeipräsidium Mannheim haben deshalb vereinbart, schwerpunktmäßige, gezielte und auch stichprobenartige Kontrollen gemeinsam durchzuführen, um zumindest den Beschwerden nachgehen zu können."

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Aschenbecher verboten?

Interessant an der Meldung "Stadt kontrolliert Nichtraucherschutz in Innenstadt-Lokalen" vom Amt für Rats- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mannheim vom 29. November 2007, ist, auch für solche Gastronomen, die keine Sisha-Bars betreiben, die Ansicht dieser Behörde, das Bereitstellen von Aschenbechern, das im Gesetz explizit nicht verboten ist, stelle eine Förderung von Verstößen gegen Bestimmungen des Landesnichtraucherschutzgesetzes dar. Es wäre interessant, auf dem Rechtswege herauszufinden:
  • Warum das Aufstellen von Aschenbechern verboten sein soll? Der Gesetzgeber hat auf die Möglichkeit verzichtet, Aschenbecher explizit zu verbieten. Zudem ist es weiterhin erlaubt, Zigarettenautomaten aufzustellen oder aufstellen zu lassen, Tabakwaren zu verkaufen, Feuerzeuge und Streichhölzer zu verkaufen oder zu verschenken.
  • Was unter Aschenbechern zu verstehen ist? Wir haben z.B. Teelichter im Einsatz, die sich durchaus auch dazu eignen, Asche aufzunehmen, ohne an sich dafür bestimmt zu sein.

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Rauchverbot in Sisha-Bars.

Dummerweise verbieten die Raucherdrangsalierungsgesetze der deutschen Bundesländer auch das Rauchen in Sisha-Bars, also solchen Betrieben, die Menschen explizit zum Rauchen aufsuchen. Das ist ungefähr so sinnvoll wie Sex im Puff und das Beten in Kirchen zu verbieten.

In Mannheim hat der Fachbereich Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung bei einer nächtlichen Kontrolle, ob gastronomische Betriebe das Rauchverbot einhalten, mit einem sicheren Händchen, wo man fündig werden könnte, auch Sisha-Bars kontrolliert und ist - welch Überraschung! - fündig geworden: "Stadt kontrolliert Nichtraucherschutz in Innenstadt-Lokalen", vom Amt für Rats- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mannheim vom 29. November 2007.

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Frühjahr 2008 wurde von einigen Ministerpräsidenten der CDU in einer Randnotiz sich vorbehalten, Wasserpfeifenbars zu befreien. Hintergrund sind wohl Bedenken, mit traditionellen Muslimen anzuecken. Z.B. gibt es, um Muslime nicht zu diskriminieren, im kanadischen Vancouver eine Befreiung vom Rauchverbot. Siehe: "Sonderrechte für Muslime beim Rauchverbot" von Pax Europa.

Meines Wissens hat aber dieser damalige Vorbehalt in keinem Bundesland dazu geführt, dass Wasserpfeifen oder Wasserpfeifenbars explizit befreit worden sind oder werden sollen.

Für mich stellt sich in traditionellen, muslimischen Wasserpfeifenbars ohnehin die Frage, ob man diese als Gaststätte führen sollte. Dort entfällt ohnehin ein Angebot an alkoholischen Getraenken, so daß man den Betrieb wohl auch als sonstige Dienstleistung führen könnte, wo Wasserpfeifenrauchen als Kern des Angebots definiert wird, umrahmt von einem Angebot an Getränken und eventuell kleinen Speisen. Wobei die Frage zu prüfen wäre, ob solche Betriebe dennoch als "Gaststätte" im Sinne der Raucherdrangsalierungsgesetze anzusehen wären.

Letztlich wird es wohl darauf ankommen, wie das örtliche Ordnungsamt das sehen wird. Zumindest die Wasserpfeifenangebote traditoneller Art (religös, ethisch motiviert) dürften sich durchsetzen können, weil eine Kommune vermutlich den Konflikt scheuen wird (Diskriminierung, ausländerfeindlich usw.). Die eher der alternativen Jugendszene zuzuordnenden Konzepte von Wasserpfeifenbars dürften weniger Langmut zu erwarten haben.

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Ratten.

Yum! Brands, Inc. entstand 1997 als Abspaltung von PepsiCo. Diesem Gastronomie-Konzern gehören die Marken Kentucky Fried Chicken (KFC), Pizza Hut, A&W, Taco Bell und Long John Silver's mit insgesamt rund 33.000 Restaurants in über 100 Ländern weltweit. Mehr darüber im Online-Lexikon Wikipedia.

Anfang 2007 erschütterte ein Skandal die Marke Kentucky Fried Chicken. Ein Passant hatte nachts Ratten in einer Filiale beobachtet, auf Video gebannt und diesen Film online gestellt: "Taco Bell rats are stars for a day", in: CNN vom 23. Februar 2007. Was dann passiert ist, hat Hannes Treichl zusammengefaßt: "Negative Mundpropaganda", in: Anders denken.

Möglicherweise animierte diese Geschichte die Macher des Films Ratatouille.

Die Gefährlichkeit von Ratten und Mäusen für lebensmittelverarbeitende und -lagernde Betriebe ergibt sich aus mehreren Fakten:
  • Sie vermehren sich schnell. Ein einziges Pärchen kann in einem Jahr bis zu 9.000 Nachkommen erzeugen.
  • Sie sind gefräßig. Ratten benötigen rund ein Viertel ihres Körpergewichts als Nahrung - täglich.
  • Sie sind schlau.
  • Sie benötigen zum Eindringen in Räume nur eine Öffnung so groß wie ihr Kopf.
  • Sie sind Träger von Bazillen.
  • Viele Menschen eklen sich vor ihnen.
Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen weisen nur einen beschränkten Erfolg auf:
  • Setzt man Gift ein, besteht die Gefahr, daß die Schädlinge an nicht einsehbaren Stellen verenden und dort verwesen und im Kadaver und auf dem Fell angesiedelten Bazillen sich in den Räumen verbreiten.
  • Ratten schicken einen Artgenossen als Tester vor. Stirbt er, rühren die anderen den Köder nicht an. Es gibt aber Gift, daß so langsam wirkt, daß der Tester den Köder scheinbar überlebt. Aber Ratten werden nicht selten dagegen resistent.
  • Ratten- und Mausefalle helfen nur gegen einzelne Exemplare. Wird ein Tier gefangen, ist die Falle als Vernichtungsmittel bis zum Entleeren ausgeschaltet. Andere Ratten meiden danach diese Stelle.
  • Ultraschallgeräte sind wirkungsvoll, aber vergleichsweise teuer. Sie imitieren den Todesschrei von Ratten und Mäusen und zerstören mit ihrem Tondruck die Gehirnzellen dieser Tiere.
Mehr darüber beim Hersteller von Ultraschallgeräten Dekur International (keine Empfehlung).

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Donnerstag, November 29, 2007

Leaders Club Russia: Goldene Palme für Fischkonzept Filimonova & Jankel.

Am Dienstag, den 20. November 2007 veranstaltete der Leaders Club Russia zum zweiten Mal die Verleihung der Goldenen Palme der russischen Gastronomie.

Die Goldene Palme ging an das Fischkonzept Filimonova & Jankel, die Silberne Palme an UDONyaSAN, die Bronzene Palme an Dikiy Ris (Wilder Reis).

Rund 200 Gäste nahmen an der Veranstaltung im historischen Hotel Sovietsky in Moskau teil. Neun Konzepte waren im Finale, über die Sieger entschied das Publikum mittels Abstimmung. Die innovativsten neuen Gastronomiekonzepte sind:

Goldene Palme

Fishhouse Filimonova & Jankel

Das Fischhaus Filimonova & Jankel gehört zur Gruppe Arpiom, die 2007 mit dem Goodman Steakhouse die Silberne Palme errang. Filimonova & Jankel ist spezialisiert auf frische Meeres- und Flussfische sowie Meeresfrüchte, für die es fünf Zubereitungsmethoden gibt: geräuchert, im Ofen, auf dem Grill, in der Pfanne oder Friteuse. Der Preis beträgt rund 30 € pro Gericht. Das Konzept gibt es bereits dreimal, die Restaurantgröße beträgt 120 bis 170 Plätze.

Silberne Palme

UDONyaSAN


Das erste japanische Fast Food-Konzept in Russland mit über 60 Plätzen. Auf der Karte frisch hergestellte Udon-Nudeln und authentische japanischen Spezialitäten. Der Durchschnittsbon beträgt rund 6 €. Fast Food wird im UDONyaSAN gelebt: durchschnittlich zwei Minuten dauert die Bestellung, die Mehrzahl der Gäste bleibt weniger als 20 Minuten. Hoher Take-Away-Anteil. Ehrgeizige Expansionsziele: 100 Betriebe in 5 Jahren.

Bronzene Palme

Dikiy Ris (Wilder Reis)


Das erste russische pan-asiatische Fast Casual-Konzept, entwickelt von einem jungen russisch-französischen Team. Auf der Karte alle erdenklichen asiatischen Spezialitäten, alle frisch vor Ort zubereitet. Kreative Karte mit Sushi, Suppen, Spießen, Dim Sum und Süßigkeiten. Chicha Lounge. Das 650 m2 große Lokal hat 140 Sitzplätze und 120 Mitarbeiter. Pro Tag werden 400 Gäste bewirtet. Das Preisniveau ist mit 15 € pro Gericht sehr gastfreundlich. Geplant ist die Eröffnung eines zweiten Restaurants im nächsten Monat.

Der Leaders Club ist ein Zusammenschluss führender Gastronomen eines Landes unter Einbindung von Entscheidungsträgern der Industrie im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und Förderung von innovativen gastronomischen Entwicklungen und Ideen. Der Leaders Club versteht sich als Austausch- und Kommunikationsplattform mit starker europäischer Ausrichtung. Seit Beginn 2005 sind die Clubs der verschiedenen Länder als Leaders Club International zusammengeschlossen.

(Quelle: Pressemitteilung des Leaders Club Deutschland).

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Diashow.

Slideoo ermöglicht die Erzeugung einer Diashow von Fotos eines eigenen Flickr-Accounts (via Marketing-Oase Blog). Technisch gesehen kann man auch Bilder eines fremden Accounts nutzen, das verstößt möglicherweise jedoch gegen Urheberrechte.

Ein Beispiel:



Ähnliche Tools haben wir früher bereits vorgestellt:

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Mittwoch, November 28, 2007

Rauchverbot: Beheiztes Zelt auf dem Dach.

Von dem gesetzlichen Rauchverbot drangsalierte Gastronomen lassen sich immer wieder Neues einfallen oder übernehmen Ideen anderer. Der Dinnerclub "Bangaluu" in Berlin stellt seinen Gästen ein sogenanntes "Lido-Deck" zur Verfügung, eine große Dachterrasse mit Heizung, Lounge-Möbel und einer Zeltkonstruktion: "Bangaluu richtet Smokers-Lounge ein", in: Berlin Online vom 28. November 2007.

Bei der Ideensuche sollte man aber berücksichtigen, daß die Raucherdrangsalierungsgesetze der Bundesländer bzw. die Entwürfe in den Ländern, in denen noch kein Gesetz verabschiedet worden ist, sich im Détail unterscheiden.

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Widerstand gegen das Rauchverbot verhilft zu Medienpraesenz.

Der Widerstand einiger Gastronomen in St. Georgen gegen das vermaledeite gesetzliche Ruchverbot (siehe dazu unseren Beitrag "Rauchverbot in Baden-Wuerttemberg ausgetrickst" vom 7. November 2007) beschert der 14.000 Einwohner zählenden Stadt im Schwarzwald und ihren Widerstandskämpfern eine nationale Medienpräsenz. So hat das ZDF-Mittagsmagazin am Montag am Beispiel den Wiedereinzug des Rauchens in der Gasthausbrauerei "Klimperkasten" dokumeniert: "'So kann man es nicht machen'", in: Südkurier vom 28. November 2007.

Siehe auch frühere Beispiele dafür, daß, wer Widerstand leistet, sich einer großen Medienpräsenz erfreut:

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Montag, November 26, 2007

Bitburger Braugruppe ergaenzt Sortiment mit den Fruchtsaeften von Rauch.

Bitburg/Rankweil. Die Bitburger Braugruppe erweitert ab Februar 2008 ihr Sortiment um die Fruchtsäfte des österreichischen Familienunternehmens Rauch. Rauch gehört in Europa zu den größten seiner Branche und ist international vertreten.
"Durch diese Zusammenarbeit können wir unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Insbesondere die hohe Qualität ihrer Produkte und Rauch's internationaler Erfolg haben uns überzeugt"
erklärt Peter Rikowski, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Bitburger Braugruppe. In ihrer Kooperation bauen die beiden Familienunternehmen auf gemeinsame Werte: lange Tradition, starke Marken und eine hohe Kundenloyalität. Ähnlich sieht dies auch Jürgen Rauch, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens:
"Wir sind froh, mit Bitburger einen starken Partner mit einem flächendeckenden Vertriebsnetz in Deutschland zu haben."
Eine besondere Stärke sieht Rauch im umfangreichen Service-Angebot für die Gastronomie und den Produktinnovationen wie beispielsweise das Sortiment "100% Frucht ohne Zuckerzusatz", das alleine im Heimmarkt Österreich ein Umsatzplus von 50 Prozent in den letzten vier Jahren brachte.

Seit dem 1. Januar 2007 agieren die starken Premium-Marken Bitburger, König, Köstritzer, Wernesgrüner und Licher vereint unter dem Dach der Bitburger Braugruppe GmbH miteinander im deutschen Biermarkt. Die neue Organisation bündelt ihre Kräfte im Premium-Segment und bildet so einen in Deutschland einzigartigen Verbund starker Marken. Mit einem Ausstoß von über 8 Mio. hl im Jahr 2006 ist die Bitburger Braugruppe die Premium-Braugruppe Nr. 1 in Deutschland und führend in der Gastronomie. Für besondere Gastronomie-Kompetenz stehen insbesondere die beiden nationalen Premium-Marken Bitburger, Fassbiermarke Nr. 1 in Deutschland, und König Pilsener, das in 50 Prozent aller deutschen 5-Sterne-Hotels gezapft wird. Hinzu kommt Köstritzer Schwarzbier, Marktführer im Segment der Schwarzbiere. Auch international ist die Bitburger Braugruppe stark vertreten. Der Absatz im Export stieg zuletzt im zweistelligen Prozentbereich.

Mit einem Umsatz von mehr als 610 Mio EUR ist Rauch eines der bedeutendsten Fruchtsaftunternehmen in Europa und international sehr erfolgreich. So ist Rauch Marktführer in Österreich und Italien, sehr stark in Zentral-, Ost- und Südosteuropa, im arabischen Raum und auch in Deutschland mit seinen Fruchtsäften zweistellig wachsend.
"Unser Ziel ist es, kontinuierlich zu wachsen und unsere starke Stellung weiter auszubauen"
erläutert Jürgen Rauch die Firmenstrategie. Insgesamt werden Rauch Fruchtsäfte und Eistees in mehr als 90 Ländern weltweit verkauft. Rauch beschäftigt mehr als 1.400 Mitarbeiter und hat eigene Werke in Österreich, Ungarn, Schweiz und Serbien.

(Quelle: Pressemittteilung der Bitburger Brauereigruppe).

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Thueringer Biergaerten warteten vergeblich auf Gaeste.

Die Unternehmen des Thüringer Gastgewerbes erzielten nach vorläufigen Ergebnissen von Januar bis September 2007 nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,1 Prozent mehr Umsatz als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Real, also preisbereinigt, war es allerdings ein Minus von 1,5 Prozent. Die Anzahl der Beschäftigten erhöhte sich um 0,3 Prozent. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten sank um 2,0 Prozent, die der Teilzeitbeschäftigten dagegen nahm um 3,1 Prozent zu. Das beste Ergebnis erzielte das Beherbergungsgewerbe. Auch die Kantinen und Caterer konnten ihre Umsätze steigern. Das Gaststättengewerbe blieb unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis.

Die Unternehmen des Thüringer Gastgewerbes erzielten nach vorläufigen Ergebnissen des Thüringer Landesamtes für Statistik von Januar bis September 2007 nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, 1,1 Prozent mehr Umsatz als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Real, also preisbereinigt, war es allerdings ein Minus von 1,5 Prozent. Die Anzahl der Beschäftigten erhöhte sich um 0,3 Prozent.

Der Umsatzrückgang fiel in Thüringen geringer aus als im bundesweiten Durchschnitt. Die Gastgewerbeumsätze in Deutschland lagen nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes in den ersten neun Monaten 2007 nominal um 0,3 Prozent und real um 2,8 Prozent unter dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Das beste Ergebnis erzielte in Thüringen das Beherbergungsgewerbe mit einer Umsatzsteigerung von nominal 4,7 Prozent und real 2,3 Prozent.

Auch die Kantinen und Caterer konnten ihre Umsätze um nominal 3,8 Prozent und real um 1,1 Prozent steigern.

Das Thüringer Gaststättengewerbe lag in den ersten neun Monaten 2007 sowohl nominal als auch real unter dem Umsatz des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (- 1,9 bzw. - 4,5 Prozent).

Die getränkegeprägte Gastronomie musste innerhalb dieser Branche die größten Umsatzeinbußen (- 11,6 bzw. - 13,9 Prozent) verkraften.

Die Anzahl der Beschäftigten stieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 0,3 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten sank um 2,0 Prozent, die der Teilzeitbeschäftigten dagegen nahm um 3,1 Prozent zu.

Der Umsatz des Thüringer Gastgewerbes lag im September 2007 nominal um 3,3 Prozent und real um 6,1 Prozent niedriger als im September 2006.

Allein im Beherbergungsgewerbe wurden die Umsätze des Vorjahresmonats sowohl nominal (3,9 Prozent) als auch real (0,9 Prozent) übertroffen.

Die Kantinen und Caterer setzten im September 2007 nominal 1,6 Prozent mehr um. Real wurde ein Umsatzminus von 1,1 Prozent verbucht.

Das Gaststättengewerbe musste Umsatzeinbußen von nominal 9,4 Prozent und real von 12,0 Prozent hinnehmen.

Im Thüringer Gastgewerbe wurden im September 2007 durchschnittlich 1,3 Prozent mehr Personen beschäftigt als im Jahr zuvor. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten verringerte sich um 1,0 Prozent, die der Teilzeitbeschäftigten dagegen stieg um 4,0 Prozent.

(Quelle: Pressemitteilung des Landesamtes Thüringen für Statistik).

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Zwei goldene Weissbiere: Muellerbraeu aus Neuoetting mit dem EUROPEAN BEER STAR ausgezeichnet.

Über eine hundertprozentige Trefferquote kann sich der Neuöttinger Bräu Reinhard Müller und sein Braumeister Harald Haag freuen. Zum Vergleichs - Kontest "European Beer Star" bei der Fachmesse Brau Beviale 2007 in Nürnberg reichte Müllerbräu Neuötting zwei Biersorten ein- und sowohl die Helle Weiße als auch die dunkle Weiße holten in ihrer Kategorie die höchste Auszeichnung, den Goldenen Stern.

Der Preis wird seit vier Jahren auf Europa–Ebene ausgelobt. Eine 54–köpfige Jury mit Vertretern aus 12 Nationen hatte bei der anonymisierten Blindverkostung viel zu tun. 575 Biere waren zum Test eingereicht worden. Bei jeder Biersorte wird nur ein Gold-, Silber- und Bronzestern vergeben.

Foto: Siegerehrung
von links nach rechtst: Frau Renate Scheibner, Präsidentin Bundesverband Private Brauereien, Reinhard Müller, Inhaber Müllerbräu Neuötting, Harald Haag, Braumeister Müllerbräu, Gerhard Igenfritz, Präsident Private Brauereien Landesverband Bayern.

Müllerbräu ist die einzige Brauerei in Deutschland die zur Weihnachtszeit einen hellen Jahrtausendbock mit 20% Stammwürze, alc. 8,9% vol. in limitierter Abfüllung anbietet.

(Foto und Quelle: Pressemitteilung der Db-EVENTAGENTUR)

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Sonntag, November 25, 2007

Jeder vierte Betrieb erleidet deutlichen Gaesteschwund.

Hamburg, 26. November 2007. Jeder vierte gastronomische Betrieb in Niedersachsen und Baden-Württemberg hat seit Einführung des Rauchverbotes Anfang August einen Einbruch bei den Gästen von über zehn Prozent zu verkraften. Besonders betroffen sind Einraum-Kneipen (85% der befragten Betriebe). Interessant: Nur sechs Prozent der Gastronomen haben seit der Einführung neue Gäste hinzu gewonnen ohne gleichzeitig Stammgäste zu verlieren. Dies geht aus einer aktuellen Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert / Marktplatz Hotel hervor. Die Studie "Auswirkungen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie in Baden-Württemberg und Niedersachsen" wurde unabhängig erstellt und ist für 3.150 Euro zzgl. MwSt. erhältlich bei: CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH, Tel. (04263) 301 300, info@chd-expert.de.

In der zweiten Oktoberhälfte wurden 550 Entscheider der speisen- und getränkeorientierten Gastronomie in Niedersachsen und Baden-Württemberg telefonisch befragt. Die Quotierung nach Marktsegmenten erfolgte entsprechend den Gesamtmarktanteilen: Befragt wurden 286 Restaurant- und Gasthofbetreiber und 226 Kneipenwirte sowie 38 Bar- und Lounge-Betreiber.
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"43 Prozent der Gastronomen sind als Verlierer zu bezeichnen, da sie mindestens Gästeeinbußen im einstelligen Bereichen verzeichnen"
sagt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert.
"Gut die Hälfte von ihnen meldet sogar einen Gästeschwund von mehr als zehn Prozent. Erfahrungsgemäß sind unter diesen Betrieben wiederum viele, deren Verluste so groß sind, dass sie existenzbedrohend wirken können."
Allerdings habe auch die Hälfte der Unternehmer keine Auswirkungen des Gastro-Rauchverbotes auf den Anteil der Stammgäste festgestellt.

Zu den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie nimmt Prof. Dr. Gertrud Höhler Stellung:
"Niemand bestreitet die tödliche Gefahr durch Nikotin. Niemand empfiehlt Raucherförderung als Staatsziel. Aber die Folgen des gesetzgeberischen Engagements für Nichtraucher müssen sorgsam abgewogen werden und verlangen auf der Zeitachse lange Vorlaufzeiten. Für Gastronomen ist der überfallartige Anspruch des Staates, unter großen materiellen Opfern an seinen neuen Konzepten zur Bürgerbevormund mitzuwirken, bisher in ihrem Berufsbild nicht angelegt."
(Das gesamt Statement von Prof. Gertrud Höhler lesen Sie unten stehend.)
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Die Untersuchungsergebnisse im Einzelnen:

Räumliche Voraussetzungen für separate Raucherräume


Nur jeder zweite gastronomische Betrieb der hauptsächlich betroffenen Segmente Restaurants, Bars und Kneipen verfügt über mehr als einen Gastraum. Bei den Bars (Spannbreite von American Bar bis Nachtbar) sind es sogar zwei Drittel, die ohne bauliche Maßnahmen keinen separaten Raucherraum einrichten können. Entgegen vieler Erwartungen verfügen schon knapp 30 Prozent der Betriebe während der Saison über eine bewirtschaftete Außenfläche mit Sitzgelegenheiten. Zu beachten ist, dass in vielen Fällen unabhängig von der meteorologischen Situation auch Lärmschutzverordnungen eine Bewirtschaftung am Abend unattraktiv machen können. Bei nur 20 Prozent der Einraum-Betriebe besteht die grundsätzliche bauliche Möglichkeit zur Abtrennung eines weiteren Gastraums. Damit sind Tausende von Kneipen und Bars von den Ausnahmemöglichkeiten des Gesetzes von Beginn an ausgeschlossen!

Auswirkungen des Gesetzes auf die Anzahl der Gäste

43 Prozent der Betriebe sind als Verlierer der Nichtraucherschutzgesetzgebung zu bezeichnen, da sie einen Gästeschwund im mindestens einstelligen Bereich aufweisen. Gut die Hälfte von ihnen meldet sogar einen Gästeschwund von mehr als zehn Prozent. Erfahrungsgemäß sind unter diesen Betrieben wiederum viele, deren Verluste existenzbedrohend wirken können. Allerdings gibt es je nach Betriebstyp Unterschiede. Am geringsten betroffen sind grundsätzlich Betriebe mit mehr als einem Gastraum. Interessanterweise hat die Übergangsfrist in Niedersachsen offensichtlich den Effekt gehabt, dass sich weniger Gastronomen an die Vorschriften gehalten haben und sie den Gästen noch keine Änderungen zugemutet haben. In Baden-Württemberg hat sich nämlich das Verhältnis von Gewinnern und Verlierern schon stärker polarisiert.

Auswirkungen des Gesetzes auf die Zusammensetzung der Gäste

Wiederum insgesamt die Hälfte der Betriebe bemerkt auch keine Änderungen in der Zusammensetzung ihrer Gäste (Männer, Frauen, Junge und Alte, Stammgäste und Gelegenheitsgäste). Trotzdem sind 35 Prozent der Betriebe "Verlierer", denn sie haben keinerlei Ausgleich der verlorenen Stammgäste durch neue Gästegruppen registrieren können. Als "Gewinner" können sich nur sechs Prozent bezeichnen, denn sie haben keine Stammgäste verloren und trotzdem neue Zielgruppen (Frauen, Familien, junge Gäste) erobert. Gasthöfe und Restaurants sind die Betriebstypen, denen es am besten gelingt neue Gästegruppen zu aktivieren. Die Einraum-Betriebe (hauptsächlich Kneipen und Bars) haben den häufigsten Verlust an Stammgästen. Frühere Untersuchungen von CHD Expert haben festgestellt, dass der Anteil der Raucher in der Majorität der Kneipen mindestens fünfzig Prozent beträgt und in vielen Fällen mehr als drei Viertel der Gäste umfasst.

Auswirkungen des Gesetzes auf die Verweildauer der Gäste

Die Verweildauer der Gäste nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ist abhängig vom Betriebstyp und damit der Funktion des Aufenthalts. Aber selbst bei ihren Stammgästen in den Restaurants haben 22% der Betreiber die Erfahrung gemacht, dass diese ihren Aufenthalt verkürzen. Gelegentliche Gäste reagieren weniger eindeutig (18%) und bei den Gästegruppen mit Kindern sind es nur noch neun Prozent, die eine deutlich kürzere Verweildauer zeigen. Es sind auch Frauen und Familien, die am ehesten ihren Aufenthalt verlängern. Insgesamt wird jedoch übereinstimmend berichtet, dass die Gäste weniger lange bleiben, womit Umsatzausfälle praktisch vorprogrammiert sind!

Auswirkungen des Gesetzes auf den Getränkekonsum der Gäste

Weniger Gäste und geringere Verweildauer müssen konsequenterweise Auswirkungen auf den Getränkekonsum haben. Aus den Kneipen wird der stärkste Rückgang beim Konsum von Fass- oder Flaschenbier berichtet. Allein 40% Prozent aller Betriebe stellen eine Verringerung fest und 14 Prozent sogar einen deutlich niedrigeren Absatz von Fassbier, der "Brotmarke" der meisten Kneipen. Aber auch bei allen anderen Getränkekategorien gibt es erhebliche Einbußen. Da Kneipen naturgemäß praktisch ausschließlich vom Getränkeverkauf leben, sind mit diesen Einbußen auch erhebliche und im Einzelfall Existenz bedrohende Umsatzveränderungen verbunden.

Es treten jedoch Unterschiede bei den Betriebstypen und Getränkekategorien auf. Auch in den Restaurants berichten die Betreiber von deutlich wahrnehmbaren Verringerungen des Bierabsatzes und anderer alkoholischer Getränke, die zum Essen oder danach konsumiert werden. Bei einem Teil der Betriebe hat sich jedoch gleichzeitig der Absatz von alkoholfreien Getränken und Kaffee erhöht. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach dem häufigeren Besuch von Frauen und Familien geschuldet. Eine Minderheit der Betreiber von Bars berichtet von wahrnehmbar besseren Getränkeabsätzen, jedoch kann dies in der Branche insgesamt den Absatz- und Umsatzverlust in allen Getränkekategorien nicht aufwiegen. Dazu sind die verfügbaren Öffnungszeiten auch weniger attraktiv für die größten Nutznießer rauchfreier Gasträume, nämlich der Familien und Eltern mit Kindern.

Prof. Dr. Gertrud Höhler

Statement von Prof. Dr. Gertrud Höhler zur CHD-Expert-Studie "Folgen des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie in Baden-Württemberg und Niedersachsen":
"Der fürsorgliche Staat macht Deutschland Schritt für Schritt zu einer Verbotsgesellschaft. Mit respektablen Argumenten schützt er die einen vor den anderen, hier die Nichtraucher vor den Rauchern und die Raucher vor sich selbst. Wer beiden Gastlichkeit anbietet, muss vom höchsten Wohltäter Staat natürlich Nachteile einstecken. Der Mittelständler zum Beispiel, dessen Einkommen aus dem Gastronomiebetrieb nicht reicht, um beiden getrennt glücklich zu machen - die einen im blauen Dunst, die anderen in klarer Kneipenlust.

Niemand bestreitet die tödliche Gefahr durch Nikotin. Niemand empfiehlt Raucherförderung als Staatsziel. Aber die Folgen des gesetzgeberischen Engagements für Nichtraucher müssen sorgsam abgewogen werden und verlangen auf der Zeitachse lange Vorlaufzeiten.

Für Gastronomen ist der überfallartige Anspruch des Staates, unter großen materiellen Opfern an seinen neuen Konzepten zur Bürgerbevormundung mitzuwirken, bisher in ihrem Berufsbild nicht angelegt. Ebenso wenig waren sie bisher angehalten, den Alkoholkonsum ihrer Gäste kritisch zu begleiten.

Die Regel, an die der Gesetzgeber sich halten könnte, lautet im Alltagsverständnis der Bürger so: Wenn der Schutz des einen vor den schädlichen Gewohnheiten des andern einen Dritten im Markt die Existenz kosten kann, dann stehen Bürgerrechte zur Disposition, die der Staat zu schützen hätte.

Der Nichtraucherschutz ist nur ein Schauplatz der neuen Hypermoral. Gleichzeitig dauert die Bagatellisierung von Rauchdrogen an, die viele junge Menschen auf einen Weg ohne Umkehrchance schicken, weil sie Gehirnprogramme verändern. Auch die Nikotinsucht kann am wirksamsten bei Heranwachsenden, in den Schulen und Jugendclubs bekämpft werden. Das moralische Strebertum der Gutmenschen weicht aber vor diesen anspruchsvollen Aufgaben zurück, um die imagewirksame öffentliche Aktion am Tatort Gastronomie als Pluspunkt zu buchen: der Staat schützt die Guten vor den Bösen.

Im Ansatz nur vorläufig steckengeblieben sind noch viel dramatischere Zugriffe auf Bürgerfreiheit und Persönlichkeitsrechte von Seiten der Gesundheitspolitik. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Projekt erneut auf den Tisch kommt: Der informationell ausgespähte Bürger soll nun auch seine künftige Krankheitsgeschichte und sein genetisch vorbestimmtes Leidenspensum frühzeitig kennenlernen und dem Versicherer überlassen - zu entsprechend himmelstürmenden Tarifen, je nach Prognose. Millionenfach steht damit das Recht auf Nichtwissen und das Lebensglück der Bürger auf dem Spiel.

Aggressiver Nichtraucherschutz von Seiten der Politik als Auflage an Gastronomen soll davon ablenken, dass die wirksamere Maßnahme gar nicht erst geplant wird: den Menschen in einer wohlhabenden Gesellschaft soviel Lust auf ein gesundes, drogenfreies Leben zu machen, dass die Droge Nikotin zum Prestigekonsum völlig ungeeignet würde. Solange ergraute Herren aber Prestige holen mit Hasch- und Koksgeschichten aus ihrer Jugend, solange ganze Berufsgruppen ihr Partypensum nur mit Partydrogen durchstehen können, wirkt der Aktionismus in Sachen Nichtraucherschutz in Kneipen eher wie ein Ablenkungsmanöver."
Prof. Dr. phil. Gertrud Höhler war Professorin für Literatur an der Universität Paderborn und ist eine international gefragte Publizistin und zählt zu den renommiertesten Beraterpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Nach langjähriger Tätigkeit als Universitätsprofessorin für Literaturwissenschaft entschloss sie sich, ihre Begabung für scharfe Analysen und problemorientiertes Denken in andere Bahnen zu lenken und als freie Beraterin von Wirtschaft und Politik zu arbeiten. Die Autorin zahlreicher Managementbücher ist Mitglied in Verwaltungsräten internationaler Konzerne und eine vielgefragte Rednerin. In ihren Vorträgen behandelt sie das Thema Führung unter den veränderten Bedingungen der heutigen Unternehmenswelt. Sogenannte "weiche Faktoren" wie die Emotionale Intelligenz wurden in den Manageretagen viel zu lange vernachlässigt - die Zukunft liege in Mixed Leadership: Männer und Frauen als unschlagbares Team, nicht als Konkurrenten, sondern als konstruktive Ergänzung, so Höhler. Untermauert durch viele praktische Beispiele und die Visualisierung der Kernaussagen werden diese Vorträge zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ihre jüngste Veröffentlichung "Aufstieg für alle. Was die Gewinner den Verlierern schulden" prangert sie den neuen Protektionismus an: Die Politik betreibt Abstiegsmanagement. Der "vorsorgende" Staat macht Verlierer. Ohne Aufstiegsvision haben wir keine andere Wahl als den Abstieg. Darum ist der Kampfruf "Aufstieg für alle" ohne Alternative. Aufsteiger sind auch Stellvertreter. Sie schulden uns Aufstiegsziele. Sie müssen Garanten für den Wertbesitz der Gesellschaft sein. Wo die klugen Köpfe nicht das Herz auf ihrer Rechnung haben, scheitern alle Projekte. Die Erfolgreichen müssen ihr Bestes geben, damit die Verlierer von heute morgen an ihrer Seite sind. Wo die Gewinner diskriminiert werden, haben auch die Verlierer keine Chance. Wo die Starken sich abkoppeln, sind die Schwachen bald isoliert. Sie werden auch die Starken stürzen. Wir brauchen ein neues Ethos für Aufsteiger. Sein Kerngebot: Aufstieg verpflichtet!
Über CHD Expert: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift "Wissen und machen!". Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien.

(Quelle: Pressemitteilung von CHD Expert | Marktplatz Hotel GmbH).

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Freitag, November 23, 2007

Sich aus dem Rauchverbot einen Jux machen.

Die Badische Zeitung berichtet in dem Artikel "Rauchzeichen aus der Grauzone" von Joachim Röderer vom 23. November 2007, über den aktiven und passiven Widerstand Freiburger Gastronomen gegen das gesetzliche Rauchverbot, das ihre Existenz bedroht:
"In etlichen Freiburger Kneipen stehen noch - oder wieder - Aschenbecher auf dem Tisch. Wirte versuchen Umsatzverluste auszugleichen, indem sie vermutete oder tatsächliche Grauzonen des Gesetzes ausnutzen: Sie ernennen ihre Lokale zur 'geschlossenen Gesellschaft' oder machen den Gastraum mit der Theke zur Raucherzone. Das städtische Amt für öffentliche Ordnung hält sich zurück, hofft auf klarere Vorgaben aus Stuttgart. Dort setzt man darauf, dass sich mit der Zeit alles einspielt."
Zwei Kollegen sind dabei auf eine Idee gekommen, die ich auch in Gedankenspielen schon angedacht habe: Sie haben ihre nebeneinander liegenden Betrieben mit jeweils nur einem Raum virtuell fusioniert: Das eine Lokal dient jetzt als Raucherraum, das andere ist rauchfrei. Da in Baden-Württemberg nicht vorgeschrieben ist, daß der größere Raum rauchfrei bleiben muß, konnten die Freiburger Kollegen sodar das größere beider Lokale zum Raucherraum erklären.

Ein anderer Freiburger Kollege weitet den unklaren Begriff der "geschlossenen Gesellschaft", in denen der Veranstalter das Rauchen erlauben kann, extensiv aus. Vor dem Lokal werden an jedermann, der eintreten mag, Einladungen verteilt. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag über "geschlossene Gesellschaft".

In Freiburg wird auch meine Prognose bestätigt, daß nach Einführung eines gesetzlichen Rauchverbots den Betrieben, die freiwilig für rauchfrei optiert haben, ihr Alleinstellungsmerkmal flöten geht. Wer, ob diesseits oder jenseits der Grenze, die legale von illegalen Wegen trennt, Rauchern Kapazitäten bieten kann, erarbeitet sich einen "USP fuer rauchende Gaeste".

In dem Artikel der Badischen Zeitung wird erwähnt, das zuständige Sozialministerium in Stuttgart wolle "demnächst einige Passagen des Gesetzes noch präzisieren". Vielleicht sagt den Ministerialbürokraten mal jemand, daß für Gesetzesänderungen der Landtag zuständig ist. Für das federführende Ministerium muß es überaus peinlich sein, wenn sich wenige Wochen nach Inkrafttreten schon erweist, daß das dem Landtag vorgelegte und von diesem dummerweise abgesegnete Gesetz nicht nur im Grundsatz sondern auch im Détail Scheiße ist, weil es unklare Begriffe verwendet. Wieso sollte sich der Landtag auf das Wagnis einlassen, ein schlecht formuliertes Gesetz nach ein paar Wochen zu ändern, wenn die Korrekturen von den selben Versagern formuliert werden? Ein schlechtes Gesetz läßt sich auch nicht durch Presseerklärungen oder Ausführungsbestimmungen des Sozialministerums heilen. Da sind die Verwaltungsgerichte vor.

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Donnerstag, November 22, 2007

Essen in der prime time.

Der Fernsehsender Kabeleins sendet ab kommenden Sonntag jeweils in der sogenannten "prime time", also ab 20.15 Uhr, vier Wochen lang mehrere Essens-Sendungen:
  • 20.15 Uhr: So isst Deutschland
  • 21.15 Uhr: Abenteuer Leben Extra
  • 22.45 Uhr: Das Fast Food Duell.
In der Sendung "So ist Deutschland" geht es am ersten Sonntag um die Frage "Was ist das perfekte Fast Food?". Wie ungesund ist Fast Food eigentlich? Welches Fast-Food-Gericht essen die Deutschen am liebsten? Christian Mürau macht sich auf die Suche: Er sieht in Berlin bei der Zubereitung von Döner zu und fährt nach Frankfurt, um die "schärfste Currywurst Deutschlands" zu probieren.

In den vier Reportagen "Abenteuer Leben Extra präsentiert Christian Mürau das Thema Essen von seiner ganz "persönlichen" Seite: Neben den kulinarischen Highlights stehen vor allem die Menschen, die sie zubereiten, im Vordergrund. Sie erzählen ihre Geschichten rund um Luxus-Currywürste, Sterne-Gastronomie, klassische Hausmannskost und internationale Gerichte.

Im "Das Fast Food Duell besucht der "junge Wilde" Koch Holger Stromberg Kochmuffel zu Hause und fordert deren Bringdienst zum Duell.

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Der beste Imbiss Deutschlands.

Seit Anfang dieser Woche sucht der Fernsehsender kabeleins jeweils ab 17.15 Uhr im Rahmen des Magazins "Abenteuer Leben - täglich Wissen" den besten Imbiss in Deutschland.

In der ersten Woche wurden vier Imbissbetriebe aus Berlin, Dresden, Hamburg und Köln wurden diese Woche vorgestellt - von Currywurst bis Falafel, von Zwei-Quadratmetern bis 20 Sitzplätze, von stilecht durchdesigned bis einfache Theke, von zugereisten Wirten bis zu echten Originalen. Alle vier Imbissbuden sind in Sachen Geschmack, Preis, Service und Wartezeit hart geprüft worden und gehören zu den 12 besten Buden unter fast 500.

Morgen, Freitag, 23. November 2007 wird der Wochensieger gekürt, der mit den anderen Wochensiegern der kommenden Wochen ins Finale einzieht. Die Entscheidung fällt zwischen 12 Imbissen aus 12 Städten. Aus Hamburg dabei ist der lütt´n grill.

Die Entscheidung über den Titel "Super-Imbissbude 2007" fällen die die Zuschauer per Telefonvoting.

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Globaler Appetit auf Bio treibt Bio-Markt weiter voran.

Bio-Produkte bedeuten Genuss und Lebensqualität. Sie stehen für die Verbindung von höchster Qualität und unbeschwertem Konsum. Circa 2.600 Aussteller präsentieren sich auf der BioFach 2008, Weltleitmesse für Bio-Produkte und wichtigster Branchentreff der Bio-Welt, den erwarteten rund 45.000 Fachbesuchern. Die BioFach, die vom 21. bis 24. Februar in Nürnberg stattfindet, wartet 2008 mit einem weiteren Highlight auf – der neuen Weinhalle 4A. Diese rückt den Bio-Wein ins Rampenlicht. Kulinarische Erlebniswelten bescheren den Fachbesuchern der Weinhalle Bio-Hochgenuss. In der Halle 7A und einem Teil der Halle 7 feiert die Vivaness, Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness, ihren ersten Geburtstag.

Die 2007 flügge gewordene schöne Tochter der BioFach gedeiht prächtig und wächst weiter. Schon 2007 verzeichnete sie mit auf Anhieb 161 Ausstellern einen Zuwachs von 70 % gegenüber dem Vorjahr. Auf dem internationalen Bio-Markt – wie auf den beiden Fachmessen BioFach und Vivaness – hält der Wachstumstrend weiter an.

40 Mrd. US-Dollar Umsatz im internationalen Bio-Markt

Die Bio-Branche boomt und immer mehr Unternehmen steigen in den Markt ein. In Ländern wie USA, Deutschland, Dänemark, Schweiz, Österreich und Großbritannien sind die Vermarktungsstrukturen gut entwickelt. Käufer können hier aus einem großen Angebot an Bio-Produkten in Supermärkten, Naturkostläden, auf Wochenmärkten, bei Lieferdiensten oder auch in ausgewählten Restaurants und Hotels wählen.

Die stark ansteigende Nachfrage in einwohnerstarken Ländern wie Deutschland und USA führt zu einem Sog auf den internationalen Märkten. Zunehmend erfasst dieser die Erzeugerländer und fördert dort die Umstellungen auf Öko-Landbau. Derzeit sind mehr als 31 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche bio-zertifiziert, weitere 62 Mio. ha als Fläche für Wildsammlungen anerkannt. Australien führt mit 11,8 Mio. ha die internationale Statistik an, gefolgt von Argentinien und China mit jeweils 3,1 Mio. ha Bio-Anbaufläche. In Europa werden aktuell rund 7,3 Mio. ha ökologisch bewirtschaftet, davon 6,6 Mio. ha. – das entspricht mehr als 4 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche – in der EU. (Helga Willer, Forschungsinstitut für biologischen Landbau, FiBL, Schweiz)

Im Jahr 2007 werden die weltweiten Ausgaben für Bio-Lebensmittel erstmalig die 40 Mrd. US-Dollar-Marke überspringen, so Amarjit Sahota von der Londoner Unternehmensberatung Organic Monitor. Obwohl die meisten Regionen der Welt von hohen Wachstumsraten berichten, ist umsatzbezogen das größte Wachstum in Nordamerika und Europa zu beobachten. Organic Monitor geht davon aus, dass weltweit im Jahr 2010 die Schwelle von 60 Mrd. US-Dollar erreicht wird.

Bio-Boom erfasst in Deutschland alle Vermarktungswege

Naturkostläden und direkt vermarktende Bio-Bauern gelten als Wegbereiter der Branche auf dem deutschen Bio-Markt. Aktuell erzielen der LEH, die Discounter sowie Bio-Supermärkte das größte Marktwachstum. Der ökologische Landbau konnte in Deutschland 2006 einen Zuwachs von 18.133 auf 825.539 ha verzeichnen. Dies geht aus einem Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Die Zahl der Ökobetriebe in der Landwirtschaft stieg um 537 auf 17.557. Damit arbeiten 4,6 % der Betriebe in Deutschland auf 4,9 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach den Richtlinien des Öko-Landbaus.

Die Gesamtzahl der im Bio-Sektor tätigen Unternehmen, also Erzeuger, Verarbeiter, Importeure und Händler, ist in Deutschland 2006 um 8,8 % auf 23.978 gestiegen. Nach wie vor wächst die Verarbeitungs- und Importbranche zahlenmäßig schneller als die Erzeugung.

Der Bio-Boom in Deutschland hält nun schon das dritte Jahr in Folge an – bei kaum veränderten Realeinkommen der Verbraucher. 2006 betrug der Umsatz mit Bio-Produkten 4,6 Mrd. EUR. Das entspricht einem Zuwachs von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Anteilig ist der LEH – inklusive Discounter sowie Obst- und Gemüsefachgeschäfte – mit 49 %, und der Naturkostfachhandel mit 23 % am stärksten an diesem Umsatz beteiligt. Gefolgt werden diese von der Direktvermarktung mit 11 % Anteil, Sonstigen wie Drogeriemärkten, Versandhandel etc. mit 7 %, Metzgereien/Bäckereien und Reformhäusern mit jeweils 5 %. (Prof. Dr. Ulrich Hamm, Universität Kassel, Deutschland)

Auch für 2007 ist wieder mit einem Branchenwachstum von 10 bis 20 % zu rechnen. Der deutsche Bundesverband Naturkost, Naturwaren, Herstellung und Handel (BNN) berichtet von einem Anstieg der Zahl seiner Mitgliedsunternehmen um 12 % im ersten Halbjahr 2007. Bei einem geschätzten Wachstum der Bio-Branche von 15 % läge der Umsatz Ende 2007 bei 5,3 Mrd. EUR und könnte damit erstmalig die 5 Mrd. EUR-Marke überschreiten.

Viel Bewegung im osteuropäischen Bio-Markt

Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei gehören zu den aufstrebenden osteuropäischen Bio-Märkten. Polen s Bio-Produktion legte 2006 stark zu, die Zahl der Bio-Betriebe stieg um 28 % auf 9.188. Die Zahl der Verarbeiter verdoppelte sich auf 156, so die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn, Deutschland. Ungarn exportiert rund 90 % seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Aber auch der Binnenmarkt für Bio-Produkte wächst zusehends. Die Slowakei exportiert wie Ungarn 90 % der Öko-Produktion mangels heimischer Kaufkraft vor allem nach Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und in die Niederlande. Ziel des slowakischen Landwirtschaftsministeriums ist es, bis 2009 eine Bio-Fläche von 120.000 ha bzw. 5 % Flächenanteil zu erreichen.

In Tschechien bewirtschaften 912 Bio-Betriebe 6,45 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Trotz hoher Bio-Anteile kann die Nachfrage nicht mit einheimischen Bio-Produkten gedeckt werden. Die Zahl der Hersteller und Weiterverarbeiter ist noch zu gering.

Bio-Wachstum rund ums Mittelmeer hält an

Frankreich s Bio-Fläche vergrößerte sich zwischen 2001 und 2006 um 31 % auf 500.000 ha. Sie beträgt 2 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Der Bio-Umsatz wird von der französischen Unternehmensberatung Ecozept in Montpellier auf 2 Mrd. EUR geschätzt.

Die Bio-Anbaufläche in Spanien wurde 2006 um 15 % auf 926.360 ha ausgedehnt. Neben Andalusien, dem Hauptmotor für das Bio-Wachstum in Spanien, sind Aragon, Extremadura und Katalonien weitere wichtige Bio-Anbauregionen. Von den rund 19.200 spanischen Bio-Betrieben sind 17.200 Erzeuger. Knapp 2.000 Firmen beschäftigen sich mit der Weiterverarbeitung und dem Handel von Bio-Produkten. Die Zahl der Bio-Unternehmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 %. Die Anzahl von Bio-Bauern, -Herstellern und -Händlern in Italien hat sich nach Angaben des italienischen Wirtschaftsinstituts Nomisma im Jahr 2006 auf 44.733 von zuvor 40.965 deutlich erhöht. Der Umsatz beträgt dabei 2,6 Mrd. EUR.

Doch auch ein Blick über die Alpen lohnt: Im vergangenen Jahr wuchs der Bio-Markt in Österreich um 35 % und erreichte Ende 2006 rund 200 Mio. EUR. Das entspricht nach Angaben der österreichischen Marketingorganisation RollAMA 5 % des Umsatzes im LEH. Zu den beliebtesten Bio-Produkten der Österreicher gehört die Milch. Jeder siebte Liter kommt von einem Bio-Hof. Der Anteil der Discounter am Bio-Markt nimmt auch in Österreich kontinuierlich zu und liegt bei 27 %.

40 % Plus bei der Bio-Umstellungsfläche in Großbritannien

Der Umsatz mit Bio-Produkten betrug in Großbritannien 2006 rund 2,9 Mrd. EUR. Das entspricht einer Steigerung um 22 % gegenüber dem Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei 27 %. Im Januar 2007 wurden 613.470 ha biologisch bewirtschaftet, 3,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Umstellungsfläche nahm 2006 um 40 % zu. (Organic Market Report 2007, Soil Association, Großbritannien)

USA: Größter Bio-Markt weltweit mit 21 % Zuwachs

Zunehmend mehr konventionelle Supermärkte steigen in den amerikanischen Bio-Markt ein und bieten ihren Kunden ein begrenztes Bio-Sortiment. Neu-Einsteiger sind beispielsweise Bigg's in Cincinnati mit 12 und Hannaford mit 159 Supermärkten im Nordosten der USA. 2006 wurden in den USA Bio-Produkte im Wert von rund 17 Mrd. US-Dollar abgesetzt. Das entspricht einem Anteil am Gesamtlebensmittelmarkt von 3 %. Nach Angaben der US-Amerikanischen Organic Trade Association (OTA) wuchs der Bio-Markt 2006 in den USA um 21 %.

Lifestyle of Health and Sustainability unterstützt Lust auf mehr Bio

Gesundheit und Nachhaltigkeit sind Eckpfeiler des gleichnamigen Lifestyle-Trends. Zukunftsforscher sind sich einig: Gesundes Genießen boomt nachhaltig. Kaum ein Thema ist enger mit Genuss und Werte-Renaissance verbunden wie das Essen. Zudem ist Bio eng verknüpft mit aktuellen Fragen der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit. Die Spitze des Bio-Lebensmittel-Hypes ist noch nicht erreicht und der Bio-Markt birgt nach wie vor viel internationales Wachstums-Potential.

(Quelle: Pressemitteilung der NürnbergMesse).

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Rauchverbot in Schleswig-Holstein: Der Teufel steckt in den Ausnahmen.

Der Landtag Schleswig-Holsteins hat gestern das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie beschlossen: "Landtag macht Ernst: Rauchverbot!", in: Kieler Nachrichten vom 21. November 2007. Anmerkungen zu einigen Details:
  • Bei geschlossenen Gesellschaften - etwa Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten - kann befristet auch der größere von zwei Räumen als "Nebenraum" und damit Raucherzone deklariert werden, wenn dies der Veranstalter wünscht. Man kann gespannt sein, welche Veranstaltungen in der Verwaltungspraxis und in den Entscheidungen der Verwaltungsgerichte darunter zu verstehen sein werden, z.B. Beerdigungsfeiern, Taufen, Kommunions- und Konformationsfeiern, Ehejubiläen, religiöse Feiern anderer ethnischer Gruppen, und ob solche Feiern nur am Tage des Ereignisses selbst oder auch davor oder danach gefeiert werden können und wie lange gefeiert werden darf (ein- oder auch mehrtägig). Siehe dazu auch unseren gestrigen Beitrag "Rauchverbot in Schleswig-Holstein: Private Feiern ausgenommen".
  • Bei Traditions- und Festveranstaltungen kann auch in Festzelten gequalmt werden. Damit greift Schleswig-Holstein die in Nordrhein-Westfalen umgesetzte Idee von "Brauchtumsveranstaltugnen" auf. Siehe dazu unseren kritischen Anmerkungen "Viele Ausnahmen beim Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen". Sie dürfen an einem Standort jedoch nur einmal im Jahr an maximal 21 aufeinander folgenden Tagen betrieben werden. Hier wird man sich streiten können, was "an einem Standort" heißt. Heißt das in einer Stadt, einem Stadtteil, auf einem Platz oder auf einem genau identischen Areal? Was passiert, wenn konkurrierende Veranstalter an einem Standort eine Traditions- oder Festveranstaltung anmelden, die zusammen länger als 21 Tage dauern? Bekommt dann die Genehmigung, wer zuerst anfragt? Und kann man schon Jahre voraus solche Veranstaltungen anmelden und damit den Markt monopolisieren? Verkraftet eine Kommune den Ärger, wenn ein auswärtiger, kommerzieller Veranstalter am Standort eines etablierten, traditionellen Festes eines ortsansässigen Vereins (z.B. Schützenfest), eine Festveranstaltung anmeldet, an der geraucht werden darf und so die Möglichkeit dieses Vereins unterbindet, auf ihrem Fest ebenfalls das Rauchen zu ermöglichen?

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Mittwoch, November 21, 2007

Rauchverbot in der Gastronomie des Saarlands beschlossen.

Der saarländische Landtag hat ein Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet:
  • Das Rauchverbot in der Gastronomie gilt ab dem 15. Februar 2008.
  • In Nebenräumen, die belüftet sind, darf das Rauchen erlaubt werden.
  • Ausgenommen vom Rauchverbot sind "inhabergeführte Gaststätten".
  • In Bier-, Wein- und Festzelten, die an ihrem jeweiligen Standort nur vorübergehend, das heißt an nicht mehr als 14 aufeinanderfolgenden Tagen, betrieben werden, darf das Rauchen bei entsprechender Kennzeichnung erlaubt werden.
Ich bin ehrlich, ich habe keine Ahnung, was "inhabergeführte Gaststätten" sein sollen:
  • Versteht man darunter, daß das Rauchen nur dann erlaubt ist, wenn ausschließlich - zu keinem Zeitpunkt eines Wirtschaftjahres - die Inhaber beschäftigt sind, gibt es fast keine Betriebe, die dieses Kriterium erfüllen.
  • Versteht man darunter, daß das Rauchen nur zu den Zeiten erlaubt, ist, in denen lediglich die Inhaber arbeiten, gibt es absurde Folgen: Das Rauchen wäre zeitweise erlaubt, müßte aber eingestellt werden, sobald ein Mitarbeiter eingesetzt wird, der nicht zur Familie gehört.
Mehr Informationen verspricht die Website des saarländischen Gesundheitsministeriums www.nichtraucherschutz.saarland.de. . Dort heißt es:
"Ein Gaststätte kann die Wirtin oder der Wirt nur dann zu einer 'Rauchergaststätte' erklären, und als eine solche betreiben, wenn sie/er diese Gaststätte grundsätzlich allein führt, das heißt keine weiteren Personen als Beschäftigte im Sinne des § 21 des Gaststättengesetzes oder als Selbstständige im laufenden Gastronomiebetrieb tätig sind. Die Wirtin oder der Wirt dürfen also kein Fremdpersonal beschäftigen....
Um aber die Lebenswirklichkeit abzubilden, dürfen die Wirte solche kleinen inhabergeführter Rauchergaststätten, gelegentlich zu ihrer Unterstützung auch volljährige Familienangehörige beschäftigen. Diese Fälle der Beschäftigung von Aushilfskräften aus dem Familienkreis darf nur von untergeordneter Bedeutung für den Geschäftsbetrieb der inhabergeführten Gaststätte sein. Eine regelmäßige Beschäftigung von Familienangehörigen zur Gewährleistung einer geordneten Betriebsführung ist ausgeschlossen. Eine solche vorübergehende, auf Ausnahmefälle beschränkte, Beschäftigung birgt nicht in gleichem Maße eine Gesundheitsgefährdung durch Passivrauch, wie bei einer Beschäftigung 'rund um das Jahr', und soll es der Betreiberin oder dem Betreiber einer kleinen Gaststätte erlauben den Betrieb auch in solchen Fällen, in denen aufgrund besonderer Gegebenheiten mit einem erhöhten Andrang von Gästen gerechnet werden muss, führen zu können (Abdeckung des Spitzenbedarfs). Gelegentlich heißt hierbei zwischen 15 bis 17 mal in Jahr, also zum Beispiel, wenn etwa ein Begräbnis ist oder irgendetwas Besonderes anfällt. Allerdings nicht an jedem Wochenende."
Ob ein Betrieb unter diese Regelung fällt, ist bei einer einzelnen Kontrolle vor Ort überhaupt nicht überprüfbar. Der Gastronom wird in jedem Fall kaum widerlegbar behaupten, daß er ausnahmsweise an diesem Tag zur Abdeckung eines "Spitzenbedarfs" Personal beschäftigt habe. Eine Überprüfung müßte auch die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung umfassen. Diese Unterlagen befinden sich bei solch kleinen Betrieben aber meist beim Steuerberater. Den Ordnugngsämtern mangelt es regelmäßig an Personal und Kompetenz, solche Unterlagen auszuwerten. Der Aufwand einer Kontrolle der Lohnbuchhaltung steht in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Bußgeldern. Zudem ist Papier geduldig. Betriebe, die Arbeitnehmer schwarz beschäftigen, würden beim Rauchverbot privilegiert.

Die Regelung, daß "Inhaber" vom Rauchverbot befreit sind, legt es nahe, den Kreis der Inhaber zu erweitern, etwa in der Rechtsform einer Personengesellschaft oder eines Vereins.

Meines Erachtens ist das saarländische Gesetz verfassungswidrig, denn das Rauchverbot wird mit dem Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer begründet (wenn keine Arbeitnehmer beschäftigt werden, darf geraucht werden). Die Gesetzgebungskompetenz für den Arbeitsschutz obliegt jedoch dem Bund.

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Bussgelder wegen Rauchverbotsverstoss in Frankfurt am Main verhaengt.

In Frankfurt am Main wurden Bußgelder gegen zwei Gastronomen verhängt wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Rauchverbotsgesetz: "Erste Bußgelder gegen Raucherwirte", in: Frankfurter Rundschau (ohne Datum, gelesen am 21. November 2007):
"In den vergangenen drei Wochen seien zwei Wirte angezeigt worden, die sich nach vorherigen Belehrungen uneinsichtig und kooperationsunwillig gezeigt hätten, sagte Klaus Diekmann vom Frankfurter Ordnungsamt. Die Bußgelder lägen zwischen 200 und 300 Euro."
Leider enthält diese Zeitungsmeldung keinen Hinweis darauf, was den diskriminierten Kollegen eigentlich vorgeworfen wird. "Uneinsichtigkeit" und "Kooperationsunwilligkeit" sind keine strafbewehrten Tatbestände. Es gilt immer noch das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Es bleibt jedem Bürger, auch einem Gastronomen, unbenommen, seine Meinung frei und frank zu äußern.

Der Gastronom muß lediglich, falls er bemerken sollte, daß jemand rechtswidrig in seiner Gaststätte raucht, und dieser Raucher seiner Bitte, dies zu unterlassen, nicht Folge leistet, bei der Polizei oder dem Ordnungsamt anregen, dies zu unterbinden. Siehe dazu auch meine Tips in einem früheren Beitrag über ein verhängtes Bußgeld in Hannover: "Bussgeld wegen Rauchvebot gegen Gastronomin in Hannover verhaengt".

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Synopse der Raucherdrangsalierungsgesetze der Laender.

Der Bundesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands hat seine "Synopse zum Gesetzgebungsstand" (PDF) der Raucherdrangsalierungsgesetze der Bundesländer mit Datum vom 9. November 2007 aktualisiert. Hochachtung vor dieser Sisyphus-Arbeit!

Nachtrag: Ich wurde darauf hingewiesen, daß die Synopse für Berlin Fehler enthält:
  • Es ist unzutreffend, daß in Raucherzimmern ein Bedienverbot gelten soll. Der frühere Senatsentwurf vom 15.07.2007 sah zwar ein solches Bedienverbot für Angestellte vor, wurde aber durch den Senatsentwurf vom 03.07.2007 ersetzt, weil dem Land Berlin die Kompetenz zur Änderung der Arbeitsstättenverordnung (=Bundesrecht!) fehlt.
  • Es ist unzutreffend, daß in Diskotheken ein ausnahmsloses Rauchverbot gilt. Wenn Diskotheken nur Erwachsenen Zutritt gewähren, darf unter denselben Voraussetzungen wie bei sonstigen Gaststätten ein Raucherzimmer eingerichtet werden.
Einzelheiten finden Sie auf der Website "Recht auf Rauchen".

Generell sind alle Informationen über die gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern mit Vorsicht zu genießen:
  • Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht in allen Bundesländern abgeschlossen.
  • Die Entwürfe und Gesetze enthalten Begriffe, die interpretationsfähig und -bedürftig sind.
  • Es gibt keine Ausführungsbestimmungen und natürlich auch noch keine Rechtsprechung.

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Rauchverbot in Schleswig-Holstein: Private Feiern ausgenommen.

Der Kieler Landtag hat ein Rauchverbot in der Gastronomie beschlossen. Ausgenommen sind private Veranstaltungen, wenn der Veranstalter dies wünscht, aber nur für Gaststätten mit Nebenraum: "Kieler Landtag beschließt Gesetze zum Nichtraucher- und Kinderschutz", in: Die Welt vom 21. November 2007.

Wobei sich die Frage stellt, was denn eine "private Feier" ist.

So werden sich die Verwaltungsgerichte in den Bundesländern in Zukunft je nach landesgesetzlicher Regelung mit den Fragen herumärgern dürfen, was dennsind und was nicht. Und die Ordnungsämter werden von Stadt zu Stadt, von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter, von Betrieb zu Betrieb und von Fall zu Fall unterschiedlich entscheiden, nicht zuletzt auch um den Spielraum für Korruption zu verbreitern. Viel Spaß dabei!

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Dienstag, November 20, 2007

Unschuldslamm.

Umsatzrückgänge in Folge des Rauchverbots in der Gastronomie sind vorhersehbar gewesen. Doch die dieses Verbot initierenden Politiker haben sie wider besseres Wissen bestritten. Jetzt, nach Einführung des Rauchverbots z.B. in Baden-Württemberg, wo die Umsätze einbrechen, entziehen sie sich ihrer Verantwortung.

Der Gastronom Manuel Altunkaya vom Merlin in Heidelberg hat dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding , einen der heftigsten Verfechter eines gesetzlichen Rauchverbots, im Forum Abgeordentenwatch.de sein Leid geklagt:
"Ich bin Gastronom in Heidelberg, ich betreibe unter anderem auch das Café Restaurant Merlin in der Bergheimer Straße (ist Ihnen vielleicht bekannt), die Umsätze sind um 20% zurückgegangen wegen dem Rauchverbot im Merlin!"
Doch Lothar Bindung versucht sich seiner Verantwortung Verantwortung für die Existenzbedrohung dieses Kollegen und mit ihm vieler anderer zu entziehen:
"Eine dauerhafte Umsatzeinbuße, wie von Ihnen angegeben, sollte sich nicht mit dem Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen begründen lassen. Jedenfalls ist eine solche Umsatzeinbuße ein absolutes Drama. Vielleicht gibt es andere Gründe, mit denen sich diese Entwicklung erklären lässt. In anderen Ländern hat sich gezeigt, dass der in Folge des Rauchverbots festzustellende Umsatzrückgang nur von kurzer Dauer ist. In Häusern, in denen Speisen angeboten werden, hatte sich der Umsatz schon nach wenigen Monaten über das vor dem Rauchverbot liegende Maß entwickelt. Hoffentlich stellen wir das auch in Ihrem Haus fest."
Und überhaupt wird dem Kollegen unterstellt, er sei zu blöde, den aktuellen Umsatz mit dem Vorjahresumsatz zu vergleichen:
"Natürlich haben Sie große Umsatzanteile auch im Außenbereich erzielt, was ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit selbst feststellen konnte, sodass nun, da es auch in Heidelberg kälter wird, mit Umsatzrückgang zu rechnen ist, denn der Außenbereich ist ja bei Ihnen sehr groß. Insofern ist die Ursachenanalyse des Umsatzrückgangs nicht ganz einfach, und eine monokausale Betrachtung führt uns fehl."
Siehe auch einen früheren Beitrag von mir über Lothar Binding: "Würstchen".

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Freitag, November 16, 2007

Bier im Fernsehen.

Der Fernsehkanal 3Sat wiederholt heute ab 16.00 Uhr den am 21.10.1998 erstmals ausgestrahlten Film "Hopfen und Malz, Gott erhalt's" von Andreas Goerke. Er geht den Gründen für die Beliebtheit des Biers nach und verfolgt die Entstehungsgeschichte des Safts aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser.

Bayern alpha, der Bildungskanal des Bayerischen Fernsehens, zeigt in den kommenden Wochen jeweils ab 23 Uhr mehrere Sendungen zum Thema Bier:
  • Montag, 19.11.2007: "Ein Helles, bitte!" Alles über Bier ("Kompass" / NDR / 1998)
  • Dienstag, 20.11.2007: Biergeschichte(n) (1/4) Die Klosterbrauereien (Doku / 1999)
  • Mittwoch, 21.11.2007: Biergeschichte(n) (2/4) Die Bierbarone (Doku / 1999)
  • Donnerstag, 22.11.2007: Biergeschichte(n) (3/4) Raudis, Revoluzzer, Radikale (Doku / 2000)
  • Freitag, 23.11.2007: Biergeschichte(n) (4/4) Wandel und Handel (Doku / 2000)
  • Montag, 26.11.2007: Bier ("Was die Großmutter noch wusste" / SWR / 1991)
  • Dienstag, 27.11.2007: Bier braucht Heimat (Doku / 2002)
  • Mittwoch, 28.11.2007: Das grüne Gold - Fränkischer Hopfen aus Spalt (Doku / 1988)
  • Donnerstag, 29.11. 2007: Münchner Brauereien - Eine Reise in die Vergangenheit (Doku / 1991)
  • Freitag, 30.11.2007: Die Pschorrs - Eine Münchner Bierdynastie (Doku / 2006)
Am morgen danach wird die Sendung jeweils um 11 Uhr wiederholt. Details verraten die Wochenprogrammübersichten über die 47. Kalenderwoche und die 48. Kalenderwoche.

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Donnerstag, November 15, 2007

Gastgewerbe setzt im September 2007 real 5,7% weniger um.

WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Umsatz des Gastge­werbes in Deutschland im September 2007 nominal um 3,0% und real um 5,7% niedriger als im September 2006. Im Vergleich zum Vormonat August wurde im Gastgewerbe im September 2007 nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal 1,8% und real 2,0% weniger umgesetzt.

In allen drei Bereichen des Gastgewerbes lagen die Umsätze im September 2007 nominal und real unter den Werten des Vorjahresmonats:
  • im Beherbergungsgewerbe (nominal - 1,1%, real - 3,9%),
  • bei den Kantinen und Caterern, zu denen auch die Lieferanten der Fluggesellschaften gehören (nominal - 2,9%, real - 5,6%) und
  • im Gaststättengewerbe (nominal - 4,5%, real - 7,3%).
In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 setzte das Gastgewerbe nominal 0,3% und real 2,8% weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

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Kneipensterben in Ulm.

Massiv von Umsatzrückgängen betroffen sind Kneipen in den Bundesländer, in denen es schon eingeführt worden ist, in den Grenzregionen zu Nachbarländern, wo es kein Rauchverbot gibt. Ein Beispiel ist Ulm (in Baden-Württemberg) und Neu-Ulm (in Bayern): "Rauchverbot für Wirte in Ulm/Neu-Ulm grenzwertig", in: Südwest Presse vom 15. November 2007. In diesem Artikel wird der Kollege Ebbo Riedmüller zitiert. Mit Einführung des Rauchverbots vor dreieinhalb Monaten sei der Umsatz dieser Kneipen um die Hälfte eingebrochen.

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Mittwoch, November 14, 2007

Bierpreise steigen 2008 um bis zu 1,10 Euro je Kasten.

Auf einer Pressekonferenz anläßlich der Eröffnung der Brau Beviale in Nürnberg am 13. November 2007 hat Gerhard Ilgenfritz, Präsident des Verbands Private Brauereien Bayern e.V., massive Bierpreiserhöhungen im ersten Quartal 2008 angekündigt und zu rechtfertigen versucht. Wir dokumentieren den Teil seiner Rede, in dem er auf die wirtschaftliche Lage der Brauereien und die angedrohte Bierpreiserhöhung eingeht:
"Traditionell bietet die BRAU Beviale die Gelegenheit, auf das bisherige Geschäftsjahr der deutschen Braubranche zu blicken.

Bis einschließlich September verzeichnen die deutschen Brauer ein Minus von 2,3 % im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Dieses Minus wird auch im restlichen Jahr nicht mehr aufholbar sein. Dabei war das Jahr 2007 sehr wechselhaft. Der Start ins Jahr mit dem 1. Quartal war für die Brauer hervorragend, schon im Februar saßen die ersten Gäste vor den Lokalen, und die Biergärten waren bereits im April geöffnet – bei solchen Temperaturen wird dann auch Bier getrunken. Das zweite Quartal konnte die Erwartungen nicht erfüllen, aber unterm Strich blieb zum Halbjahr noch ein leichtes Plus.

Unbefriedigend war dann das dritte Quartal, es fehlten die WM-Absätze, und in den Monaten August und September spielte natürlich das Regenwetter in diesen so genannten Sommermonaten eine dominierende Rolle.

Wieder gestiegen sind die Exporte mit einem Plus von 5,2 %. Mittlerweile werden über 15 % der deutschen Bierproduktion exportiert, die wichtigste Exportregion ist nach wie vor die EU mit Italien an der Spitze.

Ebenfalls wieder überproportional sind die Biermischgetränke mit plus 19,8 % gegenüber dem Vorjahr angewachsen, wobei das klassische Radler, eingeschlossen der Lemon-Variante, nach wie vor das dominierende Getränk ist.

Das alles beherrschende Thema der Braubranche 2007 ist die Rohstoffversorgung mit Hopfen und Malz. Obwohl Deutschland mit der Hallertau das größte Hopfenanbaugebiet der Welt ist - 39 % der Welthopfenernte (bezogen auf Alpha-Säure) kommt aus Deutschland – und 2007 mit Ausnahme einiger Bitterhopfensorten eine gute Ernte erreicht wurde, ist Hopfen mittlerweile eine knappe Ware. Dies führt zu erheblichen Preisanstiegen, auf dem Freimarkt hat sich Aromahopfen in den letzten beiden Jahren um 100 %, Bitterhopfensorten um 150 - 400 % verteuert. Die Ursache liegt in der weltweiten Bierproduktion, die ist seit 1997 um 35 % gestiegen, und gerade die dynamisch wachsenden Braukonzerne aus Brasilien, China und Osteuropa kaufen den internationalen Hopfenmarkt leer. Eine nachhaltige Entspannung ist erst mittelfristig in 3 bis 5 Jahren zu erwarten, wenn Flächenausweitungen der Hopfenbauern und neue bitterstoffreiche Hopfensorten halbwegs die gestiegene Nachfrage befriedigen können.

Ähnlich ist die Entwicklung beim wichtigsten Braurohstoff Braugerste, aus der das Malz hergestellt wird. Die witterungsbedingte Gerstenmissernte 2006 und die seit Jahren rückläufigen Anbauflächen für Braugerste – seit 2004 hat sich die Anbaufläche für Braugerste in Deutschland um 116.000 ha oder 19 % reduziert – haben sämtliche Reserven aufgezehrt. Lediglich eine sehr gute Braugerstenernte 2007 in Nordeuropa (Dänemark, Norwegen, Großbritannien) führte dazu, dass der Braugerstenbedarf bis zur Ernte 2008 aus heutiger Sicht gedeckt erscheint. Allerdings werden einzelne Brauereien ohne langfristige Lieferkontrakte gerade in den Monaten Mai bis August vor der Ernte 2008 vereinzelt Schwierigkeiten haben Malz zu erhalten, sprich dann exorbitante Preise zahlen müssen.

Die Gründe für diese Entwicklung bei Braugerste sind:
  • der weltweit steigende Weizenbedarf übersteigt seit Jahren die Weltgetreideernten und
  • sorgte für einen dramatischen Anstieg der internationalen Getreidepreise
mehrjährige Ernteausfälle in Folge bei Braugerste in Australien führten dazu, dass sich große asiatische, insbesondere chinesische Brauereien, neuerdings bei europäischen Mälzereien eindecken,
  • für Energiepflanzen, wie Mais oder Raps, werden, um den Bedarf für Biogasanlagen und ähnliches zu decken, mittlerweile Spitzenpreise gezahlt.
Dies führt dazu, dass einerseits der Landwirt sehr ertragreiche Anbaualternativen hat, die in direkter Konkurrenz zum Anbau von Braugerste stehen, und dass andererseits der Braugerstenanbau in Deutschland Weltmarkteinflüssen ausgesetzt ist. In Zahlen ausgedrückt: der Braugerstenpreis hat sich innerhalb von 2 Jahren fast verdreifacht, der Malzpreis ist in diesem Zeitraum auf dem Freimarkt von 240 bis 270 Euro pro Tonne auf 600 Euro und mehr pro Tonne gestiegen.

In Summe haben sich die Kosten für den Hopfen- und Malzbezug um 60 bis 70 Cent je Kasten Bier erhöht. Rechnet man die Steigerung der Energiekosten im gleichen Zeitraum hinzu, ergibt sich eine notwendige Erhöhung des Endverkaufspreises von 1 Euro bis 1,10 Euro pro Kasten inkl. der zugehörigen Mehrwertsteuer.

An dieser Preiserhöhung kommt bei einer vernünftigen Kalkulation keine deutsche Brauerei vorbei, dementsprechend ist im 1. Quartal 2008 eine derartige Bierpreiserhöhung unerlässlich. Die eine oder andere Brauerei wird es eventuell in 2 Stufen vollziehen, sprich einen Teil der Bierpreiserhöhung Anfang 2008, die zweite Stufe Ende des Jahres.

Die entscheidende Frage ist, wie die Situation der Gerstenverknappung mittelfristig in der Braubranche gelöst werden kann; die Ansatzpunkte zielen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Lebensmittelanbaus in der Landwirtschaft:
  1. Zielorientierte staatliche Förderung von Bioenergieanlagen statt Förderung nach dem Gießkannenprinzip: Basis für die zukünftige Förderung von Bioenergieanlagen kann nur noch die Bewertung der Gesamtbilanz sein. Dazu gehört der Wirkungsgrad der Anlagen - beispielsweise sind Biogasanlagen ohne Wärmenutzung zu ineffizient - ,dazu gehört aber auch die Einbeziehung des Energiebedarfs beim Anbau inklusive des Düngerbedarfs, wodurch beispielsweise die Biospritgewinnung aus Getreide in Mitteleuropa laut Fachleuten höchst fragwürdig ist.
  2. Gleichgewichtigkeit des Lebensmittelanbaus und des Bioenergieanbaus bei Fördermaßnahmen berücksichtigen: Dieser Punkt ist zusammen mit dem ersten als Rahmenbedingung durch die Politik unerlässlich, wodurch auch deutlich wird, dass Maßnahmen zur Energieeinsparung eine höhere Gewichtung bei der Erreichung von Klimazielen haben müssen.
  3. Brauereien müssen die gesamte Wertschöpfungskette bei der Rohstoffversorgung einbeziehen: Mittlerweile haben beim Hopfen gerade die deutschen Brauereien reagiert und schließen langfristige Lieferkontrakte direkt mit Hopfenbauern oder Hopfenhandelshäusern, die 2008er-Ernte ist so bereits nahezu verkauft, selbst die Ernte 2013 ist bereits mit einem Anteil von ca. 50 % kontrahiert. Ähnliche Quoten sind bei Braugerste noch nicht erreicht, gerade für Teile der in Deutschland führenden Brauereigruppen ist hier ein erhebliches Umdenken notwendig. Es wird dazu führen, dass Brauereien zunehmend vorab Vermälzungskapazitäten bei den Mälzereien "buchen" und sich unabhängig davon die Rohware, sprich Braugerste, durch Verträge mit Erzeugergemeinschaften oder Handelshäusern sichern. Unerlässlich hierbei ist aber ein Vorvertragspreisniveau für Braugerste, das den Landwirten bei vergleichbaren Bodenbedingungen ähnliche Deckungsbeiträge wie bei anderen Feldfrüchten gewährleistet. Die Privaten Brauereien Bayern empfehlen daher einen Vorvertragspreis 2008 für den Erzeuger von 270 Euro/t, auf den Zu- bzw. Abschläge in Abhängigkeit des in 2008 geltenden Marktpreises angerechnet werden. Damit sind den Bauern gute Deckungsbeiträge auch mit Braugerste garantiert, er partizipiert auch an Marktpreisänderungen, und es ist ein Anreiz gegeben, weiterhin Braugerste anzusäen.
  4. Lebensmittel- und damit Bierpreise werden hoch bleiben und weiter steigen müssen: Die deutschen und europäischen Märkte für landwirtschaftliche Produkte sind endgültig auf den Gesetzen der Weltmärkte angekommen. Das heißt, für landwirtschaftliche Produkte wird es zukünftig nur noch einheitliche, internationale Preisniveaus geben. Und diese Niveaus werden aufgrund steigernder Nachfrage hoch sein, werden höchst volatil sein, Missernten in einem Teil der Erde werden bis in die kleinste Region nahezu 1:1 durchschlagen. Im Ergebnis kann erwartet werden, dass bei den Preisen für alle landwirtschaftlichen Produkte noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, wenngleich seriöse Prognosen auch von Fachleuten heute noch nicht möglich sind. Der Verbraucher wird lernen müssen, die Wertschätzung für Lebensmittel neu zu definieren und wird diese Ausgaben in ein anderes Verhältnis als heute zu seinen sonstigen Ausgaben umschichten müssen.
Neben den Rohstoffen spielt in der deutschen Brauwirtschaft die Verpackung eine außerordentliche Rolle. Hier ist festzustellen, die Bepfandung von Einweg funktioniert in der deutschen Brauwirtschaft. Nach neuesten Zahlen von IRI (GfK) beträgt der Mehrweganteil 2007 90 % bei Bier und liegt auf einem stabil hohen Niveau. Dies ist nach wie vor die Voraussetzung, dass der Lebensmitteleinzelhandel flächendeckend Mehrwegrücknahmesysteme unterhält, dass Mehrweg somit überhaupt listungsfähig ist. Nur so haben mittelständische Brauereien den Marktzugang für ihre Produkte, denn sie können nur in Mehrweg abfüllen.

Höchst unbefriedigend ist aber im Zusammenhang Verpackung die Vorgehensweise der nur noch wenigen europäisch agierenden Glaskonzerne. Durch eine gezielte europaweite Verknappung der Herstellungskapazitäten von Glasflaschen wurden die Preise je nach Flaschentyp um bis zu 70 – 80 % nach oben getrieben. Mittlerweile ist die generelle Verfügbarkeit von einzelnen Flaschen nicht mehr gewährleistet, Lieferfristen von mehr als einem halben Jahr selbst bei Standardflaschen sind keine Seltenheit. Aus unserer Sicht ist dies unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten äußerst fraglich, und die Privaten Brauereien in Deutschland begrüßen und unterstützen den Vorstoß der Weinverbände, die eine kartellrechtliche Überprüfung der europäischen Glasindustrie bei der EU angestoßen haben.

Das nächste problematische Thema für die deutschen Brauereien ist die Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen. Es scheint derzeit ein Wettlauf stattzufinden, wer die Bürger am meisten reglementieren kann. Die Ziele, die verfolgt werden, sind dabei durchaus ehrwürdig, aber zu glauben, man löst Probleme, indem man die Bevölkerung mit Regeln überzieht, ist mehr als fraglich. Beispiel Rauchverbot: Die Basis der politischen Entscheidungen ist eine Statistik, nach der in Deutschland jährlich 3.300 Personen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Eine beeindruckende Zahl, allerdings weist der Leiter Prävention der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Prof. Grieshaber, darauf hin, dass zwei Drittel dieser untersuchten Personen älter als 85 Jahre waren. Es ist ja nicht so, dass wir Brauer die Problematik des Rauchens ignorieren, aber warum vernünftige Ausnahmeregelungen gerade für die kleine Einraumgastronomie oder für Feste, die in anderen Ländern wie Spanien funktionieren, in Bayern nicht möglich sind, ist schon fraglich. Folgeerscheinungen, wie zu erwartende wirtschaftliche Einbußen der kleinen Dorfwirtschaft, weil die Schwarzgastronomie in Vereinsheimen noch mehr Zulauf bekommt, oder Lärmbelästigungen durch Gäste, die nachts vor der Tür rauchen oder Festzeltbetreiber, die ihre Sicherheitsdienste zigfach aufstocken müssen, bleiben völlig außer Acht.

Ähnliches beim nächsten Punkt, die Alkoholpolitik, ohne dass ich dies hier in epischer Breite ausweiten möchte. Der normale Mensch, und das sind über 90 % der Bevölkerung, ist sehr wohl verantwortungsbewusst und kann sehr gut mit unserem Konsum- und Genussangebot, auch mit Alkohol, umgehen. Natürlich gibt es Bevölkerungsgruppen, insbesondere die Jugendlichen, die einen besonderen Schutz benötigen. Aber mit einer konsequenteren Einhaltung mit Überprüfung der bestehenden Jugendschutzgesetze - dazu gehört auch ein Verbot der Flatrate-Parties und die Sanktionierung von Verstößen gegen die Einhaltung des Abgabealters - sowie mit einer gezielten und gesteigerten Sozialbetreuung dieser Gruppen in den Brennpunkten wäre schon sehr viel erreicht und wesentlich mehr Probleme gelöst, als mit generellen gesetzlichen Regelungen für die Allgemeinheit, die nur Ausweichreaktionen provozieren.

Nach all den negativen Meldungen stellt sich die Frage, wie steht es eigentlich um die Brauereien. Es gibt in Deutschland derzeit 1284 Brauereien, davon sind über 90 % mittelständische und kleine Unternehmen. Die Herausforderung ist, in einem stagnierenden, tendenziell eher rückläufigen Markt zu bestehen. Der Preiswettbewerb über Aktionen wird abwechselnd von den verschiedenen Marken weiterhin zum Tagesgeschäft gehören. Allerdings werden im Billigpreissegment langfristig nur die bestehen, die es schaffen, bei hohen Durchsätzen ihre Kostenstrukturen höchst effizient zu gestalten und sich in der Logistik auf die Belieferung der dafür relevanten Einzelhandelsschienen beschränken. Für alle anderen gilt, es müssen die Faktoren Qualität, Markenstärke und Vertrieb unabhängig von der Brauereigröße nachhaltig aufgebaut werden. Im Fokus steht hierbei weniger eine Mengenorientierung, sondern die Ertragsorientierung.

Damit wird die Brauerei- und Biervielfalt erhalten bleiben, eine Zielsetzung, die auch hinter dem internationalen Bierwettbewerb European Beer Star steht. Veranstalter sind die Privaten Brauereien gemeinsam mit dem europäischen Dachverband, der Association of small and independent Breweries in Europe. Bei seiner vierten Austragung in 2007 konnte die Teilnehmerzahl nochmals um mehr als 30 % auf 575 Biere gesteigert werden. Die Biere kommen aus 28 Ländern, hierunter sind Brauereien aus Australien, El Salvador, der Mongolei, Japan, Nordamerika, Osteuropa sowie nahezu alle mitteleuropäischen Länder. Am Donnerstag dieser Woche werden hier auf der Messe in 40 Kategorien die wertvollen Preise verliehen. Bereits am Mittwoch können die Besucher der BRAU Beviale alle goldprämierten Biere verkosten und bewerten – damit ist auch auf der BRAU Beviale echte Biervielfalt gegeben."
(Quelle: Pressemitteilung des Private Brauereien Bayern e.V.).

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Dienstag, November 13, 2007

Schuettel-Schorsch wird philosophisch.

Es ist schon seltsam anzuschauen, mit welchen Nebensächlichkeiten sich Politiker beschäftigen, als gäbe es keine existentiellen Probleme zu lösen: Da gibt "Schüttel-Schorsch", der Vorsitzende der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, ein Radio-Interview zur Frage, ob das Rauchverbot in der Gastronomie in Bayern, das am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll, am Neujahrstag bereits um 0 Uhr oder erst nach der "Putzstunde", also um 6 Uhr in Kraft treten soll: "Rauchverbot: Schmid sieht in Silvesternacht 'Übergangssituation'", in: ad-hoc-news vom 13. November 2007.

Obwohl jedermann weiß, daß es weder in diesen Nachtstunden noch überhaupt von irgend einem Arsch kontrolliert werden wird.

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Wie Wirte das Rauchverbot austricksen.

Die Süddeutsche Zeitung hat gleich sieben Journalisten (Bernd Dörries, Hans Kratzer, Christiane Kohl, Johannes Nitschmann, Janek Schmidt, Titus Arnu, Martin Zips) losgeschickt, um bundesweit zu recherchieren, mit welchen Tricks und Maßnahmen Gastronomen versuchen, den erwarteten bzw. in einigen Bundesländern bereits eingetretenen Umsatzverlusten in Folge des gesetzlichen Rauchverbots zu begegnen: "Der schlaue Dunst", in: Süddeutsche Zeitung vom 13. November 2007.

Darunter sind einige wirklich kreative Ideen. Über einige haben wir schon berichtet. Neu für unsere Leser sind die folgenden Ideen:
  • Raucherkneipe auf Rädern; ein ausgebauter Lkw-Anhänger, der über einen Tresen, eine Zapfanlage, eine komplette Wasserversorgung und einen Stammtisch verfügt ("Eisenwerk" in Goßfelden bei Fulda). Siehe dazu auch: "Rollende Kneipe für Raucher", in: Oberhessische Presse.
  • "Rauchertunnel": ein abgeschotteter Durchgang durch das Raucherzimmer, damit der geforderte rauchfreie Weg zur Toilette möglich wird ("Kasiske" in Berlin-Friedrichshain)

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Montag, November 12, 2007

Leaders Club Award 2007: Goldene Palme für Haus Hiltl und Die Kuh die lacht.

Die innovativsten neuen Gastronomiekonzepte wurden am 5. November 2007 vom Leaders Club Deutschland in Essen ausgezeichnet. Nach einer spannenden Präsentation der sechs Finalisten entschied das Votum des Fachpublikums aus Mitgliedern und geladenen Gästen. Die Awards gingen an Rolf Hiltl für das vegetarische Restaurant "Haus Hiltl" in Zürich und Bodo Wanjura für das Frankfurter Gourmetburger-Konzept "Die Kuh die lacht". Die Schirmherrschaft hatte Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger übernommen. Gastgeber in dem historischen Veranstaltungskomplex Stadtgarten war Leaders Club-Mitglied Frank Buchheister mit seinem Team.

Zum sechsten Mal, aber zum ersten Mal während der Präsidentschaft von Christoph Strenger, vergab der Leaders Club diesen Award an Konzepte, die innovativ, trendig, gut umgesetzt und neu am Markt sind oder sich frisch relaunched präsentieren.
"Die Präsentation der nominierten Konzepte bestach durch Ideenvielfalt, hochwertige Gastronomie und charismatische Unternehmer"
so Christoph Strenger.
"Mit dem 'Haus Hiltl' wurde ein überragendes, wahrhaft einzigartiges Konzept ausgezeichnet. Die Burgerbar 'Die Kuh die lacht' trifft mit ihrem an Frische, Transparenz und Nachhaltigkeit orientierten Konzept den Nerv der Zeit."
Die Idee zur 'Kuh die lacht' hatte der Ex-Banker und Sprachwissenschaftler Bodo Wanjura gemeinsam mit seinen Partnern Matthias Schönberger und Tobias Jäkel von der Nudelbar-Kette MoschMosch.
Bei einem privaten Grillen machten wir die Burger selbst und waren von deren Geschmack so begeistert, dass wir daraus ein Konzept entwickelten."
Die Produkte werden regional bezogen und die Gerichte nach eigenen Rezepturen frisch zubereitet. Der Gedanke des "Fast Casual" wird durch eine Kombination aus Selbstbedienung und Service umgesetzt: Bestellt und bezahlt wird am Counter, anschließend wird das Gericht am Tisch serviert. Dass das Konzept aufgeht, beweisen die Gästezahlen: Statt der erwarteten 150 werden täglich rund 300 Gäste begrüßt, dazu kommt ein stark nachgefragtes Take away-Angebot. Im Februar 2007 eröffnete die erste Gourmet-Burgerbar nahe der Frankfurter Börse. Zwischenzeitlich sind die Macher bereits auf der Suche nach einem zweiten Standort in der Bankenmetropole.

Rolf Hiltl stellte das vegetarische Restaurant mit rund 2.000 Gästen pro Tag als hybrides Konzept vor, das während der gesamten Öffnungszeit von den Morgenstunden bis spät in die Nacht für unterschiedliche Gäste ein attraktives Angebot bereithält. Sechs Millionen Schweizer Franken hatte der Gastronom, der das Traditionshaus in vierter Generation führt, in Umbau und Erweiterung investiert und dabei neue Bereiche geschaffen. Das "Hiltl" präsentiert sich seit der Wiedereröffnung im März 2007 als Restaurant, Bar, Kochschule, Take away, Catering, Laden und mit der neuen Bar am Wochenende auch als Club.
"Mit dem Komplettumbau und Neuausrichtung des Konzeptes ist es uns gelungen, eine alte Idee hipp und modern zu interpretieren"
so Rolf Hiltl.
"Nachdem im Vorjahr bereits mit dem 'Yooji’s' ein Konzept aus der Schweiz auf der Siegertreppe stand, freuen wir uns umso mehr, dass erneut ein Schweizer Konzept vom Leaders Club Deutschland ausgezeichnet wurde. Es zeigt das internationale Ausrichtung und die Größe des Denkens der Mitglieder und des anwesenden Fachpublikums."
Nominiert waren fernerAuf europäischer Ebene wird der Preis vom Leaders Club International am 25. Januar 2008 im Rahmen des Fachkongresses CIR in London verliehen. 12 Konzepte aus 8 Ländern werden im Wettstreit um die Auszeichnung als innovativstes Gastronomiekonzept in Europa stehen. Im Januar 2007 war dieser internationale Leaders Club Award erstmals in Marokko vergeben worden. Die Goldene Palme ging an "L'atelier des Chefs" (Paris), Silber an "A Toutes Vapeurs" (Paris) und Bronze an das "East" (Hamburg).

Dem Leaders Club Deutschland gehören 60 Gastronomen mit 500 Betrieben und 550 Millionen Euro Umsatz sowie 40 Repräsentanten aus der Zulieferindustrie an. International gesehen zählt das Netzwerk 331 Mitglieder mit rund 4.000 Betrieben. Ihre Zielsetzung sind Networking und die Förderung von Innovation in der Branche.

Der Leaders Club ist ein Zusammenschluss führender Gastronomen eines Landes unter Einbindung von Entscheidungsträgern der Industrie im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und Förderung von innovativen gastronomischen Entwicklungen und Ideen. Der Leaders Club versteht sich als Austausch- und Kommunikationsplattform mit starker europäischer Ausrichtung. Gegründet wurde er im März 2001, nach dem Vorbild des französischen Leaders Club. Seit Beginn 2005 sind die Clubs der verschiedenen Länder als Leaders Club International zusammengeschlossen.

(Quelle: Pressemitteilung von Leadersclub Deutschland).

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FBMA / Leaders Club Academy: Baustein 6 der Hospitality Management School: Standard und Qualitaetsmangement.

Die einen führen spontan und persönlich, die anderen führen mit System und einem Manual. Erreichen Betriebe eine bestimmte Größe oder sind Expansion und Multiplikation von Konzepten angestrebt, stößt der inhabergeprägte Führungsstil an seine Grenzen. Verbindliche Standards für Qualität und Abläufe sind spätestens dann für einen reibungslos funktionierenden und wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb erforderlich.

Spiridon Soukas, Gründer und Geschäftsführer von Mongo'S zusammen mit Christian Blech, kennt diese Herausforderung aus der Praxis. In nur wenigen Jahren ist das Konzept des Mongalian BBQ auf acht Betriebe angewachsen, die jüngste Neueröfnung ist das Mongo'S in Hamburg. Seine Erfahrungen gibt Soukas, der zuvor in der Tophotellerie und hier lange Zeit in Asien tätig war, in Baustein 6 der Hospitality Management School weiter:
"Quality Management ist für Gastronomie, für die Systemgastronomie oder Hotellerie, im Grunde für jedes Unternehmen unabhängig von der Größe, ein Muss. Speziell unsere Branche kann ohne ein QM, in welcher Form auch immer, nicht existieren, da der besondere Fall eintritt, dass produziert und gleichzeitig eine Dienstleistung verkauft wird. Beides muss stimmen, sonst geht nichts."
Ziel von QM ist es, die Dienstleistung zu verbessern, um dadurch sowohl Wettbewerbsvorteile als auch Problemminimierung zu erreichen. Die Teilnehmer lernen Techniken sowie Lösungsansätze für Problemstellungen kennen, welche die Implementierung von QM-Systemen mit sich bringen.

Die Praxistraining-Inhalte:
  • Definition von Qualitätsmerkmalen und die Bedeutung für die Marke
  • Konflikte und Herausforderungen im QM meistern
  • Instrumente für die Überwachung der Qualität erarbeiten
  • Überblick über Techniken und Grundlagen des modernen QM
Der Baustein "Standard- und Qualitätsmanagement" findet am 19.-20. November 2007 an der WIHOGA Dortmund statt. Die HMS Reihe setzt sich am 21.-22. Januar 2008 mit dem Baustein "Catering- und Eventmanagement" mit Dozent Frank Buchheister (Road Stop) fort.

Seit Mai 2007 bietet die HMS monatlich Fortbildungsveranstaltungen zu praxisrelevanten Themen aus der Gastronomie und Hotellerie an. Referenten sind ausschließlich Branchenpersönlichkeiten. Die HMS ist ein Projekt von Food & Beverage Management Association (FBMA) und Leaders Club Deutschland in Zusammenarbeit mit der WIHOGA Dortmund und wird unterstützt von Hövels, Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG, Salomon FoodWorld, Tengelmann, Vega, APS sowie Tchibo Coffee Service.

Das HMS Praxistraining richtet sich an Nachwuchs-Führungskräfte, aber auch erfahrene Führungskräfte erhalten wertvolle Tipps. Jeder Baustein kostet für FBMA und Leaders Club Mitglieder 148 €, für Nicht-Mitglieder 198 € zzgl. MwSt. Enthalten sind der Unterricht an der WIHOGA, der Trendtreff am ersten Abend, Seminarunterlagen, Teilnahmebestätigung usw. Hotelpartner in Dortmund bieten Sonderkonditionen.

Termine 2007 / 2008

19. - 20. 11. 2007: Standard- und Qualitätsmanagement, Spiridon Soukas

21. - 22. 01. 2008: Catering- & Eventmanagement, Frank Buchheister

10. - 11. 03. 2008: Organisation & System, Jörg Prüser

26. - 27. 05. 2008: Ausrichtung & Trends im F&B, Tim Plasse

14. - 15. 07. 2008: Selbstmanagement & Fitness, Klaus-Günther Wiesler

29. - 30. 09. 2008: Mitarbeiterführung und Motivation, Jean Ploner.

(Quelle: Pressemitteilung von Leadersclub Deutschland).

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Samstag, November 10, 2007

Flickr Badgets.

Oft mangelt es, wenn man seine Website mit Abbildungen bzw. Fotos illustrieren will, an eigenen oder fremden Fotos, die man dafür nutzen darf. Eine einfache und kostenlose Lösung stellen Badgets etwa von Flickr dar, die man sich online einfach generieren kann.

Eine Demonstration sehen Sie auf der Website meiner Bamberger Gaststätte Café Abseits. Ich habe einen Blogeintrag (die Website ist technisch gesehen ein Blog) mit dem Titel "Club-Mate", in dem ich ankündige, daß wir dieses Kult-Mate-Eisteegetränk ab kommenden Montag ausschenken, mit einem Badget der Online-Foto-Community Flickr illustriert.

Sie können das Badget an das Design Ihrer Website anpassen:
  • die Anzahl der automatisch dargestellten Fotos variieren,
  • zwischen einer horizontalen oder vertikalen Ausrichtung der Fotos,
  • die Größe der Fotodarstellung
  • ob ein Rahmen angezeigt werden soll oder nicht
  • die Farben des Hintergrunds, des Rahmens, des Textes und der Links
  • ob sie einen HTML-Code oder ein Flash-Modul in Ihre Website einbinden wollen
  • ob die Auswahl der Fotos aus allen öffentlichen Fotos getroffen werden soll oder aus den Fotos einer Gruppe oder nur aus ihren eigenen Fotos.
Die inhaltliche Auswahl der Fotos erfolgt anhand eines Begriffs ("tags"), in diesem Fall des Tags "Club-Mate".

Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag "Gastgewerbe-Fotos".

Einen denkbaren Nachteil dieser Lösung will nicht verhehlen: Flickr wählt automatisch solche Fotos aus, die mit dem Tag "Club-Mate" versehen sind. Sie haben es als Nutzer dieses Badgets nicht unter Kontrolle, welche Fotos mit diesem Tag versehen sind und in Zukunft versehen werden. Sie können und sollten vor der Einbindung eines Badgets prüfen, welche Fotos diesen Tag tragen. Sie wissen aber nicht, welche Fotos später noch mit diesem Begriff versehen werden wird. Wenn z.B. jemand ein Foto mit einem Hundehaufen mit dem von Ihnen ausgewählten Tag versieht, kann es passieren, daß dieses thematisch unpassende Fotos auf Ihrer Website automatisch angezeigt wird. Ihnen bleibt dann nur, das Bild als "mißbräuchlich" zu melden und darauf zu hoffen, daß der Service von Flickr reagiert oder das Badget von Ihrer Website zu entfernen.

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Freitag, November 09, 2007

Bio-Restaurants in Bruessel.

Der Fernsehkanal arte zeigt am Samstag, 10. November 2007, ab 13.30 Uhr, in seinem Magazin "Chic" unter anderem einen Bericht über Bio-Restaurants in Brüssel: "Trend: Gesunde Gastronomie aus Brüssel".

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DEHOGA tritt weiterhin für Kennzeichnungspflicht statt eines Rauchverbots für die Thueringer Gastronomie ein.

Erfurt, 09. November 2007 / Bei der heutigen Anhörung im Thüringer Landtag zum Entwurf des Nichtraucherschutzgesetzes hat der DEHOGA Thüringen seiner Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht noch einmal Nachdruck verliehen.
"Wir lehnen den Gesetzentwurf bezüglich der darin getroffenen Regelungen für die Gastronomie insofern ab, als dass Diskotheken und Einraumgastronomie dem vollständigen Rauchverbot nicht unterfallen sollten. Gleichwohl stellen wir die Schädlichkeit des Rauchens nicht in Frage, wir müssen aber auch darauf hinweisen, dass jegliche gesetzliche Regelung zu einer Wettbewerbsverzerrung führen wird. Deshalb fordern wir die Kennzeichnungspflicht für Gastronomiebetriebe, um jedem Gast die Möglichkeit zu geben, selbst entscheiden zu können"
"sagte Dirk Ellinger, Geschäftsführer des DEHOGA Thüringen während der mündlichen Anhörung vor den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales, Familie und Gesundheit.

Neben den sich deutlich abzeichnenden Vollzugsdefiziten des Gesetzes und der Frage der Kontrolle wies Ellinger vor allem auf die zwangsläufigen Umsatzeinbußen der Unternehmen im Durchschnitt von zehn bis fünfzehn Prozent hin. Im Einzelfall stehen Einbußen bis 50 Prozent zu befürchten. Auch liegen verfassungsrechtlich bedenkliche Eingriffe in die Berufsausübung der Gastronomen vor, weswegen auch das Bundesverfassungsgericht angerufen wird.

Im Gesetzentwurf wird bislang Unternehmen mit mehreren Räumen die Möglichkeit eines Raucherraums eingeräumt. Für Einraumgastronomie ist hingegen das Rauchverbot vorgesehen:
"Hier habe ich massive rechtliche Bedenken, wenn das Gesetz in dieser Form umgesetzt wird. Dies käme für die kleinen Kneipen und Schankwirtschaften einer Enteignung gleich, sie wären gezwungen ihr Geschäft aufzugeben. Auch die Umsetzung des Gesetzes zum 1. Januar 2008 halte ich für eine völlig unverhältnismäßige Frist"
so Ellinger weiter.

Weitere Probleme ergeben sich bei der Beseitigung der Kippen, falls die Gäste vor der Gaststätte rauchen. Hier fallen den Gastwirten schon wieder die restriktiven Bestimmungen von Sondernutzungs- und Werbesatzungen auf die Füße.

Auch das Bundesemissionsschutzgesetz wird spätestens dann zum Problem werden, wenn sich Anwohner über den Lärm und das Rauchen der Gäste vor der Gastronomieeinrichtung beschweren.

Ebenso wird einer Zunahme der Zechprellerei, mit dem Verweis zum Rauchen vor die Tür gehen zu müssen, Tür und Tor geöffnet werden.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Thüringen).

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